• Was kostet ein Platz im Pflegeheim?

    Was kostet ein Platz im Pflegeheim?

    Hier finden Sie Kostenbeispiele, Pflegegradbestimmungen, Tipps zur Finanzierung der Kosten und vieles mehr!

Ein Platz im Pflegeheim - Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Wenn Angehörige im Pflegeheim untergebracht werden müssen, kann das mitunter recht teuer werden. Aber in manchen Situationen ist eine stationäre Pflege unumgänglich, um eine bestmögliche Pflege und Versorgung zu gewährleisten.

Lesen Sie hier, welche Kosten im Einzelnen auf Sie zukommen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es abhängig von der jeweiligen Pflegestufe gibt und wie sich der Eigenanteil am besten finanzieren lässt.


So setzen sich die einzelnen Pflegeheim Kosten zusammen

Pflegeheim Kosten: Pflegesatz

Der Pflegesatz

Der sogenannte Pflegesatz, mit dem die Pflege und die soziale Alltagsbetreuung finanziert werden, fällt je nach Pflegegrad und Bundesland unterschiedlich hoch aus. Die Pflegekassen verhandeln mit dem jeweiligen Anbieter die Höhe der Pflegekosten und den Eigenanteil. Es gestaltet sich demnach schwer eine pauschale Aussage über die Pflegekosten im Allgemeinen zu treffen.

Pflegeheim Kosten: Unterkunfts- Verpflegung

Die Unterkunfts- und Verpflegungskosten

Ein Teil der die Pflegekosten ausmacht, setzt sich aus Kosten für Unterkunft, Speisen und Getränke sowie Reinigung der Zimmer und ähnliche Kosten des Pflegeheims zusammen. Die Kosten sind für alle Pflegeheimbewohner gleich.

Ist ein Pflegebedürftiger für längere Zeit abwesend, werden diese Kosten für den jeweiligen Zeitraum entsprechend reduziert. Auch wenn der Pflegebedürftige weniger Pflege als andere Bewohner des Pflegeheims benötigt, reduziert sich der Kostenanteil. Ein Beispiel dafür wäre die Ernährung über eine Magensonde.

Pflegeheim Kosten: Investitionskosten

Investitionskosten

Die Investitionskosten enthalten Gebäudemieten, Instandhaltungskosten und Modernisierungsmaßnahmen sowie betriebliche Güter. Zu diesen zählen zum Beispiel Küche, Stühle, Betten, Schränke und weiteres Pflegeheim Inventar. Die Investitionskosten werden auf monatliche Beträge umgerechnet und auf die Anzahl der Bewohner verteilt. Somit sind die Investitionskosten mit den Betriebskosten einer Wohnung oder eines Hauses vergleichbar.

In einigen Bundesländern besteht für einkommensschwache Bedürftige die Möglichkeit, ein sogenanntes Pflegewohngeld zu erhalten, um die Investitionskosten abdecken zu können. Dieses Pflegewohngeld wird zum Beispiel in Nordrhein- Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein angeboten. Auskünfte und Hilfe beim Stellen eines entsprechenden Antrages bekommen Sie bei der Pflegeeinrichtung oder dem zuständigen Sozialamt.

Pflegeheim Kosten: Zusatzleistungen

Mögliche Zusatzleistungen, für die Sie selbst aufkommen müssen

Individuelle Komfortleistungen wie beispielsweise ein kostenpflichtiger Vorleseservice oder ein besonders großes Zimmer gehen über die notwendige Regelleistung hinaus und fallen damit unter Zusatzleistungen. Solche Zusatzleistungen müssen vertraglich festgehalten werden, damit sie in Rechnung gestellt werden dürfen.

Pflegeheim Kosten: Ausbildungsumlagen

Ausbildungsumlagen

In manchen Pflegeheimen werden Ausbildungsvergütungen der im Pflegeheim beschäftigen Auszubildenden den Heimbewohnern in Rechnung gestellt. Das ist aber nicht immer und überall der Fall. Informieren Sie sich daher gut bei dem ausgewählten Pflegeheim, wie sich die Kosten zusammensetzen.

Pflegeheim Kosten: Das Taschengeld

Das Taschengeld

Auch wer im Pflegeheim lebt, benötigt ein gewisses Kontingent, um am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Das Taschengeld sollte neben den Zusatzleistungen und dem Pflegesatz sowie den weiteren Kosten für eine stationäre Pflege ebenfalls von anfang an in die Kosten miteingeplant werden.

Kostenfaktoren für einen Platz im Pflegeheim

Die pflegegradabhängigen Pflegekosten im Detail

Seit der Umstellung am 01.01.2017 auf die Pflegegrade 1,2,3,4 und 5 ist es für viele Betroffene einfacher geworden, als Pflegebedürftige eingestuft und über die Pflegekasse unterstützt zu werden. Wenn Sie oder ein Familienmitglied einen Pflegegrad erhalten, wird dieser Antrag immer von einem Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) geprüft. Der Gutachter hat die Aufgabe folgende Bereiche zu untersuchen:

  • Die Mobilität des Pflegebedürftigen
  • Die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten
  • Die Verhaltensweisen ebenso wie die psychische Verfassung
  • Die Fähigkeiten zur Selbstversorgung (Körperpflege, Nahrungszubereitung, etc.)
  • Der eigenverantwortlicher Umgang mit medizinisch- oder therapiebedingten Anforderungen
  • Die psychosozialen Fähigkeiten im Hinblick auf Alltagsgestaltung und das soziale Umfeld

Jeder der 6 oben genannten Pflegegrad-Module wird mit einer jeweiligen Punktzahl bewertet, um die sich daraus ergebende Gesamtpunktzahl zu ermitteln, die letztendlich den Pflegegrad bestimmt.

Pflegegrad 1

Hier erhält der Pflegebedürftige einen Anspruch auf die Leistungen aus der Pflegeversicherung, wenn die Gutachter eine geringe Beeinträchtigung Ihrer Selbstständigkeit bestätigt haben.

Bei dem Prüfverfahren (“Neuen Begutachtungsassessment“) muss der Pflegebedürftige zwischen 12,5 und 27 Punkten erzielen.

Pflegegrad 2

Diese Stufe und die entsprechenden Leistungen bekommt ein Pflegebedürftiger zugesprochen, wenn er „in seiner Selbständigkeit erheblich beeinträchtigt ist“.

Um den Pflegegrad 2 zu erhalten, muss der Gutachter bei der Begutachtung mindestens 27 und weniger als 47,5 Punkte ermitteln. Auch hier wird die Bedürftigkeit in Hinblick auf körperliche, psychische und kognitive Beeinträchtigungen überprüft.

Pflegegrad 3

Der Pflegegrad 3 wird vergeben, wenn eine „schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ vorliegt. Wird ein Ergebnis von 47,5 bis unter 70 Punkten attestiert, erhält der Pflegebedürftige den Pflegegrad 3.

Pflegegrad 4

Wenn ein Pflegebedürftiger nachweislich unter „schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit „ leidet, dann erhält er den Pflegegrad 4 und die damit einhergehenden Leistungen der Pflegekasse. Die Voraussetzung hierfür ist, dass bei der Begutachtung nach dem NBA zwischen 70 und unter 90 Punkten festgestellt werden.

Pflegegrad 5

Dieser Grad ist der höchste Pflegegrad. Sollten einem Familienmitglied dieser zugesprochen werden, erhält die pflegebedürftige Person die umfangreichste Leistung über die Pflegekassen.

Welche Kosten übernimmt die Pflegekasse?

Diese Kosten übernimmt die Pflegekasse
  • Als Mitglied in einer privaten oder gesetzlichen Pflegeversicherung übernimmt die Pflegeversicherung, unabhängig vom finanziellen Vermögen des Pflegebedürftigen, nur zum Teil die anfallenden Kosten. Die Leistungen der Pflegeversicherung, die an das jeweilige Pflegeheim gezahlt werden, sind abhängig vom jeweiligen Pflegegrad.

Wer trägt die Kosten fürs Pflegeheim?

Da die Pflegekassen nur einen Teil der Gesamtkosten tragen, müssen Pflegebedürftige oder die Angehörigen für die restlichen Kosten aufkommen.

Bevor der Pflegebedürftige staatliche Hilfe in Anspruch nehmen kann, um den Eigenanteil zu decken, müssen Eigentum, wie Immobilien, Wertpapiere oder Sonstiges verwendet werden. Allerdings steht jedem Pflegebedürftigen ein Schonvermögen zu. Schonvermögen bedeutet, dass Sie diesen Betrag nicht zum Tilgen der Pflegeheimkosten verwenden müssen, um Ihren Eigenanteil zu finanzieren. Auch dem Ehepartner des Pflegebedürftigen steht ein Schonvermögen von 5 % des Bruttoeinkommens zu.

Ebenso verhält es sich beispielsweise mit der Rente des Pflegebedürftigen. Diese muss für die Finanzierung der Kosten verwendet werden. Zurückbehalten werden darf lediglich ein Taschengeld in Höhe von 109,08 €.

Falls der Pflegebedürftige selbst und auch sein Ehe- oder Lebenspartner nicht in der Lage sein sollte, für die Kosten aufzukommen, werden die Kinder zum Elternunterhalt herangezogen. Dafür wird geprüft, ob die Kinder des Pflegebedürftigen dazu finanziell in der Lage sind, oder nicht. Denn auch hier gibt es einen Selbstbehalt und Schonvermögen. Beim Selbstbehalt handelt es sich um den monatlichen Betrag, den Angehörige für sich behalten dürfen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die jeweiligen Beträge sind in der Düsseldorfer Tabelle festgelegt.

  • Wichtige Info: Ab Januar 2020 gilt das vom Bundeskabinett verabschiedete “Angehörigen-Entlastungsgesetz“. Dieses garantiert Kindern pflegebedürftiger Eltern einen Freibetrag von 100.000 € beim Jahresbruttoeinkommen. Erst bei einem darüber liegenden Jahresbruttoeinkommen müssen die Kinder dann anteilig für die entstandenen Kosten aufkommen. Sollten weder der Ehepartner noch die Kinder nach eingehender Überprüfung in der Lage sein, den geforderten Eigenanteil der Heim- und Betreuungskosten abzudecken, übernimmt das Sozialamt auf Antrag die Kosten.

Rechenbeispiel für Pflegeheim Kosten

Bei diesem Rechenbeispiel rechnen wir mit dem Pflegegrad 3 die Kosten pro Monat.

Rechenbeispiel für Pflegeheim Kosten pro Monat

Finanzielle Sicherheit für Ihre Familie

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Unbedingt zu empfehlen ist eine Vorsorgevollmacht , in der Sie festlegen, wer Sie im Notfall in allen wichtigen und alltäglichen Entscheidungen vertritt. So können Sie in der Vorsorgevollmacht unter anderem bestimmen, ob und wie weit der Bevollmächtige Einsicht in die Krankenunterlagen haben soll. Vielen Betroffenen ist es lieber, dass ein oder mehrere Angehörige bevollmächtigt sind. Dies sollten Sie rechtzeitig regeln. Denn liegt keine Vorsorgevollmacht vor, wird vom Gericht ein Betreuer ausgesucht. Dem geht ein kostenpflichtiges staatliches Verfahren voraus, welches sich mit Ihrer Vorsorgevollmacht verhindern ließe. Sowohl eine Patientenverfügung als auch eine Vorsorgevollmacht sollten Sie frühzeitig erteilen, damit Sie sich im Notfall darauf verlassen können, dass alles nach Ihren Wünschen geregelt ist.


Fazit: Vorsorge ist wichtig

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, mit denen Sie Ihre Rentenlücke schließen können. Welche Art der Vorsorgeform für Sie die richtige Vorsorge ist, hängt von Ihrer Lebenssituation und Ihrer Vorstellung ab. Lassen Sie sich diesbezüglich von Experten beraten, damit Sie beruhigt in Ihre Zukunft schauen können. Auf folgenden Seiten finden Sie weitere Informationen zum Thema Pflege, Pflegeheim und Kosten:

Was kostet ein Platz im Pflegeheim?

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