Trump – Was wäre, wenn...?

Was passiert, wenn Donald Trump im November erneut zum US-Präsidenten gewählt werden sollte?

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Bernd Weidensteiner, Dr. Christoph Balz

Commerzbank Economic Research

9. Februar 2024

Wir beantworten die wichtigsten Fragen unserer Kunden.

Stand der Umfragen

Vieles spricht dafür, dass Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im Herbst der Kandidat der Republikaner sein wird und es damit eine Wiederholung des Duells von 2020 geben wird: Joe Biden gegen Donald Trump. Dabei führt Trump in den Umfragen seit einigen Monaten, aktuell mit etwa 2 Prozentpunkten (Titelchart). Aufgrund der Besonderheiten des US-Wahlsystems, das die von Republikanern dominierten ländlichen Bundesstaaten etwas bevorzugt, braucht Biden aber einen Vorsprung von rund 4 Punkten im Landesdurchschnitt, um sein Amt zu verteidigen. Die schwachen Umfragewerte des demokratischen Amtsinhabers sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Flüchtlingszustrom an der US-Südgrenze anhält und immer mehr Amerikaner das Engagement der USA in "fremden" Konflikten ablehnen. Gerade junge Wähler – die 2020 mit deutlicher Mehrheit für Biden stimmten – sehen die Nahostpolitik der US-Regierung kritisch. Ein Sieg Trumps bei den Präsidentschaftswahlen am 5. November ist daher keineswegs abwegig.

Wer wird Vizepräsident(in)?

Da die Kandidatur von Trump immer wahrscheinlicher wird, konzentrieren sich die Fragen nun darauf, wen er für den Posten des Vizepräsidenten berufen könnte. Meist sollen die Vize-Kandidaten besonders Wählergruppen innerhalb und außerhalb der eigenen Partei ansprechen, die der Präsidentschaftskandidat weniger gut erreicht. Entsprechend werden bei Trump für diesen Posten insbesondere jüngere Kandidaten, Frauen und Angehörige von ethnischen Minderheiten ins Spiel gebracht. Gemäß der Webseite Predictit werden dabei in absteigender Reihenfolge hoch gehandelt:

  • Kristi Noem: 52j. Gouverneurin von South Dakota
  • Elise Stefanik: 39j. Abgeordnete im Repräsentantenhaus aus New York
  • Tim Scott: 58j. Senator von South Carolina und einziger schwarzer Republikaner im Senat
  • Vivek Ramaswamy: 38j. indischstämmiger Unternehmer aus Ohio

Manchmal wird auch Nikki Haley, die einzige verbliebene Konkurrentin von Trump bei den Vorwahlen der Republikaner, genannt. Wegen des erbitterten Wahlkampfs dürfte das Tischtuch zwischen den beiden aber mittlerweile zerschnitten sein.