Kupplung wechseln: Kosten in der Übersicht

Oft hält die Kupplung ein Autoleben lang. Doch was, wenn nicht? Welche Kosten entstehen, wenn ein Wechsel der Kupplung notwendig ist?

Ein Handwerker schraubt an der Unterseite eines Autos

Das kostet der Wechsel einer Kupplung

Die Kupplung gehört zu den klassischen Verschleißteilen eines Autos. Zwar ist die Lebensdauer von Kupplungsscheibe, Druckplatte, Ausrücklager und Schwungrad moderner Fahrzeuge ungleich länger als noch zu Großvaters Zeiten. Dennoch ist ein Wechsel der Kupplung früher oder später vorprogrammiert. Ein solcher ist meist mit einem großen Aufwand an Zeit und Arbeit verbunden. Dessen ungeachtet sollten Sie bei einem Defekt der Kupplung möglichst schnell eine Werkstatt aufsuchen. Eine Reparatur in Eigenregie ist nicht empfehlenswert.

Natürlich stellt sich hier die Frage, was der Wechsel voraussichtlich kosten wird. In unserem Ratgeber erfahren Sie mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, wie Sie eine kaputte Kupplung erkennen und wie Sie die Lebensdauer Ihrer Kupplung verlängern können.

Der Aufbau einer Kupplung

Erst dank der Kupplung kann die Kraft des Motors auf das Getriebe übertragen werden. Sie stellt eine trennbare Verbindung dar und ermöglicht dadurch das Einlegen der Gänge sowie das Anfahren des Fahrzeugs. Die Kupplung besteht aus Kupplungsscheibe, Druckplatte, einem Schwungrad und dem Ausrücklager. Die Druckplatte am Getriebe wird durch die Kupplungsscheibe vom Motor-seitigen Schwungrad getrennt. Bei geschlossener Kupplung erfolgt die Kraftübertragung des Motors an das Getriebe. Beim Auskuppeln wird über das Ausrücksystem, beziehungsweise das Ausrücklager die Verbindung zwischen Getriebe und Motor kurzzeitig getrennt und der Schaltvorgang ermöglicht. Die Kupplung ist während der Fahrt geschlossen und es wirken große Kräfte auf die Kupplungsscheibe sowie die Druckplatte und das Schwungrad.

Wie erkennen Sie einen Defekt an der Kupplung?

Ein Kupplungsdefekt kann zwar plötzlich erfolgen, kündigt sich meist jedoch im Vorfeld an. Eine schlechte Kraftübertragung zwischen Motor und Getriebe lässt den Motor hochdrehen und die Kupplung rutscht. Das Fahrzeug setzt sich nur langsam in Bewegung und die Gänge lassen sich nur schwer oder gar nicht wechseln.

Ursachen für einen Defekt der Kupplung

Alle Komponenten, wie Schwungrad, Kupplungsscheibe, Druckplatte oder Ausrücklager sind äußerst langlebig. Trotzdem handelt es sich bei der Kupplung um ein Verschleißteil, das früher oder später gewechselt werden muss. Besonders die hitzeempfindlichen Reibebeläge der Kupplungsscheibe nutzen sich mit der Zeit ab. Ein vorzeitiger Defekt der Kupplung liegt häufig an einer falschen Fahrweise. Ein kupplungsschonender Fahrstil kann die Lebensdauer Ihrer Kupplung erhöhen. Mögliche Anzeichen für einen Defekt der Kupplung.

  • Beim Einkuppeln dreht der Motor hoch, ohne dass sich das Fahrzeug merkbar in Bewegung setzt.
  • Beim Einkuppeln setzt sich das Fahrzeug ruckartig in Bewegung. Ein sanftes Anfahren ist nicht mehr möglich.
  • Ein Gangwechsel ist nicht oder nur sehr schwer möglich. (Manchmal liegt ein Defekt am Ausrücklager vor.)

Wie können Sie eine defekte Kupplung testen?

Eines gleich vorweg: Liegt Ihnen etwas an Ihrem Fahrzeug, sollten Sie diesen Test nicht machen. Doch nach wie vor wird manchmal das nachfolgende Verfahren empfohlen, um seine Kupplung zu testen: Im Stand die Handbremse anziehen und einen möglichst hohen Gang einlegen. Anschließend das Kupplungspedal kommen lassen. Stirbt der Motor ab, ist die Kupplung noch gut. Läuft der Motor weiter, ist die Kupplung defekt.

Allerdings schädigt das gewaltsame Abwürgen des Motors jede Kupplung und verringert die Lebensdauer erheblich. War Ihre Kupplung bis dahin noch nicht defekt, ist sie es nach diesem Test auf jeden Fall. Eine moderne Kupplung ist selbstnachstellend (SAC). Dadurch ersparen Sie sich die Rückstellung in einer Werkstatt, was sehr komfortabel ist. Ein Nachteil einer selbstnachstellenden SAC-Kupplung ist möglicherweise, dass sich ein Verschleiß nicht durch ein Spiel des Kupplungspedals bemerkbar macht. Beim Verdacht auf eine verschlissene Kupplungsscheibe sollten Sie in jedem Fall eine Werkstatt aufsuchen. Ein Weiterfahren mit abgefahrenen Belägen kann zu Folgeschäden an der Druckplatte oder dem Schwungrad führen. Das Ausrücklager hingegen lässt sich auch ohne Werkstatt relativ einfach prüfen. Hören Sie beim Tritt aufs Kupplungspedal ein Brummen oder spüren Sie ein Vibrieren, deutet das auf einen Defekt am Ausrücklager hin.

Die Lebensdauer einer Kupplung

Die Lebensdauer einer modernen SAC-Kupplung erreicht durchschnittlich eine Laufleistung von über 100.000 Kilometer. Ist vom Kupplungswechsel die Rede, meinen Autofahrer meist den Austausch der Kupplungsscheibe beziehungsweise der gesamten Kupplung. Die Reibungsbeläge reagieren relativ empfindlich auf Hitzeeinwirkung. Komponenten, wie Schwungrad, Druckplatte oder Ausrücklager sind in der Regel wesentlich langlebiger. Allerdings können beim Fahren mit verschlissenen Belägen durchaus Folgeschäden am Schwungrad oder der Druckplatte auftreten, was meist mit höheren Reparaturkosten verbunden ist. Der Fahrstil eines Autofahrers hat erheblichen Anteil an der Lebensdauer von Kupplung, Bremsbelägen, Getriebe, Reifen und anderen Komponenten eines Fahrzeugs.

Was schadet der Kupplung?

Mehrere Dinge sind Gift für Ihre Kupplung. Beispielsweise sollten Sie beim Warten vor einer Kreuzung den Leerlauf einlegen und Ihr Fahrzeug nicht ständig im 1. Gang anrollen lassen. Ständiges Anrucken schädigt die Kupplungsscheibe und erzeugt erhebliche Temperaturen. Auch ruckartiges Anfahren oder bergwärts Fahren mit schleifender Kupplung ist ebenso schädlich wie ein ständiges Spielen mit Gas- und Kupplungspedal, um das Fahrzeug am Wegrollen zu hindern.

Folgende Verhaltensweisen schaden Ihrer Kupplung:

  • Nicht ganz durchgetretenes Kupplungspedal während des Schaltvorganges
  • Bei kurzen Stopps mit eingelegtem Gang anstelle des Leerlaufs verweilen.
  • Schleifen lassen beim Gangwechsel
  • Gas geben beim Gangwechsel
  • Überflüssiges Gewicht an Bord
  • Über mehrere Gänge runter schalten
  • Ziehen von zu schweren Lasten

So schonen Sie Ihre Kupplung

So wie Sie mit Ihrem Fahrstil Ihrer Kupplung schaden können, können Sie sie andererseits auch schonen. Kupplungsschonendes Fahren lässt sich üben. Wechseln Sie die Gänge mit Gefühl und lassen Sie das Kupplungspedal sanft kommen. Fahren Sie zügig an, ohne langes Schleifen lassen und nehmen Sie nach dem Gangwechsel immer den Fuß vom Kupplungspedal. Generell sollten Sie auch bei kürzeren Stopps den Leerlauf einlegen, den Fuß vom Pedal und die Hand vom Schaltknauf nehmen. So vermindern Sie die Abnutzung von Kupplungsscheibe, Schwungrad und Druckplatte.

Das passiert beim Wechsel

Wird von einem Wechsel der Kupplung gesprochen, ist meist der Austausch der Kupplungsscheibe gemeint. In vielen Fällen wird auch das Schwungrad, die Mitnehmerscheibe und das Ausrücklager getauscht. Der Austausch ist sehr zeitintensiv, da bei den meisten Fahrzeugmodellen das Getriebe vollständig entfernt werden muss, um an die Kupplung zu gelangen. Die Kosten hängen vom jeweiligen Fahrzeugtyp ab und unterscheiden sich erheblich. Zu den umfangreichen Arbeitskosten kommen noch die Kosten für die Ersatzteile sowie mögliche Zusatzarbeiten hinzu. Manchmal erfolgt im Zuge der Arbeiten der Austausch des Zweimassenschwungrades, was entsprechende Zusatzkosten verursacht.

Selbst wechseln oder zum Profi in die Werkstatt?

Heutzutage sollte der Kupplungswechsel immer in einer Werkstatt erfolgen. Häufig findet keine Reparatur im klassischen Sinne statt, sondern ein Austausch der erforderlichen Komponenten. Fast immer muss eine Fachkraft das Getriebe ausbauen, damit der Wechsel durchgeführt werden kann. Moderne selbstrückstellende SAC-Kupplungen sind vorgespannt und ihre Montage erfordert nicht nur Fachkenntnis, sondern auch Spezialwerkzeug. Bei unsachgemäßem Umgang kann es rasch zu Beschädigungen kommen, sodass die neue Kupplung unbrauchbar wird. Allein aufgrund der Gewährleistung empfiehlt sich in jedem Fall der Besuch einer kompetenten Werkstatt.

Überblick über die wichtigsten Kosten

Der Montageaufwand verursacht beim Kupplungswechsel die meisten Kosten. Je nach Fahrzeugtyp unterscheidet sich der Arbeitsaufwand von wenigen bis zu 12 Stunden. Dementsprechend unterschiedlich fallen die Gesamtkosten aus. Es lohnt sich in jedem Fall vor dem Besuch einer Werkstatt entsprechende Angebote zu vergleichen. Sie müssen nicht zwangsläufig eine Vertragswerkstatt aufsuchen. Andererseits lohnt sich manchmal der Besuch einer Werkstatt mit einem höheren Stundensatz, da diese in der Regel besser ausgestattet sind und über die notwendigen Spezialwerkzeuge verfügen. Die Gesamtkosten hängen also vom jeweiligen Fahrzeugtyp, den notwendigen Ersatzmaterialien sowie dem Arbeitsaufwand ab. An Material und Arbeitskosten kann sich die Rechnung schnell auf einen vierstelligen Betrag belaufen.

Kosten für das Material

Die Preise für einen neuen Kupplungssatz unterscheiden sich je nach Fahrzeugmodell. Die reinen Materialkosten für eine neue Komplettkupplung belaufen sich auf 90,00€ bis 300,00€. Für den Austausch der Scheibe allein müssen Sie mit 50,00€ bis 200,00€ rechnen. Die Preise sind sehr unterschiedlich und vom jeweiligen Hersteller abhängig. Aufgrund des hohen Montageaufwandes ist in jedem Fall von minderwertiger Qualität abzuraten. Sparen Sie hier nicht an der falschen Stelle und investieren Sie in Qualitätsmaterial.

Kosten für die Arbeit in der Werkstatt

Die Stundensätze der verschiedenen Werkstätten unterscheiden sich beträchtlich. Je nach Region müssen Sie einen Stundensatz zwischen 60,00€ und 150,00€ kalkulieren. Ein Kupplungswechsel zählt zu den zeit- und arbeitsintensiven Reparaturen. Eine versierte Fachkraft benötigt durchschnittlich 4 Stunden für die Arbeiten. Bei manchen Fahrzeugmodellen muss das Getriebe gemeinsam mit dem Motor ausgebaut werden, was durchaus zu einer mehrtägigen Reparatur führen kann. Dementsprechend unterschiedlich gestalten sich die Reparaturpreise. An reiner Arbeitszeit fallen bei einem Kupplungswechsel schnell Kosten zwischen 200,00€ und 1.000,00€ an.

Rechenbeispiel: Kosten für den Wechsel einer Kupplung

Für unser Praxisbeispiel bringen wir einen VW Golf IV mit 75 PS in die Werkstatt. Die Mechanikerin, der Mechaniker benötigt für die Arbeiten (Aus- und Einbau Getriebe, Kupplungswechsel) 3,5 Stunden bei einem Stundensatz von 90,00€. Der Kupplungssatz kostet 300,00€ und das Ausrücklager schlägt mit 20,00€ zu Buche. Insgesamt stellt die Werkstatt eine Rechnung in Höhe von 635,00€.

Preisbeispiel für einen VW Golf IV 1.4 Benziner

  • Kupplungssatz - 300,00€
  • Ausrücklager - 20,00€
  • Einbauzeit 3,5 Stunden à 90,00€ - 315,00€

Gesamt = 635,00€

4 Spartipps bei einem Kupplungswechsel

1

Angebote vergleichen

Vor dem Aufsuchen der Werkstatt lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich der voraussichtlichen Kosten. Selbst im gleichen Ort können die Kosten für den Wechsel der Kupplung von Werkstatt zu Werkstatt erheblich abweichen. Die Montage muss nicht zwangsläufig in einer Vertragswerkstätte erfolgen. Achten Sie jedoch auf eine gut ausgestattete Werkstätte mit kompetenten Mechanikern und Mechanikerinnen. Prüfen Sie im Vorfeld die Werkstattpreise für Ihre Region und denken Sie auch an Werkstattketten.

2

Fixpreis vereinbaren

Der Arbeitsaufwand ist vom Fahrzeugtyp abhängig. Fast immer muss das Getriebe ausgebaut werden. Durchschnittlich benötigt eine Werkstatt für einen Wechsel der Kupplung 4 Stunden. Allerdings kann es immer zu unerwarteten Komplikationen kommen. Vereinbaren Sie einen Fixpreis, fallen zumindest keine weiteren Kosten an, wenn die Arbeit länger dauert als geplant.

3

Finanzieren Sie größere, ungeplante Ausgaben

Die Kosten für eine neue Kupplung können sich schon mal auf einige Hundert bis Tausende Euro belaufen. Begleichen Sie die Rechnung kontaktlos mit Ihrer Girokarte in Verbindung mit einem Girokonto. Nutzen Sie die Möglichkeiten einer Finanzierung, falls Ihr Kontostand zu wenig Guthaben aufweist. Mit einem Minikredit oder einem Kleinkredit lassen sich finanzielle Engpässe überbrücken und auch unerwartete Kosten abdecken.

4

Auf Qualitätsmaterial achten

Achten Sie bei der Auswahl des Materials auf gute Qualität. Empfehlenswert sind Originalersatzteile oder Ersatzteile in Erstausrüsterqualität. Allein die Kosten für die Montagearbeiten rechtfertigen die höheren Materialkosten. Minderwertige Qualität bei den Ersatzteilen rächt sich durch rascheren Verschleiß. Ein weiterer Besuch in der Werkstatt ist nicht nur ärgerlich, sondern verursacht wiederum Kosten.

Für den professionellen Wechsel der Kupplung in die Werkstatt

Ein Wechsel der Kupplung ist relativ zeitaufwendig und teuer. Manch Hobbyschrauber überlegt daher die Kupplung selbst zu tauschen. Trotz der anfallenden Kosten sollten Sie diese Arbeit nur in einer fachkundigen Werkstatt durchführen lassen. Die Werkstatt verfügt über das notwendige Spezialwerkzeug, damit eine Mechanikerin, ein Mechaniker die notwendigen Arbeiten sachgerecht vornehmen kann. Durch die fachkundige Montage in der Werkstatt bleiben zudem die Gewährleistungsansprüche erhalten, was bei einer Selbstmontage nicht der Fall ist. Mit einem fairen Kleinkredit decken Sie auch sehr hohe Forderungen des Kupplungswechsels rasch ab.