Warum wächst die US-Wirtschaft seit Jahren so schnell?

In den USA wächst die Wirtschaft seit vielen Jahren schneller als in vielen anderen Ländern.

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Dr. Jörg Krämer, Bernd Weidensteiner

Commerzbank Economic Research

10. Mai 2024

Wir untersuchen, woran das liegt und ob das so bleibt.

Die US-Wirtschaft läuft davon, ...

Die USA sind besser aus der Corona-Krise herausgekommen als viele andere entwickelte Volkswirtschaften. Anders als die meisten Euro-Länder haben sie den vor der Krise etablierten Wachstumstrend wieder erreicht. Kurzfristig kann man diese bessere Entwicklung mit Unterschieden in der Geld- oder Fiskalpolitik sowie mit dem Umstand erklären, dass die USA weniger stark vom Energiepreisschock nach der russischen Invasion der Ukraine betroffen waren.

Allerdings zeigen sich auch langfristig deutliche Unterschiede. So expandierte die US-Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten im Durchschnitt etwa einen Prozentpunkt pro Jahr stärker als die Wirtschaft der Eurozone. Dies spricht dafür, dass die USA strukturelle Vorteile besitzen.

... da in den USA mehr gearbeitet wird, ...

Da der Output einer Volkswirtschaft davon abhängt, wie viel gearbeitet wird und wie produktiv diese Arbeit ist, untersuchen wir im folgenden diese beiden Faktoren. Tatsächlich weisen die USA beim Arbeitseinsatz zwei Vorteile auf. Dies ist erstens die günstigere demographische Entwicklung. So nahm die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in den USA (15 - 64 Jahre) zwischen 1995 und 2019 um 0,9% pro Jahr zu, während sie im Euroraum nur um 0,1% stieg und in Deutschland sogar leicht schrumpfte. Ausschlaggebend für die bessere Entwicklung in den USA war eine größere Zuwanderung und eine höhere Geburtenrate; Projektionen lassen erwarten, dass sich an diesem Vorteil in den kommenden Jahren nichts Grundlegendes ändern wird.

Ein zweiter Vorteil der USA liegt darin, dass dort die Tendenz zu kürzeren Arbeitszeiten nicht so ausgeprägt ist wie in Europa. So arbeiteten die Amerikaner gemessen an den von einem durchschnittlichen Erwerbstätigen pro Jahr geleisteten Arbeitsstunden 2019 zwar weniger als 1995; mit einem Minus von 3,4% war der Rückgang dort aber deutlich geringer als im Euroraum (-6,7%) oder in Deutschland (-10,3%).

Letztlich erklärt der Arbeitseinsatz allerdings nur etwa ein Viertel des US-Wachstumsvorsprungs von 0,9 Prozentpunkten gegenüber dem Euroraum. Wichtiger war das deutlich größere Plus bei der Produktivität, also dem Output je Arbeitstunde, von 0,7 Prozentpunkten.

Den vollständigen Text finden Sie im Download-PDF.