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Kosten und Wege zur Scheibentönung

Getönte Scheiben können sehr vorteilhaft sein. Einige Autobesitzer und -besitzerinnen entscheiden sich daher dazu, ihren Wagen damit nachträglich auszurüsten. Wie teuer dies ist, welche Techniken sich dafür eignen und was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie in diesem Ratgeberartikel.


Warum sollten Sie sich die Scheiben tönen lassen?

Die Scheibentönung für Autoscheiben bietet einen Hitze- und Blendschutz. Das Fahrzeuginnere erwärmt sich dank der Scheibentönung nicht so schnell, was das Wohlbefinden erhöht. Aufgrund der Scheibentönung können Sie konzentrierter Autofahren. Auch die Klimaanlage müssen Sie so weniger häufig aktivieren, wodurch Sie an Benzin bzw. Energie sparen. Vor allem Babys, Kleinkinder und Senioren profitieren von dem Hitzeschutz, da sie sehr wärmeempfindlich sind.

Wenn Sie die Scheiben tönen, blendet Sie die Sonne weniger. Das trägt zur Fahrsicherheit bei. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: Getönte Scheiben können die gefährliche UV-Strahlung filtern. Das reduziert Hautschäden. Vor allem Autofahrer, die tagtäglich lange im Fahrzeug sitzen, ziehen daraus einen großen Nutzen. Neben der Funktionalität kann die Scheibentönung zudem die Optik des Fahrzeugs aufwerten.


Autoscheiben tönen: Welche Tönungstechniken gibt es für Scheiben?

Es existieren drei Techniken, mit denen sich die Autoscheiben tönen lassen:

Tönungsfolien für Autoscheiben

Tönungsfolien für Autoscheiben:

Bei Tönungsfolien handelt es sich um eine Folie, die in unterschiedlichen Farbtönen und mit den verschiedensten Effekten erhältlich ist. So können Sie beispielsweise eine Folie zum Tönen kaufen, die alumetallisiert ist. Diese Tönungsfolien begeistern durch eine beachtliche Wärmerückweisung. Trotz der Tönung der Autoscheiben behalten Sie die klare Durchsicht von innen. Darüber hinaus gibt es Tönungsfolien des Typs Basic. Sie sind sehr preiswert. Solch eine Folie für die Autoscheibe soll nicht in erster Linie vor der Sonne schützen, sondern einen guten Sichtschutz ermöglichen. Daher ist die Wärmereduktion von solch einer Folie gering. Übrigens: Bei Bedarf können Sie die Folie ohne Schwierigkeiten entfernen. Auch deshalb gehören die Tönungsfolien zur ersten Wahl, um die Scheiben zu tönen.

Glascoating

Glascoating:

Im Unterschied zu Tönungsfolien wird bei dieser Tönungstechnik direkt die Autoscheibe verändert. Dafür kommt eine farbige Polyurethandispersion zum Einsatz. Mit diesem Kunststoff-Wasser-Mix bedampft der Anwender oder die Anwenderin die Scheiben vom Fahrzeug. Alternativ dazu werden die Scheiben in ein Becken mit einer speziellen Färbeflüssigkeit zum Tönen getaucht. Diese Variante zur Tönung von Scheiben begeistert durch ihre Hochwertigkeit, aber findet kaum Anwendung. Warum? Der TÜV-Deutschland verweigert eine Abnahme. Der Grund dafür liegt in dem Überprüfungsaufwand dieser Scheiben. Um solche getönten Seitenscheiben oder solch eine getönte Heckscheibe hinsichtlich der Lichtdurchlässigkeit zu überprüfen, wäre eine Laborprüfung erforderlich. Mit den handelsüblichen mobilen Prüfgeräten zur Lichtdurchlässigkeitsmessung ist das nicht möglich.

Scheibenaustausch

Scheibenaustausch:

Sie können an Ihrem Fahrzeug auch die Scheiben austauschen lassen. So erhalten Sie getönte Autoscheiben vom Hersteller, die perfekt passen. Diese Technik zum Tönen der Scheiben wird seltener eingesetzt, da sie die teuerste Lösung ist.

Welche Folien eignen sich für eine Scheibentönung?

Welche Folien eignen sich für eine Scheibentönung?

Zum Tönen von Scheiben am Fahrzeug eignen sich am besten Tönungsfolien. Es gibt jedoch nicht nur einen Typ von Folie, sondern eine breite Vielfalt an Tönungsfolien. Einige sind klassisch schwarz, während andere einen Grauton aufweisen. Darüber hinaus gibt es welche mit Chromeffekt. Sie können die Folie sogar auf die Farbe vom Fahrzeug abstimmen. Ein weiteres Plus der Tönungsfolien ist, dass sie sich gut schneiden lassen. Auf diese Weise ist es möglich, die Folie exakt auf die Größe der Autoscheibe und ihre Form abzustimmen. Da der Markt an Tönungsfolien groß ist, sollten Sie darauf achten, dass die gewünschte Folie eine gute Qualität hat und einen UV-Schutz bietet.


Welche Scheiben dürfen Sie dem Gesetz nach tönen lassen?

Ganz gleich, ob Sie sich für Tönungsfolien oder eine andere Technik zur Verdunklung der Scheiben entscheiden: Achten Sie darauf, durch die Tönung nicht das Sichtfeld beim Fahren einzuschränken. Ist das der Fall, ist das Tönen der Scheiben verboten. Sie würden die Verkehrssicherheit gefährden. Das kann zu einem Punkt in Flensburg und Bußgeldzahlungen führen.

Um nicht rechtswidrig zu handeln, tönen Sie nur die hinteren Seitenscheiben. Auch eine getönte Heckscheibe ist erlaubt. Die Tönung darf einen Maximalwert von 95 % erreichen. Darüber hinaus muss für die getönte Folie eine Bauartgenehmigung vorliegen. Die erforderliche ABG bzw. Allgemeine Betriebsgenehmigung für die Folie fürs Fahrzeug liegt bei. Zudem müssen die Tönungsfolien ein Prüfzeichen tragen, welches nach der Montage der Folie an den Autoscheiben gut sichtbar ist.

Es ist möglich, die Frontscheibe mit Folie nachträglich zu Tönen. Dann darf der getönte Streifen maximal 10 cm breit sein. Er darf sich nur am oberen Rand der Frontscheibe befinden. Selbstverständlich muss auch für solch eine Folie eine ABG vorhanden sein. Möchten Sie neben der Heckscheibe und den Seitenscheiben noch andere Autoscheiben komplett tönen, kann der TÜV Ihr Fahrzeug nicht für den Straßenverkehr zulassen.

Was müssen Sie an Bußgeld bei falscher Tönung der Autoscheiben zahlen?

Ob Heckscheibe, Seitenscheiben oder andere Autoscheiben: Verstoßen Sie beim Tönen der Scheiben gegen den 40 der Straßenverkehrsordnung (StVZO) drohen ein Bußgeld und Punkte in Flensburg. Der Paragraf sagt deutlich aus: „Scheiben aus Sicherheitsglas, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind, müssen klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei sein.“ Folgende Übersicht offenbart, welche Strafen bei falscher Tönung der Autoscheiben am Fahrzeug drohen können:

  • Fahren mit limitierter Sicht: 10€ Bußgeld
  • Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) nicht mit dabei: 10€ Bußgeld
  • Nicht vorschriftsmäßiges Fahrzeug: 25€ Bußgeld
  • Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt: 90€ Bußgeld, ein Punkt in Flensburg

Müssen Sie nach der Scheibentönung mit Ihrem Fahrzeug zum TÜV?

Nach der Scheibentönung an Ihrem Fahrzeug (Seitenscheiben oder Heckscheibe) müssen Sie in der Regel nicht zum TÜV. Das liegt daran, dass professionelle Autofolienhersteller Ihnen nur Tönungsfolien zur Scheibentönung anbieten, die eine Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) nach § 22a der deutschen Straßenverkehr-Zulassungsordnung (StVZO) bieten. Eine gesonderte Zulassung dieser Scheibentönung entfällt daher. Denken Sie jedoch daran, eine Kopie der ABG im Fahrzeug griffbereit zu haben. Die Polizei kann Sie danach fragen.

Anders sieht die Sachlage bei der Scheibentönung aus, wenn Sie sich fürs Glascoating der Heckscheiben und/oder der Seitenscheiben entscheiden. Sollten Sie mit Hilfe dieser Methode die Autoscheiben vom Fahrzeug tönen, erhalten Sie vom TÜV keine Genehmigung. Scheiben mit solch einer Tönung dürfen wegen der fehlenden Prüfmöglichkeiten nicht im öffentlichen Straßenverkehr zum Einsatz kommen.


Ablauf einer Scheibentönung: Wie erfolgt das Tönen Ihrer Autoscheiben?

Für eine Scheibentönung melden Sie sich bei Ihrer Werkstatt des Vertrauens. Sie vereinbaren für das Tönen der Heckscheibe und/oder der Seitenscheiben einen Termin. Erfragen Sie im Zuge dessen auch die Kosten. Nach Terminabsprache stellen Sie dort Ihr Fahrzeug ab und suchen sich die gewünschte Folie aus. Eine gute Werkstatt bietet Ihnen eine breite Auswahl an Tönungsfolien, die unterschiedlich viel Geld kosten. In Abhängigkeit davon, wie viele Scheiben Sie tönen lassen möchten, dauert die Scheibentönung zumeist zwischen einer und zwei Stunden. Danach ist Ihr Fahrzeug sofort einsatzbereit.

Kosten sparen und Scheiben in Eigenregie tönen: Ist das möglich?

Um Kosten zu sparen oder selbst am Auto herumzubasteln, möchten einige Autobesitzer und -besitzerinnen die Scheiben in Eigenregie tönen. Das ist möglich, aber aufwendig. Wird dies nicht richtig gemacht, drohen Blasenbildung und ein frühzeitiges Ablösen der Folie.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Bereiten Sie den Arbeitsplatz vor, indem Sie die Folie, Sprühflasche mit mildem Spülmittel-Wasser-Mix und einen Heißluftföhn griffbereit legen.

2. Fahren Sie das Fahrzeug in einen geschlossenen Raum, der staubfrei ist.

3. Reinigen Sie die Autoscheiben mit dem Spülmittel-Wasser-Mix sehr gründlich – außen sowie innen.

4. Messen Sie die Fenster exakt aus und schneiden Sie ein grob passendes Stück Folie von der Rolle ab.

5. Kleben Sie die Folie auf die Seitenscheiben und/oder Heckscheibe.

6. Schneiden Sie die Folie jetzt mit einem Cuttermesser exakt zurecht. Achten Sie darauf, auf keinen Fall ins Glas der Autoscheibe zu schneiden.

7. Streichen Sie die Folie mit der Rakel glatt. Gehen Sie dabei von innen nach außen vor. Auf diese Weise drücken Sie feinste Reste der Seifenlauge nach außen.

8. Greifen Sie zum Heißluftföhn, damit die Folie sich dehnen kann.

9. Bringen Sie auf gleiche Weise die Folie auf der Innenseite der Scheiben an.

10. Stellen Sie in den ersten 72 Stunden nach der Scheibentönung nicht die Scheibenheizung an. Öffnen Sie die neu getönte Scheibe auch nicht.

Wichtiger Hinweis

Wichtiger Hinweis:

Tönungsfolien reagieren extrem empfindlich auf scharfe Reinigungsmittel. Aus diesem Grund dürfen Sie auf keinen Fall Reiniger mit Ammoniak oder Salmiak verwenden. Auch scheuernde Reinigungsmittel sind Tabu. Stattdessen nutzen Sie lauwarmes und mit Seife versetztes Wasser sowie reguläre Haushaltstücher.

Wie ist das mit der Versicherung bei der Scheibentönung?

Nachträglich getönte Autoscheiben sind Teil der Sonderausstattung und somit nicht automatisch mitversichert. Dies trifft vor allem auf Autobesitzer und -besitzerinnen zu, die nur über den Basistarif versichert sind. Am besten nehmen Sie vor der Scheibentönung mit Ihrer Versicherung Kontakt auf. Im Zweifelsfall müssen Sie den Tarif wechseln, was mit leicht erhöhten Kosten verbunden sein kann.


Kostenfaktoren einer Scheibentönung

Hier ist eine Aufstellung der Faktoren, die bei einer Scheibentönung Kosten verursachen:

  • die Folie selbst
  • die Arbeitsstunden
  • wenn in Eigenregie: weitere Materialkosten wie Rakel, Cuttermesser etc.
  • wenn in Eigenregie: Nutzung eines staubfreien Raums für den Pkw

Rechenbeispiel für eine Scheibentönung: Kosten im Überblick

Wie viel Ihre Scheibentönung in einer Werkstatt kosten wird, hängt von diversen Faktoren ab. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht dies:

Sie besitzen einen fünftürigen Golf 7. Für die Folie für die Heckscheibe zahlen Sie in der Werkstatt 30€. Für die Tönungsfolien für die Seitenscheiben fallen 30€ an. Der größte Block an Kosten entsteht durch die Montage. Für das Folieren der Heckscheibe nimmt der Anbieter 190€. Für die Seitenscheibe kommen Sie auf Kosten von ebenfalls 190€. Somit bezahlen Sie insgesamt 440€ für die Scheibentönung.

Tipp

Tipp: Sie müssen den hohen Betrag von 440€ nicht unbedingt in Bargeld mitführen. Ein Plus an Sicherheit bietet Ihnen eine Bezahlung per Kreditkarte oder Smartphone. Kompetente Banken ermöglichen das sogenannte Mobile Payment.


Spartipps für die Tönung

Selbst Folieren

Folieren Sie die Scheiben selbst, wenn Sie es sich zutrauen, um Kosten zu sparen. Die Folie selbst ist sehr preiswert. Teuer ist der Arbeitslohn.

Werkstatt aufsuchen

Wenn Sie nicht über die geeigneten Mittel für ein Bekleben der Scheiben in Eigenregie verfügen, suchen Sie besser eine Werkstatt auf. Durch Fehler beim Bekleben entstehen ansonsten doppelte Kosten.

Werkstätten vergleichen

Rufen Sie bei unterschiedlichen Werkstätten an, um die Kosten zu vergleichen.

Tipp 4: Option der 3-Wege-Finanzierung prüfen

Möchten Sie die Kosten für die Scheibentönung mithilfe eines Kredits bezahlen? Dann sparen Sie an Kosten, indem Sie ein kostenfreies Girokonto mit überzeugendem Dispokredit eröffnen.


Scheibentönung kann sinnvoll sein

Aus funktionalen und ästhetischen Gründen kann das Tönen der Scheiben sinnvoll sein. Am besten lassen Sie dafür Tönungsfolien aufbringen, die vom TÜV zugelassen sind. Auf diese Weise agieren Sie nicht gesetzeswidrig. Sollten Sie über die notwendige Ausstattung und geschickte Hände verfügen, können Sie die Folie selbst anbringen. Ansonsten ist eher ein Werkstattbesuch ratsam, auch wenn er mit erhöhten Kosten verbunden ist. Dank guter Kredite bei einer verlässlichen Bank können Sie solch eine Rechnung jedoch auch bei begrenzten finanziellen Mitteln bezahlen.


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