Einlagensicherung – Wie Ihr Geld geschützt ist
Ist Ihr Geld auf der Bank sicher? Die Einlagensicherung in Deutschland schützt private Guthaben bis 100.000€ pro Kunde und Bank. Wir zeigen Ihnen die Details und Ausnahmen.
Einlagensicherung, Das Wichtigste in Kürze
- Die Einlagensicherung schützt Ihr Guthaben unter anderem auf Spar-, Giro-, Tagesgeld-, Festgeld- und Verrechnungskonten im Falle einer Bankenpleite.
- In Deutschland und der gesamten Europäischen Union sind Einlagen bis 100.000€ pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt.
- Die hier beschriebenen Regeln der Einlagensicherung gelten für Privatkunden sowie für rechtsfähige Stiftungen und rechtsfähige Gesellschaften bürgerlichen Rechts, nicht aber für Unternehmen.
Was ist die Einlagensicherung?
Die Einlagensicherung ist ein gesetzlicher Mechanismus, der das Guthaben von Bankkunden im Falle einer Insolvenz ihres Kreditinstituts schützt. In Deutschland ist das im Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) geregelt. Durch EU-weit einheitliche Vorgaben besteht dieser Schutz in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.
Die Einlagensicherung erfüllt dabei drei zentrale Kernaufgaben:
- Sicherheit für Sparer: Sie schützt Guthaben dieser Gläubiger bis zur gesetzlichen Sicherungsgrenze vor Verlusten.
- Stabilität für Banken: Sie verhindert bei Schieflagen einzelner Banken einen Massenansturm der Kunden auf die Schalter zum Bargeldabheben (Bank Run).
- Schutz für die Wirtschaft: Sie sichert die Stabilität des gesamten Finanzsystems und beugt wirtschaftlichen Kettenreaktionen vor.
Was ist durch die Einlagensicherung geschützt?
Über Einlagensicherung geschützt
- Girokonten:
Ihr Geld für den täglichen Gebrauch, wie für Einkäufe oder Überweisungen. - Sparkonten:
Der digitale Nachfolger des Sparbuchs von früher. - Festgeldkonten:
Sie legen Ihr Geld für eine bestimmte Zeit an und erhalten dafür einen festen Zinssatz. - Tagesgeldkonten:
Flexibles Sparen mit variablen Zinsen, bei dem Sie jederzeit auf Ihr Geld zugreifen können. - Verrechnungskonto fürs Depot:
Hier wird das Geld für Käufe und Verkäufe von Wertpapieren verwaltet. - Sparbriefe:
Eine Geldanlage mit festem Zins und einer festen Laufzeit.
Außerhalb der Einlagensicherung
- Aktien, Fondsanteile und Rentenpapiere:
Diese gelten nicht als Einlagen. Die Bank verwahrt sie lediglich – sie bleiben stets Ihr Eigentum und sind daher unabhängig von einer Bankeninsolvenz gesichert. Kursverluste durch Marktschwankungen sind davon nicht betroffen und bleiben weiterhin ein eigenständiges Risiko.
Was passiert mit Wertpapieren bei einer Bankenpleite?
Wertpapiere sind bei einer Bankenpleite geschützt, fallen aber nicht unter die Einlagensicherung. Aktien, ETFs oder Fonds gelten als Sondervermögen. Sie bleiben auch bei einer Insolvenz Ihres Depotanbieters Ihr Eigentum. In diesem Fall können Sie Ihre Wertpapiere auf eine andere Bank übertragen.
Unabhängig von einer Insolvenz gilt: Ihre Wertpapiere bleiben stets Ihr Eigentum. Nur wenn ein Depotverwalter sie rechtswidrig – beispielsweise aufgrund von Betrug oder Unterschlagung – nicht herausgeben kann, greift die europäische Anlegerentschädigung für Wertpapiergeschäfte. Diese schützt bis zu 20.000€ pro Person, jedoch nur 90% der fehlenden Summe.
Ihr individuelles Girokonto
Das Commerzbank Girokonto ist besonders flexibel einsetzbar. Entscheiden Sie, welche Leistungen Ihr Girokonto haben sollte und zahlen Sie nur für das, was Sie wirklich benötigen:
- Bis zu bei Online Eröffnung
- In 3 Schritten zum idealen Konto
- Wählen Sie das passende Konto für Ihren Anspruch
Wie hoch ist die Einlagensicherung in Deutschland?
In Deutschland besteht durch den gesetzlichen Schutzumfang ein Entschädigungsanspruch für Guthaben von bis zu 100.000€ pro Kunde und Bank. Bei einem Gemeinschaftskonto für z.B. 2 Eheleute verdoppelt sich der Betrag auf 200.000€. Bei besonderen Lebensereignissen greift ein temporärer Schutz von bis zu 500.000€. Viele Geldinstitute bieten darüber hinaus freiwillige Zusatzabsicherungen über das gesetzliche Minimum hinaus an.
Einlagensicherung nach Bankentyp
Private Banken
Private Banken, wie die Commerzbank, sind über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) abgesichert. Die EdB wird durch Beiträge der teilnehmenden Banken finanziert. Der Staat ist hierbei nicht direkt involviert. Er griff zwar während der Bankenkrise 2008/09 mit politischen Garantien ein, ein rechtlicher Anspruch auf eine solche staatliche Rettung besteht für die Zukunft jedoch nicht.
Sparkassen-Finanzgruppe
Sparkassen sind über das institutsbezogene Sicherungssystem ihrer Finanzgruppe abgesichert, das 13 einzelne Sicherungseinrichtungen umfasst. Diese sind als Gesamtsystem anerkannt und sichern sich gegenseitig ab, wodurch auch das Geld ihrer Kunden geschützt ist. Dieses System nennt man „Institutssicherung“.
Genossenschaftsbanken
Genossenschaftsbanken, wie etwa Volksbanken und Raiffeisenbanken, haben die BVR Institutssicherung GmbH gegründet. Diese Gesellschaft erfüllt die gesetzlichen Anforderungen an die Sicherung der Einlagen.
Öffentliche Banken
Landesbanken sind über das Sicherungssystem der Sparkassen geschützt, während Förderbanken meist durch direkte Garantien von Bund und Ländern abgesichert werden. Zusätzlich bieten weitere öffentliche Banken freiwilligen Schutz über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB).
Höhere Beträge absichern, Freiwillige Einlagensicherung privater Banken
Die freiwillige Einlagensicherung ist ein zusätzliches Schutzsystem privater Banken, das über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) organisiert wird. Sie greift nachrangig – also erst, wenn die gesetzliche Absicherung von 100.000€ oder vorrangige Sicherungseinrichtungen ausgeschöpft sind. Der Fonds schützt Einlagen in Höhe von bis zu 8,75% der haftenden Eigenmittel der Bank – derzeit maximal 3 Millionen Euro pro Einleger. Ab 2030 sinkt diese Höchstgrenze auf 1 Million Euro. Auf die Leistungen dieses freiwilligen Fonds besteht jedoch kein gesetzlicher Anspruch.
Hohe Beträge schützen, Über 100.000€ auf dem Konto?
Bei Guthaben oberhalb von 100.000€ bestünde im Insolvenzfall theoretisch ein Verlustrisiko. Eine Aufteilung auf mehrere Banken kann die Gesamtsumme schützen, wie dieses Praxisbeispiel zeigt:
- Kunde A (1 Bank, 170.000€ Anlagesumme): Die gesetzliche Sicherung greift nur bis 100.000€ (70.000€ theoretisch ungeschützt).
- Kunde B (2 Banken, je 85.000€ Anlagesumme): Die Gesamtsumme ist durch die Aufteilung auf 2 Banken vollständig geschützt.
Zusatzschutz über 100.000€ bei der Commerzbank
Die Commerzbank ist Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des BdB. Damit ist Ihr Geld auch weit über die gesetzliche Grenze von 100.000€ hinaus abgesichert. Ihre Einlagen sind bei der Commerzbank in besten Händen – auf dem Girokonto genauso wie auf dem Tagesgeldkonto oder dem Festgeldkonto.
Wann gilt ein Einlagenschutz von bis zu 500.000€?
Ein erweiterter gesetzlicher Schutz von bis zu 500.000€ kann bei Immobilienverkäufen, Erbschaften und Abfindungen sowie Versicherungsleistungen greifen:
- Immobilienverkäufe: Wird das Geld innerhalb von sechs Monaten nach dem Verkauf auf Ihrem Konto gutgeschrieben, ist es bis zu 500.000€ abgesichert.
- Erbschaften und Abfindungen: Auch hier gilt ein Schutz bis zu 500.000€, wenn das Geld innerhalb von 6 Monaten nach dem Erhalt auf Ihrem Konto eingeht.
- Versicherungsleistungen: Auszahlungen aus Lebens- oder Rentenversicherungen sind unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls bis zu 500.000€ geschützt.
So wird temporär hohes Guthaben ausgezahlt
Anders als bei der Standardentschädigung erfolgt die Auszahlung der temporär hohen Guthaben nicht automatisch. Der Anspruch muss zusammen mit den entsprechenden Nachweisen (z. B. Notarvertrag oder Erbschein) schriftlich bei der Entschädigungseinrichtung beantragt werden.
So läuft die Auszahlung ab, Was passiert im Entschädigungsfall?
Wenn der Ernstfall eintritt:, So funktioniert das Entschädigungsverfahren
Der Entschädigungsprozess Schritt für Schritt
Insolvenzfeststellung durch die BaFin
Die BaFin stellt den Entschädigungsfall des Kreditinstituts fest. Dieser Tag gilt rechtlich als Stichtag für alle nachfolgenden Fristen.
Aktivierung des Sicherungsfonds
Mit der Feststellung des Entschädigungsfalls wird der Sicherungsfonds aktiviert. Die zuständige Entschädigungseinrichtung übernimmt die Abwicklung und erhält dafür alle Stamm- und Kontodaten direkt von der Bank.
Kundenbenachrichtigung & Datenabgleich
Die Entschädigungseinrichtung kontaktiert Betroffene und erfasst deren Daten. Einleger geben dabei eine neue Bankverbindung für die Erstattung an. Dieses Referenzkonto muss auf den Namen des jeweiligen Einlegers laufen.
Automatische Auszahlung innerhalb von 7 Tagen
Guthaben bis 100.000€ pro Person fließen binnen 7 Arbeitstagen auf das angegebene Konto.
Anmeldung zusätzlicher Forderungen
Restguthaben über der Schutzgrenze verbleiben vorerst in der Insolvenzmasse. Einleger melden diesen Differenzbetrag eigenständig beim gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter zur Insolvenztabelle an. Die spätere Auszahlung hängt von der verbleibenden Insolvenzquote der Bank ab.
Einlagensicherung bei ausländischen Banken
- 1.Gesetzlicher EU-Mindeststandard
Die EU-Einlagensicherungsrichtlinie schreibt in allen Mitgliedsstaaten einen einheitlichen Schutzstandard von 100.000€ (bzw. dem entsprechenden Gegenwert in der Landeswährung) pro Person und Bank vor. - 2.Länderrating und Staatsbonität
Die Finanzkraft des jeweiligen EU-Landes sichert im Krisenfall die Handlungsfähigkeit des nationalen Entschädigungssystems. Ein erstklassiges Länderrating wie AAA signalisiert eine hohe wirtschaftliche Stabilität des Staates. - 3.Wechselkursrisiko bei EU-Ländern ohne Euro
In EU-Ländern ohne Euro erfolgt die Erstattung im Entschädigungsfall in der jeweiligen Landeswährung. Da der dort gesetzlich festgelegte Höchstbetrag nicht täglich an den Wechselkurs angepasst wird, kann die ausgezahlte Summe nach der Umrechnung in Euro unter 100.000€ liegen.
Das könnte Sie auch interessieren:
- Sicherheit für Ihr Online Banking
Ihre Sicherheit steht für uns an erster Stelle. Indem Sie wachsam bleiben, können auch Sie einen wichtigen Beitrag zur Cybersicherheit leisten. So bleiben Ihr Online Banking und Ihre...
- Aufbewahrungsfrist Ihrer Kontoauszüge - das müssen Sie wissen
28.06.2022 – Wie lange ist die Aufbewahrungsfrist bei Kontoauszügen? Belege aufheben? Wie werden diese am besten archiviert und wann sollten sie entsorgt werden?
- Falschgeld erkennen: Mit diesen 7 Merkmalen
01.01.2022 – Vorsicht Falschgeld: Woran sind falsche Banknoten erkennbar? Wie lassen sich Geldscheine selbst überprüfen und wie verhalten Sie sich richtig, wenn Sie Falschgeld...