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13. Oktober 2010

Aktuelle Studie der Commerzbank-Initiative "UnternehmerPerspektiven": Finanzkrise führt beim Mittelstand zu Vertrauensverlust gegenüber Banken

● Verhältnis zu den eigenen Banken bleibt jedoch weitgehend unbeeinträchtigt
● Mittelstand wünscht sich mehr Beratung und Service – noch vor guten Konditionen
● Commerzbank mahnt Gleichbehandlung bei geplanter Regulierung (Basel III) an


Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat das Vertrauen des Mittelstands in die deutschen Banken erschüttert. Das geben 61 Prozent der Unternehmen in der aktuellen Befragung der Commerzbank-Initiative Unternehmer-Perspektiven an. Kaum Schaden genommen hat hingegen die Beziehung zur eigenen Bank oder Sparkasse. Rund drei Viertel der deutschen Mittelständler beurteilen das Vertrauensverhältnis zu ihren Hausbanken als unverändert. "Das Hausbankenprinzip hat sich in der Krise bewährt - das ist eine gute Nachricht", konstatierte Markus Beumer. "Allerdings muss uns Banken die nur durchschnittliche Zufriedenheit der Befragten mit ihren Instituten zu denken geben. Schließlich ist unser Ziel, dass Kunden uns langfristig die Treue halten und weiterempfehlen. Dafür müssen alle Banken bessere Arbeit leisten", so der für das Mittelstandsgeschäft verantwortliche Commerzbank-Vorstand. Daneben sei es gerade während der derzeitigen Aufschwungphase wichtig, dass die geplante Regulierung im Rahmen von Basel III die Finanzierung des Mittelstands nicht gefährde. "Es ist zwar grundsätzlich richtig, strengere Eigenkapitalvorschriften und international einheitliche Liquiditätsvorschriften einzuführen. Entscheidend wird aber sein, dass alle Staaten die neuen Regeln zeitgleich und in vergleichbarer Weise einführen, damit keine Wettbewerbsverzerrungen entstehen", betonte Beumer.


Prädikat "befriedigend" statt Begeisterung

Die neunte Mittelstandsstudie der Commerzbank kommt zu dem Schluss, dass nur eine Minderheit der Firmenkunden mit ihren Bankpartnern wirklich zufrieden ist. 47 Prozent der Befragten sind mit ihren Bankbeziehungen lediglich "zufrieden". Glänzende Zensuren verteilen die Unternehmen relativ sparsam: Ein knappes Drittel der Mittelständler ist mit seinen Kreditinstituten "sehr zufrieden", nur 7 Prozent "äußerst zufrieden". Durchgefallen sind die Geldhäuser bei insgesamt 13 Prozent der Firmenkunden. Sie sind "weniger zufriedenen" beziehungsweise "unzufrieden".


Für die Studie zum Thema "Der Mittelstand und seine Banken" befragte das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest von Mai bis Juli 2010 rund 4.000 Inhaber und Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen in Deutschland zum Status quo sowie zu den Perspektiven im Corporate Banking.


Gefragt: Beratung, Service und unternehmerisches Verständnis

Dass gekürzte Kreditlinien für Unmut sorgen, ist ein wenig überraschendes Ergebnis der Befragung. Bei der Frage nach den Treibern von Kundenzufriedenheit gibt die Studie indes interessanten Aufschluss: Positive Kreditentscheidungen wirken sich nur geringfügig aus, entscheidender sind vielmehr Service und Beratung. Für 77 Prozent der Befragten werden diese beiden Faktoren künftig wichtiger sein als noch vor der Krise. Darüber hinaus spielen ebenfalls gute Konditionen weiterhin eine maßgebliche Rolle. Bei Gebühren und Konditionen mahnt der Mittelstand mehr Verhandlungsbereitschaft an. Darüber hinaus erwarten die Unternehmen von ihren Bankpartnern mehr unternehmerisches Denken und Handeln: 83 Prozent der Befragten wünschen sich weniger Bürokratie, 63 Prozent fordern, dass Finanzinstitute die Geschäftsbeziehung nicht allein vom kurzfristigen Erfolg eines Unternehmens abhängig machen und auch in schwierigen Zeiten zu ihm stehen sollten. "Die Krise hat sich bei einigen Unternehmen als echter Prüfstein für die Bankbeziehung erwiesen", stellt Markus Beumer fest. "Bei 15 Prozent der befragten Unternehmer wurde die Geschäftsbeziehung zu ihren Hausbanken gestärkt - allerdings geben auch 14 Prozent an, das Vertrauen sei beschädigt worden."


Vertrauen ist keine Einbahnstraße

Der Mittelstand übt aber nicht nur Kritik an den Banken, sondern sieht auch bei sich selbst Defizite. Ein gutes Rating und eine höhere Eigenkapitalquote stehen ganz oben auf der unternehmerischen Agenda der Verbesserungen. Mehr als die Hälfte der Mittelständler will sich dafür grundsätzlich in Finanzfragen weiterbilden, weitere 42 Prozent über alternative Finanzierungsformen informieren. Verbesserungsbedarf beim Finanzmanagement besteht aus Sicht der Unternehmen hingegen weniger - nur ein knappes Drittel sieht sich hier in der Pflicht. Darüber hinaus räumen viele Befragte ein, sich gegenüber ihren Banken und Sparkassen stärker öffnen zu müssen, etwa wenn es um Geschäftsinformationen geht. Der Mittelstand will künftig nicht nur blanke Zahlen liefern, sondern Finanzierungsziele klarer benennen und mögliche Probleme frühzeitig ansprechen. Umgekehrt fordern die Unternehmen aber auch mehr Transparenz aufseiten der Banken: bei standardisierten Bewertungsverfahren, in der Begründung unternehmensrelevanter Entscheidungen und bei der Erläuterung des gesamten Produktportfolios.


Pressekontakt:
Martin Halusa +49 69 136-85331
Bernd Reh +49 69 136-46971


Die Initiative "UnternehmerPerspektiven" und die Studien
"UnternehmerPerspektiven" ist eine Initiative der Commerzbank. Ihr Ziel ist es, ein Forum für Themen, die mittelständische Unternehmen in Deutschland bewegen, zu etablieren und ihnen Gehör zu verschaffen. Grundlage sind repräsentative Umfragen bei 4.000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Die Studienergebnisse werden mit Vertretern aus Wirtschaft, Verbänden, Politik und Wissenschaft - auch auf öffentlichen Podien - diskutiert, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen und tragfähige Lösungsansätze für die Herausforderungen des Mittelstands zu entwickeln. Die vollständige Studie sowie weitere Informationen zur Initiative finden Sie unter www.unternehmerperspektiven.de.


Über die Commerzbank
Die Commerzbank ist die führende Privat- und Firmenkundenbank in Deutschland. Mit den Segmenten Privatkunden, Mittelstandsbank, Corporates & Markets, Central & Eastern Europe sowie Asset Based Finance bietet die Bank ihren Kunden ein attraktives Produktportfolio und ist insbesondere für den exportorientierten Mittelstand ein starker Partner in Deutschland und weltweit. Mit zukünftig rund 1.200 Filialen verfügt die Commerzbank über das dichteste Filialnetz der deutschen Privatbanken. Sie hat mehr als 60 Standorte in gut 50 Ländern und betreut 14 Millionen Privat- sowie 1 Million Geschäfts- und Firmenkunden. Im Jahr 2009 erwirtschaftete sie mit rund 63.000 Mitarbeitern Bruttoerträge von 10,9 Milliarden Euro.

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