Deutschland spart weiterhin viel, aber investiert zu wenig
72 Prozent der Menschen sparen, aber nur 40 Prozent der Sparer investiert in Wertpapiere. Das ergibt die zweite Studie der Commerzbank zum Spar- und Anlageverhalten.
27.03.2026
Zwei Jahre nach ihrer ersten repräsentativen großen Anlagestudie „So investiert Deutschland“ hat die Commerzbank erneut das Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos beauftragt, über 3.200 Personen in Deutschland zu ihrem Spar- und Anlageverhalten zu befragen.
Im Vergleich zu 2024 zeigt sich, dass weiterhin jeder Zweite in Deutschland mit seiner finanziellen Situation zufrieden ist. Der Anteil an Sparern ist leicht gestiegen: von 70 auf 72 Prozent. Nach wie vor gibt es fast 30 Prozent Nichtsparer. Der Grund: Es bleibt kein Geld zum Sparen am Monatsende übrig. Die Sparer wiederum bevorzugen traditionelle Sparformen wie Tages- oder Festgeld. Renditestärkere Anlageformen wie Wertpapiere spielen weiterhin eine eher nachgelagerte Rolle.
Bei einigen Ergebnissen der Studie gibt es mehr Bewegung: So entscheidet sich 2026 rund 40 Prozent der Sparer für den Kauf von Wertpapieren oder einen Wertpapier-Sparplan. 2024 waren es bundesweit nur 35 Prozent. Aktien bleiben weiterhin mit 58 Prozent das meistgenutzte Anlageprodukt, jedoch hat die Beliebtheit von ETFs in den vergangenen zwei Jahren deutlich zugenommen und ist von 40 Prozent auf 50 Prozent gestiegen.
Die Befragten der Baby-Boomer-Generation investieren mit 33 Prozent am wenigsten in Wertpapiere, die Generationen X mit 38 Prozent und Millennials mit 44 Prozent schon mehr. An der Spitze findet sich die Generation Z mit 48 Prozent. Das sind knapp 10 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. Trendthema unter den 19-29-Jährigen sind mit 55 Prozent ETFs und ETCs, gefolgt von Aktien mit 50 Prozent und Kryptowährung mit 32 Prozent.
Rund 40 Prozent der Wertpapierbesitzer der Generation Z gibt an, eine bis zwei Stunden pro Woche mit dem Thema Anlage zu verbringen. Bei den anderen Generationen sind es weniger als 30 Minuten. Die jüngsten Befragten der Studie informieren sich auch am vielfältigsten: Bei Freunden und Familie, auf Social Media, beim Bankberater und über die KI. Zudem sagen 64 Prozent von ihnen aus, dass technologische Entwicklungen wie Banking-Apps ihr Spar- und Anlageverhalten beeinflusst haben.
Zusammengefasst zeigt die Studie: Die Menschen in Deutschland sparen, aber legen immer noch zu wenig in renditestärkere Produkte an. Die Generation Z ist auf dem richtigen Weg. Sie investiert und sorgt so für ihre finanzielle Zukunft.
Mehr über die Ergebnisse der Anlagestudie finden Sie im Video, im Ergebnisbericht und in der Pressemitteilung.
Die Studie auf einen Blick
72 Prozent der Befragten sparen
65 Prozent spart zwischen 50 und 250 Euro im Monat.
Junge Sparer setzen auf Wertpapiere
Dennoch sind Tages- und Festgeldkonten gemeinsam mit dem Sparbuch immer noch die beliebteste Sparform unter allen Generationen.
- Weniger als die Generation Z investieren Millennials (44 %) und Generation X (38 %) in Wertpapiere.
- Auf dem letzten Platz in Sachen Wertpapieranlagen befinden sich die Befragten der Baby-Boomer- Generation (33 %).
ETFs gewinnen an Beliebtheit
In der Generation Z sind ETFs im Jahr 2026 das beliebteste Anlageprodukt.
- Bundesweit sind Aktien mit 58 Prozent noch beliebter.
- Auch unter den Millennials sind Aktien auf Platz 1 (62 %). Fonds bevorzugen die Generation X (60 %) und die Baby Boomer (61 %).
- Frauen nutzen am häufigsten Fonds (55 %), während Männer Aktien bevorzugen (63 %).
Die Generation Z nimmt sich Zeit
Währenddessen investiert bundesweit der Großteil der Wertpapierbesitzer (45 %) weniger als 30 Minuten pro Woche.
- 36 Prozent der Männer wenden dafür mehr als eine Stunde pro Woche auf.
- Bei Frauen sind es nur 14 Prozent.
Methodik: So investiert Deutschland
Stichprobe
Disproportional geschichtete Stichprobe der deutschen Wohnbevölkerung mit Zugang zum Internet ab 18 Jahren. Die Stichprobengröße beträgt n=3.203 Befragte (n=200 bis 202 Befragte pro Bundesland).
Befragungszeitraum und Methodik
Die Befragung fand zwischen dem 22.09.2025 und dem 08.10.2025 statt. Es kamen „Computer Assisted Web Interviews“ (CAWI) zum Einsatz.
Generationen im Vergleich
Folgende Altersgruppen wurden zur vergleichenden Studie herangezogen:
Baby Boomer: geboren 1946-1964
Generation X: geboren 1965-1980
Millennials: geboren 1981-1996
Generation Z: geboren 1997-2007
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