ComStage U.S. Treasury Bond Future Short UCITS ETF

US-Wirtschaft in tiefer Rezession

Votum: Halten

Eine Beschreibung der Risiken dieser Anlage finden Sie in der Wesentlichen Anlegerinformation (gesetzliche Pflichtinformation).

Highlights

  • Von steigenden US-Zinsen profitieren
  • Synthetische Index-Nachbildung
  • Geringe Handelsspanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs

16.09.2020

Investmentansatz

ComStage U.S. Treasury Bond Future Short UCITS ETF

Der ComStage U.S. Treasury Bond Future Short UCITS ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds (Exchange Traded Fund). Das Anlageziel des ETF besteht darin, den Anlegern einen Ertrag zukommen zu lassen, der an die Wertentwicklung des Solactive US Treasury Bond Futures Daily (-1x) Inverse Index anknüpft.

Der Index basiert auf der Wertentwicklung des U.S. Treasury Bond Future, einem Terminkontrakt auf Anleihen der Vereinigten Staaten von Amerika mit Laufzeiten von mindestens 15 und höchstens 25 Jahren.

Funktionsweise der Strategie

Die Strategie bildet die Gesamtrendite eines täglichen Short-Investments in den U.S. Treasury Bond Future inklusive Verzinsung des nicht gebundenen Kapitals ab („Total Return Strategie“). Eine positive Veränderung des U.S. Treasury Bond Future führt zu einer negativen und eine negative Veränderung des U.S. Treasury Bond Future führt zu einer positiven Veränderung ungefähr gleichen prozentualen Ausmaßes auf Tagesbasis in der Strategie.

Insgesamt gilt, dass die Strategie fallen wird, wenn die Zinsen im Bereich der 15- bis 25-jährigen US-Staatsanleihen fallen bzw. die Strategie wird steigen, wenn die Zinsen in dem zuvor genannten, sehr langen Bereich steigen.

Synthetische ETF Struktur

Dieser ETF wird über die swapbasierte Replikationsmethode (Nachbildung) abgebildet. Das bedeudet, swapbasierte ETFs investieren in der Regel nicht in die Bestandteile des abzubildenden Index. Vielmehr gibt es ein sogenanntes Trägerportfolio, welches in der Zusammensetzung deutlich vom abzubildenden Index abweichen kann. Um die Differenz in der Wertentwicklung zwischen dem Trägerportfolio (sogenannter Basket) und dem abzubildenden Index auszugleichen, schließt der Fonds mit einem Swap-Partner einen Tauschvertrag (sogenannter Index-Swap) ab.

Hieraus ergeben sich sowohl für den Swap-Partner als auch für den Fonds Zahlungsverpflichtungen. Entwickeln sich beispielsweise die im Index enthaltenen Wertpapiere besser als die vom Fonds erworbenen, ist der Swap-Partner verpflichtet, den Unterschied in der Wertentwicklung an den Fonds zu zahlen. Dieser ETF beinhaltet ein Kontrahentenrisiko von max. 10% des Nettoinventarwerts aus Derivaten (Swap), welches auf täglicher Basis durch Bareinlagen und/oder Anleihen besichert wird. Die Anleger sind Risiken infolge der Verwendung eines OTC-Swap ausgesetzt. Der aktuelle Swap-Kontrahent ist unter www.LyxorETF.de ersichtlich.

Der Hauptgrund der synthetischen Replikation ist, dass durch das Swap-Geschäft die Abweichung (der Tracking Error) zwischen der Wertentwicklung des Index und der des ETFs in der Regel nur sehr gering ist. Gerade bei sehr breiten oder illiquiden Marktindizes können synthetische ETFs unter anderem durch ihre Kostenoptimierung Vorteile bieten. So machen Handelsrestriktionen, unterschiedliche Zeitzonen und auch steuerliche Aspekte eine physische Replikation schwierig.

Wertentwicklung 5 Jahre

Ladevorgang...

Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

Quelle: FactSet

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft Lyxor Frankfurt
Fondstyp Rentenfonds
Anlagesegment US-Staatsanleihen Short
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung USD
Ertragsverwendung Ausschüttend
WKN ETF572
ISIN LU1275255286
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,20%

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

US-Wirtschaft erleidet im 2. Quartal historischen Einbruch

Die US-Wirtschaft hat wegen der Coronakrise im 2. Quartal einen historischen Einbruch erlitten. So ging das reale BIP um 9,5% Q/Q zurück (annualisiert -32,9%, nach -5% Q/Q Q1), ein ähnliches Ergebnis wie in Deutschland (-9,7% Q/Q). Alle Nachfragekomponenten bis auf den Staatsverbrauch sind stark zurückgegangen. Die Erholung dürfte jedoch schon Ende April eingesetzt haben. Wir rechnen aber damit, dass die Dynamik der Erholung nachlassen dürfte. Das BIP wird das Vorkrisenniveau wahrscheinlich erst Anfang 2022 erreichen. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen wir mit einem Rückgang des realen BIP von 4,5%.

Arbeitslosenquote weiterhin hoch

Während im Juni noch ein kräftiger Beschäftigungsaufbau von 4,8 Mio. gemeldet wurde, hat sich der Beschäftigungsaufbau deutlich verlangsamt. Im Juli wurden nur noch 1,7 Mio. neue Stellen geschaffen; die Arbeitslosenquote ist von 14,7% im April auf 10,2% im Juli zurückgegangen. Damit bleibt die Arbeitslosigkeit mit rund 14 Mio. weiterhin sehr hoch und der Stellenaufbau unbefriedigend langsam.

Fed mit neuer geldpolitischer Strategie

Die entscheidende Änderung ist der Übergang zu einem durchschnittlichen und damit flexibleren Inflationsziel. Damit hat die Fed ihren Handlungsspielraum erhöht. Für den US-Arbeitsmarkt stellt die Fed klar, dass aus ihrer Sicht eine robuste Beschäftigungsentwicklung erreichbar sei, ohne dabei eine starke Inflation auszulösen. Die Änderung folgt aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre, als die Arbeitslosigkeit in den USA stark gesunken war, der Verbraucherpreisanstieg aber niedrig blieb. Deshalb hatte auch die US-Notenbank ihr Inflationsziel meist verfehlt. Damit bewegt sich die Fed langfristig auf eine lockerere Geldpolitik zu und will sich nicht an eine mathematische Formel binden.

Moderat steilere Zinskurve erwartet

Die Fed löste mit ihrer Strategieänderung einen deutlichen Anstieg der Inflationserwartungen aus. Die Marktteilnehmer gehen wohl davon aus, dass die Fed mit ihrer Politikänderung mindestens teilweise erfolgreich ist und die Inflationsrate längerfristig wieder nach oben bringt. Dabei sind die Inflationserwartungen schon vor Bekanntgabe der neuen Fed-Strategie angestiegen, weil sich einerseits die Konjunktur nach der Coronakrise deutlich erholte, aber auch der Regimewechsel von der Fed weitgehend erwartet worden war. Wegen der gestiegenen Inflationserwartungen sind die Renditen der mittel- bis langfristigen US-Treasuries angestiegen und die US-Renditekurve steiler geworden.

Vertrauen in Euro steigt - US-Dollar schwächt sich ab

Die Einigung auf einen Wiederaufbaufonds in Höhe von 750 Mrd. Euro im Juli hat den Euro unterstützt und Auftrieb gegeben, der sich bis heute fortsetzt. Im Juni hatte eine deutlich schwächere Tendenz für den US-Dollar eingesetzt, denn die starke Dollarnachfrage während der Coronakrise ist zurückgegangen. Außerdem hat sich der geldpolitische Vorteil des US-Dollars durch die massiven Zinssenkungen der Fed in Höhe von 150 Bp. während der Krise ggü. dem Euro, aber auch ggü. dem britschen Pfund und Yen deutlich verkleinert. Das wurde in den letzten Monaten nachgeholt.

Fazit

Die neue Fed-Strategie spricht dafür, dass sich die Fed mit einer Normalisierung ihrer Geldpolitik sehr lange Zeit lassen wird: Dafür sprechen auch die stark steigenden US-Staatsschulden, für die niedrige Leitzinsen und eine höhere Inflation von Vorteil wären. Die Strategieänderung der Fed war ein negatives Signal für die US-Währung und dürfte den Greenback noch eine zeitlang negativ beeinflussen. Insofern dürfte sich der Euro tendenziell weiter stärken, wenngleich nicht mit der Geschwindigkeit der letzten Wochen. Das Votum für US-Dollar belassen wir bei neutral gewichten, US-Dollaranleihen mit kurzer und mittlerer Laufzeiten bleiben ein Kauf.

Das Votum dieses ETFs verbleibt auf Grund seiner Short-Struktur auf Halten.

Investition im Portfoliokontext

Wer eine Geldanlage plant, sollte diese nach den Gesichtspunkten Risiko, Ertrag und Liquidität beurteilen. Hier kann keine generelle Empfehlung erfolgen, da jeder Anleger eigene Vorstellungen und Voraussetzungen bezüglich dieser Werte hat. Aus diesem Grund kann trotz unserer aktuellen Empfehlung, z.B. aufgrund von Portfoliodiversifizierung, eine Anlage in diesem ETF sinnvoll sein.

16. September 2020

Zahlen und Fakten

Stammdaten
Fondsgesellschaft Lyxor Frankfurt
Fondstyp Rentenfonds
Anlagesegment US-Staatsanleihen Short
Managementtyp Passiv (ETF)
Währung USD
Ertragsverwendung Ausschüttend
WKN / ISIN ETF572 / LU1275255286
Fondsauflage 08.10.2015
Orderannahmezeit Börsenhandel (z.B. Xetra 09:00 - 17:30 Uhr)
Produkt-Risikoklasse D
Sparplan -
VL-fähig Nein
Weitere Anteilsklassen
Kennzahlen per 25.09.2020
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre in %3 -16,85% / -15,42% / -
Volatilität (3 Jahre)3 9,81%
Kosten
Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag1 0,00%
Transaktionskosten (gemäß Preis-/Leistungsverzeichnis): 1,00% vom Kurswert (fließen an die Commerzbank) zzgl. Courtage
Verwaltungsvergütung 0,20%
Performanceabhängige Vergütung -
Laufende Kosten2 0,20%
Laufende Vertriebsprovision4 -

1 Wird von der Commerzbank AG einmalig beim Kauf vereinnahmt

2 Kosten, die nach Angabe der Fondsgesellschaft vom Fondsvermögen im Laufe des Jahres abgezogen werden

3 Quelle: FactSet, Wertentwicklung in EUR

4 Fließt an die Commerzbank AG

Die anfallenden Kosten beim Kauf (Ertragsanteil, orientiert am Ausgabeaufschlag bzw. Transaktionskosten) sowie die laufenden Fondskosten (z.B. Pauschalvergütung, performanceabhängige Vergütung, laufende Vertriebsprovisionen) entnehmen Sie diesem Dokument unter „Zahlen & Fakten“. Grundsätzlich werden die angegebenen Transaktionskosten erhoben. Diese variieren jedoch in Abhängigkeit des gewählten Depotmodels. So fällt z.B. beim PremiumDepot dieser Kostenbestandteil nicht an.

Eine auf die jeweilige Transaktion bezogene Aufstellung der Gesamtkosten („Kosteninformation vor Wertpapiergeschäft“) erhalten Sie rechtzeitig vor Auftragserteilung. Die „Kosteninformation vor Wertpapiergeschäft“ beinhaltet neben den beim Kauf und Verkauf anfallenden Kosten und den laufenden Fondskosten als Teil der Produktkosten, auch zusätzliche Kostenbestandteile wie z.B. ein eventuelles Depot- bzw. Pauschalentgelt und Produktkosten, sowie die Auswirkung der Gesamtkosten auf die Rendite der Anlage.

Chancen & Risiken

Chancen

  • Durch die Investition in einen Fonds wird das Risiko gegenüber einer Investition in Einzeltitel reduziert (Risikostreuung, Diversifikation)
  • Nahezu vollständige Teilhabe an der täglichen Performance der zugrundeliegenden Strategie
  • ETFs zeichnen sich durch hohe Liquidität und einfache Handelbarkeit aus. Market Maker sorgen für börsentägliche Liquidität bei einer engen Geld-/Brief Spanne und ermöglichen die einfache Handelbarkeit unter normalen Marktbedingungen.
  • Aufgrund der Anlage in Fremdwährung kann der Anteilswert in Euro durch Wechselkursveränderungen begünstigt werden.
  • Der Fonds ermöglicht eine gezielte Teilhabe an langfristigen Zinsentwicklung in den USA. Diese Fokussierung bietet die Chance, von der Entwicklung der USA zu profitieren

Risiken

  • Die Volatilität (Wertschwankung) des Fondsanteilwerts kann stark erhöht sein
  • Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen sowie dem Risiko sinkender Anteilspreise, sodass diese möglicherweise bei einem Verkauf nicht mehr dem Wert des investierten Kapitals entsprechen
  • Die vollständige Teilhabe an der täglichen Performance des zugrundeliegenden Index ist nicht garantiert, sodass es zu Abweichungen in der Wertentwicklung kommen kann
  • Dieser ETF beinhaltet ein Kontrahentenrisiko von max. 10% des Nettoinventarwerts aus Derivaten (Swap), welches auf täglicher Basis durch Bareinlagen und/oder Anleihen besichert wird. Die Anleger sind Risiken infolge der Verwendung eines OTC-Swap ausgesetzt. Der aktuelle Swap-Kontrahent ist unter www.LyxorETF.de ersichtlich.
  • Es ist möglich, dass sich einzelne Regionen/Branchen besser entwickeln als der Fonds und dass der Fonds unter Umständen nicht oder nur geringfügig in diese investiert ist
  • Aufgrund der Anlage in Fremdwährungen kann der Fondsanteilwert durch Wechselkursänderungen belastet werden
  • Der ETF bildet die tägliche prozentuale und nicht die absolute Wertentwicklung des Basisindex annähernd spiegelbildlich ab. Steigt der Basisindex, fällt der Wert des ETFs.
  • Ein grundsätzliches Risiko bei Investmentfonds besteht in der vorübergehenden Aussetzung der Anteilsrücknahme aufgrund nicht ausreichender Liquidität bis hin zu einer geordneten Auflösung des Fonds