Fragen und Antworten zum Übernahmeangebot der UniCredit

1. Was genau hat die UniCredit am 5. Mai 2026 in Bezug auf die Commerzbank angekündigt?
Die UniCredit hat die Angebotsunterlage zum Erwerb aller Aktien der Commerzbank veröffentlicht. Die Konditionen sind gegenüber der Ankündigung vom 16. März 2026 unverändert: UniCredit bietet 0,485 neue UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie, was auf Basis des UniCredit-Schlusskurses von 64,06 Euro vom 4. Mai 2026, dem Vortag der Angebotsveröffentlichung, einem Preis von rund 31,07 Euro entspricht. Damit entspricht der implizierte Angebotspreis einem Abschlag von 8,7 % auf den Commerzbank-Schlusskurs vom 4. Mai 2026 von 34,02 Euro.

2. Wie bewertet die Commerzbank das Übernahmeangebot der UniCredit?
Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank werden die Angebotsunterlage sorgfältig prüfen und ihre begründete Stellungnahme gemäß § 27 WpÜG innerhalb der gesetzlichen Frist veröffentlichen.
Unabhängig davon hat die Commerzbank am 8. Mai 2026 eine Zusammenfassung ihrer ausgewählten vorläufigen Anmerkungen zum Angebot der UniCredit und ihrer Präsentation vom 20. April 2026 veröffentlicht.
Aus Sicht der Commerzbank bleibt der Plan, den die UniCredit kommuniziert hat, vage und birgt erhebliche Umsetzungsrisiken. Gleichzeitig bedient sich die UniCredit dabei irreführender Darstellungen, die die Commerzbank diskreditieren. Die Aktionäre der Commerzbank werden von der UniCredit aufgefordert, einen völlig offenen Ausgang des Angebots zu akzeptieren und gleichzeitig Wertsteigerungspotenzial und Kontrolle ohne jegliche Prämie abzugeben.

3. Was sind die nächsten Schritte im angekündigten Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank?
Die UniCredit hat ihre Angebotsunterlage am 5. Mai 2026 veröffentlicht. Damit hat die offizielle Annahmefrist begonnen. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank werden die Angebotsunterlage nun sorgfältig prüfen. Anschließend werden sie eine begründete Stellungnahme gemäß § 27 WpÜG veröffentlichen.

4. Ist die Commerzbank offen für Gespräche mit der UniCredit?
Nach Ankündigung des Angebots fanden mehrere Interaktionen statt, um Grundlagen und Potenziale des von der UniCredit in Aussicht gestellten Angebots zu einer Übernahme der Bank konstruktiv zu eruieren. Diese Interaktionen haben bisher aus Sicht der Commerzbank jedoch kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial für die Commerzbank-Aktionäre über die jetzige eigenständige Strategie hinaus aufgezeigt. Die neuen Ziele von „Momentum 2030” spiegeln dies wider – ehrgeizig und gleichzeitig verlässlich in der Umsetzung. Daran muss sich jede Alternative messen lassen.
Die Commerzbank handelt weiterhin im besten Interesse ihrer Aktionäre und weiteren Stakeholder und bleibt auf nachhaltige Wertschöpfung fokussiert. Die Bank bleibt gesprächsbereit, sofern UniCredit bereit ist, eine attraktive Prämie zu bieten und offen über einen Plan zu diskutieren, der die Säulen des Geschäftsmodells und der Strategie der Commerzbank berücksichtigt.

5. Die UniCredit hat sich am 20. April 2026 erneut zu den Plänen für die Commerzbank geäußert. Wie steht die Commerzbank dazu?

Am 8. Mai 2026 hat die Commerzbank eine Präsentation veröffentlicht, in der sie ausgewählte vorläufige Anmerkungen zum Angebot der UniCredit und ihrer Präsentation vom 20. April 2026 darlegt.
Aus Sicht der Commerzbank bleibt der Plan, den die UniCredit kommuniziert hat, vage und birgt erhebliche Umsetzungsrisiken. Gleichzeitig bedient sich die UniCredit dabei irreführender Darstellungen, die die Commerzbank diskreditieren. Die Aktionäre der Commerzbank werden von der UniCredit aufgefordert, einen völlig offenen Ausgang des Angebots zu akzeptieren und gleichzeitig Wertsteigerungspotenzial und Kontrolle ohne jegliche Prämie abzugeben.

6. Ändert sich durch das Übernahmeangebot der UniCredit etwas für die Kundinnen und Kunden der Commerzbank?
Die aktuelle Situation hat keine Auswirkungen auf unser Tagesgeschäft. Unsere Dienstleistungen und Produkte stehen weiterhin in vollem Umfang zur Verfügung. An der Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden ändert sich nichts. Sie können weiterhin auf den zuverlässigen Service und die Unterstützung der Commerzbank zählen.
Die Commerzbank ist eine starke Säule im deutschen Bankenmarkt, zuverlässiger Partner der heimischen Wirtschaft und verlässlicher Begleiter auf den internationalen Märkten. Wir tragen Verantwortung für unsere Kundinnen und Kunden, und fungieren insbesondere als wichtiger Finanzierer für den deutschen Mittelstand. Darauf sind wir stolz und wir wissen um die daraus resultierende Verantwortung.

7. Ändert sich durch das Übernahmeangebot der UniCredit etwas für die Tochtergesellschaften der Commerzbank?
Die aktuelle Situation hat keine Auswirkungen auf unsere Tochtergesellschaften. Die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern läuft unverändert weiter.

8. Wie sollen sich die Aktionäre der Commerzbank im Rahmen des Übernahmeangebots verhalten?
Aktionären der Commerzbank wird empfohlen, keine Maßnahmen zu ergreifen, bis die begründete Stellungnahme vorliegt und in ihre Überlegungen einbezogen werden kann.

9. Bis wann steht das Ergebnis des Übernahmeangebots der UniCredit für die Commerzbank fest?
Die UniCredit hat ihre Angebotsunterlage am 5. Mai 2026 veröffentlicht. Mit einem Ergebnis ist nach Ende der erweiterten Annahmefrist zu rechnen, die voraussichtlich bis zum 3. Juli 2026 läuft. Der Abschluss des Übernahmeangebots wird nach Aussage der UniCredit allerdings erst im Jahr 2027 erwartet, da die UniCredit unabhängig vom Ergebnis verschiedene regulatorische Genehmigungen einholen muss.

10. Welche Strategie verfolgt die Commerzbank unabhängig vom Übernahmeangebot?
Der Fokus der Commerzbank liegt unverändert auf der erfolgreichen Umsetzung ihrer Momentum-Strategie, die im Februar 2025 eingeführt und am 8. Mai 2026 mit „Momentum 2030“ bis ins Jahr 2030 fortgeschrieben wurde. Die Momentum-Strategie der Commerzbank ist wertschaffend, die operative Dynamik ist nachhaltig, und die Umsetzung folgt einer klar kommunizierten strategischen Agenda mit geringen Umsetzungsrisiken.
Die Commerzbank beschleunigt das Wachstum und treibt die Transformation der Bank weiter konsequent voran. Bis zum Jahr 2028 strebt die Bank eine Nettoeigenkapitalrendite von rund 17 % an, nachdem sie bislang 15 % in Aussicht gestellt hatte. Bis zum Jahr 2030 geht sie von einer weiteren Steigerung auf rund 21 % aus. Ihr Nettoergebnis will sie bis 2028 auf 4,6 Mrd. Euro und bis 2030 auf 5,9 Mrd. Euro erhöhen. Die Erträge sollen bis 2028 auf 15,0 Mrd. Euro und bis 2030 auf 16,8 Mrd. Euro wachsen. Dabei geht die Bank von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 6 % aus.

11. Wie ist die Haltung der Stakeholder zum unabgestimmten Übernahmeangebot der UniCredit?
Die Stimmen aus der Politik, von den Betriebsräten, aus dem Markt und von den Kundinnen und Kunden zu dem unabgestimmten Übernahmeangebot der UniCredit sind eindeutig: Es besteht starkes Vertrauen in die eigenständige Strategie der Commerzbank.