Kids und Teens brauchen lesende Vorbilder

Wer bereits in jungen Jahren liest, hat später bessere Chancen im Leben. Darum engagiert sich die Commerzbank-Stiftung für die Leseförderung.

Zwei Mädchen sitzen auf dem Holzfußboden. Das größere Mädchen mit blonden Zöpfen liest dem kleineren Mädchen mit brünetten Haaren vor.

Für viele ist es eine Kindheitserinnerung, die ein wohliges Gefühl auslöst: das leise Rascheln der Seiten unter der Bettdecke, wenn sie von kleinen Fingern im Schein der Taschenlampe umgeblättert wurden. Die Müdigkeit ließ die Buchstaben vor den Augen tanzen, doch die fremden Welten waren zu spannend, um sie freiwillig zu verlassen. Zugegeben, damals war die mediale Konkurrenz noch deutlich geringer. Doch das Lesen ist noch immer unterhaltsam und Lesekompetenz wichtig für den weiteren Bildungs- und Lebensweg.

Die neuen Medien machen den Büchern Konkurrenz


Doch nicht für alle Kinder und Jugendliche ist das Abtauchen zwischen den Seiten selbstverständlich. Das liegt häufig an einer mangelnden Lesekompetenz. Diese Benachteiligung beginnt bereits früh, denn vielen Kleinkindern wird kaum vorgelesen. Die Stiftung Lesen untersucht jährlich in ihrer Vorlesestudie die Leseförderung der Jüngsten und kommt im Jahr 2019 zu einem eindeutigen Ergebnis: Von 700 deutschsprachigen befragten Eltern mit Kindern im Alter von zwei bis acht Jahren lesen insgesamt 32 Prozent einmal pro Woche, weniger als einmal pro Woche oder nie vor. Erfreuliche 39 Prozent der Befragten hingegen lesen ihren Kindern sogar mehrmals in der Woche vor. Für unsere Vorständin der Commerzbank-Stiftung, Astrid Kießling-Taşkın, lässt sich aus diesen Ergebnissen die Relevanz des Deutschen Lesepreises ableiten. „Dass Eltern und Großeltern, Erzieherinnen und Erzieher in der Kita oder Lesepatinnen und -paten sowie Lehrkräfte in der Schule Kindern vorlesen, hat Einfluss auf deren späteren Lebens- und Bildungsweg. Das Vorlesen gehört allerdings längst nicht immer zum gelebten Alltag. Deswegen freuen wir uns, die Stiftung Lesen bei ihrer wichtigen Mission zu unterstützen“, so die Vorständin.

Auch die kleinen Leser finden in Studien Gehör, zum Beispiel im Kinder Medien Monitor. Im Jahr 2021 repräsentiert er über sieben Millionen deutschsprachige Kinder im Alter von vier bis 13 Jahren und erforscht deren Medienkonsum. Auch das Leseverhalten ist Teil der Befragung. Dort geben dreiviertel der befragten (Eltern der vier- bis fünfjährigen und Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren) an, mehrmals pro Woche gedruckte Zeitschriften, Bücher und elektronische Formate wie E-Books zu lesen. Dennoch: Geht es um den Medienkonsum allgemein, liegen das Zuschauen und das Hören deutlich vor dem Lesen.

Es gibt auch gute Nachrichten: Seit dem Beginn der Pandemie lesen Jugendliche wieder mehr. Zu dieser Erkenntnis kam die JIM-Studie im Jahr 2020. Demnach lesen 35 Prozent der 1.200 Befragten in ihrer Freizeit täglich oder mehrmals pro Woche. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Anstieg von einem Prozent zwar nur marginal, doch die Lesedauer nahm deutlich zu und stieg um 21 Minuten auf 74 Minuten wöchentlich. Dabei gibt es allerdings auch geschlechterspezifische Unterschiede. Während bei den jungen Mädchen fast die Hälfte täglich oder mehrmals in der Woche zum Buch greift, sind es bei den Jungen lediglich 28 Prozent. Und noch etwas wird deutlich: Mit zunehmendem Alter sank bei den Befragten das Interesse an Büchern, während sie vermehrt andere Medien konsumierten.

Prominente werden zu Lesevorbildern


Daher braucht es neben all den engagierten Menschen, die sich in Deutschland kreativ und nachhaltig für das Lesen einsetzen, auch Prominente wie Weltfußballer Thomas Müller, meint Vorständin Astrid Kießling-Taşkın: „Kinder und Jugendliche brauchen prominente Vorbilder, die lesen und ihre Begeisterung für Geschichten lebendig vermitteln. Damit können sie Lust auf Bücher machen und das Thema der Leseförderung breit in die Gesellschaft tragen“. Thomas Müller ist so ein Vorbild und setzt sich intensiv für die Leseförderung ein. Als prominenter Lesebotschafter der Stiftung Lesen greift er regelmäßig zum Buch, um daraus vorzulesen – zum Beispiel am Welttag des Buches. Aber auch auf seinen reichweitenstarken Social-Media-Kanälen wirbt der Bayern-Star für das Lesen und Vorlesen. Dafür zeichnete die Commerzbank-Stiftung ihn im November 2021 mit dem Deutschen Lesepreis aus. Thomas Müller erhält den Sonderpreis für prominentes Engagement, der 2021 bereits zum vierten Mal verliehen wurde, und reiht sich damit ein in die Riege der prominenten Lese-Vorbilder mit der Schauspielerin Annette Frier, der Moderatorin Nazan Eckes und dem Comedian Bülent Ceylan.