Deutschland – Produktion fällt und fällt ...

Die Produktion im produzierenden Gewerbe ist im Dezember gegenüber November um 1,6% gefallen.

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Dr. Ralph Solveen

Commerzbank Economic Research

7. Februar 2024

Für das vierte Quartal steht damit ein Minus von knapp 2% zu Buche, was ein wichtiger Grund für das Schrumpfen der deutschen Wirtschaft ist. Auch der Blick nach vorne verheißt nicht viel Gutes. Vielmehr lässt die schwache Entwicklung der Auftragseingänge befürchten, dass die Produktion in den ersten Monaten des neuen Jahres im Trend weiter fallen wird.

Die Talfahrt in der deutschen Industrie geht weiter: Im Dezember hat das produzierende Gewerbe noch einmal 1,6% weniger produziert als im November, womit die Produktion in sechs der vergangenen sieben Monaten gefallen ist. Für das vierte Quartal steht damit ein Minus von 1,8% zu Buche. Wie üblich im Dezember kann bei diesen Zahlen auch die Lage der Weihnachtsfeiertage eine Rolle gespielt haben, deren Effekt häufig nicht vollständig durch die Saisonbereinigung aufgefangen wird. Folglich könnte es im Januar eine Gegenbewegung geben. Am Abwärtstrend bei der Produktion dürfte sich hierdurch aber nichts ändern.

Ein Blick auf die einzelnen Branchen zeigt bei den meisten einen anhaltenden Rückgang. Besonders stark schrumpfte die Produktion in den energieintensiven Sektoren, und hier insbesondere in der chemischen Industrie. Ein deutliches Plus gab es hingegen im Autosektor, wo sich die Produktion in den vergangenen Monaten – bei deutlichen Schwankungen – per Saldo seitwärts bewegt hat.

Ein deutliches Minus von 3,4% war bei der Bauproduktion zu verzeichnen (Chart 2). Dies mag auch auf die Witterung zurückzuführten sein. Bestimmt wird hier der Trend aber mehr und mehr durch die schwache Entwicklung der Auftragseingänge, insbesondere im Wohnungsbau.

Mit dem deutlichen Rückgang seiner Produktion hat das produzierende Gewerbe maßgeblich dazu beigetragen, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal geschrumpft ist. Angesichts des bis zuletzt schwachen unterliegenden Trends bei den Auftragseingängen ist auch für die kommenden Monate – trotz einer möglichgen leichten Gegenbewegung im Januar – mit einer fallenden Produktion zu rechnen.