• Corona-Folgewirkungen erhöhen die Gefahr der Überschuldung

SchuldnerAtlas: Corona-Folgewirkungen erhöhen die Gefahr der Überschuldung

Viele Deutsche sind bereits überschuldet. Die Corona-Krise könnte in absehbarer Zukunft zu einem weiteren, starken Anstieg der Verschuldung führen. Warum sind besonders junge Menschen gefährdet? Und was können sie tun, wenn Sie bereits überschuldet sind?

Wie überschuldet ist Deutschland?

Knapp 6,9 Millionen Privatpersonen sind in Deutschland überschuldet. Damit ist fast jeder zehnte Erwachsene nicht in der Lage, seine Schulden in absehbarer Zeit zu begleichen. Zu diesem Ergebnis kommt der „SchuldnerAtlas Deutschland 2020“ der Creditreform. Trotz der Corona-Krise stellen die Experten einen leichten Rückgang der Überschuldung im Vergleich zum Vorjahr fest. Allerdings ist dieser Rückgang aller Wahrscheinlichkeit nach nur die sprichwörtliche „Ruhe vor dem Sturm“. Mit der Pandemie geht eine massive Rezession einher; ein Ende ist noch nicht absehbar. Durch die getroffenen Maßnahmen, beispielsweise Kurzarbeit oder Geschäftsschließungen, steht vielen Verbrauchern aktuell deutlich weniger Geld zur Verfügung. Auch wenn staatliche Hilfsmaßnahmen die wirtschaftlichen Auswirkungen erträglicher gemacht haben: Viele wurden von der Krise hart getroffen.

Viele Deutsche sind bereits überschuldet. Durch die Corona-Krise könnten es noch deutlich mehr werden
Viele Deutsche sind bereits überschuldet. Durch die Corona-Krise könnten es noch deutlich mehr werden

Wie wirkt sich Corona auf die Überschuldung der Verbraucher aus? Rund 700.000 Menschen verloren in Deutschland zwischenzeitlich ihren Arbeitsplatz. Bis zu 7,3 Millionen Menschen waren oder sind von Kurzarbeit betroffen. Der „SchuldnerAtlas“ kommt zu dem Ergebnis, dass schätzungsweise bis zu zwei Millionen Freiberufler und Solo-Selbstständige kurz vor einer Überschuldung stehen.

Ein Anstieg der Verschuldung ist also zu erwarten. Besonders Geringverdiener werden Schwierigkeiten haben, die negativen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie auszugleichen. Bei Einkommensverlusten können sie nicht oder kaum auf Ersparnisse zurückgreifen und müssen sich häufig verschulden. Personen mit höherem Einkommen sind diesem Risiko meist nicht ausgesetzt.

Warum ist eine Überschuldung in jungen Jahren gefährlich?

Die generell hohe Überschuldungsquote zeigt: Nicht nur Einkommensverluste erhöhen das Risiko, sich zu verschulden. Unerwartete und kostenintensive Ereignisse wie z. B. ein Autounfall stellen auch finanziell herbe Rückschläge dar. Auch steigende Miet- und Immobilienpreise können die Haushaltskasse überlasten.

Was viele zudem unterschätzen: Ein leichtsinniges Konsumverhalten führt oft unbemerkt dazu, dass Schulden angehäuft werden. Schuldnerberater sehen aus diesem Grund besonders bei jungen Erwachsenen eine große Gefahr, sich zu verschulden. Ihnen steht heute mehr Geld zur Verfügung als in der Vergangenheit, sie werden aber auch immer häufiger das Ziel von Werbung, der sie unter anderem durch die Nutzung von Smartphones regelmäßig ausgesetzt sind. Viele können der Verlockung nicht widerstehen. Zugleich fehlt die Erfahrung, um einzuschätzen, welche langfristigen Folgen ihre Kaufentscheidungen haben. So geraten besonders junge Menschen häufig in eine finanzielle Abwärtsspirale, die letztlich in einer Überschuldung mündet.

Wie wirkt sich Corona auf die Überschuldung der Verbraucher aus? Rund 700.000 Menschen verloren in Deutschland zwischenzeitlich ihren Arbeitsplatz. Bis zu 7,3 Millionen Menschen waren oder sind von Kurzarbeit betroffen. Der „SchuldnerAtlas“ kommt zu dem Ergebnis, dass schätzungsweise bis zu zwei Millionen Freiberufler und Solo-Selbstständige kurz vor einer Überschuldung stehen.

Ein Anstieg der Verschuldung ist also zu erwarten. Besonders Geringverdiener werden Schwierigkeiten haben, die negativen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie auszugleichen. Bei Einkommensverlusten können sie nicht oder kaum auf Ersparnisse zurückgreifen und müssen sich häufig verschulden. Personen mit höherem Einkommen sind diesem Risiko meist nicht ausgesetzt.

Das neue Smartphone könnte den Abwärtsstrudel verstärken.
Das neue Smartphone könnte den Abwärtsstrudel verstärken.

Was kann man tun, wenn man bereits überschuldet ist?

Sind die Ausgaben über einen längeren Zeitraum höher als das Einkommen, droht eine Überschuldung. Dies kann Privatpersonen aller Einkommens- und Altersgruppen treffen. In den meisten Fällen gibt es für die Betroffenen keinen einfachen Weg, ihre Gläubiger zufriedenzustellen. Das heißt aber nicht, dass es unmöglich ist.

  • Ein Weg, der häufig mit Ängsten verbunden ist, ist die Privatinsolvenz . Hierbei kommt es zu einer Regulierung der Restschuld vor Gericht. Jegliches Einkommen oberhalb der Pfändungsfreigrenze fließt in die Tilgung der Schulden. Nach einigen Jahren wird die Restschuld erlassen – die Möglichkeit für einen finanziellen Neubeginn. Die massiven Auswirkungen einer Privatinsolvenz auf das tägliche Leben sind aber zu berücksichtigen. Daher sollte ein solcher Schritt gut durchdacht sein.
  • Es ist aber auch möglich, Geld einzusparen und die Schulden aus eigener Kraft zurückzuzahlen. Selbstverständlich benötigt man dazu viel Disziplin. Hier finden Sie eine Reihe von Tipps, die helfen, ohne großen Aufwand im Alltag Geld zu sparen und damit den möglichst zügigen Schuldenabbau zu erleichtern.
  • Oft lassen Gläubiger mit sich reden – wenn auch in der Regel nicht ganz freiwillig. Um eine Stundung oder gar einen Schuldenerlass zu erwirken, ist Überzeugungskraft nötig. Es empfiehlt sich, in solchen Fällen einen Schuldnerberater hinzuzuziehen.
  • Aktuell ist besonders eine Möglichkeit attraktiv: die Umschuldung. Warum? Durch das andauernde Niedrigzinsumfeld sind Kredite günstig zu haben – ein großer Vorteil, besonders bei höheren Kreditsummen. Lösen Sie alte, hoch verzinste Kredite durch neue ab, verkleinern Sie die Rückzahlungssumme möglicherweise erheblich. Hier erfahren Sie, wie das geht.

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