US-Inflation mit kleinem Schritt in die richtige Richtung

In den USA hat der Inflationsdruck im April etwas abgenommen, bleibt aber zu hoch.

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Dr. Christoph Balz, Bernd Weidensteiner

Commerzbank Economic Research

15. Mai 2024

In den USA hat der Inflationsdruck im April etwas abgenommen, bleibt aber zu hoch.

Die Daten

Die US-Verbraucherpreise sind im April gegenüber dem Vormonat um 0,3% gestiegen, leicht schwächer als vom Konsens und uns erwartet (0,4%). Die Vorjahresrate sank von 3,5% auf 3,4%. Die wichtigere Kernrate, bei der Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, betrug ebenfalls 0,3% gegenüber dem Vormonat, wie erwartet. Die Vorjahresrate sank hier von 3,8% auf 3,6% .

Hintergrund

Nachdem die Verbraucherpreise in den ersten drei Monaten stärker als erwartet zugelegt hatten, blieb der Anstieg im April etwas unter den Prognosen. Dies lag daran, dass bei einigen Gütern und Dienstleistungen überraschend starke Preisrückgänge zu beobachten waren. Dies gilt etwa für Neuwagen (-0,4%), Gebrauchtwagen (-1,4%), Mietwagen (-4,6%), Hotelübernachtungen (-0,3%) und Flugtickets (-0,8%). Hier waren vorher zeitweilig besonders deutliche Preissteigerungen zu verzeichnen gewesen.

Hinzu kommt, dass sich bei den Mieten und kalkulatorischen Mieten endlich die lange erhoffte Besserung zeigt. Zusammengenommen handelt es sich hierbei um den wichtigsten Ausgabenposten, der im April den geringsten Preisanstieg seit Ende 2021 verzeichnete.

Die für den unterliegenden Trend entscheidende Kernrate von 0,3% zeigt etwas weniger Preisdruck an als in den vorherigen Monaten. Die Preise steigen aber immer noch zu schnell. Dabei bezieht sich das Inflationsziel der Fed von 2% pro Jahr auf den Deflator der Konsumausgaben und entspricht bei den Verbraucherpreisen etwa 2,4% oder 0,2% pro Monat (waagerechte Linie im Chart). Für eine deutlichere Entspannung bei der Inflation müssten die Raten also weiter sinken. Dies erscheint in gewissem Rahmen auch durchaus wahrscheinlich, da die US-Konjunktur etwas an Schwung verliert. Wir bleiben aber bei unserer Einschätzung, dass die Inflation aus strukturellen Gründen (Demografie, Protektionismus usw.) längerfristig zu hoch bleibt.

Nachdem gestern bereits die Produzentenpreise veröffentlicht wurden liegen mit den heutigen Daten übrigens nun auch die wichtigsten Inputs für die Schätzung des Deflators der Konsumausgaben vor, der Ende des Monats veröffentlicht wird. Es zeichnen sich für April Werte von 0,27% bei der alle Güter und Dienstleistungen umfassenden Rate ab und 0,26% bei der Kernrate.

Den vollständigen Text finden Sie im Download-PDF.