• Konto überziehen: Das sollten Sie beachten

    Konto überziehen

    So kommen Sie raus aus den „Miesen“

Konto überziehen – darauf sollten Sie achten

Meist passiert es zum Monatsende und häufig dann, wenn Kosten anfallen, mit denen niemand gerechnet hat: Das Girokonto rutscht ins Minus. Ein echtes Problem ist das in der Regel nicht. Schließlich bietet das Girokonto meist die Möglichkeit, mehr Geld abzuheben, als tatsächlich vorhanden ist – Sie können das Konto überziehen. Das geht mit Dispositionskredit (kurz Dispo) , aber auch ohne. In beiden Fällen fallen Zinsen an. Doch ist die Kontoüberziehung nicht genehmigt, hat Ihnen die Bank also keinen Dispokredit eingeräumt, droht im schlimmsten Fall die Kündigung des Kontos. Die folgenden Punkte sollten Sie deshalb beachten, wenn Sie Ihr Konto überziehen.


Konto überziehen: Was bedeutet das?

Mehr als die Hälfte der Deutschen hat das Girokonto noch nie überzogen – rund sieben Prozent der Bundesbürger rutschen mit ihrem Konto dagegen regelmäßig ins Minus. Aber was bedeutet das eigentlich?

Trotz regelmäßigem Einkommen kann es passieren, dass am Ende des Monats kein Geld mehr auf dem Girokonto übrig ist. Reparaturen am Auto, eine unerwartete Rechnung – überraschende Ausgaben können schnell den Kontostand nach unten ziehen.

Generell gilt bei Ihrem Girokonto die sogenannte Null-Euro-Grenze. Das heißt: Wenn das Konto leer ist, haben Sie auch kein Geld mehr zur Verfügung. Doch die meisten Banken bieten dem Kunden die Möglichkeit, das Konto zu überziehen. Das bedeutet, dass Sie Geld nutzen können, das Sie momentan gar nicht haben. Dabei gibt es zwei Alternativen:

Konto überziehen mit Dispo

Konto überziehen mit Dispokredit:

Hier spricht man von der „eingeräumten Kontoüberziehung“. Diese können Sie bei Ihrer Bank beantragen, die dann Ihr Gehalt und Ihre Schufa-Einträge prüft. Danach gewährt Sie Ihnen einen bestimmten Spielraum, in dessen Rahmen Sie Ihr Konto überziehen können, sooft Sie wollen.

Konto überziehen ohne Dispo

Konto überziehen ohne Dispokredit

Auch ein Girokonto ohne festgelegten Dispokredit können Sie überziehen. Allerdings nur, wenn eine Kontoüberziehung von der Bank geduldet wird. Das kann die Bank nämlich auch ablehnen. Ist eine Kontoüberziehung geduldet, kann das Konto über die Null-Euro-Grenze hinaus ins Minus überzogen werden.

In beiden Fällen werden Zinsen fällig, entweder Dispozinsen oder Überziehungszinsen. Letztere sind in der Regel deutlich höher als die Zinsen für einen Dispokredit. Damit sichert die Bank ihr Risiko ab, wenn sie einem Kunden Geld leiht, ohne über Sicherheiten zu verfügen.

Konto überziehen – mit Dispokredit

Bei einem Dispositionskredit vereinbaren Sie mit der Bank, dass Sie Ihr Konto maximal bis zu einem bestimmten Betrag überziehen können. Der Überziehungsrahmen richtet sich dabei meist nach dem monatlichen Einkommen des Bankkunden und ist in der Regel nicht höher als das dreifache Nettoeinkommen. Haben Sie kein regelmäßiges Einkommen, gewährt die Bank in der Regel keinen Dispo.

Nutzen Sie den Dispokredit, werden Zinsen fällig. Deren Höhe ist von Kreditinstitut zu Kreditinstitut verschieden, meist bewegt sich der Zinssatz aber zwischen sechs und 15 Prozent pro Jahr. Diese Zinsen werden anteilig fällig, auch wenn Sie beispielsweise nur einen Tag im Minus sind. Wie viel Zinsen Sie zahlen müssen, hängt davon ab, um wie viel Sie Ihr Konto überzogen haben. Sind Sie beispielsweise bei einem Zinssatz von 12 Prozent einen Monat lang 100 Euro im Minus, zahlen Sie dafür Überziehungszinsen in Höhe von 1 Euro. Bei einem Dispo kann der Bankkunde das Konto auf unbestimmte Zeit überziehen. Die Zinsen dafür sind überwiegend quartalsweise fällig.

Die Konditionen des Dispokredits sowie die Möglichkeiten zur Beantragung finden Sie hier.

Konto überziehen – ohne Dispokredit

Auch wer keinen Dispositionskredit hat, kann – je nach Kreditinstitut – sein Konto überziehen. In diesem Fall trägt die Bank jedoch ein größeres Risiko, denn der Überziehungsrahmen ist nicht wie bei einem Dispokredit an das regelmäßige Einkommen geknüpft. Daher sind in der Regel höhere Überziehungszinsen fällig. Aber auch dann spielt es keine Rolle, ob Sie für einen Tag oder zwei Wochen im Minus sind.

Verbrauchertipp zur Kontoüberziehung

Informieren Sie Ihre Bank

Sprechen Sie eine Kontoüberziehung ohne Dispokredit immer mit Ihrer Bank ab, und halten Sie sich an die Aufforderung, das Konto wieder auszugleichen. Andernfalls kann Ihnen die Bank das Konto kündigen und das fehlende Geld über ein Inkassounternehmen von Ihnen zurückholen. Bedenken Sie auch, dass Sie einen Schufa-Eintrag riskieren, wenn Sie Ihr Konto mehrmals ohne eingeräumten Dispo überziehen.

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Wie funktioniert die Kontoüberziehung?

Wenn Sie bei der Bank einen Dispositionskredit beantragen, müssen Sie dazu keine aufwendigen Formulare ausfüllen oder Sicherheiten hinterlegen. Ein regelmäßiges Einkommen genügt bereits. Auch Selbstständige und Freiberufler können den Dispokredit unkompliziert nutzen, sofern sie ein regelmäßiges Einkommen nachweisen können. Minderjährige erhalten von der Bank keinen Dispo. Sie können nur das Geld nutzen, das sie auf ihrem Konto haben.

Um ein Girokonto überziehen zu können, sollten Sie einige Faktoren berücksichtigen:

  • Höhe: Bis zu welcher Höhe Sie ins Minus gehen können, hängt bei den meisten Kreditinstituten davon ab, ob Sie ein regelmäßiges Einkommen beziehen und wie hoch es ist. In der Regel ist die Höhe des Dispokredits auf das dreifache Nettogehalt begrenzt.
  • Dauer: Wie lange das Girokonto überzogen werden darf, ist nicht festgelegt, solange die Höhe im vereinbarten Rahmen bleibt. Es spielt also keine Rolle, ob Sie Ihr Konto einen Tag, eine Woche, einen Monat oder länger überziehen.
  • Kosten: Für eine eingeräumte Kontoüberziehung mit Dispokredit verlangen Banken im Durchschnitt rund 9 Prozent Dispozinsen im Jahr. Überziehen Sie das Girokonto auf Basis eines geduldeten Kontokorrentkredits, also ohne Dispokredit, liegen die Zinsen bis zu fünf Prozentpunkte darüber.

Konto überziehen: Alternativen und Auswege

Überziehen Sie Ihr Konto regelmäßig, laufen Sie Gefahr, in eine Schuldenspirale zu geraten, denn aufgrund der hohen Zinsen bei einem Dispokredit nimmt die Schuldenlast im Laufe der Zeit immer größere Ausmaße an. Um zu vermeiden, dass die Bank das Konto sperrt, empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Berater des Kreditinstituts über eine Umschuldung.

Der größte Vorteil des Dispokredits ist die unkomplizierte Nutzung und seine große Flexibilität. Sie können diesen jederzeit nutzen und auch jederzeit das Konto wieder ausgleichen und ins Plus gelangen. Möglicherweise haben Sie noch Ersparnisse, vielleicht auf einem Tagesgeldkonto? Dann sollten Sie das Geld verwenden, um den Dispokredit auszugleichen. Für die Dispozinsen zahlen Sie nämlich immer einen höheren Zinssatz, als Sie mit den Zinsen auf dem Tagesgeldkonto einnehmen. Können Sie den Dispokredit auch langfristig nicht zurückzahlen, sollten Sie über die Einrichtung eines Rahmenkredits nachdenken oder eine Umschuldung mittels Kredit in Betracht ziehen.

Konto überziehen: Alternativen und Auswege
Rahmenkredit als Alternative zum Dispo

Rahmenkredit als Alternative zum Dispokredit

Ein Rahmen- oder auch Abrufkredit ist meist günstiger als ein Dispokredit, aber teurer als ein Ratenkredit. Dabei sichert die Bank Ihnen eine sogenannte Kreditlinie zu. Sie können dann kurzfristig Geld vom Kreditkonto auf Ihr Girokonto überweisen. Zinsen zahlen Sie auf den Betrag, den Sie sich selbst ausgezahlt haben. Die Rückzahlung können Sie meist flexibel vereinbaren. Einige Banken verlangen eine monatliche Mindestrückzahlung. Die Zinsen für den Rahmenkredit orientieren sich an der jeweils aktuellen Marktlage, sind also nicht fixiert. Das heißt: Sie können schwanken und einen Kredit kurzfristig teurer oder billiger machen.

Ratenkredit als Alternative zum Dispo

Ratenkredit als Alternative zum Dispokredit

Bei einem Ratenkredit erhalten Sie von der Bank den vereinbarten Betrag auf einmal. Im Gegensatz zum Dispo- oder zum Rahmenkredit wird das Darlehen mit monatlich festen Raten zurückgezahlt. Die Raten setzen sich aus einem Tilgungssatz und einem Zinssatz zusammen. Die Zinsen sind bei dieser Art der Finanzierung in der Regel niedriger als bei einem Dispokredit und auch niedriger als bei einem Rahmenkredit, jedoch fehlt die Flexibilität, was die Höhe des benötigten Darlehens angeht. Der Rückzahlungszeitraum ist meist für mehrere Jahre festgelegt, der Sollzins bleibt in dieser Zeit derselbe. Die Zinsen fallen dabei nur auf den noch nicht getilgten Betrag an.


Dispokredit umschulden: So funktioniert’s

Je nachdem wie hoch aber Ihre Inanspruchnahme des Dispositionskredits ist, lohnt es sich, über eine Umschuldung nachzudenken. Wie funktioniert das Umschulden eines Dispos in einen Kredit ? Beantragen Sie einen Ratenkredit in Höhe der Summe Ihrer Dispo-Schulden und gleichen Sie mithilfe dieses Ratenkredits das Minus auf Ihrem Girokonto aus. Der neue Kredit ist zum einen preiswerter, zum anderen haben Sie eine bessere Kontrolle über Ihre Schulden. Aber Achtung: Rutschen Sie nach dem Ausgleichen Ihres Kontos nicht gleich wieder ins Minus. Schließlich müssen Sie auch den Kredit noch abbezahlen.

Beispielrechnung beim Umschulden eines Dispokredits: Angenommen, Sie haben Dispo-Schulden in Höhe von 3.000 Euro und bezahlen 11,70 Prozent Dispozinsen pro Jahr auf Ihren Dispokredit. Alternativ dazu gibt es einen Ratenkredit mit nur 2,95 Prozent Zinsen, die jeweils auf die Restschuld angerechnet werden. Die Rechnung zeigt: Nach zwei Jahren haben Sie rund 268 Euro Zinsen gespart.

Dispokredit umschulden: So funktioniert’s
Dispokredit Ratenkredit
Effektivzins pro Jahr 11,70 % 2,95 %
Monatliche Ratenhöhe 139,98 Euro 128,83 Euro
Laufzeit 24 Monate 24 Monate
Gezahlte Zinsen 359,64 Euro 91,81 Euro

Konto überziehen: 4 Tipps für den richtigen Umgang mit dem Dispo

Konto überziehen: Tipp 1

Konto überziehen nur im Notfall

Fragen Sie sich immer, ob es wirklich notwendig ist, das Konto zu überziehen und teure Dispozinsen in Kauf zu nehmen. Wenn es sich um einen einmaligen Notfall handelt oder sich eine Abbuchung mit der Zahlung des Gehalts überschneidet, ist und bleibt der Dispo eine gute Möglichkeit, Zahlungsschwierigkeiten zu vermeiden.

Konto überziehen: Tipp 2

Kosten im Blick behalten

Sollten Sie regelmäßig Ihr Konto überziehen, überprüfen Sie Ihre Ausgaben. Sind alle zwingend erforderlich? Führen Sie nach Möglichkeit ein Haushaltsbuch und notieren Sie, wohin das Geld fließt. Manchmal lassen sich dadurch unnötige Kostenblöcke aufdecken, die sich einfach beseitigen lassen.

Konto überziehen: Tipp 3

Alternative Kreditangebote vergleichen

Sie wissen, dass Sie längerfristig Ihr Konto überziehen werden, etwa weil eine Einnahme wegfällt oder eine größere Ausgabe ansteht? Dann vergleichen Sie alternative Kreditangebote und berechnen Sie, wie viel Geld Sie durch günstigere Zinsen sparen können.

Konto überziehen: Tipp 4

Lastschriften und Daueraufträge beachten

Wenn Sie mit Ihrem Girokonto im Minus sind, also die Null-Euro-Grenze erreichen oder den Rahmen des Dispos sprengen, kann es sein, dass die Bank Abbuchungen wie Lastschriften und Daueraufträge nicht durchführt. Bedenken Sie das, bevor Sie Ihr Konto überziehen.


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