Ifo schüttelt hohen Ölpreis ab

Das Ifo-Geschäftsklima ist wie gestern der Einkaufsmanagerindex überraschend deutlich gestiegen (von 88,8 auf 89,9).

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Dr. Jörg Krämer

Commerzbank Economic Research

24.09.2026

Offenbar haben die Unternehmen den jüngsten massiven Anstieg der Energiepreise abgeschüttelt. Die deutsche Wirtschaft ist widerstandsfähiger als gedacht. Allerdings zeichnet sich trotzdem nur eine moderate Erholung ab (1,2% für 2026). Denn wegen der fehlenden durchgreifenden Reformen verbessert sich die geschundene Standortqualität nicht entscheidend, weshalb die Unternehmen sich mit Investitionen hierzulande weiter zurückhalten dürften. Außerdem leidet der Export unter dem schwachen China-Geschäft und Trumps Zöllen.

Das Ifo-Geschäftsklima ist im September unerwartet deutlich gestiegen – und zwar von 88,8 auf 89,9. Der Anstieg ist stärker, als die vorab befragten Volkswirt erwartet hatten (Konsens: 89,0; Commerzbank: 88,0). Die Erholung ging sowohl auf die Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage (89,5 nach 88,5), als auch auf die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate zurück (90,4 nach 89,0). Die Erholung ist bemerkenswert, weil die Energiepreise wegen der Eskalation des Iran-Kriegs im September stark gestiegen sind. Mittlerweile liegen sowohl das Ifo-Geschäftsklima als auch der Einkaufsmanagerindex höher als bei Ausbruch des Iran-Krieges. Das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die deutsche Wirtschaft – wie die meisten westlichen Volkswirtschaften – mit Blick auf den Iran-Krieg unerwartet resilient ist.

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