4 praktische Tipps für Ihre Anlage, Iran-Konflikt: Was das jetzt für Ihr Geld bedeutet
18.03.2026 – Steigende Energiepreise und nervöse Märkte: Wie sich der Konflikt auf Alltag, Sparen und Geldanlage auswirkt – und wie Sie darauf reagieren können.
Status Quo im Iran-Krieg, Wie war das nochmal...?
Haben Sie noch den Überblick, wie aus den jahrelangen Spannungen zwischen dem Iran und Israel schlussendlich ein offener Krieg mit internationaler Beteiligung wurde? Wir fassen die Ereignisse kurz für Sie zusammen:
- Der jahrzehntelange „Schattenkrieg“ zwischen Israel und dem Iran eskalierte 2025, als Israel gezielt die iranische Atominfrastruktur angriff. Parallel dazu verschärfte sich die Lage im Inneren des Iran – das Regime schlug Proteste der Bevölkerung erneut brutal nieder, was international auf scharfe Kritik stieß.
- In einer gemeinsamen Großoffensive griffen Israel und die USA im Februar 2026 militärische Zentren im Iran an und trafen dabei die Führungsspitze des Regimes. Seitdem herrscht offener Krieg. Der Iran reagierte mit der Blockade der Straße von Hormus.
- Die Meerenge zwischen dem Iran, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist eine der wichtigsten Schlagadern der Weltwirtschaft: Rund 20 Prozent des globalen Ölhandels und etwa 20 Prozent des Flüssiggas-Handels (LNG) laufen normalerweise durch dieses Nadelöhr. Mit der Sperrung sind die Häfen am Persischen Golf faktisch vom internationalen Markt abgeschnitten. Da die Straße von Hormus der einzige Seeweg aus dem Persischen Golf ist, sitzen beladene Tanker fest – und neue Schiffe erreichen die Region nicht mehr.
Warum steigen die Preise?, Was bedeutet der Konflikt für Ihren Alltag?
Die Blockade der Straße von Hormus ist kein regionales Problem – sie trifft über die Energiepreise auch Verbraucher in Deutschland. Fallen Öl- und Gaslieferungen aus dem Persischen Golf aus oder verzögern sich, steigen die Großhandelspreise; die Mehrkosten kommen unmittelbar bei Kraftstoffen sowie zeitversetzt bei Heizenergie und Strom an.
Besonders kritisch: Da Katar seine LNG-Produktion aufgrund der Lage eingestellt hat, stiegen die Gaspreise an der Börse bereits um rund 50 Prozent. Weil Deutschland seit dem Wegfall großer russischer Gaslieferungen infolge des Ukraine-Kriegs stärker auf LNG angewiesen ist, wirken sich Engpässe heute schneller auf den deutschen Gaspreis aus. Höhere Energiepreise wirken dabei wie ein Dominostein: Sie verteuern Transport und Produktion – und damit oft auch Alltagsprodukte entlang der Wertschöpfungskette.1
Tanken
An vielen Tankstellen liegt Diesel bereits über 2 Euro pro Liter, Super E10 nähert sich regional ebenfalls dieser Marke. Für Pendler, Familien und Reisende in den Osterferien steigen die Fahrtkosten damit spürbar.2
Heizkosten
Falls Sie mit Öl oder Gas heizen, müssen Sie eventuell mit höheren Abschlagszahlungen oder teureren Nachfüllungen rechnen. Der Gaspreis am europäischen Handelsplatz TTF ist deutlich gestiegen, was zeitversetzt auch die Strompreise nach oben treiben kann.
Alltagsprodukte
Steigende Energiepreise wirken sich nicht nur auf Tanken oder Heizkosten aus, sondern oft auch auf Produkte des täglichen Bedarfs. Ein gutes Beispiel ist Brot: Deutschland bezieht Getreide zwar nicht aus der Konfliktregion, dennoch steigen entlang der Produktion an mehreren Stellen die Kosten.
- Energie für die Herstellung: Backöfen benötigen viel Gas und Strom. Höhere Energiepreise verteuern deshalb die Produktion in Bäckereien unmittelbar.
- Landwirtschaft und Dünger: Auch die Herstellung von Dünger ist stark vom Gaspreis abhängig. Steigen hier die Kosten, verteuert sich mittelfristig auch der Anbau.
- Transport zum Handel: Rohstoffe und fertige Waren müssen transportiert werden. Höhere Dieselpreise schlagen sich deshalb auch bei Lieferkosten nieder.
Brot steht dabei stellvertretend für viele Produkte des täglichen Bedarfs: Wenn Energie teurer wird, steigen die Kosten oft entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Rohstoff bis ins Regal.
Auswirkungen auf Ihr Depot, 4 praktische Tipps für Ihre Geldanlage
Der Nahost-Konflikt sorgt weltweit für Verunsicherung – und das zeigt sich auch an den Finanzmärkten: Der DAX reagierte zu Beginn des Iran-Kriegs mit Kursverlusten, während Gold als „sicherer Hafen“ zulegte. Auch im Rüstungssektor zeigen sich deutliche Bewegungen: Nach starken Anstiegen gaben einzelne Werte wieder nach, andere legten weiter zu.
Historisch zeigt sich jedoch immer wieder: Auf Phasen fallender Kurse folgten bislang auch Erholungen – etwa nach der Finanzkrise 2008, nach dem Corona-Crash 2020 oder nach dem Ukraine-Krieg 2022.
Wichtig ist deshalb: Bewahren Sie Ruhe und lassen Sie sich nicht von einzelnen Kursverlusten zu voreiligen Verkäufen verleiten. „Investieren ist ein Marathon, kein Sprint“ – gerade in turbulenten Zeiten gilt das besonders. Mit diesen vier Tipps bleiben Sie auch in Krisenzeiten auf Kurs:
1. Tipp, Nutzen Sie den Cost-Average-Effekt bei Sparplänen
Ein Sparplan wirkt wie ein Ruhepol für Ihr Depot. Wenn die Kurse an der Börse fallen, erhalten Sie für Ihre gleichbleibende Sparrate automatisch mehr Anteile. Steigen die Kurse wieder, ist Ihr Paket an Anteilen bereits größer. Fachleute nennen das den Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt). Ein weiterer Vorteil: Wenn Sie gezielt Aktionsangebote wie zum Beispiel ETF-Sparpläne ohne Kaufgebühren oder Fonds-Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag nutzen, fließt jeder Euro direkt in Ihr Vermögen. So muss Ihre Anlage nicht erst Gebühren aufholen, bevor sie Gewinn abwirft.
Extra-Tipp: Wenn Sie Erträge zusätzlich wieder anlegen, nutzen Sie außerdem den Zinseszinseffekt: Bei einem thesaurierenden ETF geschieht das automatisch, bei ausschüttenden Fonds können Sie diesen Effekt durch die Einrichtung einer automatischen Wiederanlage in Ihrem Commerzbank Depot erzielen. Erträge werden, sobald sie anfallen, investiert und können so langfristig zusätzliches Wachstum ermöglichen.
2. Tipp, Streuen Sie breit, um Verluste besser abzufangen
Investieren Sie nicht alles in eine einzelne Branche oder ein einziges Land. Mit breit aufgestellten Fonds oder ETFs verteilen Sie Ihr Geld auf hunderte Unternehmen weltweit. Die aktuelle Lage zeigt: Während einige Bereiche in einer Krise unter Druck geraten, halten sich andere stabil oder entwickeln sich sogar positiv. Diese Mischung sorgt dafür, dass Ihr Gesamtdepot deutlich weniger schwankt, da sich die unterschiedlichen Entwicklungen gegenseitig ein Stück weit ausgleichen können.
3. Tipp, Gold als beständiger Baustein für Ihr Depot
Viele Menschen setzen in unsicheren Zeiten auf Gold. Als physischer Sachwert wird es häufig als „sicherer Hafen“ wahrgenommen. Der Grund: Während Währungen durch Inflation an Kaufkraft verlieren können, bleibt der materielle Wert von Gold bestehen. Dennoch sollten Anleger beachten, dass auch der Goldpreis Schwankungen unterliegt und Gold keine Zinsen oder Dividenden abwirft. Bei der Commerzbank können Sie Gold zum Beispiel in Form von Barren und Münzen erwerben oder als Wertpapier in Form eines ETCs – als Einmalanlage oder Sparplan, um auch hier vom Durchschnittskosteneffekt zu profitieren.
4. Tipp, Zins-Check: So schützen Sie die Kaufkraft Ihres Guthabens
In Krisenzeiten kann die Inflation erneut ansteigen, da höhere Transport- und Energiekosten viele Alltagsprodukte verteuern. Für Ihr Erspartes auf niedrig verzinsten Konten bedeutet das meist: Obwohl Ihr Kontostand gleichbleibt, können Sie sich für Ihr Geld effektiv weniger kaufen.
Machen Sie den Zins-Check
Liegt die Inflation beispielsweise bei vier Prozent, während Ihr Sparkonto meist unter zwei Prozent Zinsen bringt, verliert Ihr Guthaben real an Wert.
Ein Beispiel: Aus 10.000 Euro Guthaben werden nach einem Jahr bei zwei Prozent Zinsen zwar 10.200 Euro. Steigen die Preise im gleichen Zeitraum aber um vier Prozent, entspricht die Kaufkraft nur noch rund 9.800 Euro.
Extra-Tipp: Wenn Sie bereits zusätzlich in Wertpapiere investieren, verkaufen Sie in Krisenzeiten nicht vorschnell Anteile, nur um Geld auf dem Sparkonto zu parken. Ein Liquiditätspuffer bleibt zwar wichtig, aber ein Umschichten aus Unsicherheit kostet langfristig oft Rendite.
Der Joker-Tipp
, Für erfahrenere Anleger: Prüfen Sie jetzt die Balance im DepotSie investieren schon länger in Wertpapiere und fühlen sich sicher genug, selbst aktiv zu werden? Dann lohnt sich jetzt ein Depot-Check: In Krisen verschieben sich oft die Gewichte im Portfolio. Während einzelne Anlagen deutlich steigen, verlieren andere an Wert – Ihre ursprünglich geplante Aufteilung kann so leicht aus dem Gleichgewicht geraten.
Experten nennen das Rebalancing: Sie bringen Ihr Depot wieder auf die ursprünglich gewünschte Risiko-Verteilung zurück.
So einfach geht’s:
- 1.Prüfen Sie, ob einzelne Anlageklassen deutlich stärker gewachsen oder gefallen sind als geplant.
- 2.Verkaufen Sie bei Bedarf einen kleinen Teil der Positionen, die „zu groß“ geworden sind.
- 3.Legen Sie den Betrag in schwächer gewichtete Anlagen an – so bringen Sie Ihr Depot wieder in Balance, sichern einen Teil Ihrer Gewinne und kaufen gleichzeitig günstiger nach.
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