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MiFID II: Neue Regelungen im Wertpapiergeschäft ab 2018

Im Wertpapiergeschäft ändern sich ab Januar 2018 die rechtlichen Rahmenbedingungen. Diese Änderungen basieren im Wesentlichen auf dem Zweiten Finanzmarktnovellierungsgesetz bzw. der neu gefassten europäischen Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II).

Ziel ist es, die Effizienz und die Transparenz der Finanzmärkte zu steigern sowie den Anlegerschutz zu stärken. Aus diesem Grund passt die Commerzbank die Regelungen im Wertpapiergeschäft an.

Wesentliche Neuerungen ab Januar 2018

Die nachfolgenden Seitenangaben beziehen sich auf die Unterlage 'Kundeninformation zum Wertpapiergeschäft'.

  • Transaktionen in Wertpapieren und anderen Finanzinstrumenten werden an eine Aufsichtsbehörde gemeldet. Zu melden sind künftig die Daten des Auftraggebers und zusätzlich eine Identifizierungsnummer. Um eine ordnungsgemäße Meldung zu ermöglichen, ist in einigen Fällen (bei bestimmten Staatsangehörigkeiten oder juristischen Personen und Gesellschaften) die Mitwirkung der Kunden erforderlich (Seite 8). Dies kann in den Filialen über die Berater oder im Online Banking erfolgen.
  • Elektronische Kommunikation und Telefongespräche, die zu einer Order führen können, werden aufgezeichnet (Seite 9). Darüber werden Kunden vor jedem Telefongespräch unterrichtet. Widersprechen diese der Aufzeichnung, können telefonisch keine Themen erörtert werden, die einen konkreten Bezug zu einem Finanzinstrument aufweisen und zu einer Order führen können. Dies umfasst beispielsweise auch Informationen zu Depotbeständen oder Wertpapierkursen.
  • Jedem Finanzinstrument wird künftig ein sogenannter Zielmarkt zugeordnet (Seite 9). Dieser beschreibt anhand verschiedener Kriterien die grundsätzliche Zielgruppe von Anlegern, für die ein Finanzinstrument geeignet ist. Der Zielmarkt eines Finanzinstruments wird insbesondere auch im Rahmen der Anlageberatung berücksichtigt. Dabei gleichen wir die wesentlichen Eigenschaften eines Produkts mit den Anlagezielen und weiteren Zielmarktkriterien des Kunden ab.
  • Wertpapieranlagen sind mit Kosten verbunden (Seite 16 ff.). Vor jeder Auftragserteilung werden wir noch umfassender über anfallende Kosten informieren. Auch wird es quartalsweise Bestandsberichte und einen jährlichen Kostenbericht geben (Seite 9).
  • Die „Grundsätze für die Ausführung von Aufträgen in Finanzinstrumenten durch die Commerzbank AG“ haben wir ebenfalls angepasst (Seite 45 ff.).

Für Rückfragen wenden Sie sich gern an Ihren Berater.

Kundeninformation zum Wertpapiergeschäft

MiFID II - Informationen zur Ausführungsqualität und zu den Top-5-Ausführungsplätzen von Wertpapiergeschäften

Die zweite EU-Finanzmarktrichtlinie 'Markets in Financial Instruments Directive' MiFID II (Richtlinie 2014/65/EU), verlangt, dass bei Finanzinstrumenten, die der Handelspflicht unterliegen, alle Handelsplätze und systematischen Internalisierer und bei anderen Finanzinstrumenten alle Ausführungsplätze mindestens ein Mal jährlich gebührenfrei Daten zur Qualität der Ausführung von Geschäften an diesem Handelsplatz veröffentlichen. In regelmäßigen Berichten werden zu einzelnen Finanzinstrumenten Einzelheiten zum Preis, zu den Kosten, zur Geschwindigkeit und zur Ausführungswahrscheinlichkeit angegeben.

Vor diesem Hintergrund werden wir zukünftig Informationen zur Ausführungsqualität von Wertpapiertransaktionen und den Top-5-Ausführungsplätzen veröffentlichen (siehe nachfolgende Tabellen).

a) Ausführungsqualität von Wertpapiertransaktionen

Ausführungsplätze sind verpflichtet, Daten über die Qualität der Ausführung von Geschäften zu veröffentlichen. Die Verpflichtung gilt für Handelsplätze, systematische Internalisierer, Marktmacher und andere Liquiditätsgeber.

Gemäß der Delegierten Verordnung (EU) 2017/575 (RTS27) ist die Commerzbank AG verpflichtet, für ihr Geschäft als Systematischer Internalisierer Daten zur Ausführungsqualität zu veröffentlichen. Die Reports sind in einem maschinenlesbaren elektronischen Format zu veröffentlichen und werden im XML-Format bereitgestellt.

In diesem Zusammenhang stellt die Commerzbank ihren Kunden hier die folgenden Berichte für den aktuellen Berichtszeitraum (zum Quartalsende für das vorangegangene Quartal) zur Verfügung. Die Dateien werden quartalsweise aktualisiert. Wenn Sie Daten vergangener Perioden benötigen, wenden Sie sich bitte an die unten genannten Personen.

Für Rückfragen zum Thema Ausführungsqualität stehen Ihnen Herr Simon Abbott (Simon.Abbott@commerzbank.com) für Equities Markets und Commodities und Herr Akikur Rahman (Akikur.Rahman@commerzbank.com) für FICC gern zur Verfügung.

Berichte zur Ausführungsqualität von Transaktionen (Publications on the Quality of the Execution of Transactions) Downloads für/for
a) Verbriefte Derivate
(Securitised Derivatives)
b) Eigenkapitalinstrumente und eigenkapitalähnliche Instrumente
(Equity and equity-like instruments)
Art des Ausführungsplatzes (type of execution venue)1 a) b)
Art des Finanzinstruments (type of financial instrument)2 a) b)
Intra-day Ausführungspreis (intra-day execution price)3 a) b1)
b2)
Tagesausführungspreis (daily execution price)4 a) b)
Ausführungswahrscheinlichkeit (likelihood of execution)5 a) b)
Ausführungswahrscheinlichkeit für fortlaufende quotengesteuerte Ausführungsplätze (likelihood of quote-driven execution venues)6 a1)
a2)
(nicht relevant/not applicable)
Orderbücher zu fortlaufenden Auktionen und quotengesteuerten Ausführungsplätzen (continuous auction order book and continuous quote-driven execution venue)7 (folgt in Kürze/soon to come) (folgt in Kürze/soon to come)
Angebotsanfragen von Ausführungsplätzen (requests for quote execution venue)8 a) b)

1 Gemäß Artikel 3 Absatz 1 zu veröffentlichende Angaben/identification information to be published as referred to in Article 3(1).

2 Gemäß Artikel 3 Absatz 2 zu veröffentlichende Angaben/identification information to be published as referred to in Article 3(2).

3 Gemäß Artikel 4 Buchstabe (a) zu veröffentlichende Angaben/price information to be published as referred to in Article 4 point (b).

4 Gemäß Artikel 4 Buchstabe (b) zu veröffentlichende Angaben/price information to be published as referred to in Article 4 point (b).

5 Gemäß Artikel 6 zu veröffentlichende Angaben/information to be published as referred to in Article 6.

6 Gemäß Artikel 7 Absatz 1 zu veröffentlichende Angaben/information to be published as referred to in Article 7(1).

7 Gemäß Artikel 7 Absätze 2 und 3 zu veröffentlichende Angaben/information to be published as referred to in Article 7(2) and 7(3).

8 Gemäß Artikel 8 zu veröffentlichende Angaben/information to be published as referred to in Article 8.

b) Top-5-Ausführungsplätze

Ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen muss einmal jährlich für jede Gattung von Finanzinstrumenten die fünf Ausführungsplätze, die ausgehend vom Handelsvolumen am wichtigsten sind, auf denen es Kundenaufträge im Vorjahr ausgeführt hat, Informationen über die erreichte Ausführungsqualität zusammenfassen und auf Grundlage der o.g. Vorgaben veröffentlichen.

Jahresberichte zu den Top-5-Ausführungsplätzen ausgehend vom Handelsvolumen Downloads
Privatanleger (Retail Customers) Excel-Liste PDF
Professionelle Anleger (Professional Customers) Excel-Liste PDF

Informationen zu Finanzanalysen der Commerzbank AG

Die Commerzbank AG unterliegt als international tätige Großbank im Bereich der Finanzanalyse einer Fülle nationaler und internationaler rechtlicher Vorgaben. Von besonderer Bedeutung ist dabei das (deutsche) Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), das die Bank beispielsweise verpflichtet, im Rahmen veröffentlichter Finanzanalysen auf Umstände hinzuweisen, die in Zusammenhang mit der Erstellung der Analyse Ursache für mögliche Interessenkonflikte sein können. Die Vorgaben des WpHG werden durch die Finanzanalyseverordnung konkretisiert.

Mit diesen Regelungen wird eine nachhaltige Festigung des Vertrauens der Anleger in die Finanzmärkte, eine Verbesserung der Marktintegrität und somit insgesamt eine Stärkung des Finanzplatzes Deutschland verfolgt. Diese Ziele finden die uneingeschränkte Unterstützung der Commerzbank AG. Um ein möglichst hohes Maß an Transparenz zu gewährleisten, hat sich die Commerzbank AG dazu entschlossen, auch über das geforderte Mindestmaß hinaus weitergehende beziehungsweise detailliertere Informationen offenzulegen. Mit dieser Offenheit möchten wir auch zum Ausdruck bringen, dass Finanzanalysen aus dem Hause der Commerzbank AG unabhängig und unbeeinflusst erstellt werden.

Der Investmentprozess der Commerzbank im Privat- und Unternehmerkundengeschäft

Wie funktioniert der Investmentprozess der Commerzbank für Privat- und Unternehmerkunden? Hier erfahren Sie mehr über das Investment-Team als zentrale Strategie-Einheit, den generellen Investmentansatz unter Einbeziehung regulatorischer Anforderungen sowie die zugrundeliegende Methodik des Prozesses.

Informieren Sie sich zudem detailliert über unsere Votensystematik und wie sie Sie bei Ihren Anlageentscheidungen über die fünf Anlageklassen Aktien, Anleihen/Währungen, Rohstoffe, Immobilien und Liquidität hinweg natürlich unter Beachtung Ihres Anlagehorizontes und des persönlichen Risikoprofils fundiert unterstützen kann.

Investmentprozess der Commerzbank im Privat- und Unternehmerkundengeschäft (PDF)

Voten und deren Funktionsweise

Die Votensystematik der Commerzbank ermöglicht über alle Assetklassen hinweg ein schnelles Verständnis der zugrundeliegenden Empfehlung und der damit verbundenen Performance-Erwartung. Dabei ist bei Aktien zwischen strategischen Gewichtungsvorschlägen und Empfehlungen für Einzelinstrumente zu unterscheiden. Bei Unternehmensanleihen ist zu beachten, dass nicht der Emittent votiert wird, sondern die jeweiligen votierten Anleihen. Somit können diese je nach Laufzeit und Währung auch unterschiedlich votiert sein.

Votenhistorie
Mögliche Votenänderungen innerhalb der vergangenen 12 Monate finden sich direkt in der Analyse des betreffenden Unternehmens im Anhang der Druckversion.

Statistische Auswertung
Die Commerzbank AG wertet einmal im Quartal die Verteilung ihrer Empfehlungen über die einzelnen Stufen der Votensystematik aus. Dies soll dem Kunden einen schnellen Überblick über die quantitative Zusammensetzung der Voten ermöglichen.

Die Auswertung erfolgt dabei jeweils getrennt über

  • das gesamte vom Investment-Team abgedeckte Aktien- und Rentenuniversum sowie
  • alle Aktien und Unternehmensanleihen aus diesem Universum, von denen die Commerzbank AG oder ein verbundenes Unternehmen Entgelte aus Investmentbanking-Aktivitäten erhält.

Votenverteilung für Aktien und Anleihen (Stand 28.09.2018)

Aktien insgesamt Anteil am Investmentbanking1 Anleihen insgesamt Anteil am Investmentbanking1
Kauf 59,28 % 62,50 % 63,68 % 76,27 %
Starker Kauf 13,40 % 6,25 % 7,17 % 11,86 %
Verkauf 25,77 % 31,25 % 14,35 % 3,39 %
Halten 1,03 % 0,00 % 14,80 % 8,47 %
Kein Votum 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,00 %
Zeichnen 0,52 % 0,00 % 0,00 % 0,00 %

1 Unternehmen, für die in den letzten 12 Monaten Investment-Dienstleistungen erbracht wurden.

Gesamtüberblick Voten der vergangenen 12 Monate

Die Übersichten unserer Aktien-, Anleihen- und Fondsvoten als Downloads:

Historische Wertentwicklung

Angegeben ist die Bruttowertentwicklung ohne Berücksichtigung etwaiger Kosten, die – je nach Haltedauer – zu einer geringeren Nettorendite führen. Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft; dies gilt insbesondere, wenn das Wertpapier erst vor kurzer Zeit – z.B. vor weniger als zwölf Monaten – emittiert wurde. Die Wertentwicklung kann durch Währungschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers von Euro abweicht.

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Offenlegungspflicht möglicher Interessenkonflikte

Das Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet uns, im Rahmen veröffentlichter Wertpapieranalysen auf Umstände hinzuweisen, die in Zusammenhang mit der Erstellung der Analyse Ursache für mögliche Interessenkonflikte sein können.

Mit diesen Regelungen wird eine nachhaltige Festigung des Vertrauens der Anleger in die Finanzmärkte, eine Verbesserung der Marktintegrität und somit insgesamt eine Stärkung des Finanzplatzes Deutschland verfolgt. Diese Ziele finden die uneingeschränkte Unterstützung der Commerzbank AG. Um ein möglichst hohes Maß an Transparenz zu gewährleisten, hat sich die Commerzbank AG dazu entschlossen, auch über das gesetzlich geforderte Mindestmaß hinaus weitergehende Ursachen für mögliche Interessenkonflikte offen zu legen. Mit dieser Offenheit möchten wir auch zum Ausdruck bringen, dass Wertpapieranalysen aus dem Hause der Commerzbank AG unabhängig und unbeeinflusst erstellt werden.

Übersicht der Unternehmen mit aktuell möglichen Interessenkonflikten – Download (wöchentlich aktualisiert)

Details zur Offenlegungspflicht

Eine Pflicht zur Offenlegung besteht insbesondere immer dann, wenn die Commerzbank AG oder ein mit ihr verbundenes Unternehmen:

  • im Besitz einer Nettoverkaufs- oder –kaufsposition ist, die die Schwelle von 0,5% des gesamten emittierten Aktienkapitals der Aktiengesellschaft überschreitet,
  • an der Gesellschaft, deren Wertpapiere Gegenstand der Analyse sind, eine Beteiligung von mehr als 5 % des gesamten emittierten Aktienkapitals der Aktiengesellschaft hält,
  • innerhalb der vorangegangenen 12 Monate an der Führung eines Konsortiums für eine Emission im Wege eines öffentlichen Angebotes von solchen Finanzinstrumenten beteiligt war, die selbst oder deren Emittenten Gegenstand der Finanzanalyse sind,
  • die analysierten Wertpapiere an einem Markt durch das Einstellen von Kauf- oder Verkaufsaufträgen betreut,
  • innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate gegenüber Emittenten, die selbst oder deren Finanzinstrumente Gegenstand der Finanzanalyse sind, an eine Vereinbarung über Dienstleistungen im Zusammenhang mit Investmentbanking-Geschäften gebunden war oder in diesem Zeitraum aus einer solchen Vereinbarung eine Leistung oder ein Leistungsversprechen erhielt,
  • mit Emittenten, die selbst oder deren Finanzinstrumente Gegenstand der Finanzanalyse sind, eine Vereinbarung zur Erstellung der Finanzanalyse getroffen hat oder
  • Aktien der analysierten Gesellschaft im Handelsbestand hat.

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Information für alle Depotkunden mit Stimmrechtsvollmacht

Die nachfolgenden Stimmrechtsvorschläge gem. § 135 AktG richten sich an alle Depotkunden, die uns eine Vollmacht zur Ausübung ihrer Stimmrechte erteilt haben.

Wir weisen darauf hin, dass wir das Stimmrecht entsprechend unseren Vorschlägen ausüben werden, wenn der Depotkunde nicht spätestens 7 Tage vor der Hauptversammlung eine andere Weisung erteilt hat.

Für die nachfolgend aufgeführte(n) Hauptversammlung(en) schlagen wir vor, das Stimmrecht im Sinne der bekanntgemachten Verwaltungsvorschläge auszuüben:

Hauptversammlung am Name der Aktiengesellschaft, Sitz
20. Dezember 2018 Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG, Berlin

Vorabpauschale – was Fondsanleger darüber wissen sollten

Zum 1. Januar 2018 ist das Investmentsteuerreformgesetz (InvStRefG) in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes ist die Anpassung an EU-Recht und eine steuerliche Gleichbehandlung von in- und ausländischen Investmentfonds einschließlich ETFs. Darüber hinaus sollen Steuergestaltungsmöglichkeiten vermieden und die Besteuerung für Investmentfonds und Anleger vereinfacht werden.

Die Vorabpauschale stellt eine der wesentlichen Neuerungen dieser Gesetzesreform dar. Der Gesetzgeber will auch bei nicht ausschüttenden (thesaurierenden) und zu gering ausschüttenden Fonds sicherstellen, dass Anleger einen Mindestbetrag versteuern. Sie ist eine rein steuerliche Größe ohne Geldzufluss, für die Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zu zahlen sind, sofern ein vorhandener Verlustverrechnungstopf Sonstige oder Freistellungsauftrag nicht ausreichend ist.

Zu Beginn des Jahres 2019 erfolgt erstmalig die Berechnung der Vorabpauschale für thesaurierende und zu gering ausschüttende in- und ausländische Investmentfonds. Sie dient als Mindestbesteuerung (steuerliche Bemessungsgrundlage) und gilt als laufender Ertrag ohne vorherigen Liquiditätszufluss (anders als bei Ausschüttungen).

Was genau ist die Vorabpauschale?

Bei der Vorabpauschale handelt es sich wirtschaftlich betrachtet um eine Art vorweggenommener, auf den Vorjahren basierende Besteuerung. Daher wird sie beim Verkauf von Anteilen thesaurierender und zu gering ausschüttender Fonds vom tatsächlich erzielten Veräußerungsergebnis abgezogen.

Sie ist unter Berücksichtigung etwaiger Ausschüttungen auf den Wertzuwachs des Fonds im Kalenderjahr begrenzt. Auf diesen Betrag (nach Teilfreistellung) wird die Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer berechnet.

Wie wird die Vorabpauschale ermittelt?

Wie sich die Vorabpauschale grundsätzlich ermittelt, haben wir für Sie in der nachfolgenden Grafik schematisch dargestellt. In unserer Kundeninformation finden Sie alle relevanten Details zur Ermittlung und Besteuerung der Vorabpauschale, die Sie als Fondsanleger wissen sollten, kompakt und übersichtlich in einem Dokument zusammengestellt.

Ermittlung der Vorabpauschale (schematische Darstellung)
Zum Vergrößern bitte auf Grafik klicken

Was muss ich als Anleger beachten?

Alle erforderlichen Maßnahmen werden seitens der Commerzbank als depotführende Stelle umgesetzt. Für Sie als Anleger gelten neue Regelungen bei der Besteuerung laufender Erträge, Veräußerungsgewinnen und der Rückgabe von Fondsanteilen. Besteuert werden auf Anlegerebene Veräußerungsgewinne, Ausschüttungen und neu die Vorabpauschale.

Bei der Vorabpauschale erfolgt eine Steuererhebung als laufender Ertrag ohne vorherigen Liquiditätszufluss (anders als bei Ausschüttungen). Die erforderlichen Beträge zur Abführung der Steuer auf die Vorabpauschale werden direkt vom Depot-Verrechnungskonto des Anlegers eingezogen. Dies sollten Sie in der Liquiditätsplanung beachten.

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Die wesentlichen Informationen zur Ermittlung und Besteuerung der Vorabpauschale wie auch Beispielrechnungen für thesaurierende bzw. ausschüttenden Fonds haben wir für Sie in der Kundeninformation zusammengestellt. Weitere Auskünfte erhalten Sie auch in Ihrer Commerzbank Filiale.

Bei Fragen zu Ihrer persönlichen steuerlichen Situation und Betroffenheit wenden Sie sich bitte an Ihren steuerlichen Berater.

Weitere Fragen und Antworten zur Vorabpauschale

Muss ich auf die Vorabpauschale Steuern zahlen, wenn ich der Commerzbank einen Freistellungsauftrag erteilt habe und dieser nicht ausgeschöpft ist?

Nein. Wie bei allen anderen Kapitalerträgen auch zieht die Commerzbank nicht automatisch die Abgeltungsteuer ab, wenn Sie uns einen Freistellungsauftrag erteilt haben und Ihr Sparerpauschbetrag von derzeit 801 Euro (1.602 Euro für Ehe/Lebenspartnerschaft) noch nicht ausgeschöpft ist. Solange Sie unterhalb der Grenze bleiben, müssen Sie keine Steuern zahlen. Gleiches gilt bei der Nichtveranlagungsbescheinigung oder einem ausreichend vorhandenen Verlustverrechnungstopf Sonstige.

Was versteht man unter dem Basiszins? Wer legt ihn fest und woran orientiert er sich?

Der Basiszins leitet sich aus der langfristigen Rendite öffentlicher Anleihen ab. Er orientiert sich am Zinssatz, den die Deutsche Bundesbank anhand der Zinsstrukturdaten jeweils auf den ersten Börsentag des Jahres errechnet und bekannt macht. Das Bundesministerium der Finanzen veröffentlicht den maßgeblichen Zinssatz im Bundessteuerblatt.

Was passiert, wenn ich einen Freistellungsauftrag erst nach der Besteuerung der Vorabpauschale einreiche?

Falls ein Freistellungsauftrag mit ausreichender Höhe unterjährig nachträglich eingereicht wird, erfolgt eine nachträgliche Berücksichtigung der Vorabpauschale und eventuell bereits gezahlte Steuern werden rückerstattet.

Wie wird die Vorabpauschale ermittelt, wenn ich einen Fonds erst im Laufe des Jahres erworben habe?

Bei einem unterjährigen Erwerb von Fondsanteilen mindert sich die Vorabpauschale um 1/12 für jeden vollen Monat, der dem Erwerb vorangeht. Beispiel: Der Erwerb von Fondsanteilen am 15. April 2019 mindert die Vorabpauschale für 2019 um 3/12.

Was passiert bei Verkauf meines Investmentfonds mit der ggf. besteuerten Vorabpauschale?

Bei einem späteren Verkauf werden die bereits besteuerten Vorabpauschalen vom Veräußerungsergebnis abgezogen, dies verhindert eine Doppelbesteuerung. Der Abzug erfolgt brutto, das heißt vor der jeweiligen Teilfreistellung.

Was sollten Fondsanleger bei Teilfreistellungen im Zusammenhang mit der Vorabpauschale beachten?

Bei der Vorabpauschale werden die gleichen Teilfreistellungssätze wie bei der Besteuerung von Ausschüttungen berücksichtigt. Die Höhe des steuerfreien Anteils richtet sich nach der Art des Fonds. Weitere Informationen finden Sie unter Teilfreistellung.

In welches Steuerjahr fällt die Vorabpauschale?

Da die Vorabpauschale zu Beginn des Folgejahres als zugeflossen gilt, sind die steuerlichen Merkmale des Anlegers zum ersten Werktag des Folgejahres relevant.
Beispiel: Die Vorabpauschale auf Basis 2018 gilt Anfang 2019 als zugeflossen, daher erfolgt die Inanspruchnahme des Freistellungsauftrags 2019.

Kann die Vorabpauschale negativ werden?

Nein, die Vorabpauschale kann nicht negativ sein. Zwar kann die Ausschüttung höher sein als der Basisertrag. In diesem Fall entsteht aber keine Vorabpauschale.