Wie hoch können Hospiz Kosten ausfallen?

In einem Hospiz verbringen unheilbar kranke Menschen ihre letzten Lebenstage. Doch welche Hospizdienste gibt es und welche Kosten fallen für diese palliative Versorgung an?

Eine jüngere Frau legt die Arme um eine ältere Frau, die wiederum liebevoll ihre Hand auf die Hände der jungen Frau legt.

Das Hospiz – die letzten Tage würdevoll erleben

Ein Hospiz ist eine spezielle Einrichtung, die sich auf die Behandlung und Versorgung unheilbar kranker Menschen spezialisiert hat. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl ankommt und wer die nicht unerheblichen Kosten für das Hospiz trägt.

Was genau leistet ein Hospiz?

Ein Hospiz steht für die Betreuung und Versorgung todkranker Menschen in der letzten Lebensphase. Das geschulte Personal ermöglicht den Patienten einen schmerzfreien und würdevollen Abschied und begleitet dabei nicht nur den Sterbenden, sondern auch die Angehörigen. Meist stehen in einem Hospiz nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung, wodurch eine ruhige Umgebung und Privatsphäre gewährleistet sind. Leistungsträger sind die Krankenkasse und die Pflegekassen. Für die Betreuung und Versorgung schwerkranker Kinder gibt es spezielle Hospize mit einem Angebot für die ganze Familie.

Palliativversorgung – Konzept für Patienten und Angehörige

In Hospizen wird ein besonderes Konzept aus Betreuung und Versorgung schwerkranker Patienten umgesetzt, das sogenannte „Palliative Care“. Dabei stehen der Patient und dessen Angehörige im Mittelpunkt. Palliative Care dient dabei der Verbesserung der Lebensqualität durch Vorbeugung und Linderung der Leiden. Die medizinische und pflegerische Betreuung und Versorgung des Erkrankten ist sichergestellt und wird durch menschliche Zuwendung ergänzt. Das Personal der Hospizdienste ist speziell für schwierige medizinische Situationen geschult.

Die 4 Phasen der Palliativpflege

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Palliativ-Therapie-Phase

In dieser Phase wird die Erkrankung als unheilbar erkannt und vom Patienten und dessen Angehörigen akzeptiert. Neben der Therapie der Symptome erfolgt weiterhin die Behandlung der Grunderkrankung, beispielsweise durch eine palliative Chemo- oder Immuntherapie. Ziel dieser Phase ist nicht die Heilung, sondern die Lebensverlängerung des Patienten und die Eindämmung belastender Symptome. Je nach Erkrankung dauert diese Phase Monate bis Jahre.

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Palliative-Care-Phase

In dieser Phase schreitet die Grunderkrankung voran und die Symptome der unheilbaren Erkrankung stehen für den Patienten im Vordergrund. Der Fokus wird auf die Minimierung der Symptome und Schmerzen gelegt. Ziel der Palliative-Care-Phase ist nicht mehr die Lebensverlängerung, sondern die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten. Auf Wunsch stehen für diese Patienten Hospizdienste zur Verfügung.

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Terminalphase

Die unheilbare Erkrankung ist sehr weit fortgeschritten und es muss binnen Tagen mit dem Versterben des Patienten gerechnet werden. Die Behandlung der Symptome wie Atemnot, Nahrungsverweigerung, Unruhe und Angst steht im Fokus. Der Patient wird nicht mehr durch prophylaktische Maßnahmen belastet.

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Sterbephase

In den letzten Lebensstunden eines Menschen werden durch den Palliativmediziner vor allem Schmerzen gelindert. Dabei kommen auch sedierende Medikamente zum Einsatz, um das Leiden zu verringern. Alle Hospizdienste sind auf die Begleitung dieser Phase spezialisiert.

Ambulante oder stationäre Hospizdienste? – Die Unterschiede auf einen Blick!

Stationäres Hospiz

Ein stationäres Hospiz nimmt todkranke Menschen auf und geschultes Personal übernimmt die Palliativversorgung der Patienten bis zu ihrem Tode. Zumeist ist ein Palliativmediziner direkt vor Ort, es gibt aber auch Kooperationsverträge mit Hausärzten.

Teilstationäres Hospizdienste

Das Angebot des teilstationären Hospizes richtet sich an unheilbar erkrankte Menschen, die zu Hause leben möchten. Mehrmals pro Woche kommen die Patienten ins teilstationäre Hospiz zur Betreuung. Sie erhalten lindernde Therapien, tanken Kraft und nehmen trotz der schweren Erkrankung am sozialen Leben Teil. Eine zeitweise Betreuung der Patienten in einem teilstationären Hospiz entlastet zudem die Angehörigen.

Ambulante Hospizdienste

Ambulante Hospizdienste begleiten und unterstützen sterbende Menschen im häuslichen Umfeld. Somit müssen die Sterbenden nicht aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen werden. Diese Hospizdienste umfassen vor allem eine seelsorgerische Tätigkeit für den Patienten und Trauerarbeit für die Angehörigen. Pflegerische und medizinische Tätigkeiten werden vom ambulanten Hospizdienst nicht übernommen und fallen in den Zuständigkeitsbereich von pflegenden Angehörigen, Pflegedienst und Ärzten. Die Kosten für die Betreuung und Versorgung des Patienten wird von den Pflegekassen übernommen. Die medizinische Versorgung wird über die Krankenkasse abgerechnet.

Das Kinderhospiz – Lebensfreude und Sterben schließt sich nicht aus

Kinderhospize sind Einrichtungen, die Familien mit einem todkranken Kind unterstützt, die verbleibende gemeinsame Zeit erfüllt und positiv zu erleben. Bereits in der Palliativ-Therapie-Phase suchen viele Familien ein Kinderhospiz auf und nehmen das Angebot der Entlastungspflege in Anspruch. Somit werden Kinderhospize häufig jahrelanger Begleiter von Familien mit Kindern mit begrenzter Lebenserwartung. Diese Einrichtungen begleiten die betroffenen Familien sowohl am Lebensende des Kindes und auch noch danach bei der Trauerarbeit.

Voraussetzungen für die Aufnahme in ein Hospiz

Die Voraussetzung für die stationäre Aufnahme in ein Hospiz ist eine austherapierte Erkrankung im Endstadium mit einer geringen Lebenserwartung. Für die Aufnahme müssen Sie einen Antrag auf Hospizpflege bei der zuständigen Krankenkasse stellen. Die Pflegekassen übernehmen auch bei einer Aufnahme ins Hospiz die Kosten für die pflegerische Versorgung.

Wie finde ich einen Hospizplatz?

Kontaktieren Sie Ihre Krankenkasse, um einen Hospizplatz mit den gewünschten Hospizdiensten zu finden. Zudem hilft das Online-Portal der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung. Hier erhalten Sie Informationen zu Hospizen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und deren angebotenen Hospizleistungen.

Wer übernimmt die Kosten für einen Hospizplatz?

Die Kostenübernahme eines Hospizplatzes hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Hospiz Kosten für gesetzlich Versicherte

Etwa 95% der Hospiz Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen und Pflegekassen. Die Leistungen aus den Pflegekassen werden angerechnet und um Krankenkassenleistungen ergänzt. Der sogenannte Eigenanteil an den zuschussfähigen Hospiz Kosten in Höhe von 5% des tagesbezogenen Bedarfssatzes wird durch Spenden finanziert. Dem Versicherten entstehen dadurch keine zusätzlichen Hospiz Kosten.

Hospiz Kosten für privat Versicherte

Grundsätzlich gilt bei der Privaten Krankenversicherungen (PKV), dass nur Leistungen übernommen werden, die vertraglich dem gewählten Tarif entsprechen. Bei neueren Verträgen der Privaten Krankenversicherungen sind häufig Leistungen für Hospizdienste oder Palliativversorgung geregelt. Ältere PKV-Verträge sehen aber meist wenig bis gar keine Leistungen bezüglich Hospiz Kosten vor. Es besteht die Möglichkeit, einen Antrag bei der PKV zu stellen, die Hospiz Kosten auf Kulanz entsprechend den gesetzlichen Krankenversicherungen zu übernehmen. Für Privatpatienten ist es wichtig, vor der Aufnahme in ein Hospiz, die Kostenzusage der Privaten Krankenversicherung abzuwarten. Ein Wechsel vom Pflegeheim in ein Hospiz ist für privat Versicherte bei Übernahme der Hospiz Kosten nahezu ausgeschlossen.

Beispielrechnung: Wie setzen sich die Hospiz Kosten zusammen?

Der von den Kranken- und Pflegekassen anerkannte Tagessatz für eine Unterbringung im Hospiz beträgt 421,38€. Darin enthalten sind:

  • Kosten für Pflege
  • Kosten für Betreuung
  • Kosten für Unterkunft
  • Kosten für Verpflegung

Anteil Kranken- und Pflegekassen:

95% des Tagessatzes: 400,31€

Anteil Spenden:

5% des Tagessatzes: 21,07€

Wichtige Info:

Der anerkannte Tagessatz deckt häufig nicht die tatsächlichen Kosten in einem Hospiz. Um die Qualität und Intensität in Pflege und Betreuung zu gewährleisten, müssen Hospize bis zu 20% des Tagessatzes zusätzlich über Spenden finanzieren und sind somit dringend auf freiwillige finanzielle Unterstützung angewiesen.

Die Kosten für den behandelnden Arzt und für die Medikamente werden direkt über die Krankenkasse abgewickelt. Persönliche Nebenkosten wie z.B. Telefon oder Friseur muss der Patient selbst aufbringen.

Von diesen Faktoren sind die Hospiz Kosten abhängig:

In der Regel muss sich ein Patient nicht an den Hospiz Kosten beteiligen. Die Aufteilung der Kosten ist dabei von folgenden Faktoren abhängig:

  • Pflegekassen und Pflegegrad des Patienten
  • Krankenkasse und Art der Krankenversicherung des Patienten
  • Ausstattung des Hospizes

Kosten für ein Hospiz: Tipps und Finanzierungsmöglichkeiten

Die Hospiz Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse und Pflegekassen vollständig übernommen. Häufig ist diese familiäre Ausnahmesituation aber auch für die Angehörigen eine große Herausforderung.

Freistellung von der Arbeit bei Sterbebegleitung

Um einen nahen Angehörigen beim Sterben zu begleiten, können Sie sich bis zu 3 Monate von der Arbeit freistellen lassen. Sie haben dabei die Möglichkeit, Ihre Arbeitszeit zu reduzieren oder die Erwerbsarbeit zu unterbrechen. Angehörige müssen mindestens 10 Tage vor Beginn der Freistellung den Arbeitgeber informieren und ein ärztliches Zeugnis vorlegen. Während dieser Freistellung haben Angehörige keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Zinsloses Darlehen während der Sterbebegleitung

Da Angehörige während dieser schweren Zeit keinen Anspruch auf Lohnersatzzahlung haben, kann beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ein zinsloses Darlehen beantragt werden. Dabei richtet sich die Darlehenssumme nach der Höhe des Lohnausfalls und wird in monatlichen Raten ausgezahlt.

Antrag auf Pflegegrad bei den Pflegekassen stellen

Bei schweren Einschränkungen des Patienten werden Leistungen zur Versorgung nicht mehr über die Krankenkasse abgerechnet. Die Kosten zur Versorgung des Patienten werden dann von den Pflegekassen übernommen. Die Pflegekassen sind den Krankenkassen direkt angegliedert. Um von den Pflegekassen Leistungen zu erhalten, stellen Sie einen Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. Die Pflegekassen schicken einen Gutachter zum Patienten, um den Grad der Einschränkung festzustellen.

Bankkredit zur finanziellen Überbrückung

Ihre Bank unterstützt Sie auch in schweren Lebensphasen, wenn Sie kurzfristig über zusätzliche liquide Mittel verfügen müssen, um Kosten zu decken. Vereinbaren Sie mit uns einen Termin und wir beraten Sie bezüglich eines Privatkredits, um finanzielle Engpässe zu überbrücken.

Hospizdienste – Leben und Sterben in Geborgenheit und Würde

In einem Hospiz werden unheilbar kranke Menschen bis zu ihrem Tod gepflegt und betreut. Die Kosten für die Versorgung werden von der Krankenkasse, den Pflegekassen und dem Hospizträger übernommen. Im Fokus stehen der Patient und seine Angehörigen. Geschultes Personal sorgt für eine Linderung der Schmerzen und eine Atmosphäre voller Fürsorge. Die Nähe und psychologische Unterstützung der Angehörigen erleichtern dem Sterbenden seine letzte Lebensphase. Um Hospizdienste wahrzunehmen, muss sich der Patient nicht unbedingt stationär aufnehmen lassen. Auch bei einer häuslichen Unterbringung des Patienten können Sie auf Hospizdienste zählen. Ambulante und teilstationäre Hospize unterstützen Patienten und deren Angehörige auch bei der Versorgung zu Hause aus medizinischer und psychologischer Sicht.