Mit Rettungshunden im Einsatz
Commerzbankerin engagiert sich für vermisste Menschen
Commerzbank
22.05.2026
Zusammenfassung:
- Der diesjährige Ehrentag soll ehrenamtliches Engagement in Deutschland sichtbar machen und würdigen.
- Innerhalb einer Ehrenamts-Serie stellen sich mehrere engagierte Kolleg*innen von Team Yellow vor und berichten, was sie antreibt und welche Erfahrungen sie in ihre Arbeit bei der Bank einbringen.
- Christine Rademacher, Bereichsleiterin Structured Finance, engagiert sich seit 2020 ehrenamtlich als Hundeführerin in einer DRK-Rettungshundestaffel und sucht mit ihren Hunden vermisste Personen, häufig nachts und im Verbund mit anderen Hilfsorganisationen.
- Das zeitintensive Ehrenamt bietet ihr Ausgleich, Naturerlebnis und viel Wertschätzung. Ihre Erfahrungen nimmt sie in den Bank-Alltag mit und weiß Teamarbeit zu schätzen.
Den Auftakt der Serie macht Christine Rademacher, Bereichsleiterin Structured Finance im Segment Firmenkunden. In ihrem "anderen Leben" ist sie Mitglied einer Rettungshundestaffel vom Deutschen Roten Kreuz im Ortsverein Reinbek.
Christine, was genau machst du in deinem Ehrenamt?
Seit Januar 2020 bin ich für etwa zehn Stunden pro Woche als Hundeführerin mit meinen beiden Hunden im Training und im Einsatz in der Personensuche. Wenn uns die Polizeistelle in Schleswig-Holstein alarmiert, ziehen wir los. Konkret bedeutet das: Wir suchen in unübersichtlichem Gelände in Feld- und Waldgebieten nach vermissten Personen. Dabei sind wir im Staffelverbund unterwegs – gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen, wie etwa der Feuerwehr oder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG).
Das ist ganz häufig nachts der Fall – und dann meist die ganze Nacht hindurch. Denn wir haben den Auftrag, unser zugewiesenes, flächenmäßig recht großes Gebiet gewissenhaft abzusuchen und alles bei der Einsatzleitung zu melden.
Wie bekommst du die zeitintensiven Einsätze mit deiner Aufgabe in der Bank unter einen Hut?
Es ist nicht immer einfach – und alles steht und fällt mit der Unterstützung meiner Familie, die jederzeit Verständnis für meine Leidenschaft aufbringt. Denn zu den Einsätzen kommen Fortbildungen und Öffentlichkeitsarbeit hinzu. Pro Jahr sind es zwischen 20 bis 40 Einsätze. Aber all das mache ich gern, weil ich es aus Überzeugung mache. Die Wertschätzung und Unterstützung, die ich in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit erlebe, machen jeden zeitlichen Aufwand deutlich wett. Und neben der Banktätigkeit ist das für mich der ideale Ausgleich: viel Zeit in der Natur und Bewegung an der frischen Luft.
Was prägt dich im Ehrenamt, was dir auch für die Bank einen Mehrwert bringt?
Ganz klar die Teamleistung – die erlebe ich im Einsatz wie in der Bank. In meiner Aufgabe in der Hundestaffel erfüllt jede Person unterschiedlichste Aufgaben, mal als Helfer, mal als Hundeführer und in enger Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen. Wir müssen uns alle aufeinander verlassen können. Nur so gelingt es uns, bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Das bedeutet in unserem Fall: Die vermisste Person zu finden! Dabei ist es egal, welches Team oder welche Organisation am Ende meldet „Person gefunden“. Gemeinsam sind wir stolz auf das Ergebnis.
In meiner Tätigkeit werde ich immer wieder bestätigt, wie wichtig die Zusammenarbeit im Team ist. Das hat mit Vertrauen, Verantwortung und Verlässlichkeit zu tun. Dieses Erleben von Teamgeist nehme ich auch immer wieder mit in meinen beruflichen Alltag.
Gibt es auch schwierige Momente in deinem Ehrenamt?
Natürlich, denn hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes um Menschenleben – und damit um Geschwindigkeit. Und nicht jeder Einsatz verläuft gleich, es gibt immer wieder neue Herausforderungen. Besonders trifft es mich aber, wenn wir zu spät kommen – und eine Person nicht mehr lebend finden können. In solchen Fällen erhalten wir Unterstützung aus der eigenen Gruppe, der Hilfsorganisation und von Profis wie Psychologinnen. Das hilft, das Erlebte zu verarbeiten.
Was würdest du dir für dein Ehrenamt wünschen?
Ich bin wirklich überzeugt von meiner Tätigkeit und stehe (meistens) gerne auf, wenn der Melder geht. Das liegt daran, dass ich viel Wertschätzung für diese Tätigkeit erhalte – und überzeugt bin, etwas "Gutes" zu tun. Allerdings würde ich mir noch mehr Unterstützung für die Ausübung meines Ehrenamtes wünschen, etwa durch mehr Sichtbarkeit für die Rettungshundestaffel. Und natürlich noch mehr Menschen, die bereit sind, sich für die Gesellschaft in einem Ehrenamt zu engagieren. Denn auch das trägt zu einer starken Demokratie bei.
Vielen Dank für das Gespräch!