• Welche Notarkosten fallen beim Hauskauf an?

    Notarkosten beim Hauskauf

    Auf diese Gebühren für Notar und Grundbuch müssen Sie sich einstellen!

Notarkosten beim Hauskauf im Überblick

Der Erwerb einer Immobilie ist für Käufer etwas Besonderes. Das liegt vor allem daran, dass der Hauskauf in der Regel mit erheblichen finanziellen Anstrengungen verbunden ist. Deswegen sparen viele Hauskäufer mehrere Jahre lang darauf hin. Doch Hauskäufer müssen nicht nur den reinen Kaufpreis aufzubringen, sondern auch die mit dem Erwerb verbundenen Kosten berücksichtigen.

Einen besonderen Stellenwert nehmen in diesem Zusammenhang die Notarkosten beim Hauskauf ein, die Teil der Nebenkosten sind. Wenn Sie keine bösen Überraschungen erleben, die Notargebühren bei Ihrer Finanzplanung adäquat berücksichtigen und zudem die Ausgaben möglichst gering halten möchten, lesen Sie gerne einfach weiter.

Wozu braucht man einen Notar?

Wozu ist ein Notar notwendig?

Das Hauptaufgabengebiet eines Notars umfasst die Beurkundung und Beglaubigung von Rechtsgeschäften. Während es einige Angelegenheiten gibt, bei denen Partien auf Wunsch einen Notar hinzuziehen können, ist sein Mitwirken bzw. seine Beglaubigung oder Beurkundung für bestimmte Rechtsgeschäfte in Deutschland gesetzlich zwingend vorgeschrieben. Letzteres gilt auch für den Hauskauf. Dadurch will der Gesetzgeber sowohl den Käufer als auch den Verkäufer schützen. Schließlich sind sowohl die Transaktionsvolumina als auch die Rechtsfolgen oft erheblich. Deshalb ist in Deutschland ein Hausverkauf ohne die Beurkundung eines Notars generell unwirksam. Rechtskraft erlangt der Hauskauf dementsprechend erst bei der Unterzeichnung eines Kaufvertrags beim Notar und dessen Beurkundung.


Die Aufgaben des Notars beim Hauskauf

Die Aufgaben, die ein Notar im Rahmen eines Hauskaufs zu erfüllen hat, sind äußerst vielfältig.

  • Der Notar muss nicht nur einen rechtssicheren Kaufvertrag erstellen – bei dem ihm durch das Eintragen von Wohn- und Wegerechten möglicherweise zusätzlicher Aufwand entsteht – sondern auch Käufer und Verkäufer über die damit zusammenhängenden Rechtsfolgen informieren.
  • Den Vertrag liest er beiden Parteien beim Notartermin vor und unterzeichnet diesen zusammen mit dem Hauskäufer und -verkäufer.
  • Anschließend sorgt der Notar dafür, dass das Grundbuchamt den Namen des Käufers im Grundbuch vormerkt. Auch für die Überprüfung des Eintrags beim Grundbuchamt ist er zuständig.
  • Danach meldet er die Transaktion beim zuständigen Finanzamt und holt bei Bedarf noch fehlende Unterlagen ein.
  • Schließlich erhält der Hauskäufer eine Zahlungsaufforderung und das Grundbuchamt einen Antrag auf die Umschreibung im Grundbuch von ihm.
Tipp zur Aufgabe eines Notars

Gut zu wissen:

Notare treten als Mittler zwischen Käufer und Verkäufer auf und müssen deshalb immer unparteiisch bleiben. Aus diesem Grund obliegt es ihnen auch nicht, eine Partei darüber zu informieren, ob der Kaufvertrag wirtschaftlich unvorteilhaft ist oder nicht.

Die Aufgaben des Käufers beim Hauskauf

Haben Käufer, Verkäufer und Notar den Kaufvertrag unterzeichnet, ist der Erwerb des Hauses rechtsverbindlich. Der Käufer muss nun nicht nur den Hauspreis, sondern auch die damit zusammenhängenden Nebenkosten , wie beispielsweise die Notarkosten bezahlen.

Meistens erhält er bereits wenige Tage nach der Transaktion einen Grunderwerbsteuerbescheid vom zuständigen Finanzamt sowie eine Rechnung vom Grundbuchamt für den Grundbucheintrag, die der Hauskäufer ebenfalls begleichen muss.

Weitere Aufgaben und Pflichten können sich zudem aus dem Kaufvertrag ergeben. Dabei kann es sich beispielsweise um die Berücksichtigung eines Wohnrechts handeln, das laut Vertrag eine im Haus lebende Person auf Lebenszeit besitzt.


Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf?

Entscheidend für die genaue Höhe der Notarkosten beim Kauf eines Hauses sind der Kaufpreis und der Umfang der Leistungen, die der Notar erbringen soll. Dabei können Notare ihre Gebühren jedoch nicht nach eigenem Gutdünken festlegen. In Deutschland sind diese vielmehr einheitlich und im Gerichts- und Notarkostengesetz (GnotKG) festgelegt. Im Durchschnitt summieren sich die Gebühren auf etwa 1,5 % der Kaufsumme, wobei etwa 1 % auf die reinen Notarkosten und 0,5 % auf die mit der Transaktion zusammenhängenden Grundbuchkosten entfallen. Meistens schwanken die Kosten dabei – je nach den in Anspruch genommenen Notarleistungen – zwischen 1,2 und 1,9 % der Kaufsumme des Hauses.

Notarkosten beim Hauskauf: Wie hoch sind sie?

Wie setzen sich die Notarkosten beim Hauskauf zusammen?

Die beim Kauf eines Hauses entstehenden Notarkosten bestehen aus zahlreichen Komponenten. Von diesen fallen einige zwangsweise, andere jedoch nur unter bestimmten Bedingungen an. Obligatorisch ist die Gebühr für das Beurkunden des Kaufvertrags. Dazu kommen dann noch Kosten für die Vollzugstätigkeiten des Notars – etwa das Beurkunden und Einholen weiterer Dokumente – sowie eine Gebühr für die Betreuung.

Die Notarkosten erhöhen sich, wenn Notare beispielsweise noch Wege- und Wohnrechte eintragen oder Grundschulden des Verkäufers löschen müssen. Ein weiterer Kostenfaktor entsteht durch die Verwendung eines Notaranderkontos. Dieses ist nötig, wenn der Kaufvertrag vorsieht, dass der Kaufpreis zunächst treuhänderisch auf das Anderkonto des Notars fließen soll.

Rechenbeispiel zu den Notarkosten beim Hauskauf

Notarkosten Rechenbeispiel
Notarkosten Rechenbeispiel

Angenommen, Sie möchten ein Haus für einen Kaufpreis von 200.000 € erwerben. Dann erhält der Notar für die Beurkundung des Kaufvertrags 870 €.

Für den Vollzug des Geschäfts liegt die Gebühr bei 217,50 €. Ebenfalls 217,50 € werden für die betreuende Tätigkeit des Notars fällig. Somit ergibt sich eine Zwischensumme von 1.305 €. Auf diese müssen Sie noch die gesetzliche Mehrwertsteuer in Höhe von 19 % zahlen, was in diesem Beispiel 247,95 € entspricht.

Damit ergeben sich 1.552,95 € als reine Notarkosten. Nicht vergessen sollten Sie die Grundbuchkosten, die sich im Zahlenbeispiel auf 652,50 € summieren. Diese setzen sich aus der Auflassungsvormerkung und der Umschreibung auf den neuen Eigentümer zusammen, für die Sie 217,50 € bzw. 435 € zahlen müssen.

Somit ergeben sich Gesamtkosten von 2.205,45 €. Dazu kommen oft noch Auslagen des Notars – etwa für Telefon, Porto und Ausdrucke – die sich an seinem Aufwand orientieren. Diese betragen meistens rund 100 €.

Die Notarkosten steigen, wenn die Transaktion über ein Notaranderkonto läuft. Hierfür erhält der Notar bei einem Kaufpreis von 200.000 € eine Gebühr von 435 € auf die Sie dann wiederum auch noch Mehrwertsteuer zahlen müssen.

Notarkostenrechner

Interaktiver Notarkostenrechner

Dieses Kostenbeispiel hilft Ihnen die Notarkosten für Ihren Hauskauf besser zu verstehen. Wenn Sie wissen möchten, wie hoch Ihre individuellen Notar- und Grundbuchkosten für den Kauf eines Hauses sind, dann hilft Ihnen unser praktischer Rechner weiter.

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Gebühren für Notar- und Grundbuchkosten in der Übersicht

Die folgende Infografik verschafft Ihnen einen guten Überblick über die Kosten und Gebühren, mit denen Sie zusätzlich zum Kaufpreis eines Hauses rechnen müssen.

Notarkosten beim Hauskauf in der Übersicht

Finanzierungstipp:

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, die Notarkosten und die Grunderwerbsteuer beim Hauskauf mit Eigenkapital zu bezahlen. Da diesen Kosten keine materiellen Werte gegenüberstehen, entsteht für den Kreditgeber bei einer Abdeckung über die Baufinanzierung ein höheres Risiko, weshalb häufig ein teurer Zinsaufschlag erhoben wird. Planen Sie Notarkosten und weitere Nebenkosten beim Hauskauf daher frühzeitig und gründlich.

Wie viel Eigenkapital benötigen Sie für Ihr Bau- oder Kaufvorhaben? Diese und weitere Fragen beantworten Ihnen die erfahrenen Finanzierungsexperten der Commerzbank.

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5 wichtige Fragen zum Thema Notarkosten

Viele Menschen kommen mit Notaren nur selten geschäftlich in Kontakt. Deswegen haben Hauskäufer und -verkäufer oft Aufklärungsbedarf bezüglich ihrer Tätigkeiten und der dafür anfallenden Gebühren. Dabei stehen oft folgende Fragen im Vordergrund:

Wichtige Frage Notarkosten

Wer zahlt die Notarkosten beim Hauskauf?

In den meisten Fällen begleicht der Hauskäufer die anfallenden Notarkosten. Das hat auch steuerliche Vorteile, weil sich ansonsten der Kaufpreis des Hauses um die Notargebühren erhöhen würde. Das hätte dann eine Erhöhung der Grunderwerbsteuerschuld zur Folge. Soll der Notar für den Verkäufer allerdings bestimmte Änderungen – etwa im Grundbuch – durchführen, so beteiligt sich dieser anteilig an den Notarkosten.

Rechtlich sind aber sowohl der Käufer als auch der Verkäufer Kostenschuldner. Wenn also der Hauskäufer nicht in der Lage sein sollte, die Notargebühren zu begleichen, können Notare auch den Verkäufer in Anspruch nehmen.

Wichtige Frage Notarkosten

Welche Unterlagen benötigt der Notar?

Neben verschiedenen grundlegenden Informationen – wie Anschrift des Hauskäufers und Kaufobjekts, Räumungstermin und eine Liste der mit dem Haus verkauften Gegenstände – benötigen Notare noch eine Reihe von Unterlagen. Dazu zählen vor allem:

  • aktueller Grundbucheintrag
  • aktueller Grundsteuerbescheid
  • Auskunft des Baulastenverzeichnisses (wenn nicht im Grundbuch verzeichnet)
  • Berechnung von Wohn- und Nutzfläche
  • Energieausweis
  • Flurkarte bezüglich Grundstücksgrenzen
  • Grundrisspläne
  • Gebäudeversicherungspolice

In bestimmten Fällen können noch weitere Unterlagen notwendig sein. Hat der Verkäufer etwa eine Grundbuchschuld zurückgezahlt, die noch nicht im Grundbuch eingetragen ist, so benötigt er bzw. der Notar eine entsprechende Bescheinigung. Zudem können je nach Situation Erbscheine, Erbbaurechtsverträge oder Vollmachten notwendig sein.

Wichtige Frage Notarkosten

Gibt es Möglichkeiten, Notar- oder Grundbuchkosten zu sparen?

Sowohl die Notarkosten als auch die Grundbuchkosten sind grundsätzlich nicht frei verhandelbar, sondern in der jeweiligen Gebührenordnung festgelegt. Allerdings lassen sich die Nebenkosten senken, wenn Sie auf bestimmte Dienste des Notars – etwa die Nutzung eines Notaranderkontos – verzichten.

Zudem ist es ratsam, Termine, Eintragungen und Beurkundungen zeitlich zusammenzulegen, so weit das möglich ist, weil andernfalls doppelt Kosten anfallen würden. So sollten Sie etwa die Beurkundung des Hauskaufvertrags mit der Grundschuldeintagung ins Grundbuch zusammen durchführen lassen.

Wichtige Frage Notarkosten

Lassen sich Notarkosten beim Hauskauf steuerlich geltend machen?

Die beim Erwerb einer Immobilie entstehenden Notarkosten können Sie leider nicht in jedem Fall von der Steuer absetzen. Die steuerliche Geltendmachung ist vor allem dann möglich, wenn das Motiv für den Hauskauf die Erzielung von Einkünften ist.

Dann gelten die Notarkosten nämlich als Teil der steuerlich wirksamen Anschaffungskosten. Das ist vor allem dann gegeben, wenn Sie die erworbene Immobilie nicht selbst bewohnen, sondern vermieten. Ist das Haus dabei Teil des Privatvermögens, können Sie es als Werbungskosten absetzen.

Gehört die zu vermietende Immobilie hingegen zum Betriebsvermögen können Sie die Notargebühren, die durch die Grundbucheintragungen von Hypotheken begründet sind, als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.

Eine ausführliche Beratung zu den steuerlichen Möglichkeiten erhalten Sie bei Ihrem Steuerberater.

Wichtige Frage Notarkosten

Was ist eine notarielle Beurkundung?

Bei einer notariellen Beurkundung erstellen Notare eine Urkunde, die als Nachweis für die Rechtmäßigkeit der darin enthaltenen Vereinbarungen gilt. Damit diese Beurkundung rechtsgültig ist, muss der Notar:

  • die Identität der Vertragsparteien feststellen
  • die Geschäftsfähigkeit der Vertragspartner prüfen
  • beide Parteien über Rechte und Pflichten aufklären
  • diese Aufklärung in die Urkunde aufnehmen
  • die gesamte Urkunde verlesen
  • sich den Urkundeninhalt von beiden Parteien genehmigen lassen
  • die Urkunde zusammen mit den Vertragspartnern unterzeichnen

Fazit zu den Notarkosten beim Hauskauf

Der Erwerb eines Hauses ist eine erhebliche Investition. Damit Sie ein Objekt finden, das Ihren Vorstellungen bestmöglich entspricht, ist eine Zusammenarbeit mit Profis bei der Haussuche ratsam. So steigern Sie etwa mit der Immobilienvermittlung von PlanetHome Ihre Chancen, das perfekte Haus zu finden.

Hauskaufverträge sind oft komplex und für viele Käufer oft nicht sofort verständlich. Deswegen sollten sie bei Unklarheiten unbedingt beim Notar nachfragen. Zusätzliche Kosten resultieren daraus nicht, da die Notarkosten praktisch vollständig durch die Gebührenordnung geregelt sind und nicht vom Beratungsaufwand abhängen. Zudem sollten Sie den Kaufpreis erst dann zahlen, wenn Sie diesbezüglich eine Aufforderung des Notars erhalten. Denn erst ab diesem Zeitpunkt sind Sie rechtlich vollständig abgesichert.

Diese Notarkosten erwarten Sie bei einem Hauskauf

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