Anlageidee: Commerzbank StufenZins Anleihe in US-Dollar

Segmenteinschätzung: Übergewichten

Unternehmensanleihen (Financials)

Segmenteinschätzung: Neutral

US-Dollar (USD)

Fazit

Wir stufen die in den Anlagen beschriebene Produktausgestaltung aktuell als haltenswert ein.

23. April 2019 15:34 Uhr

Stammdaten

WKN CZ40M7
ISIN XS1881014960
Zeichnung 18.09.2018 - max. 02.10.2018 16:00 Uhr
Endfälligkeit 10.10.2023
Produkt-Risikoklasse D

Weitere Daten

WährungUSD
Ausgabetag04.10.2018 (Valuta 10.10.2018)
EmittentCommerzbank AG
Rating:A1 (Moody's); A- (S&P)
Kupon (1. Jahr):3,00% p.a.
Kupon (2. Jahr):3,0% p.a.
Kupon (3. Jahr):3,25% p.a.
Kupon (4. Jahr):3,50% p.a.
Kupon (5. Jahr)3,75% p.a.

Funktionsweise

Allgemeine Marktentwicklung Anleihen

Die Europäische Zentralbank hat zwar zum Jahresende 2018 ihre Anleihekäufe eingestellt; sie wird aber die im neuen Jahr fällig werdenden Anleihen wieder reinvestieren. Damit unterstützt die EZB weiterhin die Kurse von Euroanleihen - und auch indirekt die Kurse von Bankenanleihen (Financials) obwohl diese nicht zum Kaufuniversum gehörten.

Die Wachstumsaussichten für den Euroraum trüben sich ein. Die EZB und zahlreiche Regierungen haben ihren Konjunkturausblick deutlich nach unten revidiert. Kräftige Produktionszuwächse sind 2019 nicht zu erwarten. Die Verbraucherpreise (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) steigen nur sehr langsam – mit etwa einem Prozent liegt der Anstieg weit unter dem Inflationsziel. Eine erste Zinserhöhung seitens der EZB ist kaum vor 2021 zu erwarten. Der Raum für einen deutlichen Renditeanstieg ist daher begrenzt.

Auch die US-Notenbank geht von einer langsamer wachsenden US-Wirtschaft aus. Sie rechnet 2019 nicht mehr mit einer Zinserhöhung und nächstes Jahr nur noch mit einer.

Die vorsichtiger agierenden Notenbanken schickten im März 2019 die Anleiherenditen in den Keller, was die Attraktivität von Anleihen im Allgemeinen mindert.

Marktentwicklung Unternehmensanleihen (Financials)

Generell stehen Banken heutzutage viel besser da als noch vor einigen Jahren: Viele Institute haben seit Beginn der Finanzkrise aufgrund der inzwischen verschärften Regulierung ihr Eigenkapital gestärkt und sind weiterhin dabei, ihre Eigenkapitalquoten kontinuierlich zu erhöhen. Zudem konnten sie ihre Problemkredite stark verringern. Die von der EZB regelmäßig durchgeführten Stresstests zwingen die Banken, ihre Risikotragfähigkeit ständig zu überprüfen und ausreichend Risikopuffer vorzuhalten. Im letzten Stresstest vom November 2018 zeigten sich die untersuchten europäischen Banken ordentlich gerüstet, einen unerwartet starken Zinsanstieg wegzustecken.

Die EZB stellt den Geschäftsbanken unbegrenzt Liquidität zu einem Refinanzierungssatz von null Prozent zur Verfügung. Auch die neuen Langfristtender (TLTRO - ab September) dürften den Refinanzierungsbedarf erleichtern. Für die Banken gibt es deshalb wenig Motive, sich über Anleihen zu finanzieren. Das Angebot an liquiden handelbaren Bankenanleihen ist daher knapp.

Die Risikoaufschläge von Bankenanleihen haben sich seit Jahresbeginn deutlich reduziert. Trotzdem stellen sie weiterhin eine Alternative zu den ebenfalls teuren Unternehmensanleihen dar und erst recht zu den besonders teuren Staatsanleihen.

Investoren sollten aber bedenken, dass sie im Fall einer Schieflage der Bank zur Finanzierung einer Rekapitalisierung herangezogen werden können. Dabei ist zwischen zwei Klassen von Senioranleihen zu unterscheiden: Den sogenannten Senior-Preferred-Anleihen (SP) und den gegenüber den Senior-Preferred-Anleihen nachrangigen Senior-Non-Preferred-Anleihen (SNP). Die SNP-Anleihen weisen daher höhere Risikoaufschläge aus, was sich - wegen des höheren Risikos - auch in einer höheren Rendite niederschlägt.

Risikoaufschlag in Asset Swap (ASW))

Risikoaufschlag in ASW

Quelle: iBoxx, Commerzbank.

US-Wirtschaft dürfte ordentlich ins Jahr gestartet sein

Die Schließung der US-Behörden um den Jahreswechsel, die Handelsstreitigkeiten und die global nachlassende Konjunkturdynamik führten zu einem Konjunkturpessimismus. Tatsächlich dürfte die US.-Konjunktur aber gar nicht so schlecht ins neue Jahr gestartet sein. Wir erwarten ein Wachstum zwischen 2 und 2,5% (Q/Q anualisiert) im 1. Quartal. Die privaten Investitionen dürften kräftig zugelegt haben. Enttäuscht haben dürfte allerdings der private Konsum, da die Kältewelle im Februar große Teile des Landes lahmgelegt hatte. Wir rechnen für 2019 mit einem geringeren Wachstum von 2,5% nach 2,9% im letzten Jahr, da die Effekte der Steuersenkungen auslaufen.

In den USA stiegen die Verbraucherpreise im März mit +0,4% M/M bzw. +1,9% J/J nach +0,2% M/M bzw. +1,5% J/J wieder stärker. Grund dafür waren gestiegene Benzinpreise. Die Kernrate der Inflation (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) ermäßigte sich dagegen von 2,1% auf 2,0% J/J, auf den niedrigsten Stand seit 13 Monaten. Inzwischen ziehen die Löhne wieder stärker an (+3,2% J/J im März nach 3,4% J/J), da in den USA Vollbeschäftigung herrscht (Arbeitslosenquote 3,8%). Wir rechnen in diesem Jahr mit einem durchschnittlichen Verbraucherpreisanstieg von 2,0%.

Zinsgipfel in den USA erreicht

Die US-Notenbank (Fed) überraschte auf ihrer Sitzung am 20. März damit, dass die Notenbank-Mitglieder ihre Erwartung von zwei Zinserhöhungen ganz herausnahmen. Zudem möchte die Fed die Bilanzreduktion ab September einstellen, indem sie das Verkaufsprogramm für Anleihen, die sie im Rahmen des Quantative Easing erworben hatte, beendet. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell bestätigte zwar die Datenabhängigkeit zukünftiger Zinsentscheidungen, verwies aber auf derzeit fehlenden Handlungsbedarf. Damit scheint der Zinsgipfel der Fed zunächst erreicht zu sein.

Auch die geldpolitischen Erwartungen der Marktteilnehmer haben sich geändert. Eine eindrucksvolle Bewegung gab es bei den Fed-Fund-Futures. Seit einiger Zeit schon wurden konstante Leitzinsen für dieses Jahr eingepreist, die Hälfte der Marktteilnehmer geht jetzt von einer Leitzinssenkung im Dezember aus. Wir rechnen mit keiner Leitzinsänderung mehr in diesem Jahr. Sollte allerdings die Wachstumsrate oder Inflationsrate entgegen unserer Erwartungen spürbar nachgeben, könnte die Fed schnell reagieren. Ziel der Fed ist eine weiche Landung der Wirtschaft.

Renditekurve seit Dezember in Teilbereichen invers

Die US-Renditekurve ist im Zuge der Zinserhöhungen der Fed immer flacher geworden. Der Renditeabstand zwischen 10 zu 2-jährigen US-Treasuries schrumpfte auf nur noch 10 Bp. im Dezember. In Teilbereichen wurde die US-Renditekurve erstmals seit 2007 invers, d.h. der Renditeabstand zwischen 5 und 2-jährigen US-Bonds wurde negativ. Sie ist bereits seit Anfang Dezember invers. Es wird befürchtet, dass auch der Renditeabstand zwischen 10 zu 2-jährigen US-Treasuries demnächst negativ werden könnte. Eine inverse Zinskurve erregt deshalb Aufsehen, da vor jeder der letzten 5 Rezessionen in den USA die Zinskurve invers geworden war.

US-Dollar: Seitwärtstrend erwartet

Handelsgewichtet hat sich der US-Dollar im vergangenen Jahr deutlich gestärkt, im Dezember 2018 bis in den Januar hat er sich aber wieder abgeschwächt. Seitdem tendiert der US-Dollar trotz der geldpolitischen Kehrtwende der Fed seitwärts; er liegt nur wenig unter den Allzeithochs. Der Aufwärtstrend vom April bis Dezember 2018, der von einem steigenden Wachstumsvorsprung ggü. dem Eurorraum und dem hohen Renditeniveau in den USA gespeist wurde, ist damit in einen Seitwärtstrend übergegangen.

Der Wachstumsvorsprung bietet wieder eine höhere Unterstützung für den US-Dollar, dafür hat sich der Zins- und Renditevorteil der USA im kurzen Laufzeitenbereich etwas verkleinert. Da bei der Fed der Zinsgipfel erreicht ist, ist die Fantasie für eine Vergrößerung des US-Renditevorteils geschwunden. Andererseits hält die EZB ihre Geldpolitik auch locker. Möglicherweise wird die EZB im Herbst beschließen, höhere Leitzinsen nicht nur bis Ende 2019, sondern länger, etwa bis Mitte oder Ende 2020, auszuschließen.

Der Handelsstreit der USA mit China schwelt weiter und ist noch keineswegs beigelegt. Die Märkte sind überzeugt davon, dass es zu einer Einigung kommen wird. Aber auch das Verhältnis zwischen Europa und den USA wird immer angespannter. Zuletzt konnte man das bei den gegenseitigen Beschuldigungen illegaler Subventionen der heimischen Flugzeugbauer sehen. Bisher wurden Listen von Produkten, die bei der Erhebung von Vergeltungszöllen betroffen wären, veröffentlicht. Sollte der Handelsstreit mit China beigelegt werden, bleibt immer noch die Drohung der USA mit Zöllen auf den Import von Automobilen aus der EU.

Auch wenn der Renditevorsprung, der allerdings nicht mehr größer werden dürfte, und der Wachstumsvorsprung der USA für den US-Dollar sprechen, gibt es viele Argumente, die gegen eine merkliche Aufwertung des US-Dollars sprechen. So vergrößerte sich im vergangenem Jahr das Handelsdefizit der USA kräftig, zuletzt hat es sich aber wieder deutlich eingeengt. Dagegen erhöhte sich das Leistungsbilanzdefizit. Auch das Haushaltsdefizit vergrößert sich zunehmend. Das US-Haushaltsdefizit stieg im Januar auf 4,4% des BIP, so hoch wie zuletzt Mitte 2013, hat sich seitdem auch wieder etwas verkleinert.

Investition in Fremdwährungen

Die Anlageidee ist unter der Berücksichtigung einer angemessenen Depotstruktur zu sehen. Bitte beachten Sie, das der Anteil an Fremdwährungsanleihen innerhalb Ihres Depots Beimischungscharakter haben sollte und die Höhe dabei abhängig von Ihrer gewählten Anlagestrategie ist.

Struktur der Anleihe

Die StufenZins Anleihe ist eine Schuldverschreibung und zählt somit zum Fremdkapital der Commerzbank AG. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5 Jahren und ist mit einem während der Laufzeit ansteigenden Kupon ausgestattet. Der Anleger erhält im ersten und zweiten Laufzeitjahr eine Verzinsung von 3,0% p.a.; im dritten Jahr von 3,25%; im vierten Jahr von 3,50% p.a. und schließlich im fünften Laufzeitjahr von 3,75% p.a. Die Anleihe wird am Laufzeitende zum vollen Nominalbetrag in US-Dollar getilgt.

Diese StufenZins Anleihe weist durch den steigenden jährlichen Zinssatz einen Vorteil gegenüber den US-Staatsanleihen auf.

Währung in US Dollar

Die Anleihe wird in US-Dollar ausgegeben und am Laufzeitende zum vollen Nominalbetrag in US-Dollar getilgt. Zudem erfolgen auch die Zinszahlungen in USD. Für Anleger, die ausschließlich ein Euro-Konto besitzen, erfolgt bei Erwerb, Zinsauszahlung und Fälligkeit der Anleihe eine entsprechende Währungsumrechnung. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 5 Jahre, das Nominal der Anleihe beträgt 2.000 US-Dollar bzw. ein vielfaches davon.


Impressum

Autoren: Martin Bordt (Spezialist Strukturierte Produkte), Karsten Eberle (Spezialist Strukturierte Produkte), Timo Motzel (Spezialist Strukturierte Produkte)
Verantwortlicher: Thorsten Plaswig
Datum der Veröffentlichung: 23. April 2019

Wichtige Hinweise

Wichtige Hinweise
Diese Information ist eine Marketingunterlage im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes, d.h. sie genügt nicht allen Anforderungen für Finanzanalysen und für die Commerzbank AG oder ihre Mitarbeiter besteht kein gesetzliches Verbot, vor Veröffentlichung der Information in den darin genannten Wertpapierprodukten zu handeln.

Adressat
Die hier wiedergegebenen Informationen und Wertungen („Information“) sind primär für den Kunden der Commerzbank AG in Deutschland bestimmt. Insbesondere ist die Information nicht für Kunden oder andere Personen mit Sitz oder Wohnsitz in Großbritannien, den USA oder in Kanada bestimmt und darf nicht an diese Personen weitergegeben bzw. in diese Länder eingeführt oder dort verarbeitet werden.

Kein Angebot; keine Beratung
Diese Information dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Diese Ausarbeitung allein ersetzt nicht eine individuelle anleger- und anlagegerechte Beratung.

Informationsquellen; Aktualisierungsbedingungen
Die in der Ausarbeitung enthaltenen Informationen wurden sorgfältig zusammengestellt. Wesentliche Informationsquellen für diese Ausarbeitung sind Informationen die die Commerzbank AG für zuverlässig erachtet. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Einschätzungen und Bewertungen reflektieren die Meinung des Verfassers im Zeitpunkt der Erstellung der Ausarbeitung. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Darstellung von Wertentwicklung
Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Die Wertentwicklung kann durch Währungsschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers/ Index von EURO abweicht.

Andere Interessen der Commerzbank AG; Hinweis zu möglichen Interessenkonflikten
Als Universalbank kann die Commerzbank AG oder eine andere Gesellschaft der Commerzbank Gruppe mit Emittenten von in der Information genannten Wertpapieren in einer umfassenden Geschäftsverbindung stehen (z.B. Dienstleistungen im Investmentbanking Kreditgeschäfte). Sie kann hierbei in Besitz von Erkenntnissen gelangen, die in der Information nicht berücksichtigt sind. Ebenso können die Commerzbank AG, eine andere Gesellschaft der Commerzbank Gruppe oder Kunden der Commerzbank AG Geschäfte in oder mit Bezug auf die hier angesprochenen Wertpapiere getätigt haben.
Nähere Informationen zu möglichen Interessenkonflikten der Commerzbank AG finden Sie unter www.commerzbank.de/wphg.

Votenverteilung
Eine Übersicht der Votenverteilung für das vergangene Quartal über alle von der Investmentstrategie des Geschäftsfeldes PC der Commerzbank AG analysierten Werte, verglichen mit der Votenverteilung für Werte, für die die Commerzbank AG Investment-Banking-Dienstleistungen erbringt, finden Sie unter www.commerzbank.de/wphg.

Votenänderungen
Die Voten der Anlageexperten des Geschäftsfeldes PC der Commerzbank AG in den vergangenen 12 Monaten lauteten:
Zur Vermeidung von Interessenskonflikten erfolgt keine Votierung
Das Votum bezeichnet die zentrale, auf Markt- und Produktmerkmalen begründete allgemeine Einschätzung der Commerzbank Anlageexperten zum jeweiligen Produkt. das Votum stellt hingegen keine individuelle Anlageempfehlung dar. Weitere Informationen zu unserer Votensystematik finden Sie unter www.commerzbank.de/wphg.

Zuständige Ausichtbehörden
Eurpäische Zentralbank, Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn und Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt am Main