• Wichtige Börsenbegriffe in der Übersicht

    Wichtige Börsenbegriffe in der Übersicht

    Börsenbegriffe einfach erklärt

Die Börse für Anfänger und Fortgeschrittene

Die Börse spricht ihre eigene Sprache, die gerade für Anfänger verwirrend sein kann. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Börsenbegriffe, sodass Sie sich schon bald mit den verschiedenen Wertpapierarten und Fachbegriffen rund um Wertpapierhandel und Investment auskennen. Erfahren Sie, wer an der Börse tätig ist, welche Gewinne Sie erzielen können und was Sie bei der Versteuerung beachten müssen. Für fortgeschrittene Händler erklären wir zusätzlich einige besondere Börsenbegriffe. Werden auch Sie zum Börsenprofi und treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen bei der Geldanlage an der Börse!


Die wichtigsten Wertpapierbegriffe für Anfänger

Anleger und Börsenmakler verwenden häufig spezielle Börsenbegriffe, wenn sie über das Geschehen an der Börse sprechen. Wenn Sie sich als Anfänger im Börsenhandel für Aktien und andere Wertpapiere interessieren, sollten Sie grundlegende Begriffe kennen. So verstehen Sie die Handelsnachrichten von Finanzportalen und die Geschäftszahlen von Unternehmen und können Ihre eigenen Entscheidungen zur Geldanlage an der Börse treffen.

Zu Beginn erläutern wir folgende wichtige Börsenbegriffe:

Wertpapiere einfach erklärt

Wertpapiere

Der Begriff Wertpapier ist per Definition eine Urkunde, die ein Vermögensrecht verbrieft. Ausschließlich der rechtliche Besitzer der Urkunde kann das damit verbundene Recht ausüben. Der Vertragspartner muss nur gegen Vorlage oder Rückgabe der Urkunde die entsprechenden Leistungen erbringen. Wenn die Urkunde verloren geht, muss der Besitzer eine Kraftloserklärung beantragen.

Mit Wertpapieren auch ohne Urkunde handeln

Wertpapiere auch ohne Urkunde?

Früher wurde für Aktien eine Urkunde ausgestellt und an die Käufer übergeben. Die Anleger verwahrten die Aktien im Bankschließfach, im eigenen Safe oder zuhause im Wohnzimmerschrank. Heute haben sich aus Kostengründen und wegen der leichteren Abwicklung im Handel mit Aktien Sammelurkunden durchgesetzt. Eine große Anzahl an Aktien oder ein hoher Nennwert werden zu globalen Anleihen oder globalen Aktien zusammengefasst. Das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) bezeichnet auch Anleihen und Aktien ohne Urkunde mit dem Begriff Wertpapiere.

Aktien einfach erklärt

Aktien und Aktiengesellschaft (AG)

Eine Aktiengesellschaft (AG) gibt ihr Stammkapital als Aktien an der Börse heraus. Die Aktionäre können die Aktien kaufen und werden dadurch zu Anteilseignern an dem Unternehmen. Durch den Verkauf der Aktien an der Börse erhält das Unternehmen Eigenkapital. Die Anleger erhalten in der Regel keine effektiven Stücke ausgehändigt. Stattdessen erfolgt die Einbuchung der gekauften Aktien in das Depot des Aktionärs.

Depot einfach erklärt

Depot

Ein Depot, auch mit dem Begriff Wertpapierdepot oder Depotkonto bezeichnet, ist ein spezielles Konto für die Verwahrung von Aktien und anderen Wertpapieren. Das Depot dient nicht dem täglichen Zahlungsverkehr und es ist auch kein Sparkonto. Über das Depotkonto werden nur die Käufe und Verkäufe der Wertpapiere verbucht. Wenn eine Anleihe Zinsen einbringt oder für Aktien eine Dividende gezahlt wird, erfolgt die Gutschrift auf einem anderen Konto des Anlegers. Dieses Konto bezeichnen die Banken mit dem Begriff Verrechnungskonto.

Verrechnungskonto einfach erklärt

Verrechnungskonto

Ein Verrechnungskonto ist ein Konto, das mit einem Depot verknüpft ist. Über das Verrechnungskonto erfolgen Gutschriften aus Verkäufen, Zinsen und Dividenden. Wenn die Kontoinhaber Aktien oder Anleihen kaufen, wird das Verrechnungskonto mit dem Preis für die Wertpapiere belastet. Die Höhe der Belastung hängt von der gekauften Anzahl an Aktien und dem Aktienkurs ab.

Aktienkurs einfach erklärt

Aktienkurs

Der Aktienkurs ist der Preis für die Wertpapiere. Wenn sich viele Investoren für bestimmte Aktien interessieren, steigt die Nachfrage und damit auch der Preis. Gibt es wenig Interesse an den Papieren, steigt das Angebot und der Preis sinkt. Da während eines Handelstages an der Börse laufend Käufe und Verkäufe ausgeführt werden, ändert sich der Aktienkurs häufig. Für einen besseren Vergleich der Preise werden bestimmte Aktien zu einem Index zusammengefasst.

Index einfach erklärt

Index

Der Begriff Index beschreibt eine statistisch berechnete Kennzahl, um Veränderungen an Preis oder Menge der Wertpapiere darzustellen und zu vergleichen. Der bekannteste Index in Deutschland ist der DAX (Deutscher Aktien Index). Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich die 30 größten deutschen Unternehmen. Diese Unternehmen geben neben Aktien noch weitere Wertpapiere, wie etwa Anleihen, heraus.

Anleihen einfach erklärt

Anleihen

Nur juristische Personen, zum Beispiel eine Aktiengesellschaft, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine Anstalt des öffentlichen Rechts, darf Anleihen am Finanzmarkt verkaufen. Es handelt sich um verzinsliche Wertpapiere mit einer festen oder variablen Laufzeit. Andere Bezeichnungen für Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, Rentenpapiere, Schuldverschreibungen, Obligationen oder Bonds. Dieser Begriff darf nicht mit einem Fonds verwechselt werden, der ein anderes Investment für Anleger bietet.

Fonds einfach erklärt

Fonds

Sparer können Aktien oder Anleihen in Euro oder in verschiedenen Währungen direkt an der Börse kaufen. Sie können aber auch die Anteile eines Investmentfonds erwerben. Der Fondsmanager verwaltet das Geld der Anleger und investiert es nach den Fondsbestimmungen. Klassische Fondsanteile können Anleger nur bei der Fondsgesellschaft selbst kaufen, die auch als Kapitalanlagegesellschaft (KAG) bezeichnet wird. Mittlerweile werden aber immer mehr Fonds auch an der Börse gehandelt. Zu den bekanntesten Mitgliedern dieser Gruppe gehören Exchange Traded Funds (ETF).

ETF einfach erklärt

ETF

Ein Exchange Traded Fund ist ein an der Börse gehandelter Fonds. Es handelt sich um Indexfonds, die das Geld der Anleger in Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe oder andere Basiswerte investieren. Dabei werden die Fonds passiv gemanagt, die nur geringe Verwaltungskosten in Rechnung stellen. Das erhöht die Rendite der Investoren.

Im Aktienhandel durchblicken

Börsenbegriffe für den Aktienhandel

Auch im Handel mit Aktien, Anleihen und sonstigen Wertpapieren sprechen die Beteiligten eine eigene Sprache. Hier die wichtigsten Begriffe aus dem Aktienhandel:

Parketthandel

Vielleicht kennen Sie den Parketthandel oder Präsenzhandel aus Filmen: Aufgeregte Händler und Börsenmakler schreien sich Zahlen zu und schließen Geschäfte mit bestimmten Gesten ab. Diese Zeiten sind aber vorbei und der größte Teil des Handels an der Börse wird durch elektronische Handelssysteme abgewickelt.

Elektronische Handelssysteme

Ein computergestütztes elektronisches Handelssystem führt Angebot und Nachfrage nach Aktien und Anleihen zusammen und wickelt Käufe und Verkäufe ab. Die Handelssysteme sind auch unter dem Begriff Computerbörse bekannt, die es auch für Währungen gibt. Das bekannteste deutsche Handelssystem ist Xetra. Der Begriff ist die Abkürzung für Exchange Electronic Trading, übersetzt elektronischer Börsenhandel. Auch Broker nutzen die elektronischen Handelssysteme, wenn sie die Aufträge der Anleger ausführen.

Broker

Der englische Begriff Broker steht für einen Makler oder Vermittler, der die Aufträge der Anleger ausführt. Die Ausführung der Wertpapierorder wird auch als Brokerage bezeichnet. Broker handeln auf Rechnung der Anleger mit Aktien, Anleihen, Währungen, Edelmetallen, Waren und Rohstoffen. Für die Ausführung der Kundenaufträge erhält der Broker eine Provision, die unter dem Begriff Courtage geläufig ist.

Wertpapierorder

Mit einer Wertpapierorder beauftragt ein Anleger seine Bank oder einen Broker, eine feste Anzahl bestimmter Wertpapiere oder Währungen zu kaufen oder zu verkaufen. Die Order wird entweder sofort oder zu einem späteren Termin ausgeführt.

Kassageschäft und Termingeschäft

Die Börsenbegriffe Kassageschäft und Termingeschäft gehören zusammen, obwohl sie jeweils das Gegenteil bedeuten. Ein Kassageschäft wird Zug um Zug, also Zahlung gegen Lieferung, ausgeführt. An der Börse bedeutet ein Kassageschäft, dass die Order spätestens 2 Handelstage nach Erteilung des Auftrags ausgeführt sein muss. Wenn der Anleger erwartet, dass sich der Preis der Aktien oder anderer Wertpapiere noch zu seinen Gunsten entwickelt, stellt er ein Termingeschäft zu einem späteren Zeitpunkt ein. Termingeschäfte werden vor allem bei volatilen Märkten abgeschlossen.

Volatilität

Der Preis von Aktien an der Börse unterliegt ständigen Schwankungen. Diese Kursbewegungen werden auch mit dem Begriff Volatilität bezeichnet. Je volatiler ein Markt ist, umso mehr verändert sich der Preis der Wertpapiere nach oben und nach unten. Auch die Spanne zwischen Geldkurs und Briefkurs zeigt eine große Differenz.

Geld-Brief-Spanne (Spread)

Währungen und Wertpapiere werden zum Geldkurs angekauft und zum Briefkurs verkauft. Die Differenz zwischen den beiden Kursen bezeichnet die Börse als Spread. Einige Anleger versuchen im sogenannten Day-Trading, aus dem Spread durch schnelle Käufe und Verkäufe einen Gewinn zu erzielen. Neben den Kursgewinnen können Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere auch eine Rendite durch Dividenden und Zinsen erzielen.

Dividende und Zinsen

Wenn Anleger Aktien kaufen, kann das ausgebende Unternehmen bei einem guten Geschäftsverlauf auf der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende beschließen. Für Anleihen, Fondsanteile und festverzinsliche Wertpapiere erhalten die Anleger Zinsen. Die Erträge sind für die Anleger steuerpflichtig.

Abgeltungssteuer

Für Zinsen, Dividenden und Kursgewinne müssen die Investoren Abgeltungssteuer zahlen. Bis zu einem bestimmten Freibetrag sind die Erträge jedoch steuerfrei. Dazu müssen die Anleger einen Freistellungsauftrag bei ihrer Bank einreichen.


Börsenbegriffe für fortgeschrittene Händler

Auch wenn Sie schon einige Erfahrungen mit dem Wertpapierhandel an der Börse gemacht haben, geben Ihnen die folgenden Börsenbegriffe einen guten Einblick in einige Investment-Spezialgebiete.

Wertpapier-Emission, Hedgefonds & Trading

Wertpapier-Emission

Die Emission von Aktien ist die erste Ausgabe dieser Wertpapiere durch ein Unternehmen. Die Aktien werden erstmalig an der Börse platziert und den Anlegern zum Kauf angeboten. Bei der Emission werden die Unternehmen durch eine Bank begleitet.

Hedgefonds

Hedgefonds werden nicht wie Anleihen oder Aktien an der Börse gehandelt. Nur vermögende Investoren legen mindestens 500.000 Euro oder höhere Beträge in Hedgefonds an. Ein Fondsmanager verwaltet das Fondsvermögen aktiv und kauft besonders spekulative Wertpapiere und investiert in Risikoanlagen. Dadurch sind hohe Gewinne möglich, es besteht aber auch ein großes Verlustrisiko für die Investoren.

Trading

Der Begriff Trading bedeutet, dass die Händler Aktien, Anleihen, Währungen und andere Werte an der Börse kaufen und schnell wieder verkaufen. Aus der Differenz zwischen dem niedrigeren Kaufkurs und dem höheren Preis beim Verkauf erzielt der Trader seinen Gewinn. Beim Day-Trading können zwischen Kauf und Verkauf nur wenige Sekunden liegen. In der kurzen Handelszeit sind aber auch hohe Verluste möglich oder es kann zu einer Nachschusspflicht kommen.

Leerverkäufe

Ein Leerverkauf bedeutet, dass ein Händler Wertpapiere oder Währungen verkauft, die er noch nicht besitzt. Der Verkauf wird mit dem Käufer zu einem Termin in der Zukunft vereinbart. Bis zu diesem Termin muss der Verkäufer die Wertpapiere erwerben. Dabei hofft er, einen niedrigeren Preis zu bezahlen als den Betrag, den er von dem Käufer später erhalten wird.

Benchmark

Der Begriff Benchmark steht für einen Vergleichswert. Vor allem Fondsmanager werden daran gemessen, ob der Preis Kursentwicklung der Fondsanteile nach einem bestimmten Zeitraum höher ausfällt als ein Vergleichsindex. Dabei handelt es sich um die durchschnittliche Marktentwicklung, die ein guter Fondsmanager übertreffen sollte.

Market-Maker

Ein Market-Maker ist ein Teilnehmer am Finanzmarkt, der Anlegern als Käufer oder Verkäufer der Wertpapiere und Währungen zur Verfügung steht. Der Market-Maker bestimmt dabei selbst den Preis für die Werte. Market-Maker sind entweder an der Börse oder außerbörslich tätig. In dem Fall handeln sie Over-the-counter (s. unten).

Over-the-counter

Over-the-counter oder OTC ist einer der bekannteren Börsenbegriffe. Wenn Käufer und Verkäufer Wertpapiere oder Währungen außerhalb der Börse handeln, haben sie die Urkunden früher über den Tresen gereicht. Daraus entstand die englische Übersetzung Over-the-counter. Andere Börsenbegriffe für diesen Handel sind OTC-Handel, Direkthandel oder Telefonhandel.

Asset Allocation

Der Begriff Asset Allocation ist die englische Bezeichnung für eine Vermögensaufteilung oder Strukturierung des Portfolios. Es bedeutet, dass ein Anleger nicht nur eine Anlageklasse in seinem Bestand haben sollte. Stattdessen sollte er in eine Mischung aus Aktien, Anleihen, Fonds, Währungen, Edelmetallen und Immobilien investieren. Die verschiedenen Anlageklassen minimieren das Verlustrisiko, da sich Verluste in einer Geldanlage durch Gewinne in einer anderen Anlageklasse aufheben.

Market-Maker, Over-the-Counter und Asset Allocation

Blue Chips, Pennystocks, Junk Bonds

Diese Börsenbegriffe stehen für unterschiedliche Wertpapiere mit verschiedenen Werten. Blue Chips sind sehr große Unternehmen, die weltweit tätig und erfolgreich sind. Beispiele für Blue Chips sind Apple oder Coca-Cola. Pennystocks sind genau das Gegenteil, also Unternehmen, deren Aktien einen Wert von weniger als eine Einheit der Landeswährung aufweisen. Deutsche Unternehmen werden als Pennystocks bezeichnet, wenn ihr Aktienkurs auf unter 1 Euro fällt. Für Junk Bonds verwendet die Börse auch den Begriff Schrottanleihen. Die Investoren gehen ein hohes Risiko ein, wenn sie Junk Bonds kaufen.


Börsenhandel leicht gemacht

Der Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren kann zu einer guten Rendite führen. Dazu müssen die Investoren die wichtigsten Börsenbegriffe kennen. Wenn Sie sich mit den bekanntesten Begriffen vertraut machen, verstehen Sie Börsennachrichten und sind in der Lage, Ihre eigenen Anlageentscheidungen sinnvoll zu treffen. Handeln Sie erst mit Aktien, nachdem Sie sich ausreichend informiert haben.

Börsenbegriffe leicht gemacht

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