Deutschland: Disinflation zu Ende?

Die deutsche Inflationsrate hat im Mai zum ersten Mal seit einem knappen Jahr wieder zugelegt.

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Dr. Ralph Solveen

Commerzbank Economic Research

29. Mai 2024

Auch wenn der Anstieg von 2,2% auf 2,4% weitgehend auf einen Basiseffekt zurückzuführen ist, mehren sich doch die Zeichen, dass der Abwärtstrend der Inflationsrate vorerst zu Ende ist. Die Kernteuerungsrate betrug unverändert 3,0%, wäre also ohne den Basiseffekt etwas zurückgegangen. Angesichts des hartnäckig starken Preisauftriebs bei den Dienstleistungen, der auch in den kommenden Monaten von den deutlich höheren Lohnkosten angetrieben werden dürfte, dürfte sie aber nicht mehr weit fallen. Vielmehr dürfte sich die Kernteuerungsrate in den kommenden Monaten nahe ihrem aktuellen Niveau von 3,0% stabilisieren und damit weiter deutlich über dem EZB-Ziel von 2% liegen.

Ist dies das Ende des seit eineinhalb Jahren zu beobachtenden Abwärtstrends der deutschen Inflationsrate? Zumindest ist die Inflationsrate im Mai von 2,2% auf 2,4% gestiegen. Zwar ist dabei zu beachten, dass dieser Anstieg weitgehend darauf zurückzuführen ist, dass der Effekt der Einführung des "Deutschland-Tickets" im Mai 2023 nicht länger die Vorjahresrate nach unten drückt. Aber auch ohne diesen Basiseffekt wäre die Inflationsrate den zweiten Monat in Folge nicht mehr gefallen.

Wie im Vormonat lag die Kernteuerungsrate ohne Energie und Nahrungsmittel bei 3,0%. Auch hier spielt der erwähnte Basiseffekt eine Rolle. Ohne ihn wäre die Kernteuerungsrate etwas zurückgegangen. Dabei hat sich die Teuerung bei den Waren weiter abgeschwächt, während sie sich bei den Dienstleistungen seit einigen Monaten hartnäckig auf einem recht hohen Niveau von fast 4% hält, wenn man den Effekt des "Deutschland-Tickets" herausrechnet.

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