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06. Oktober 2011

Aktuelle Commerzbank-Studie: Rohstoffkrise belastet den Mittelstand in Deutschland

  • Zwei Drittel der Unternehmen leiden unter steigenden Rohstoffkosten - Energiekosten belasten Betriebe deutlich seltener
  • Knapp die Hälfte der Unternehmen befürchtet Abstriche in der wirtschaftlichen Gesamtleistung Deutschlands
  • Röttgen: Technologievorsprung in Bezug auf effiziente Nutzung von Ressourcen ist Rohstoffquelle unseres Landes


Steigende Preise für Rohstoffe belasten den deutschen Mittelstand in erheblichem Maße. Für 67 Prozent der mittelständischen Unternehmen wirkt sich die Verteuerung derzeit negativ auf die Geschäfte aus. Drei von vier Unternehmen benötigen Rohstoffe oder rohstoffintensive Vorprodukte. Das zeigt die 11. Studie der Initiative "UnternehmerPerspektiven" mit dem Titel "Rohstoffe und Energie: Risiken umkämpfter Ressourcen". Diegrößte deutsche Mittelstandsstudie befragte 4.000 Inhaber und Geschäftsführer mittelständischer Unternehmenin ganz Deutschland zu ihren Problemen und Lösungsansätzen bei der Beschaffung und Absicherung von Rohstoffen und Energie.


"Während mehr als zwei Drittel der Unternehmer über Belastungen durch steigende Rohstoffpreise klagen, wirken sich die derzeit vieldiskutierten höheren Preise für Energie nur bei einem Drittel der Unternehmenschädlich auf die Bilanz aus. Man kann von einer regelrechten Rohstoffkrise im Mittelstand sprechen", erklär tMarkus Beumer, Mitglied des Vorstandes der Commerzbank. "Problematisch sind neben Preissteigerungen insbesondere starke Preisschwankungen, die unternehmerische Planung erschweren. 50 Prozent der befragten Unternehmen haben diesen Faktor als Belastung für ihr Geschäft benannt."


40 Prozent der Unternehmen sehen den Aufschwung in Gefahr und fürchten, dass Deutschland als rohstoffarmes Land künftig mit Abstrichen in der wirtschaftlichen Gesamtleistung rechnen muss. Weitere 7 Prozent erwarten sogar ausgesprochene wirtschaftliche Schwierigkeiten für den Standort. Dem stehen 52 Prozent zuversichtlich gestimmte Unternehmen gegenüber: Sie gehen davon aus, dass sich die Ressourcenknappheit nicht in geringerer Wirtschaftsleistung niederschlägt.


Hoher Rohstoffbedarf auch im Dienstleistungssektor
Einen hohen Bedarf an Rohstoffen und rohstoffintensiven Vorprodukten haben der Studie zufolge nicht nur Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Baubranche, sondern nahezu alle Branchen. Beiden benötigten Stoffen handelt es sich bei 56 Prozent der Unternehmen um fossile Rohstoffe, also Öl, Gasoder Kohle und darauf basierende Vorprodukte wie beispielsweise Kunststoffe. An zweiter Stelle stehen Industriemetalle, die 42 Prozent aller Unternehmen beziehen. In der Wahrnehmung des Mittelstands geben weniger die Endlichkeit verfügbarer Ressourcen als der Zugang zu Rohstoffen und die Mechanismen des globalen Marktes Anlass zur Sorge. Spekulationen an den Rohstoffmärkten sind für 89 Prozent der befragten Mittelständler besorgniserregend. Was die eigene Ressourcenversorgung angeht, fürchten die Unternehmen Spekulation damit noch stärker als die Folgen des weltweit steigenden Verbrauchs (84 Prozent).


Innovation als Antwort auf Ressourcenknappheit
Über die Hälfte der befragten Unternehmen sieht in Innovationen den Schlüssel für die Bewältigung der Ressourcenproblematik: 52 Prozent der befragten Unternehmer sehen die Verknappung auf den Rohstoff und Energiemärkten als Innovationstreiber. Nur 18 Prozent fürchten dagegen, Ressourcenknappheit könnte den technologischen Fortschritt bremsen. "Die gute Nachricht für Unternehmer ist: Wir haben mit Kreativität und Innovationskraft in Deutschland die entscheidenden Voraussetzungen, um effizienter zu wirtschaften. Wer in Ressourceneffizienz investiert, schont nicht nur die natürlichen Ressourcen, sondern verschafft sich entscheidende Wettbewerbsvorteile. Den Technologievorsprung in Bezug auf die Wiederverwertung und effiziente Nutzung von Ressourcen kann man als Rohstoffquelle unseres Landes bezeichnen.", kommentiert Dr. Norbert Röttgen, Bundesumweltminister und Schirmherr der Studie." "Die Politik wird ihren Beitrag dazuleisten. Die Bundesregierung hat beschlossen, ein nationales Ressourceneffizienzprogramm zu entwickeln. Darin werden wir für jeden Schritt der Wertschöpfungskette konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienzentwickeln - vom nachhaltigen Rohstoffabbau über ein langlebiges Produktdesign, einen materialeffizienten Produktionsprozess oder Anreize für ressourceneffizienten Konsum bis hin zur Schließung von Stoffkreisläufen durch Wiederverwertung und Recycling. Ich bin sicher: Wirtschaft und Umwelt werden davon gleichermaßen profitieren!"


Während das Problembewusstsein hoch ist, fühlen sich die Unternehmen zum Teil der Komplexität der Ressourcenproblematik ausgeliefert. "In diesem Zusammenhang gibt es zu denken, dass 40 Prozent der befragtenUnternehmen nicht einschätzen können, ob sie in puncto Ressourcenversorgung gut oder schlecht fürdie Zukunft gerüstet sind. Hier besteht großer Orientierungsbedarf", so Markus Beumer. Potenzial hat derMittelstand auch noch bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Nochverlegt sich der Mittelstand nicht auf Innovationen, sondern versucht, die Kosten im Einkauf zu senken. 47Prozent der Unternehmen suchen neue Lieferanten, parallel werden längere Lieferverträge mit bestehendenZulieferern verhandelt (ebenfalls 47 Prozent). Nur eine Minderheit von 10 Prozent der Unternehmen sichertPreisrisiken beim Rohstoffeinkauf durch spezifische Finanzinstrumente ab oder zieht dies in Erwägung (6 Prozent). Bislang bemühen sich nur 35 Prozent um mehr Effizienz beim Rohstoffverbrauch, 23 Prozent kümmernsich um Energieeffizienz. 31 Prozent nutzen Recycling, um den Rohstoffverbrauch zu reduzieren.


Die Initiative "UnternehmerPerspektiven" und ihre Studien "UnternehmerPerspektiven" ist eine Initiative der Commerzbank. Ihr Ziel ist es, ein Forum für Themen zu etablieren, die mittelständische Unternehmen in Deutschland bewegen und ihnen Gehör zu verschaffen. Grundlage für die Studien sind repräsentative Umfragen mit 4.000 Inhabern und Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen in ganz Deutschland. Die Studienergebnisse werden mit Vertretern aus Wirtschaft,Verbänden, Politik und Wissenschaft - auch auf öffentlichen Podien - diskutiert, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen und Lösungsansätze für die Herausforderungen des Mittelstands zu entwickeln. Die vollständige Studie sowie weitere Informationen zur Initiative finden Sie unter www.unternehmerperspektiven.de.


Bitte beachten Sie auch die neue Internetseite des Managements der Mittelstandsbank auf http://www.msb-management.commerzbank.de.


Kontakt:
Martin Halusa: 069 / 136-85331 0170 - 852 8638
Bernd Reh: 069 / 136-46971 0170 - 914 3734


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Über die Commerzbank
Die Commerzbank ist führend bei Privat- und Firmenkunden in Deutschland. Mit den Segmenten Privatkunden, Mittelstandsbank, Corporates & Markets, Central & Eastern Europe sowie Asset Based Finance bietet die Bank ihren Kunden ein attraktives Produktportfolio und ist insbesondere für den exportorientierten Mittelstand ein starker Partner in Deutschland und weltweit. Mit rund 1.200 Filialen verfügt die Commerzbank zukünftig über eines der dichtesten Filialnetze der deutschen Privatbanken. Sie hat rund 60 Standorte in 50 Ländern und betreut mehr als 14 Millionen Privat- sowie 1 Million Geschäfts- und Firmenkunden weltweit. Im Jahr 2010 erwirtschaftete sie mit 59.100 Mitarbeitern Bruttoerträgevon 12,7 Milliarden Euro.

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