• Was kostet eine Au Pair?

    Die Kosten einer Au Pair im Überblick

    Aufgaben, Vor- und Nachteile sowie Spartipps

Eine Au Pair als Unterstützung bei der Kinderbetreuung und im Haushalt

Ein Au Pair ist eine tolle Hilfe bei der Betreuung des Nachwuchses. Damit für alle Beteiligten das Au-Pair-Programm erfolgreich und harmonisch verläuft, sollten Sie einiges beachten. In diesem Ratgeber steht, wie teuer ein Au-Pair ist und was Sie für ein harmonisches Leben berücksichtigen sollten.


Was ist eine Au Pair?

Der Begriff Au Pair kommt aus dem Französischen und lässt sich mit dem Wort „Gegenseitigkeit“ übersetzen. Es ist demnach eine Beziehung, die auf Nehmen und Geben basiert. Zu ihr gehören Rechte ebenso wie Pflichten. Gleichzeitig sind Toleranz und Respekt gegenüber anderen Kulturen erforderlich. Es geht nicht um ein Leistungsprogramm, bei dem das Au Pair Geld gegen Arbeit erhält. Stattdessen geht es vielmehr darum, junge Menschen in die Familie ihres Gastlandes aufzunehmen. Dadurch verbessern sie ihre Sprachkenntnisse und lernen etwas über die lokale Kultur kennen. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Au Pair für die Gastfamilie gratis ist. Ein Au Pair ist mit Kosten verbunden, die über die Bereitstellung eines Schlafraumes und der Nahrung hinausgehen.

Ein Au Pair verbleibt für gewöhnlich für 9 bis 12 Monate in der Familie. Vereinzelt sind auch kürzere Zeiten von nur einem halben Jahr möglich. Das Alter der Au Pairs liegt zumeist zwischen 18 und 30 Jahren. Es sind junge Frauen oder Männer, die selbst keine Kinder haben und ein fremdes Land bereisen möchten. Sie unterstützen ihre Gastfamilie bei der Kinderbetreuung und der leichten Hausarbeit. Au Pairs werden für gewöhnlich über dafür ausgerichtete Agenturen vermittelt.

Die Aufgaben einer Au Pair

Beim Au-Pair-Programm handelt es sich um einen kulturellen Austausch, bei dem das Au Pair seine Sprachkenntnisse optimiert. Aus diesem Grund kann die Kinderbetreuung im eigenen Land auch nicht als Au-Pair-Aufenthalt gewertet werden. Das Au Pair ist keine professionelle Nanny oder eine Haushaltshilfe, die jegliche Arbeiten erledigt. Stattdessen ist es ein Familienmitglied auf Zeit, das die Familie unterstützt und von dieser unterstützt wird. Die klassischen Aufgaben eines Au Pairs reichen daher von der Hausaufgabenbetreuung bis hin zum Leeren des Mülleimers und der Erledigung der Einkäufe. Schwerere Aufgaben im Haushalt wie das Reinigen des Backofens oder das Putzen der Fenster gehören allerdings nicht dazu.

Die Aufgaben einer Au Pair

Die Vor- und Nachteile einer Au Pair im Vergleich

Ein Au Pair aufzunehmen oder nicht, ist keine leichte Entscheidung. Immerhin handelt es sich hier um junge Menschen aus einem fremden Land, die ein Heim auf Zeit suchen und dafür auf die eigenen Kinder aufpassen. Folgende Aufstellung der Vor- und Nachteile hilft bei der Entscheidungsfindung.

Die Vorteile einer Au Pair

Vorteile

  • Zeiteinsparungen, da das Au-Pair Aufgaben übernimmt
  • kultureller Austausch und somit Wissensanreicherung
  • Kinder lernen Offenheit und Toleranz
  • Erlernen der Sprache des Au Pairs
  • Einsparung von Babysitterkosten
Die Nachteile einer Au Pair

Nachteile

  • weniger Privatsphäre, da der fremde Mensch bei Ihnen einzieht
  • eventuell familiäre Spannungen aufgrund von der Eingewöhnungszeit des Au Pairs
  • keine professionelle Kinderbetreuung
  • Erhöhung der Ausgaben, da ein Au-Pair-Programm Geld kostet (Taschengeld, Verpflegung, Versicherung usw.)

Die Regelung für Arbeitszeit, Freizeit und Urlaub einer Au Pair

Die Regelung für Arbeitszeit, Freizeit und Urlaub einer Au Pair

Der Aufenthalt des Au-Pairs geht mit Rechten und Pflichten einher, da dies zur Harmonie in der Familie beiträgt. Zugleich werden Gastfamilie und Au-Pair so vor einem Ausnutzen geschützt. Bezüglich der Arbeitszeit sollte sich diese auf bis zu 30 Stunden die Wochen belaufen. Das inkludiert selbstverständlich die Kinderbetreuung. Wie die Arbeit zeitlich eingeteilt wird, erfolgt in Absprache mit dem Au Pair. Einen Tag sollte das Familienmitglied auf Zeit während seines Aufenthaltes komplett frei haben. Mindestens einmal pro Monat sollte dieser freie Tag auf einen Sonntag fallen. Darüber hinaus tragen die Gasteltern dafür Sorge, dass das Au Pair zumindest vier Abende pro Woche frei hat.

Sofern das Au Pair bei Ihnen für ein Jahr bleibt, hat es Anspruch auf einen bezahlten Erholungsurlaub für einen Zeitraum von vier Wochen. Sollten Sie das Au Pair mit in Ihren Urlaub nehmen und es dort weiterhin zur Kinderbetreuung eingesetzt werden, ist dies kein Erholungsurlaub. Nur wenn das Au Pair kleinere Aufgaben übernimmt und keine Anwesenheitspflicht hat, ist es ein Erholungsurlaub.

Infobox: Au Pairs haben an Feiertagen frei.

Achtung: In Deutschland haben Au Pairs an gesetzlichen Feiertagen frei. Nur in Ausnahmefällen und nach Absprache mit dem Au Pair kümmert es sich auch an einem Feiertag um die Kinder.


5 Tipps für den Aufenthalt Ihres Au-Pairs

Für einen harmonischen Aufenthalt Ihres Au-Pairs sollten Sie selbst als Gastfamilie etwas tun. Hier sind ein paar Tipps für einen erfolgreichen Aufenthalt für alle Beteiligten:

1. Suchen Sie das Au-Pair mit Sorgfalt aus.

Suchen Sie das Au-Pair mit Sorgfalt aus.

Es sollte zu Ihrer Familie passen. Schauen Sie sich daher die Bewerbungsschreiben sorgfältig an.

2. Vereinfachen Sie den Aufenthalt des Au-Pairs.

Vereinfachen Sie den Aufenthalt des Au-Pairs.

Planen Sie im Vorhinein alles genau: Dazu gehören die Fortbewegung, Verpflegung, Ausgehmöglichkeiten, Unterkunft und der Urlaub.

3. Sorgen Sie für unmissverständliche Grundsätze.

Sorgen Sie für unmissverständliche Grundsätze.

Definieren Sie faire Regeln und legen Sie klar dar, was Ihnen bei der Kindererziehung wichtig ist.

4. Beachten Sie bei der Kalkulation des Taschengeldes Ihren Wohnort.

Beachten Sie bei der Kalkulation des Taschengeldes Ihren Wohnort.

Leben Sie in München, muss das Taschengeld höher liegen als in einem kleinen Dorf in Thüringen. Bemessen Sie das Taschengeld nicht fair, entstehen automatisch Frust und Unzufriedenheit.

5. Gehen Sie auf das Au Pair ein.

Gehen Sie auf das Au Pair ein.

Berücksichtigen Sie bei der Verpflegung die Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Essensstile des neuen Familienmitglieds. Benötigt es beispielsweise eine glutenfreie Verpflegung, sollten Sie Ihren Einkaufszettel umschreiben. Die Kosten dafür gehen nicht vom Taschengeld ab.


Kostenfaktoren einer Au Pair

Kostenfaktoren eines Au Pairs

Die Kosten für ein Au Pair setzen sich vornehmlich aus folgenden Kostenblöcken zusammen:

  • Taschengeld
  • Unterkunft und Verpflegung
  • Versicherung
  • Sprachkurs und Fahrtkosten zum Sprachkurs
  • Gebühren für Visa, die Agentur etc.
  • nach Absprache: Reisekostenzuschuss

Ein Rechenbeispiel für die monatlichen Kosten eines Au Pairs

Ein Au Pair aufzunehmen, ist jeden Monat mit Kosten verbunden. Einige von ihnen sind festgesetzt, während Sie bei anderen ein wenig Handlungsspielraum haben. Folgende Aufstellung gibt einen groben Überblick über die Kosten pro Monat:

1. Taschengeld

Ein Au Pair benötigt ein Taschengeld, das es für sich allein ausgeben darf. In Deutschland beläuft sich der Betrag auf circa 260 € pro Monat. Es ist ratsam, dafür ein Bankkonto zu eröffnen. So können Sie das Geld komfortabel überweisen.

2. Unterkunft und Verpflegung:

Das Au Pair wohnt bei Ihnen im Haus. Dafür benötigt es einen Raum, der möbliert und abschließbar ist. Eine Mindestgröße von 8 m² ist vorgeschrieben. Selbstverständlich kommen Sie auch für das Essen und Trinken des Au Pairs auf. Planen Sie dafür mindestens 150 € pro Monat ein.

3. Versicherung

Zusätzlich benötigt Ihr Au Pair auch Versicherungen. Dies sind eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung. Es ist nicht legal, ein Au Pair ohne Versicherung zu beschäftigen. Gute Agenturen achten darauf. Die Kosten für die Versicherung tragen Sie als Gastfamilie. Kalkulieren Sie hierfür zwischen 35 und 55 € im Monat.

4. Zuschuss für Sprachkurs und Fahrtkosten:

Jedes Au Pair in Deutschland hat ein Recht darauf, an einem Sprachkurs teilzunehmen. Sie sind dazu verpflichtet, für die Kosten aufzukommen. Eine seriöse Agentur klärt Sie darüber im Vorhinein auf. Der Kostenzuschuss für den Sprachkurs beträgt 50 €. Hinzu kommen noch die Kosten für die Fahrt zum Sprachkurs, die Sie ebenfalls tragen müssen. Wie hoch diese sind, hängt von der individuellen Situation ab. Rechnen Sie am besten mit mindestens 20 € pro Monat.

Nach dieser Aufstellung liegen die monatlichen Kosten für das Au Pair bei mindestens 515 € pro Monat.

Rechenbeispiel für die einmaligen Kosten eines Au Pairs

Hinzu kommen noch einmalige Kosten wie die Gebühren und einen eventuellen Reisekostenzuschuss:

5. Gebühren

Ihr Au Pair darf sich nicht illegal im Land aufhalten. Für die temporäre Anmeldung in Deutschland und das Visum entstehen Kosten, die Sie tragen. Sie sind jedoch zumeist sehr gering und überschreiten nur selten die 10 €. Darüber hinaus fallen in der Regel Gebühren der Agentur für die Vermittlung des Au Pairs an. Sie können bei circa 400 € für die komplette Aufenthaltsdauer liegen.

6. Reisekostenzuschuss

Faire Agenturen raten den deutschen Gastfamilien, dass sie zumindest einen Teil der Reisekosten des Au Pairs tragen. Immerhin muss es mit Bahn, Flugzeug oder Schiff nach Deutschland gelangen. Es wird eine Bezuschussung dieser Kosten empfohlen. Je nach Herkunftsland empfiehlt sich ein Zuschuss zwischen 50 und 300 €. Bei einigen Agenturen kommt die Gastfamilie verpflichtend für die Reisekosten auf.

Zu den Kosten pro Monat für den Aufenthalt wie dem Taschengeld und der Verpflegung kommen daher einmalige Kosten von mindestens 450 €.


Kosten sparen beim Au-Pair-Programm

Ein Au Pair ist mit Kosten verbunden. Sie sollten nicht versuchen, diese Kosten pro Monat zu senken, indem Sie das Leben des Au Pairs beeinträchtigen. Es wird Teil Ihrer Familie, weswegen es die gleiche Verpflegung wie Sie erhält und auch zu Restaurantbesuchen eingeladen werden sollte. Hat es beispielsweise Nahrungsmittelunverträglichkeiten, müssen Sie selbstverständlich dies bei der Verpflegung berücksichtigen. Das Taschengeld und die Versicherungen sind ebenfalls essenziell für das Au Pair.

Sie als Gastfamilie können jedoch einige Kosten für das Au-Pair-Programm einsparen:

Tipp 1: Vergleichen Sie Angebote.

Vergleichen Sie Angebote.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherung, ob Sie das Au Pair bei Ihrer Familienversicherung mitversichern können. Vergleichen Sie ansonsten Preise und Leistungen unterschiedlicher Versicherungen und wählen Sie dann das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Tipp 2: Ermöglichen Sie dem Au Pair preisbewusste Verkehrsmittel.

Ermöglichen Sie dem Au Pair preisbewusste Verkehrsmittel.

Stellen Sie dem Au Pair beispielsweise ein Fahrrad zur Verfügung oder kombinieren Sie den Weg zum Sprachkurs mit dem Weg zum wöchentlichen Fußballspiel, können Sie Kosten einsparen.

Tipp 3: Setzen Sie Ihre Kosten ab.

Setzen Sie Ihre Kosten ab.

Das Finanzamt unterstützt Sie bei den Kosten eines Au Pair. Eine seriöse Agentur erstellt Ihnen eine Bescheinigung über die Ausgaben für das Au Pair - vom Taschengeld bis hin zu den Versicherungsbeiträgen.


Ein Au Pair kann eine tolle Bereicherung für Ihre Familie sein

Ein Au Pair kann die Familie durch seinen Aufenthalt bereichern. Es gibt der Gastfamilie einen Einblick in eine andere Kulturen, von dem die Eltern ebenso profitieren wie die Kinder. Darüber hinaus entlastet das Au Pair die Familie, da es einige Aufgaben übernimmt. Auf diese Weise haben Sie mehr Zeit für sich oder andere Tätigkeiten. Damit alles reibungslos verläuft, ist es jedoch wichtig, das Au-Pair als Mitglied der Familie willkommen zu heißen. Nehmen Sie davon abstand, es als eine Putzhilfe oder eine Ganztagsbetreuung für die Kinder zu betrachten. Ist der Umgang innerhalb der Gastfamilie tolerant und respektvoll, profitieren beide Seiten von dem neuen Familienmitglied. Nicht selten wird dabei ein über den regulären Aufenthalt hinaus bestehendes Bündnis zwischen Gastfamilie und Au Pair geschaffen.


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