Taschengeld: Wie viel ist sinnvoll und was Kinder dabei lernen
Wie Sie die richtige Höhe festlegen, klare Regeln schaffen und Ihr Kind Schritt für Schritt an den Umgang mit Geld heranführen.
Taschengeld, Das Wichtigste in Kürze
- Taschengeld funktioniert nur, wenn Kinder selbst entscheiden dürfen – auch falsch.
- Die Höhe des Taschengeldes ist weniger entscheidend als Regelmäßigkeit und klare Regeln.
- Eigene Erfahrungen prägen den Umgang mit Geld stärker als jede Erklärung.
Wie viel Taschengeld ist sinnvoll?
Kinder im Grundschulalter erhalten meist 1 bis 3 Euro Taschengeld pro Woche, Jugendliche bis zu etwa 60 Euro Taschengeld im Monat.
Wie viel und ob Sie Ihrem Kind Taschengeld geben, ist aber allein Ihre Entscheidung. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht – dafür aber eine Empfehlung: Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlicht regelmäßig zusammen mit dem Deutschen Jugendinstitut Tipps rund ums Taschengeld und zur Taschengeldhöhe, an denen sich Eltern orientieren können.
Taschengeld-Tabelle nach Alter
Die folgende Taschengeld-Tabelle1 dient als Orientierung und kann individuell angepasst werden. Sie richtet sich nach dem Alter und der Fähigkeit, Geld über längere Zeiträume zu planen: Jüngere Kinder denken oft kurzfristig („Reicht das bis nächste Woche?“), ältere Kinder planen bereits über längere Zeiträume.
Alter | Empfehlung |
|---|---|
Unter 6 Jahre | 1-2 Euro / Woche |
6–7 Jahre | 2-3 Euro / Woche |
8–9 Jahre | 3-4 Euro / Woche |
10–11 Jahre | 15-25 Euro / Monat |
12–13 Jahre | 20-30 Euro / Monat |
14–15 Jahre | 25-45 Euro / Monat |
16–17 Jahre | 45-60 Euro / Monat |
Ab 18 Jahre | Bis 75 Euro / Monat |
Wichtig: Entscheidend beim Taschengeld ist nicht unbedingt die Höhe, sondern dass Kinder regelmäßig Geld bekommen und selbst darüber entscheiden können. Nur so entsteht ein echter Lerneffekt.
Warum sie häufig passieren , Typische Fehler beim Taschengeld
Viele Fehler beim Taschengeld entstehen aus Fürsorge – schwächen aber genau den Lerneffekt, den Eltern eigentlich erreichen wollen.
Viele Situationen kennen Sie vermutlich aus dem Alltag
- Sie geben zusätzlich Geld, weil es „nicht reicht“.
- Sie kommentieren Ausgaben. („Das war doch unnötig“)
- Sie erfüllen Wünsche direkt, um Diskussionen zu vermeiden.
Warum das problematisch ist:
Solche Eingriffe nehmen Kindern die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu machen – und genau diese sind entscheidend, um den Umgang mit Geld zu lernen.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Ihr Kind bekommt 4 Euro Taschengeld pro Woche und gibt alles direkt im Supermarkt aus. Ein paar Tage später sieht Ihr Kind bei einem Freund ein Sammelheft, dass es auch unbedingt haben möchte – aber jetzt ist kein Taschengeld mehr übrig. Ihr Impuls ist verständlich: helfen.
Aber: Wenn Sie jetzt zusätzlich Geld geben, entfällt genau die Erfahrung, die beim nächsten Mal zu besseren Entscheidungen führen würde.
Für Sie bedeutet das:
Nicht jede Situation lösen – manchmal ist es sinnvoller, sie auszuhalten.
Auf einen Blick, Klare Regeln für den Umgang mit Taschengeld
Damit Taschengeld seinen Zweck erfüllt, braucht es klare Rahmenbedingungen.
Feste Auszahlungstermine
Ein klarer Rhythmus hilft beim Planen. Kinder lernen nur dann zu budgetieren, wenn sie wissen, wann Geld verfügbar ist.
Fehler zulassen
Kinder sollten selbst entscheiden dürfen, wofür sie ihr Geld ausgeben – auch wenn Fehlkäufe passieren.
Keine Kopplung an Leistung oder gutes Benehmen
Taschengeld sollte unabhängig von Noten, Verhalten oder Haushaltspflichten gezahlt werden. Sonst wird Geld zum Druckmittel statt zum Lerninstrument. Merksatz: Es geht ums Lernen, nicht um Belohnungssysteme.
Unterstützung statt Kontrolle
Eltern sollten begleiten, nicht steuern. Gespräche über Ausgaben sind wichtiger als Verbote.
Taschengeld im digitalen Alltag , Warum ein eigenes Konto beim Taschengeld helfen kann
Viele Eltern fragen sich: Braucht mein Kind wirklich ein eigenes Konto? Die Kurzantwort: Ja, Bargeld wird seltener, Zahlungen laufen heute oft per Karte oder Smartphone. Gleichzeitig machen digitale Zahlungen Taschengeld weniger greifbar. Ein Konto macht Ein- und Ausgaben sichtbar und Ihr Kind kann selbst entscheiden, ob es bar oder digital zahlen möchte.
Die Vorteile eines Kinderkontos auf einen Blick
- Einnahmen und Ausgaben sind nachvollziehbar
- Geld wird nicht „gefühlt“, sondern sichtbar
- Budgetgrenzen werden klar
Wenn Ihr Kind beginnt, regelmäßig mit Geld umzugehen, kann ein eigenes Konto helfen, diesen Prozess realistisch abzubilden.
Für Sie bedeutet das: Weniger Diskussionen im Alltag – mehr Eigenständigkeit beim Kind.
StartKonto für den Alltag Ihres Kindes
Ihr Kind lernt, mit Taschengeld umzugehen – mit einem eigenen Konto werden Einnahmen und Ausgaben sichtbar und nachvollziehbar.
- unterstützt eigenständige Entscheidungen
- zeigt jederzeit das verfügbare Budget
- passt zum digitalen Alltag Ihres Kindes
FAQ, Häufige Fragen zum Taschengeld
Taschengeld ist ein regelmäßig ausgezahlter Geldbetrag, den Kinder eigenständig verwalten, um den Umgang mit Geld zu lernen. Taschengeld gilt als wichtiger Bestandteil der finanziellen Entwicklung, weil Kinder dadurch eigene Entscheidungen treffen und deren Folgen erleben.
Taschengeld hilft Kindern, früh den Umgang mit Geld zu lernen. Sie üben, Ausgaben zu planen, auf größere Wünsche zu sparen und zwischen „haben wollen“ und „wirklich brauchen“ zu unterscheiden. Gleichzeitig lernen Kinder, mit Enttäuschungen umzugehen, wenn das Geld einmal nicht reicht – und erleben Erfolgsmomente, wenn sie sich etwas selbst kaufen können.
Taschengeld ist ab dem Grundschulalter sinnvoll. In dieser Phase lernen Kinder nicht nur Zahlen, sondern entwickeln auch ein erstes Gefühl für den Wert von Geld. Genau deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um mit Taschengeld zu starten.
Kinder im Grundschulalter erhalten meist 1 bis 3 Euro pro Woche, Jugendliche bis zu etwa 60 Euro im Monat. Die genaue Höhe hängt vom Alter, den Ausgaben und der Lebenssituation ab.
Warum das wichtig ist: Ein passender Betrag sorgt dafür, dass Kinder Entscheidungen treffen können – ohne überfordert zu sein.
Taschengeld ist für persönliche Wünsche gedacht, zum Beispiel Süßigkeiten, kleine Spielsachen oder Freizeitaktivitäten. Fixe Kosten wie Kleidung oder Schulmaterial sollten in der Regel weiterhin von den Eltern übernommen werden.
Warum das sinnvoll ist: So bleibt Taschengeld ein Lernfeld und wird nicht durch Pflichtausgaben eingeschränkt.
Nicht eingreifen, sondern abwarten. Kinder lernen den Umgang mit Geld vor allem durch eigene Erfahrungen. Wenn das Geld früh ausgegeben ist, entsteht automatisch ein besseres Gefühl für Planung.
Nein, nicht spontan. Eine Anpassung sollte geplant und altersgerecht erfolgen.
Wenn Geld zu früh ausgegeben wurde, ist es sinnvoller, die Situation gemeinsam zu reflektieren, statt sofort mehr zu geben.
Für den Einstieg ist Bargeld oft sinnvoller, weil Kinder sehen, wie viel Geld noch vorhanden ist.
Später kann eine Kombination aus Bargeld und digitalen Zahlungen helfen, den Alltag realistisch abzubilden.
Zu viel Taschengeld liegt vor, wenn Kinder keine Prioritäten mehr setzen müssen und Fehlentscheidungen keine spürbaren Folgen haben.
Beispiel: Wenn am Monatsende immer noch Geld übrig ist – egal, was gekauft wurde – fehlt der Lerneffekt.
Warum das wichtig ist: Taschengeld soll Entscheidungen erzwingen, nicht vermeiden.
Taschengeld ist zu niedrig, wenn Kinder keine echten Wahlmöglichkeiten haben und ständig zusätzliches Geld benötigen.
Beispiel: Wenn Ihr Kind regelmäßig fragen muss, weil das Geld nicht einmal für kleine Wünsche reicht.
Warum das problematisch ist: Ohne Spielraum entsteht kein Lernprozess.
Nein, aber sie sollten Interesse zeigen und darüber sprechen.
Warum? Kontrolle verhindert Eigenverantwortung, Gespräche fördern Verständnis.
Beispiel: „Warum hast du dich dafür entschieden?“ wirkt besser als „Das war unnötig“.
Eine Anpassung kann sinnvoll sein, wenn sich Preise deutlich verändern und die Kaufkraft sinkt.
Warum das relevant ist: Steigende Preise führen dazu, dass Kinder mit dem gleichen Betrag weniger kaufen können.
Beispiel: Wenn Kino oder Snacks deutlich teurer werden, passt der ursprüngliche Betrag oft nicht mehr.
Möglicher Lerneffekt: Sie können Ihr Kind auch erstmal die Erfahrung machen lassen: Preise steigen, mein Taschengeld nicht – was ist die Konsequenz für mich? Wenn Sie mit Ihrem Kind gemeinsam versuchen Lösungen zu finden – etwa weniger Geld auszugeben und mehr zu sparen – kann das ein Weg sein. Wenn Sie merken, dass das nicht klappt, können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind immer noch eine Erhöhung des Taschengeldes – je nach ihren Möglichkeiten – vereinbaren.
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