Fragen und Antworten zum angekündigten Übernahmeangebot der UniCredit

Commerzbank-Hochhaus in der Frankfurter Skyline aus einer vogelperspektive
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1. Was genau hat die UniCredit am 16. März 2026 in Bezug auf die Commerzbank angekündigt?

Die UniCredit hat ihre Absicht bekanntgegeben, ein öffentliches Übernahmeangebot an die Aktionäre der Commerzbank AG zum Erwerb aller Commerzbank-Aktien abzugeben. Das Angebot zum Aktientausch (0,485 UniCredit-Aktien für eine Commerzbank-Aktie) entsprach zum Zeitpunkt der Ankündigung umgerechnet einem Preis von 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie. Unicredit UniCredit strebt damit laut eigener Aussage keinen Kontrollerwerb an. Mit der Commerzbank ist das angekündigte Übernahmeangebot nicht abgestimmt.

2. Wie bewertet die Commerzbank das angekündigte Übernahmeangebot?

Es handelt sich bei der Ankündigung der UniCredit um ein taktisches Angebot an die Aktionäre ohne weitere Ausgestaltung. Das in der Bekanntmachung erwartete Umtauschverhältnis enthält faktisch keine Prämie für die Aktionäre der Commerzbank, wenn man es zum Beispiel mit dem derzeitigen Durchschnitts-Zielpreis der Analysten von rund 38 Euro vergleicht. Darüber hinaus beinhaltet die Kommunikation der UniCredit keine weiteren Informationen bezüglich der Eckpfeiler einer wertstiftenden Transaktion, die die Commerzbank evaluieren und bewerten könnte. Die abschließende Bewertung des Angebots und der damit verbundenen Konditionen bleibt der noch ausstehenden begründeten Stellungnahme gemäß § 27 WpÜG vorbehalten, die nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage veröffentlicht wird.

3. Ändert sich durch das Übernahmeangebot der UniCredit etwas für die Kundinnen und Kunden der Commerzbank?

Die aktuelle Situation hat keine Auswirkungen auf unser Tagesgeschäft. Unsere Dienstleistungen und Produkte stehen weiterhin in vollem Umfang zur Verfügung. An der Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden ändert sich nichts. Sie können weiterhin auf den zuverlässigen Service und die Unterstützung der Commerzbank zählen.

Die Commerzbank ist eine starke Säule im deutschen Bankenmarkt, zuverlässiger Partner der heimischen Wirtschaft und verlässlicher Begleiter auf den internationalen Märkten. Wir tragen Verantwortung für unsere Kundinnen und Kunden, und fungieren insbesondere als wichtiger Finanzierer für den deutschen Mittelstand. Darauf sind wir stolz und wir wissen um die daraus resultierende Verantwortung.

4. Wie sollen sich die Aktionäre der Commerzbank im Rahmen des Übernahmeangebots verhalten?

Aktionären der Commerzbank wird empfohlen, keine Maßnahmen zu ergreifen, bis die begründete Stellungnahme vorliegt und in ihre Überlegungen einbezogen werden kann.

5. Unter welchen Voraussetzungen würde die Commerzbank in Gespräche über eine Transaktion mit der UniCredit eintreten?

Die Voraussetzung für den Eintritt in Gespräche mit der UniCredit wäre eine Grundlage, die wichtige Transaktionsparameter wie Synergieannahmen und künftige Unternehmensstruktur thematisiert. Zudem müssten diese Eckpfeiler aufzeigen, wie eine Transaktion aus Sicht der UniCredit gestaltet werden könnte, um für alle Stakeholder Wert zu schaffen.

6. Was sind die nächsten Schritte im Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank?

Nach aktueller Kenntnis wird die UniCredit ihr Angebot wohl im Mai veröffentlichen, nachdem es von der BaFin freigegeben wurde und nachdem die UniCredit-Aktionäre einer für das Angebot notwendigen Kapitalerhöhung zugestimmt haben. Der Vorstand der Commerzbank wird dann das Angebot gemeinsam mit dem Aufsichtsrat sorgfältig und im besten Interesse der Gesellschaft, ihrer Aktionäre, Mitarbeitenden und Kundinnen und Kunden prüfen. Anschließend werden Vorstand und Aufsichtsrat eine begründete Stellungnahme zu den Konditionen des Angebots veröffentlichen.

7. Bis wann steht das Ergebnis des Übernahmeangebots der UniCredit für die Commerzbank fest?

Sofern die UniCredit ihr Übernahmeangebot wie angekündigt im Mai 2026 veröffentlicht, ist mit einem Ergebnis Ende Juni oder im Juli 2026 zu rechnen. Der Abschluss des Übernahmeangebots wird nach Aussage der UniCredit allerdings erst im Jahr 2027 erwartet, da die UniCredit verschiedene regulatorische Genehmigungen einholen muss. Diese Genehmigungen muss die UniCredit unabhängig vom Ergebnis des Übernahmeangebots einholen. Die UniCredit geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, mit dem Übernahmeangebot eine Kontrollmehrheit an der Commerzbank zu erlangen.

8. Welche Strategie verfolgt die Commerzbank unabhängig vom Übernahmeangebot?

Der Fokus der Commerzbank liegt unverändert auf der erfolgreichen Umsetzung ihrer Momentum-Strategie, die im Februar 2025 eingeführt wurde. Damit schafft die Commerzbank Wert für alle Stakeholder und stärkt ihre Profitabilität aus eigener Kraft weiter, wie das Geschäftsjahr 2025 deutlich bewiesen hat. Zusätzlich sieht die Bank weitere Wertschöpfungschancen durch Impulse aus dem deutschen Konjunkturprogramm und ihren KI-Initiativen. Vor diesem Hintergrund hat die Commerzbank im Februar 2026 in Aussicht gestellt, dass sie ihre für 2028 gesetzten Ziele übertreffen wird.

9. Wie ist die Haltung der Stakeholder zum unabgestimmten Übernahmeangebot der UniCredit?

Die Stimmen aus der Politik, von den Betriebsräten, aus dem Markt und von den Kundinnen und Kunden zu dem unabgestimmten Übernahmeangebot der UniCredit sind eindeutig: Es besteht starkes Vertrauen in die eigenständige Strategie der Commerzbank.