Fragen und Antworten zum Übernahmeangebot der UniCredit

Skyline von Frankfurt in der Abenddämmerung spiegelt sich im Main
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I. Fragen und Antworten zur Beteiligung der UniCredit an der Commerzbank

1. Wie ist die aktuelle Situation nach dem Ende der Annahmefrist des öffentlichen Übernahmeangebots?
Am 8. Juli 2026 hat die UniCredit bekannt gegeben, dass bis zum Ende der weiteren Annahmefrist am 3. Juli 2026 insgesamt 17,6 % der Commerzbank-Aktien angedient worden sind. Der Übergang der angedienten Aktien und der damit verbundenen Stimmrechte an die UniCredit steht unter Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen. Sobald das erfolgt ist, hat UniCredit Zugriff auf bis zu 50 Prozent der Stimmrechte.

Aus Sicht der Commerzbank bleibt der konstruktive Dialog der richtige Weg, um eine nachhaltig wertschaffende Lösung zu erreichen. Grundlage hierfür müssen ein gemeinsames Verständnis des Geschäftsmodells der Commerzbank sowie die angemessene Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder sein.

2. Kontrolliert die UniCredit die Commerzbank oder ihr operatives Geschäft?
Nein. Die strategische und operative Führung der Commerzbank liegt weiterhin beim Vorstand. Vorstand und Aufsichtsrat nehmen ihre gesetzlichen Aufgaben unabhängig und im Interesse der Commerzbank sowie aller ihrer Stakeholder wahr.

3. Ist die UniCredit in der Lage, größere Änderungen bei der Commerzbank vorzunehmen?
Nein. Auch mit der künftigen Beteiligung kann die UniCredit nicht über wesentliche Strukturmaßnahmen allein entscheiden. Denn strukturelle Veränderungen wie ein Beherrschungsvertrag oder ein Squeeze-Out erfordern qualifizierte Mehrheiten von 75 % bzw. mindestens 90 bzw. 95 % des Grundkapitals – sowie jeweils angemessene Schutzrechte für Minderheitsaktionäre.

4. Ist die Commerzbank offen für Gespräche mit der UniCredit?
Ja. Die Commerzbank steht einem konstruktiven Dialog mit UniCredit unverändert offen gegenüber – und zwar unter Einbindung der Unternehmensführung, der Arbeitnehmervertreter und des Bundes. Aus Sicht der Commerzbank ist ein solcher Dialog der richtige Weg, um zu prüfen, wie eine Lösung erreicht werden kann, die nachhaltig Wert schafft.

5. Wie bewerten Stakeholder das Vorgehen der UniCredit und welche Erwartungen bestehen hinsichtlich der nächsten Schritte?
Bundesregierung, Arbeitnehmervertreter und Aufsichtsrat der Commerzbank haben deutlich gemacht, dass sie von der UniCredit einen konstruktiven und abgestimmten Dialog mit der Commerzbank erwarten. Gleichzeitig haben sie ihr Vertrauen in die Strategie der Commerzbank und deren Fähigkeit bekräftigt, den eingeschlagenen Kurs erfolgreich fortzusetzen.

6. Was bedeutet die aktuelle Situation für Kunden und Geschäftspartner der Commerzbank?
Die aktuelle Situation hat keine Auswirkungen auf unser Tagesgeschäft. Unsere Dienstleistungen und Produkte stehen unverändert in vollem Umfang zur Verfügung. Kundinnen und Kunden der Commerzbank können auf den zuverlässigen Service und unsere volle Unterstützung zählen.

Die Commerzbank ist eine starke Säule im deutschen Bankenmarkt, zuverlässiger Partner der heimischen Wirtschaft und verlässlicher Begleiter auf den internationalen Märkten. Wir tragen Verantwortung für unsere Kundinnen und Kunden und fungieren insbesondere als einer der führenden Finanzierer für den deutschen Mittelstand. Zudem stehen wir als Bank an der Seite von mehr als zehn Millionen Privatkunden. Darauf sind wir stolz, und wir wissen um die daraus resultierende Verantwortung.

7. Welche Strategie verfolgt die Commerzbank jetzt?
Die Commerzbank setzt ihre erfolgreiche Strategie konsequent fort. Allein seit Implementierung der Strategie im Februar 2025 hat sich der Aktienkurs verdoppelt – und das Geschäftsjahr 2025 wurde zum Rekordjahr in der 156-jährigen Geschichte der Bank. Auch im ersten Halbjahr 2026 erwirtschaftete die Commerzbank Rekordergebnisse.

II. Fragen und Antworten zum Übernahmeangebot der UniCredit

8. Ist das Übernahmeangebot damit abgeschlossen?
Nein. Der Übergang der angedienten Aktien und der damit verbundenen Stimmrechte an die UniCredit steht unter Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen.

9. Was bedeutet das Ende der Annahmefrist für die Aktionärinnen und Aktionäre der Commerzbank?
Eine Annahme des Angebots ist nicht mehr möglich. Aktionärinnen und Aktionäre, die ihre Aktien nicht angedient haben, partizipieren weiterhin am Wertsteigerungspotenzial der Commerzbank.

10. Wie bewertet die Commerzbank das Ergebnis des Übernahmeangebots der UniCredit nach Ablauf der Annahmefrist?
Die Angebotsfrist ist abgelaufen und UniCredit hat sich Zugriff auf nahezu 50 Prozent der Stimmrechte gesichert, obwohl das Angebot von unabhängigen Aktionären kaum unterstützt wurde. Basierend auf den von der Commerzbank erhobenen Informationen zur Aktionärsstruktur dienten nur 2,7 Prozent unserer institutionellen Investoren und Privatanleger ihre Aktien an. Ein erheblicher Teil der angedienten Aktien von insgesamt 17,6 Prozent kam von mit der UniCredit verbundenen Finanzinstituten, die sich diese zu großen Teilen vorher sehr wahrscheinlich geliehen hatten.

11. Warum haben Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer begründeten Stellungnahme den Aktionären empfohlen, das Angebot abzulehnen?
Vorstand und Aufsichtsrat haben dies ausführlich in ihrer gemeinsamen begründeten Stellungnahme gemäß § 27 WpÜG dargelegt. Darüber hinaus hat die Commerzbank auch eine Pressemitteilung mit wesentlichen Punkten veröffentlicht.

Die Kernpunkte waren: Erstens war das Angebot finanziell nicht angemessen, denn es hat keine angemessene Prämie für die Aktionärinnen und Aktionäre der Commerzbank geboten. Zweitens: Der Plan der UniCredit für die Commerzbank war vage. Es blieb zudem offen, ob die in Aussicht gestellten Synergien realisiert werden können. Drittens: Die Umsetzung der „Momentum 2030“-Strategie schafft Wert aus eigener Kraft. Aktionärinnen und Aktionäre, die investiert bleiben, partizipieren daran.

12. Können Aktien auch ohne Wissen oder Zustimmung des wirtschaftlichen Eigentümers an UniCredit angedient worden sein?
Ja, unter bestimmten Umständen. Aktien, die über Depotbanken, Broker oder andere Intermediäre gehalten werden, können an sogenannten Wertpapierleihe-Programmen teilnehmen. Im Rahmen solcher Vereinbarungen beschaffte Aktien können der UniCredit angedient werden – ohne Kenntnis oder ausdrückliche Weisung des wirtschaftlichen Eigentümers.

13. Was bedeutet die Annahmequote zum Ende der Annahmefrist für die Tochtergesellschaften der Commerzbank?
Die aktuelle Situation hat keine Auswirkungen auf unsere Tochtergesellschaften. Das operative Geschäft ist von dem Übernahmeangebot aktuell nicht betroffen, auch nicht bei unseren Tochtergesellschaften.