• Geld verleihen: Darauf sollten Sie achten

    Geld verleihen: Darauf sollten Sie achten

    Private Kredite an Fremde, Freunde und Verwandte vergeben – das sollte gut überlegt sein! Welches Risiko steckt wirklich dahinter?

Zum Geldgeber wird, wer dem Freund mit einem Darlehen aus der Patsche hilft. Aber auch der Anleger eines P2P-Kredites verleiht das eigene Geld. Wie funktioniert der Kredit unter Privatpersonen, welche Fehler kommen vor und mit welchem Risiko ist zu rechnen?


Kredite unter Privatpersonen – ist das eine gute Idee?

Es gibt verschiedene Beweggründe, aus denen jemand zum Geldgeber wird und anderen Darlehen gewährt. Vielleicht ist ein Familienmitglied in einer Notlage oder soll bei einem Vorhaben finanziell unterstützt werden. Dann ist es nicht das Ziel des Kreditgebers, mit Zinsen eine Rendite zu erwirtschaften, sein Antrieb ist sozialer Natur. Andere sehen Darlehen an Privatpersonen auch als Investitionsmöglichkeit an und verleihen ihr Geld über eine Plattform, die sogenannte P2P- oder peer-to-peer-Kredite vermittelt. Der gewährte Betrag soll dem Anleger zu einer ordentlichen Rendite verhelfen. Wie riskant sind solche privaten Darlehen?


Geld verleihen – das Risiko des privaten Kredits!

Egal, ob es sich um einen Kredit unter Freunden oder innerhalb der Familie dreht oder um ein Darlehen über eine vermittelnde Plattform: Unterschätzen Sie niemals den Wert der Information! Banken fordern von zukünftigen Kreditnehmern nicht umsonst zahlreiche Unterlagen an, um die Kreditwürdigkeit zu überprüfen. Privaten Geldgebern fehlen in der Regel die nötigen Daten und vielleicht auch die Möglichkeit, die Zahlen ins richtige Verhältnis zu setzen. Sie befinden sich also einem professionellen Kreditgeber gegenüber im Nachteil.

Da das so ist, stellen sich die Fragen: Haben Banken mit ihren Bonitätsprüfungen bereits den Antrag des Kreditnehmers abgelehnt? Und sollte in diesem Fall ein privater Kreditgeber Geld verleihen, wenn ein finanzkräftiges Unternehmen das Risiko nicht eingeht?

Wie riskant ist ein Darlehen im Familien- und Freundeskreis?

Eltern bieten den eigenen Kindern vielleicht einen Betrag als Darlehen an, um bei einer Baufinanzierung zu unterstützen. Das Ziel ist meistens, Zinsen für die jungen Leute einzusparen. In einem anderen Fall ist möglicherweise das Auto eines guten Freundes defekt und er benötigt Unterstützung, um die Reparatur zu bezahlen. Welche Risiken und Gefahren entstehen bei Kreditnehmer und -geber?

Geldgeber

  • unregelmäßiger Eingang von Zinsen und Tilgung
  • Ausfall des Darlehens, eventuell entsteht ein eigener finanzieller Engpass
  • Streit über finanzielle Aspekte
  • Probleme beim Einlösen einer Sicherheit

Kreditnehmer

  • zu hohe Darlehensrate, da die Bonitätskontrolle fehlt
  • Zahlungsunfähigkeit durch überhöhte finanzielle Belastung
  • Streit über finanzielle Aspekte
  • Verlust von Sicherheiten und/oder dem guten Ruf

Selbstverständlich ist es eine persönliche Entscheidung, ob Sie einen Betrag an Familie oder Freunde verleihen. Gerade im privaten Bereich spielen zahlreiche Faktoren in die Überlegungen mit hinein. Haben Sie jedoch Grund zum Zögern, gibt es für den Kreditnehmer auch noch andere Wege, um ein Darlehen zu bekommen.

Tipp

Tipp: Alternative zum privaten Darlehen in der Familie

„Bei Geld hört die Freundschaft auf!“ Dieser oft zitierte Spruch birgt viel Wahrheit. Streitereien über die Finanzen können ganze Familien zerstören. Wer das Risiko meiden möchte, wendet sich für eine umfangreiche Beratung an uns. Als Bank gehört Geld verleihen zu unserem Fachgebiet. Wie sieht der Vorteil aus?

  • Unsere Baufinanzierung ist auf unsere Kunden persönlich zugeschnitten und so gerechnet, dass Raten und Rückzahlung bequem gestemmt werden können.
  • Wir prüfen die Bonität unserer Darlehensnehmer und passen einen Kredit ihren Möglichkeiten an. Hier gelangen Sie zu unserem flexiblen Ratenkredit!
  • Vielleicht ist der gewährte Kreditbetrag niedriger als bei einem privaten Kredit, doch als Bank geben wir kein Darlehen aus, das die Belastungsgrenze eines Kreditnehmers überschreitet.
  • Wir beraten unsere Kunden ausgiebig rund um das Thema Darlehen, damit sie fundierte Entscheidungen treffen können.

Welches Risiko bringt der Kredit über eine Plattform mit sich?

Eine Plattform für Darlehen unter Privatpersonen lockt Geldgeber oft mit hohen Zinsen. Dadurch sollen Anleger eine hohe Rendite einfahren. Warum wenden sich Kreditnehmer an die P2P-Plattformen? Oft haben sie bereits versucht, bei einer Bank den nötigen Betrag zu bekommen. Aufgrund von schlechter Bonität, negativen SCHUFA-Einträgen oder anderer Faktoren wurde ihr Antrag jedoch abgelehnt. Darum akzeptieren sie die außergewöhnlich hohen Zinsen der Plattform. Welche Nachteile entstehen dadurch für Anleger?

  1. Die Bonitätsprüfung erfolgt durch die Plattform oder sogenannte Kreditanbahner, nicht durch den Anleger. Der Kreditnehmer wird mit einem Rating versehen, das von Anbieter zu Anbieter variiert. Ein Geldgeber erhält dadurch weniger Informationen über die finanziellen Verhältnisse der Kreditnehmer, als eine Bank einfordern würde.
  2. Viele Plattformen haben ihren Sitz im Ausland und stehen dann oft nicht unter einer Finanzaufsicht.
  3. Oft gibt es gute Gründe, warum der Darlehensnehmer bisher von niemand anderem das Geld erhalten hat.
  4. Einige Plattformen bieten einen Rückkauf bei Ausfällen an. Der Rückkauf erfolgt durch die Plattform oder die Kreditanbahner und hängt damit von deren Zahlungsfähigkeit ab.
  5. Häufig kommen Kreditnehmer aus verschiedenen Ländern, dann ist es noch schwieriger das tatsächliche Risiko richtig einzuschätzen.
  6. Die hohen Renditeversprechen berechnen sich ohne Zahlungsverzug und Ausfälle.

Aufgrund des Risikos raten unsere Experten davon ab, Geld über eine Plattform zu verleihen.

Welche Kosten haben Anleger beim Geld verleihen?

Meist verleihen Privatpersonen einen Kredit an Freunde und Verwandte nicht, um Profit daraus zu schlagen. Daher erwarten sie aus der Sache weder eine Rendite noch Kosten. Diese entstehen jedoch trotzdem, wenn es zu Zahlungsschwierigkeiten kommt. Durch Mahnungen oder den Einsatz eines Anwalts können hohe Gebühren auflaufen. Anleger bei einer Plattform für P2P-Kredite müssen mit einer Gebühr für die Leistung des Onlinemarktplatzes rechnen. Wie hoch diese ausfällt, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.

Information: Auf keinen Fall dürfen Anleger vergessen, dass für Zinsen die Abgeltungssteuer fällig wird, sobald der persönliche Freibetrag überschritten ist. Das gilt auch für die Einnahmen aus einem Kredit mit Privatpersonen.


Schwierigkeiten beim Geld verleihen verhindern – wie?

Grundsätzlich können Kreditgeber einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, damit es später nicht zu Problemen kommt:

  • Ein Kreditvertrag hält die wichtigsten Vereinbarungen fest und beweist, dass der Betrag ein Darlehen und keine Schenkung ist.
  • Ein Überweisungsbeleg, Zeugen für die Absprachen oder eine Barquittung können später als Nachweise genutzt werden. Dazu ist es gut, wenn die schriftlichen Beweise den Verwendungszweck als Darlehen nochmals klarstellen.
  • Viele vereinbaren für den Kredit Sicherheiten. Die Passage im Vertrag sollte jedoch von einem Anwalt formuliert werden. Dadurch entsteht Rechtssicherheit.
  • Der Kreditnehmer sollte bereit sein, Einblick in seine finanziellen Verhältnisse zu gewähren.
  • Wie wird der Betrag zurückgezahlt? Die Rate aus Zinsen und Tilgung kann mit einem Darlehensrechner korrekt kalkuliert werden, damit der Kredit zum Laufzeitende entweder zurückgezahlt ist oder die gewünschte Restschuld erreicht wird.

Welche Punkte müssen in einen Darlehensvertrag?

Kommt es ohne Kreditvertrag zu Uneinigkeit über vereinbarte Eckpunkte des Kredits, ist der Geldgeber in der Beweispflicht. Dann muss er Unterlagen oder Zeugen beibringen, um seine Sicht der Dinge zu belegen. Besser ist es immer, einen Vertrag über den Kredit auszufertigen, damit Klarheit über die Absprachen besteht. Das gilt auch, wenn die Beteiligten eng befreundet oder verwandt sind. In den Vertrag gehören alle Vereinbarungen über das Darlehen, wie

  • Name aller Beteiligten
  • Datum und Unterschriften
  • Laufzeit mit Datum
  • Höhe des Betrags
  • klare Deklaration als Darlehen
  • Zinsen, Tilgung, effektiver Jahreszinssatz und Zahlungsinformationen zu den Raten
  • eventuell Sondertilgungen oder ein Recht auf vollständige Tilgung
  • Sicherheiten (am besten von einem Juristen formulieren lassen)

Info: Zahlt der Kreditgeber den Betrag bar aus, dient eine unterschriebene Empfangsbescheinigung als Beleg.


Was tun, wenn der Kreditnehmer nicht mehr bezahlt?

Geld verleihen ist manchmal einfacher als zurückbekommen. Bleiben plötzlich Zinsen und Tilgung aus, empfehlen Fachleute, den Kreditnehmer erst einmal darauf anzusprechen. Vielleicht handelt es sich ja nur um einen Fehler oder ein Missverständnis. Auch eine freundliche Zahlungserinnerung, in der die Höhe der fehlenden Zinsen und Tilgungen aufgestellt ist, reicht oft schon aus, damit die Raten wieder fließen. Stellt sich heraus, dass ein ernsthaftes Problem vorliegt, ist es gut, wenn ein Kreditvertrag vorhanden ist. Auch eine mündliche Absprache ist rechtlich bindend, doch dafür muss der Geldgeber die Forderungen nachweisen können.

Folgt nach der Zahlungsaufforderung kein Geldeingang, schalten die meisten einen Anwalt ein. Er unterstützt den Darlehensgeber bei der korrekten Mahnung, der Berechnung der Zinsen und Verzugszinsen und leitet danach das gerichtliche Mahnverfahren ein. Folgen des Mahnverfahrens können ein Vollstreckungsbescheid oder eine Gerichtsverhandlung über den Streitfall sein. Ob der Darlehensgeber tatsächlich den Betrag zurückerhält, den er verliehen hat, ist damit jedoch nicht gesichert.


Geld verleihen – Alternativen mit Rendite für Anleger

Bei der Finanzanlage gibt es eine wichtige Faustregel: Mit der Rendite steigt auch das Risiko. Doch es existieren auch Anlagemodelle, bei denen das Risiko überwiegt oder erst gar nicht einzuschätzen ist. Zu dieser Gruppe gehören meist die Darlehen an Privatpersonen. Möchten Sie Ihr Geld zu einem vertretbaren Risiko mit ordentlicher Rendite investieren? Dann können wir Ihnen Wertpapiere empfehlen.

Wertpapiere sind nicht nur Aktien. Dazu gehören auch Anleihen, ETFs, Fonds, Zertifikate, Devisen und noch mehr. Teilweise haben diese Papiere eine Verzinsung, erwirtschaften eine Dividende oder gewinnen durch Wertsteigerung. Die Rendite ist unterschiedlich, genau wie das Risiko, das der Anleger beim Kauf eingeht. Durch diese Vielfalt und Flexibilität sind Produkte für wirklich jeden dabei. Gerne beraten Sie unsere Experten bei der Auswahl der passenden Wertpapiere für Ihre Anlage.


Geld verleihen bringt nicht die große Rendite!

Geldgeber können einen Betrag an bekannte oder fremde Personen verleihen. Ziel ist es oft, in einer Notlage zu helfen, jemanden zu unterstützen oder durch Zinsen eine Rendite zu erwirtschaften. Geben Anleger Privatpersonen ein Darlehen, riskieren sie jedoch, die ganze Summe zu verlieren. Das Risiko dieser Investitionen ist schwer einzuschätzen, denn durch unvollständige Informationen zu den finanziellen Verhältnissen der Kreditnehmer und mündliche Abreden entsteht ein hohes Ausfallpotenzial. Besser ist es, die Rendite mit einer Anlage zu erreichen, bei der die Risiken kalkulierbar sind.


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