Frankreich – Beendet Präsidentschaftswahl den politischen Stillstand?

Die politische Unsicherheit in Frankreich lähmt zunehmend die Wirtschaft. Die Präsidentschaftswahl 2027 droht diese Situation zu verschärfen.

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Dr. Vincent Stamer

Commerzbank Economic Research

29.09.2026

Wir stellen die Kandidaten und den langen Prozess bis zur Stichwahl im kommenden Mai vor. Ohne eine Mehrheit im Parlament droht auch dem neuen Staatsoberhaupt eine politische Pattsituation, was dringend notwendige Wirtschaftsreformen verzögern könnte. Bereits die Budgetverhandlungen bis zum Ende des Jahres dürften zum Spielball des Wahlkampfes werden. Auch in den kommenden Jahren könnte das Budgetdefizit des französischen Staates bei 5% oder sogar darüber liegen.

Frankreichs Politik bringt die Wirtschaft ins Wanken

Während die Konjunktur im Euroraum zuletzt wieder angezogen hat, ist Frankreichs Wirtschaft in der ersten Hälfte dieses Jahr leicht geschrumpft. Die politische Unsicherheit dürfte zu diesem Trend mindestens beigetragen haben. Denn die Unsicherheit über zukünftige Steuern, das Renteneintrittsalter und Sozialleistungen belastet sowohl private Haushalte als auch Unternehmen. Mit der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr dürfte diese Unsicherheit noch einmal deutlich zunehmen. Wir geben einen Überblick.

Die vielen Kandidaten erwartet ein langer Wahlkampf

Gegenwärtig zählen wir etwa 35 Personen, die entweder bereits offiziell Kandidaten für die Präsidentschaft sind, sich für die Vorwahl ihrer Partei angemeldet haben oder ihre Absicht zur Wahl bekundet haben. Dies sind mehr als bei den letzten vier Wahlkämpfen zur gleichen Zeit.

Aber der Weg zum Élysée-Palast ist lang: Denn die Kandidaten müssen 500 Stimmen von gewählten Amtsträgern aus mindestens 30 unterschiedlichen Departements sammeln.Dies hat das Bewerberfeld in der Vergangenheit auf zehn bis zwölf Personen schrumpfen lassen. Angesichts der vielen Bewerber könnten dieses Mal mehr Kandidaten die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 18. April erreichen als dies früher der Fall war. Erhält beim ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit – wie dies bisher bei allen Wahlen der Fall war – findet am 2. Mai eine Stichwahl der beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen statt.

Den vollständigen Text finden Sie im PDF-Dokument.