Fragen und Antworten zum Übernahmeangebot der UniCredit
1. Wie bewertet die Commerzbank das Ergebnis des Übernahmeangebots der UniCredit nach Ablauf der Annahmefrist?
Insgesamt 17,6 % der Aktien wurden bis zum Ende der weiteren Annahmefrist am 3. Juli 2026 angedient. Basierend auf den von der Commerzbank kontinuierlich erhobenen Informationen zur Aktionärsstruktur, die ihr als Emittentin von Verwahrstellen bereitgestellt werden, beläuft sich die Summe der von institutionellen und privaten Anlegern angedienten Aktien auf weniger als 2 %. Die niedrige Annahmequote unter den unabhängigen Aktionären ist ein Beleg für die mangelnde Attraktivität des Angebots. Die angedienten Aktien stammen überwiegend von mit UniCredit verbundenen Banken und Parteien. Die Commerzbank weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass von der UniCredit direkt gehaltene Aktien, gemeldete Derivate und angediente Aktien nicht als aggregierte Gesamtposition interpretiert werden sollten. Es ist weiterhin nicht transparent, in welchem Umfang geliehene Aktien angedient und welche Absicherungsvereinbarungen in diesem Kontext getroffen wurden.
2. Kontrolliert die UniCredit jetzt das operative Geschäft der Commerzbank?
Nein. Die UniCredit ist unverändert ein großer Aktionär der Commerzbank. Der Übergang der angedienten Aktien und der damit verbundenen Stimmrechte an die UniCredit steht unter Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen. Die strategische und operative Unternehmensführung unterliegt unverändert dem Vorstand.
3. Ist das Übernahmeangebot damit bereits abgeschlossen?
Nein. Der Übergang der angedienten Aktien und der damit verbundenen Stimmrechte an die UniCredit steht unter Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen.
4. Warum haben Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer begründeten Stellungnahme den Aktionären empfohlen, das Angebot abzulehnen?
Vorstand und Aufsichtsrat haben dies ausführlich in ihrer gemeinsamen begründeten Stellungnahme gemäß § 27 WpÜG dargelegt. Darüber hinaus hat die Commerzbank auch eine Pressemitteilung
mit wesentlichen Punkten veröffentlicht.
Die Kernpunkte sind erstens: Das Angebot war finanziell nicht angemessen, denn es hat keine angemessene Prämie für die Aktionärinnen und Aktionäre der Commerzbank geboten. Zweitens: Der Plan der UniCredit für die Commerzbank war vage und barg erhebliche Risiken. Es blieb zudem offen, ob die in Aussicht gestellten Synergien realisiert werden können. Drittens: Die Umsetzung der „Momentum 2030“-Strategie schafft mehr Wert aus eigener Kraft. Aktionärinnen und Aktionäre, die investiert bleiben, partizipieren daran.
5. Was bedeutet das Ende der Annahmefrist für die Aktionärinnen und Aktionäre der Commerzbank?
Eine Annahme des Angebots ist nicht mehr möglich. Aktionärinnen und Aktionäre, die ihre Aktien nicht angedient haben, partizipieren weiterhin am Wertsteigerungspotenzial der Commerzbank.
6. Spiegelt die Annahmequote in der Annahmefrist eine breite Unterstützung unabhängiger Aktionärinnen und Aktionäre wider?
Nach Auffassung der Commerzbank sollte die Annahmequote nicht als Beleg für eine breite Unterstützung des Angebots durch unabhängige Aktionärinnen und Aktionäre interpretiert werden. Basierend auf den von der Commerzbank kontinuierlich erhobenen Informationen zur Aktionärsstruktur, die ihr als Emittentin von Verwahrstellen bereitgestellt werden, beläuft sich die Summe der von institutionellen und privaten Anlegern angedienten Aktien auf weniger als 2 %. Die angedienten Aktien stammen überwiegend von mit UniCredit verbundenen Banken und Parteien.
7. Können Aktien auch ohne Wissen oder Zustimmung des wirtschaftlichen Eigentümers an UniCredit angedient worden sein?
Ja, unter bestimmten Umständen. Aktien, die über Depotbanken, Broker oder andere Intermediäre gehalten werden, können an sogenannten Wertpapierleihe-Programmen teilnehmen. Im Rahmen solcher Vereinbarungen beschaffte Aktien können der UniCredit angedient werden – ohne Kenntnis oder ausdrückliche Weisung des wirtschaftlichen Eigentümers. Die Commerzbank hat in den vergangenen Wochen einen erheblichen Anstieg der Wertpapierleihe-Aktivitäten in ihren Aktien beobachtet, den sie angesichts des Ausmaßes und des Zeitpunkts als ungewöhnlich betrachtet.
8. Was bedeutet der Anstieg der Wertpapierleihe-Aktivitäten für die Interpretation der Annahmequote?
Die Commerzbank hat einen erheblichen Anstieg der Wertpapierleihe-Aktivitäten in ihren Aktien beobachtet. Diesen betrachtet sie angesichts des Ausmaßes und des Zeitpunkts als ungewöhnlich. Die Commerzbank geht davon aus, dass der erhebliche Anstieg der Wertpapierleihe-Aktivitäten mit dem Annahmeverhalten einzelner Banken und Parteien, die mit der UniCredit verbunden sind, in Zusammenhang steht. Falls dies der Fall sein sollte, stellen sich zahlreiche Fragen, auch zu den zu Grunde liegenden Anreizstrukturen. Es ist bei einem öffentlichen Übernahmeangebot nicht normal, dass Aktien in diesem Umfang geliehen und dann in das Angebot eingereicht werden. Soweit ausgeliehene Aktien ihren Weg in das Angebot gefunden haben, spiegelt die ausgewiesene Annahmequote die Einschätzungen der wirtschaftlichen Inhaber verliehener Commerzbank-Aktien nicht wider. Auch deshalb ist Zurückhaltung dabei geboten, die kommunizierte Annahmequote als Indikator dafür heranzuziehen, wieweit das Angebot der UniCredit von unabhängigen Commerzbank-Aktionären unterstützt wird.
9. Ist die Commerzbank weiter offen für Gespräche mit der UniCredit?
Die Commerzbank steht einem konstruktiven Dialog mit UniCredit unverändert offen gegenüber.
10. Was bedeutet die Annahmequote zum Ende der Annahmefrist für Kundinnen und Kunden der Commerzbank?
Die aktuelle Situation hat keine Auswirkungen auf unser Tagesgeschäft. Unsere Dienstleistungen und Produkte stehen weiterhin in vollem Umfang zur Verfügung. An der Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden ändert sich nichts. Sie können weiterhin auf den zuverlässigen Service und die Unterstützung der Commerzbank zählen.
Die Commerzbank ist eine starke Säule im deutschen Bankenmarkt, zuverlässiger Partner der heimischen Wirtschaft und verlässlicher Begleiter auf den internationalen Märkten. Wir tragen Verantwortung für unsere Kundinnen und Kunden, und fungieren insbesondere als führender Finanzierer für den deutschen Mittelstand. Zudem stehen wir als Bank an der Seite von mehr als zehn Millionen Privatkunden. Darauf sind wir stolz, und wir wissen um die daraus resultierende Verantwortung.
11. Was bedeutet die Annahmequote zum Ende der Annahmefrist für die Tochtergesellschaften der Commerzbank?
Die aktuelle Situation hat keine Auswirkungen auf unsere Tochtergesellschaften. Die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern läuft unverändert weiter.
12. Welche Strategie verfolgt die Commerzbank jetzt?
Die Commerzbank setzt ihre Strategie „Momentum 2030“ unverändert fort. Die Strategie steht für Wachstum, Transformation und nachhaltige Wertschöpfung. Allein seit Implementierung der Momentum-Strategie im Februar 2025 hat sich der Aktienkurs verdoppelt und das Geschäftsjahr 2025 hat sich zum Rekordjahr in der 156-jährigen Geschichte der Commerzbank entwickelt.
Die Commerzbank bestätigt ihren Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 und ihre ambitionierten Ziele bis 2030. Am 6. August 2026 legt die Commerzbank ihre Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor.
13. Wie ist die Haltung der Stakeholder zum unabgestimmten Übernahmeangebot der UniCredit?
Die Stimmen aus der Politik, von den Betriebsräten, aus dem Markt und von den Kundinnen und Kunden zu dem unabgestimmten Übernahmeangebot der UniCredit sind eindeutig: Die Bundesregierung hat als unser zweitgrößter Aktionär öffentlich bekräftigt, ihren Anteil nicht im Rahmen des Übernahmeangebots an die UniCredit zu übertragen, weil weder der gebotene Preis noch das Vorgehen angemessen sei. Es besteht insgesamt starkes Vertrauen in die eigenständige Strategie der Commerzbank. Zudem kommen unabhängige Befragungen von Unternehmen durch das FINANCE-Magazin (FAZ-Verlag) zu dem Ergebnis, dass die deutsche Wirtschaft mit großer Mehrheit eine unabhängige Commerzbank fordert. Viele Firmenkunden der Commerzbank machen sich persönlich mit öffentlichen Statements für eine eigenständige Commerzbank
stark.