Anlageidee: Commerzbank StufenZins Anleihe in US-Dollar

Segmenteinschätzung: Übergewichten

Unternehmensanleihen (Financials)

Segmenteinschätzung: Untergewichten

US-Dollar (USD)

Fazit

Wir stufen die in den Anlagen beschriebene Produktausgestaltung aktuell als haltenswert ein.

01. August 2019 13:49 Uhr

Stammdaten

WKN CZ40M7
ISIN XS1881014960
Zeichnung 18.09.2018 - max. 02.10.2018 16:00 Uhr
Endfälligkeit 10.10.2023
Produkt-Risikoklasse D

Weitere Daten

WährungUSD
Ausgabetag04.10.2018 (Valuta 10.10.2018)
EmittentCommerzbank AG
Rating:A1 (Moody's); A- (S&P)
Kupon (1. Jahr):3,00% p.a.
Kupon (2. Jahr):3,0% p.a.
Kupon (3. Jahr):3,25% p.a.
Kupon (4. Jahr):3,50% p.a.
Kupon (5. Jahr)3,75% p.a.

Funktionsweise

Allgemeine Marktentwicklung Anleihen

Die Europäische Zentralbank hat zum Jahresende 2018 ihre Anleihekäufe eingestellt; sie wird aber die 2019 fällig werdenden Anleihen wieder reinvestieren. Damit unterstützt die EZB weiterhin die Kurse von Euroanleihen - und auch indirekt die Kurse von Bankenanleihen (Financials), obwohl diese nicht zum Kaufuniversum gehörten.

Die Wachstumsaussichten für den Euroraum trüben sich ein. Die EZB und zahlreiche Regierungen haben ihren Konjunkturausblick deutlich nach unten revidiert. Kräftige Produktionszuwächse sind 2019 nicht in Sicht. Die Verbraucherpreise (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) steigen nur sehr langsam – mit etwa einem Prozent liegt der Anstieg weit unter dem Inflationsziel. Von möglichen Zinserhöhungen kann daher keine Rede sein. Ganz im Gegenteil: Die EZB könnte demnächst sogar den Leitzins senken und auch das Anleihekaufprogramm wieder aufnahmen, wenn die Konjunktur weiter auf der Stelle tritt. Der Raum für einen deutlichen Renditeanstieg ist daher begrenzt.

Auch die US-Notenbank geht von einer langsamer wachsenden US-Wirtschaft aus. Der Markt rechnet mit mehreren Zinssenkungen bis Jahresende.

Die vorsichtiger agierenden Notenbanken schicken die Anleiherenditen in den Keller, was die Attraktivität von Anleihen im Allgemeinen mindert. Besonders schwächere Bonitäten profitieren von der Suche nach Rendite.

Marktentwicklung Unternehmensanleihen (Financials)

Generell stehen Banken heutzutage viel besser da als noch vor einigen Jahren: Viele Institute haben seit Beginn der Finanzkrise aufgrund der inzwischen verschärften Regulierung ihr Eigenkapital gestärkt und sind weiterhin dabei, ihre Eigenkapitalquoten kontinuierlich zu erhöhen. Zudem konnten sie ihre Problemkredite stark verringern. Die von der EZB regelmäßig durchgeführten Stresstests zwingen die Banken, ihre Risikotragfähigkeit ständig zu überprüfen und ausreichend Risikopuffer vorzuhalten. Im letzten Stresstest vom November 2018 zeigten sich die untersuchten europäischen Banken ordentlich gerüstet, einen unerwartet starken Zinsanstieg wegzustecken.

Die EZB stellt den Geschäftsbanken unbegrenzt Liquidität zu einem Refinanzierungssatz von null Prozent zur Verfügung. Auch die neuen Langfristtender (TLTRO - ab September 2019) dürften den Refinanzierungsbedarf teilweise decken. Für die Banken gibt es deshalb wenig Motive, sich über Anleihen zu finanzieren. Das Angebot an liquiden handelbaren Bankenanleihen ist daher knapp.

Die Risikoaufschläge von Bankenanleihen haben sich seit Jahresbeginn deutlich reduziert. Trotzdem stellen sie weiterhin eine gute Alternative zu den ebenfalls teuren Unternehmensanleihen dar und erst recht zu den besonders teuren Staatsanleihen.

Investoren sollten aber bedenken, dass sie im Fall einer Schieflage der Bank zur Finanzierung einer Rekapitalisierung herangezogen werden können. Dabei ist zwischen zwei Klassen von Senioranleihen zu unterscheiden: Den sogenannten Senior-Preferred-Anleihen (SP) und den gegenüber den Senior-Preferred-Anleihen nachrangigen Senior-Non-Preferred-Anleihen (SNP). Die SNP-Anleihen weisen daher höhere Risikoaufschläge aus, was sich - wegen des höheren Risikos - auch in einer höheren Rendite niederschlägt.

Risikoaufschlag in Asset Swap (ASW))

Risikoaufschlag in ASW

Quelle: iBoxx, Commerzbank.

US-Wirtschaft schwächt sich ab

In den USA hat sich das Wachstum von 3,1% Q/Q (annualisiert) auf 2,1 Q/Q abgeschwächt und damit die Erwartungen sogar übertroffen. Dabei legte die inländische Nachfrage um 3,% Q/Q kräftig zu. Der private Verbrauch weist ein stattliches Plus von 4,5% Q/Q auf. Auch der Staat verzeichnete einen spürbaren Zuwachs. Dagegen gab es Einbußen beim Lager und beim Außenhandel. Enttäuschend haben sich die privaten Investitionen entwickelt., So schrumpfte der Wohnungsbau und die Ausrüstungsinvestitionen legten nur geringfügig zu. Wir rechnen mit einer Wachstumsabschwächung von 2,9% im letzten Jahr auf 2,5% in diesem Jahr.

In den USA sind die Verbraucherpreise im Juni etwas stärker angestiegen als erwartet. So erhöhten sich die Verbraucherpreise im Juni nur um 0,1% M/M und die Kernrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) um 0,3% M/M. Die Inflationsrate ging von 1,8% auf 1,6% J/J zurück, die Kernrate erhöhte sich dagegen von 2,0% auf 2,1% J/J. Insgesamt bleibt der Preisdruck moderat, trotz des engen Arbeitsmarktes. Wir rechnen in diesem Jahr mit einem durchschnittlichen Verbraucherpreisanstieg von mäßigen 1,8% und von 2,2% im nächsten Jahr.

US-Notenbank senkt wie erwartet ihren Leitzins

Erstmals seit der Finanzkrise vor 10 Jahren hat die US-Notenbank (Fed) auf ihrer gestrigen Sitzung ihren Leitzins gesenkt – um 25 Bp. auf einen Zielkorridor von 2,00 bis 2,25%. Die Zinssenkung war erwartet worden, fiel aber nicht einstimmig aus. Zwei Fed-Notenbanker, Esther George (Präsidentin der Fed Kansas) und Eric Rosengren (Präsident der Fed Boston) stimmten nicht für die Zinssenkung, sie hätten den Leitzins lieber unverändert gelassen. Die Fed rechtfertigte die Zinssenkung mit den Auswirkungen der globalen wirtschaftlichen Abschwächung und dem gedämpften Inflationsdruck. Ansonsten blieb das geldpolitische Statement unverändert.

Fed-Chef Jerome Powell betonte in der Pressekonferenz, dass die Zinssenkung als eine Absicherung gegen eine mögliche Abschwächung der US-Wirtschaft zu sehen sei. Die geldpolitische Haltung habe sich seit Ende 2018 von einer Zinserhöhungstendenz hin zu einem geduldigen Abwarten auf ein Zinssenkung geändert. Die Änderung der geldpolitischen Haltung ist eine Reaktion auf die globale Wirtschaftsabschwächung, die zu Reaktionen bei anderen Notenbanken geführt habe. Powell führte mehrmals die Handelskonflikte an, die wohl einen Einfluss auf die Geldpolitik gehabt haben. Vor allem ist Powell aber auch über die zu niedrige Inflation besorgt.

Powell sieht den Zinsschritt als eine zwischenzeitliche Anpassung (midcycle adjustment) und nicht als den Beginn einer langen Serie von Zinssenkungen. Er betonte aber auch, dass er nicht nur von einer einzigen Zinssenkung sprach. Dies hat US-Präsident Donald Trump enttäuscht, der einen großen Zinsschritt nach unten gefordert hatte. Wir gehen davon aus, dass die Fed noch zweimal - bis März 2020 - die Zinsen senkt . Unsere Einschätzung hat sich nicht geändert, allerdings preist der Markt weiterhin noch fast drei Senkungen ein, obwohl die Spekulationen nach der Fed-Sitzung etwas zurückgingen.

US-Rentenmarkt: Renditekurve in Teilbereichen invers

Die US-Renditekurve ist seit 2014 immer flacher geworden. In Teilbereichen wurde die US-Renditekurve erstmals seit 2007 invers. Anfang Juni rutschte die Rendite 10-jähriger US-Treasuries unter den Zins dreimonatiger US-Treasury-Bills. Eine inverse Zinskurve erregt Aufsehen, da vor jeder der letzten 5 Rezessionen in den USA die Zinskurve invers geworden war. Sie ist jedoch kein Auslöser, sondern nur ein Indikator. Nach der Fed-Sitzung Ende Juli ist die Zinskurve wieder flacher geworden, weil die Renditen 2-jähriger US-Treasuries wegen der gedämpften Zinsspekuationen wieder anstieg.

Renditevorteil dürfte kleiner werden - US-Dollar verliert an Unterstützung

Der Renditevorteil von US-Treasuries ggü. Bundesanleihen ging seit Anfang November 2018 bis Juni deutlich zurück. Dabei verkleinerte sich der Renditevorsprung im längeren Laufzeitenbereich um rund 50 Bp. und im kürzeren Laufzeitenbereich um rund 110 Bp. Im Vorfeld und nach der Fed-Sitzung hat sich der Renditevorteil wieder vergrößert, das die Renditen von Bundesanleihen deutlich zurückgegangen sind. Die Renditedifferenz dürfte weiter abschmelzen, wenn die Fed tatsächlich dreimal die Zinsen senkt und die EZB nur einmal, wie von uns erwartet. Sollte der Renditevorteil der USA weiter zurückgehen, verliert der US-Dollar zunehmend an Unterstützung.

Wachstumvorsprung der USA geht zurück

Das Wachstum in den USA hat sich zwar noch nicht so stark abgeschwächt wie im Euroraum. Jetzt mehren sich aber die Anzeichen, dass sich die US-Wirtschaft auch abkühlen dürfte. Viele Frühindikatoren haben nachgegeben und das Job-Wachstum hat sich abgeschwächt. Wir gehen davon aus, dass das reale BIP-Wachstum von 2,5% in diesem auf 1,8% im nächsten Jahr zurückgehen wird. Gleichzeitig könnte im zweiten Halbjahr das Wachstum im Euroraum – ausgehend von einer Erholung in China – wieder zunehmen. Für 2020 erwarten wir ein Wachstum von 1,1% nach 0,9% in diesem Jahr. Der Wachstumsvorsprung der USA dürfte demnach von 1,6 Prozentpunkten in diesem Jahr auf 0,7 Prozentpunkte 2020 abschmelzen.

Euro bleibt belastet

Es gibt viele Belastungen für den Euro. So beschäftigt das Thema Italien und Brexit weiterhin die Märkte und den Eurokurs. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Auseinandersetzung Italien mit der EU-Kommission wieder ausweitet. Außerdem belastet der Brexit weiterhin die europäische Gemeinschaftswährung. Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit ist mit der Ernennung von Boris Johnson zum Premierminister deutlich gestiegen. Die Belastungen können eine Erholung des Euro erheblich bremsen.

Investition in Fremdwährungen

Die Anlageidee ist unter der Berücksichtigung einer angemessenen Depotstruktur zu sehen. Bitte beachten Sie, das der Anteil an Fremdwährungsanleihen innerhalb Ihres Depots Beimischungscharakter haben sollte und die Höhe dabei abhängig von Ihrer gewählten Anlagestrategie ist.

Struktur der Anleihe

Die StufenZins Anleihe ist eine Schuldverschreibung und zählt somit zum Fremdkapital der Commerzbank AG. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5 Jahren und ist mit einem während der Laufzeit ansteigenden Kupon ausgestattet. Der Anleger erhält im ersten und zweiten Laufzeitjahr eine Verzinsung von 3,0% p.a.; im dritten Jahr von 3,25%; im vierten Jahr von 3,50% p.a. und schließlich im fünften Laufzeitjahr von 3,75% p.a. Die Anleihe wird am Laufzeitende zum vollen Nominalbetrag in US-Dollar getilgt.

Diese StufenZins Anleihe weist durch den steigenden jährlichen Zinssatz einen Vorteil gegenüber den US-Staatsanleihen auf.

Währung in US Dollar

Die Anleihe wird in US-Dollar ausgegeben und am Laufzeitende zum vollen Nominalbetrag in US-Dollar getilgt. Zudem erfolgen auch die Zinszahlungen in USD. Für Anleger, die ausschließlich ein Euro-Konto besitzen, erfolgt bei Erwerb, Zinsauszahlung und Fälligkeit der Anleihe eine entsprechende Währungsumrechnung. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 5 Jahre, das Nominal der Anleihe beträgt 2.000 US-Dollar bzw. ein vielfaches davon.


Impressum

Autoren: Martin Bordt (Spezialist Strukturierte Produkte), Karsten Eberle (Spezialist Strukturierte Produkte)
Verantwortlicher: Thorsten Plaswig
Datum der Veröffentlichung: 01. August 2019

Wichtige Hinweise

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Votenverteilung
Eine Übersicht der Votenverteilung für das vergangene Quartal über alle von der Investmentstrategie des Geschäftsfeldes PC der Commerzbank AG analysierten Werte, verglichen mit der Votenverteilung für Werte, für die die Commerzbank AG Investment-Banking-Dienstleistungen erbringt, finden Sie unter www.commerzbank.de/wphg.

Votenänderungen
Die Voten der Anlageexperten des Geschäftsfeldes PC der Commerzbank AG in den vergangenen 12 Monaten lauteten:
Zur Vermeidung von Interessenskonflikten erfolgt keine Votierung
Das Votum bezeichnet die zentrale, auf Markt- und Produktmerkmalen begründete allgemeine Einschätzung der Commerzbank Anlageexperten zum jeweiligen Produkt. das Votum stellt hingegen keine individuelle Anlageempfehlung dar. Weitere Informationen zu unserer Votensystematik finden Sie unter www.commerzbank.de/wphg.

Zuständige Ausichtbehörden
Eurpäische Zentralbank, Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn und Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt am Main