Deutschland – Inflation auf dem Rückzug

Die Inflationsrate in Deutschland ist im November nach der ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes deutlich von 3,8% auf 3,2% gefallen.

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Dr. Ralph Solveen

Commerzbank Economic Research

29. November 2023

Die Inflationsrate in Deutschland ist im November nach der ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes deutlich von 3,8% auf 3,2% gefallen und hat damit ihren Abwärtstrend fortgesetzt. Der Rückgang geht im November in erster Linie auf eine deutliche niedrigere Kernteuerungsrate zurück, während sich der Inflationsbeitrag der Energie und der Nahrungsmittel in Grenzen hielt. In den kommenden beiden Monaten dürfte die Teuerungsrate wegen einiger Sondereffekte wieder etwas höher ausfallen. Auf etwas längere Sicht wird entscheidend sein, inwieweit die Unternehmen in der Lage sein werden, ihre höheren Lohnkosten an ihre Kunden weiterzugeben. Wir gehen davon aus, dass dieser Effekt die Kernteuerungsrate im kommenden Jahr deutlich über dem EZB-Ziel stabilisieren wird.

Gute Nachrichten vom Statistischen Bundesamt: Nach seiner ersten Schätzung ist die Inflationsrate in Deutschland im November erneut deutlich gefallen. Mit 3,2% lag sie zwar immer noch klar über dem Ziel der EZB von 2%, aber deutlich unter dem Oktober-Wert von 3,8% und natürlich noch deutlicher unter ihrem im Herbst des vergangenen Jahres erreichten Hochpunkt von fast 9%.

Dabei spielte – anders als häufig in den vergangenen Monaten – die Preisentwicklung bei Energie und Nahrungsmitteln nur eine untergeordnete Rolle. Bei beiden ist Teuerungsrate vergleichsweise moderat gefallen. Der größte Beitrag zum Rückgang der Teuerungsrate kam von den anderen Waren und Dienstleistungen. So ist die sogenannte Kernteuerungsrate – also die Veränderung des Preisindex ohne Energie und Nahrungsmittel im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat – von 4,3% auf 3,8% gesunken.