• Was kostet eine Tagesmutter?

    Was kostet eine Tagesmutter?

    Aufgaben, Vor- und Nachteile sowie Spartipps

Eine Tagesmutter muss viele Kriterien erfüllen

Geben Eltern ihre Kinder in eine Kindertagespflege, wünschen sie sich eine liebevolle Betreuung. Die Kleinen sollen nicht nur gefüttert und gewickelt werden. Sie brauchen auch Zuwendung, genügend Zeit zum Spielen und müssen altersgerecht gefördert werden. Ist diese Qualität der Kinderbetreuung überhaupt bezahlbar? Finden Sie heraus, ob eine Tagesmutter zu den Bedürfnissen Ihrer Familie passt und welche Kosten auf Sie zukommen.


Wann brauchen Ihre Kinder eine Tagesmutter?

Wann brauchen Ihre Kinder eine Tagesmutter?

Auch, wenn viele Eltern gerne die Betreuung ihrer Kinder selbst übernehmen würden, ist das nicht immer möglich. Denn wer nicht arbeitet, verzichtet auf Einkommen. Alleinerziehende müssen für den Lebensunterhalt sorgen, Selbständige können ihre Auftraggeber nicht über längere Zeit warten lassen und andere fürchten um den Verlust des Arbeitsplatzes. Arbeiten die Eltern Schicht oder haben Wochenendeinsätze, sollte die Betreuung außerdem zeitlich flexibel sein. Nun brauchen sie jemanden, der ihr Kind in diesen Stunden individuell und liebevoll umsorgt. Jemand, der es in ihrem Sinne betreut und erzieht, bis sie selbst von der Arbeit zurück sind. Bei diesen Bedürfnissen ist eine Kindertagespflege durch eine Tagesmutter eine passende Wahl.

Welche Aufgaben übernimmt die Tagesmutter bei der Betreuung?

Im Gegensatz zum Babysitter tritt die Tagesmutter für die Betreuungszeit an die Stelle der Eltern. Wo der Babysitter Windeln wechselt und das Kind beschäftigt, fördert und erzieht die Kinderpflegeperson auch. Ihre Ausbildung und Qualifikation ermächtigen sie, sich professionell um Kinder zu kümmern und gezielt ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen. Daher kommt der Babysitter eher für kurzes „Aufpassen“ infrage. Die Kinderpflegeperson jedoch übernimmt regelmäßig und kompetent die Kindertagespflege. Manchmal betreut sie mehrere Kinder zeitgleich, manchmal sogar parallel zu ihren eigenen Kindern. Dafür muss sie kindgerechte Räumlichkeiten anmieten oder im eigenen Haus zur Verfügung haben.

Information: Das Jugendamt erteilt Tagesmüttern eine Pflegeerlaubnis

Information: Das Jugendamt erteilt Tagesmüttern eine Pflegeerlaubnis, wenn sie einen umfangreichen Qualifizierungskurs belegt haben. Außerdem müssen sie dafür in der Regel beim Jugendamt

  • ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis hinterlegen,
  • einen aktuellen Erste-Hilfe-Kurs vorweisen,
  • eine Unfall- und Haftpflichtversicherung abschließen
  • und jedes Jahr Fortbildungen besuchen.

Vorteile und Nachteile einer Tagesmutter im Vergleich

Die Vorteile einer Tagesmutter

Vorteile

  • konstante Bezugsperson
  • weitere Kinder als Freunde
  • Berücksichtigung individueller Bedürfnisse der Kinder
  • flexible Betreuungszeit
  • Möglichkeit der Wochenendbetreuung und Übernachtung
  • regelmäßige Kontrollen durch das Jugendamt
Die Nachteile einer Tagesmutter

Nachteile

  • kostenintensive Betreuung, allerdings ist ein Zuschuss möglich
  • Prägung durch die Familie der Tagesmutter
  • Qualität stark von einer Person abhängig
  • Krankheit und Urlaub der Tagesmutter können zu Betreuungslücken führen

Nach welchen Kriterien wählen Sie eine Tagesmutter aus?

Da Ihre Kinder viele Stunden in der Kindertagespflege verbringen werden, muss die Tagesmutter einfach zu Ihnen und Ihren Vorstellungen von Erziehung passen. Es reicht nicht nur zu wissen, dass das Jugendamt regelmäßige Kontrollen durchführt. Eine Auflistung gibt Ihnen einen Überblick über wichtige Entscheidungskriterien:

  • Pflegeerlaubnis und Qualifikation
  • Betreuungszeiten
  • Kosten
  • Hygiene in und um die Betreuungsstätte
  • Krankheitsvertretung
  • Urlaubsvorstellungen
  • Ansichten zu Erziehung und Tagesablauf
  • kindgerechte Ausstattung
  • Anzahl der betreuten Kinder (inkl. der eigenen Kinder)
  • Gestaltung der Mahlzeiten
  • Ruhezimmer
  • Ausrichtung von Spielzeug und Tagesablauf auf die Altersgruppe
  • Sympathie zwischen Kind, Eltern und Tagesmutter
Nach welchen Kriterien wählen Sie eine Tagesmutter aus?

Alternativen zur Tagesmutter

Vielen Eltern gefällt die Idee, ihre Kinder in die Hand einer einzelnen, fremden Person zu geben, nicht besonders. Neben der Möglichkeit, die Kinderpflegeperson gut kennenzulernen und intensive Gespräche zu führen, haben Sie weitere Alternativen, die Kinderbetreuung zu regeln:

1. Eltern übernehmen die Betreuung ihrer Kinder selbst

1. Eltern übernehmen die Betreuung ihrer Kinder selbst

Zu niemandem haben Ihre Kinder eine engere Beziehung als zu Vater oder Mutter. Kümmern Sie sich selbst um alle täglichen Bedürfnisse und die Erziehung, hat der Staat vorgesorgt. Nach dem Mutterschaftsurlaub steht beiden Elternteilen die Möglichkeit zu, Elternzeit zu nehmen.

Vorteil: Sie sind im Tagesablauf Ihres Kindes präsent und nehmen selbst Einfluss auf Erziehung und Prägung. Genießen Sie die gemeinsame Zeit!

Nachteil: Sie verzichten auf einen Teil vom Einkommen, wenn Vater oder Mutter zu Hause bleibt. Ihre Karriere kann einen Dämpfer erhalten oder sogar komplett ausgebremst werden. Für Selbständige kann es sogar zu deutlichen finanziellen Einbrüchen kommen.

  • Tipp: Planen Sie, sich selbst in näherer Zukunft um die Betreuung Ihrer Kinder zu kümmern, sparen Sie rechtzeitig ein Polster an. Auf einem Tagesgeldkonto ist die Summe jederzeit greifbar.
2. Familiäre Betreuung durch die Großeltern

2. Familiäre Betreuung durch die Großeltern

Liebevolle Kinderbetreuung gibt es auch bei Opa und Oma – und das meistens kostenlos. Sind die Großeltern fit und willig, sollten Sie diese Möglichkeit auf jeden Fall prüfen.

Vorteil: Die meisten Kinder lieben es, zu den Großeltern zu gehen und fühlen sich dort wohl.

Nachteil: Schwierigkeiten entstehen, wenn die Erziehungsvorstellungen nicht übereinstimmen, die Großeltern nur verwöhnen statt erziehen oder die regelmäßige Kinderbetreuung wider Erwarten die Kräfte von Oma und Opa übersteigt.

  • Tipp: Großeltern erwarten für die Betreuung vielleicht keine Gegenleistung, freuen sich aber hin und wieder über eine Aufmerksamkeit. Ein Strauß Blumen oder eine Flasche Wein zeigen, wie sehr Sie Ihre Hilfe schätzen. Mit dem Girocard sind kleine Geschenke online oder vor Ort im Handumdrehen besorgt.
3. Betreuungszeit im Kindergarten oder der Kindertagesstätte

3. Betreuungszeit im Kindergarten oder der Kindertagesstätte

Der Kindergarten ist die klassische Variante der Betreuung und weithin beliebt. Eine Kindergrippe – oft integriert in eine Kindertagesstätte – nimmt auch Babys und Kleinkinder auf. Erzieher kümmern sich um eine ganze Kindergruppe.

Vorteil: Kostengünstige (Beiträge richten sich nach dem Einkommen der Eltern) und kompetente Betreuung an den Wochentagen sind in einem Kindergarten gegeben.

Nachteil: Die Betreuungszeit ist nicht flexibel und auf einzelne Kinder können die Erzieher nicht oder nur bedingt individuell eingehen.

Infobox: Welche Betreuung sollten Sie für Ihr Kind wählen?

Welche Betreuung sollten Sie für Ihr Kind wählen?

Ihr Kind hat ganz eigene Bedürfnisse, die Sie bei der Auswahl der geeigneten Betreuung in Betracht ziehen müssen. Sowohl im Kindergarten als auch bei der Tagesmutter ist eine Probe- und Gewöhnungszeit sinnvoll, um zu prüfen, wie Ihr Kind zurechtkommt.


Die Tagesmutter mit anderen Betreuungen kombinieren

Die Tagesmutter mit anderen Betreuungen kombinieren

Die Betreuungszeit können Sie selbstverständlich individuell mit Ihrer Tagesmutter vereinbaren. Haben Sie die Möglichkeit, sich Ihre Arbeitszeit einzuteilen, bringen Sie Ihr Kind nur wenige Stunden zur Kinderpflege und betreuen es den Rest der Zeit selbst. Vorstellbar ist auch: Die Großeltern übernehmen einen Teil der Betreuung und bringen die Kinder danach zur Kinderpflegeperson. Oder die Tagesmutter holt die Kinder nach der Kernzeit vom Kindergarten ab und überbrückt die restlichen Stunden bis zu Ihrem Feierabend.


Die Kosten einer Tagesmutter – womit müssen Sie rechnen?

Es gibt mehr als einen Weg, um eine Tagesmutter zu engagieren. Die örtlichen Jugendämter fördern die Leistungen einer Kindertagespflege, Sie können eine Kinderpflegeperson privat beauftragen oder eine Kinderfrau anstellen, die zur Betreuung zu Ihnen nach Hause kommt:

1. Kindertagespflege über das Jugendamt

Wenden Sie sich für eine Tagesmutter ans Jugendamt, vermittelt Ihnen die Behörde die Betreuung. Voraussetzung ist, dass Sie berufstätig sind oder eine Ausbildung absolvieren. Sie wählen aus einer vorhandenen Liste geprüfter Tagesmütter, wen Sie sich näher anschauen möchten. Die Entscheidung liegt bei Ihnen und Ihrem Kind. Sie bezahlen einen Elternbeitrag direkt ans Jugendamt, das wiederum den Beitrag plus einen Zuschuss an die Kindertagespflege weiterleitet. Die Höhe des Elternbeitrags ist abhängig von der Anzahl Stunden, der Region, dem Einkommen der Eltern und dem Alter des Kindes. Zum Elternbeitrag können noch die Kosten der Mahlzeiten kommen, die direkt an die Kindertagespflege bezahlt wird. Das Jugendamt ist bestrebt, keine Betreuungslücken durch Urlaubs- und Krankheitszeiten entstehen zu lassen. Meistens findet sich daher eine adäquate Vertretung.

2. Eine Tagesmutter direkt engagieren

Freiberufliche Tagesmütter, die das Jugendamt nicht fördert, müssen sich trotzdem ausreichend qualifizieren und eine Pflegeerlaubnis ausweisen. Hier überweisen Sie die Kosten auf das Konto der Betreuung. 3 – 8 € geben Sie im Schnitt für die Stunde aus. Dazu addieren Sie Zusatzausgaben für Mahlzeiten, Windeln, Nacht- und Wochenendbetreuung, Ausflüge und andere Sonderleistungen. Unter Umständen ist ein Zuschuss des Jugendamts erhältlich, der sich nach dem Einkommen der Eltern richtet. Sparen Sie sich weitere unnötige Ausgaben und nutzen Sie für die Überweisungen unser kostenloses Girokonto.

3. Die Kinderbetreuung im eigenen Zuhause

Ihr Kind fühlt sich nur in bekannter Umgebung richtig wohl? Sie möchten sich nach einem langen Arbeitstag die Fahrt zur Tagesmutter sparen? Dann besorgen Sie sich eine Kindertagespflege für zu Hause. In diesem Fall kommt die Kinderpflegeperson zu Ihnen und kümmert sich vor Ort um Ihr Kind. Hierbei handelt es sich um ein reguläres Angestelltenverhältnis in Form eines Mini- oder Midijobs. Welchen Stundenlohn Sie dabei bezahlen, verhandeln Sie direkt. Allerdings müssen Sie den Mindestlohn berücksichtigen und sich um die Bezahlung der Lohnnebenkosten kümmern.


Ein Rechenbeispiel für die Kosten einer Tagesmutter

Eine Familie mit zwei Kindern benötigt 3 Tage die Woche Kindertagespflege für jeweils 2 Stunden im Anschluss an die Regelzeit des Kindergartens. Sie engagieren eine freiberuflich tätige Tagesmutter, die eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt besitzt. Diese verlangt 6,50 € pro Stunde und Kind und wird die Kinder jedes Mal vom Kindergarten abholen. Während der Betreuung erhalten die Kleinen eine warme Mahlzeit und das kleinere Kind muss noch gewickelt werden. In unserem angenommenen Beispiel stellen sich die Kosten folgendermaßen auf:

Leistung Kosten
Betreuung 24 Stunden pro Monat für 2 Kinder 312 €
Abholung vom Kindergarten, pro Monat pauschal 15 €
Mahlzeiten, pauschal 60 € je Kind 120 €
Zulage für Windeln 12 €
Gesamtkosten für die Tagesmutter 459 €

4 Wege, wie Sie bei der Kindertagespflege sparen können

Die Betreuung von Kindern kann den Geldbeutel der Eltern schwer belasten. Mit 4 kleinen Kniffen reduzieren Sie Ihre Ausgaben:

Tipp 1: Vergleichen Sie Preise!

Vergleichen Sie Preise

Vielleicht verlangt eine Tagesmutter einen höheren Lohn für die Stunden der Betreuung, ist aber bereit, dafür Zusatzleistungen kostenlos zu übernehmen.

Tipp 2: Sorgen Sie vor!

Sorgen Sie vor

Geben Sie Ihren Kindern das Essen oder die Windeln mit, um unnötige Ausgaben zu vermeiden. Sorgen Sie selbst für die Verpflegung Ihres Kindes, können Sie auf preisbewusste Lebensmittel zurückgreifen.

Tipp 3: Sparen Sie die Abholung vom Kindergarten!

Sparen Sie die Abholung vom Kindergarten

Können Freunde oder die Großeltern den Weg vom Kindergarten zur Tagesmutter regelmäßig übernehmen?

Tipp 4: Reduzieren Sie die Anzahl der Stunden!

Reduzieren Sie die Anzahl der Stunden

Mit einer Kombination aus der Betreuung durch Verwandte oder dem Kindergarten und der Tagespflege senken Sie die Gesamtkosten.


Die Kindertagespflege – gibt es einen Zuschuss?

Die Kindertagespflege – gibt es einen Zuschuss?

  • Zuschuss vom Staat: Der Staat unterstützt Familien bei der Kinderbetreuung. Fördert daher das Jugendamt die Tagesmutter, leisten Eltern je nach Einkommen und Anzahl der Stunden einen Elternbeitrag. Er variiert von Jugendamt zu Jugendamt. Bei Vereinbarungen mit einer freiberuflichen Tagesmutter ist ein Zuschuss zu den Kosten möglich, der ebenfalls vom Einkommen abhängt. Die Kinderfrau, die eine Betreuung im Haus der Eltern durchführt, ist fest angestellt und benötigt keine Pflegeerlaubnis. Sollen die Kosten jedoch mit einem Zuschuss des Jugendamts gefördert werden, muss zwingend eine ausreichende Qualifikation vorliegen.
  • Steuererleichterung: Die Kosten für Kinderbetreuung können in der Steuererklärung angesetzt werden und verringern unter Umständen je nach Einkommen die Steuerlast.
  • Zuschuss vom Arbeitgeber: Einige Firmen unterstützen ihre Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung.

Die Kosten einer Kindertagespflege stemmen

Bei einer Tagesmutter bekommt Ihr Kind eine individuelle Betreuung in familiären Verhältnissen. Dazu ist es jedoch nötig, die Kinderpflegeperson mit Bedacht auszusuchen, denn sie wird einen großen Einfluss auf die Prägung Ihres Kindes haben. Die Kosten behalten Sie im Griff, wenn Sie sich ans Jugendamt für eine geförderte Tagesmutter wenden oder einen Zuschuss beantragen.


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