• Soli weg, mehr Kindergeld: Erfahren Sie hier, welche finanziellen Entlastungen in 2021 vor allem Familien erhalten.

2021: viel Neues, Gutes für ein gutes neues Jahr

Neues Jahr, neues Glück und dieses Mal sogar größerer finanzieller Spielraum für fast alle Steuerzahler*innen. Während der Jahreswechsel sonst meist steigende Beiträge bringt, bleibt 2021 für viele mehr Geld im Portemonnaie: steuerliche Entlastungen, höheres Kindergeld und mehr staatliche Unterstützung auf dem Weg ins eigene Zuhause. Das sind nur einige der finanziellen Verbesserungen, auf die sich ganz besonders Familien mit Kindern freuen dürfen.

Größte Steuerentlastung seit Jahren

Finanzielle Entlastung durch Steuerreform 2021 besonders für Familien.
Finanzielle Entlastung durch Steuerreform 2021 besonders für Familien.

Was lange währt, wird endlich gut: 2021 kommt die angekündigte Steuerreform und bringt Entlastungen für fast alle Bürger. Familien profitieren davon am meisten. So will es das Zweite Familienentlastungsgesetz, das Ende November verabschiedet wurde. Für Eltern bedeutet das vor allem:

Sie bekommen mehr Kindergeld.

Ab 1. Januar 2021 steigt es um 15 Euro pro Kind und Monat und beträgt dann:

  • für das erste und zweite Kind je 219 Euro
  • für das dritte Kind 225 Euro
  • für das vierte und jedes weitere Kind je 250 Euro

Sie profitieren von höheren Freibeträgen

Um Familien zu entlasten, bleibt ein Teil des elterlichen Einkommens steuerfrei. Die Höhe dieser Freibeträge wird mit der Steuerreform zum 1. Januar 2021 angepasst.

  • Der steuerliche Kinderfreibetrag steigt um 288 Euro auf 5.460 Euro.
  • Auch der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf eines Kindes wird um 288 Euro erhöht: auf 2.928 Euro.
  • Insgesamt bleiben für Eltern dann pro Kind und Jahr 8.388 Euro ihres Gehalts steuerfrei.

Was sich sonst noch ändert

  • Mehr Mindestlohn: Dieser wird zum 1. Januar 2021 zunächst auf 9,50 Euro brutto angehoben, zum 1. Juli dann auf 9,60 Euro brutto.
  • Die Sätze für Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Grundsicherung steigen.
  • Die Grundrente kommt: Ab 1. Januar gibt es den Rentenzuschuss für Menschen, die mindestens 33 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, aber trotzdem nur eine sehr niedrige Rente beziehen.

Staatliche Unterstützung fürs eigene Zuhause

Gute Nachrichten für Häuslebauer und künftige Eigenheimbesitzer: Auch für sie bringt 2021 einige vorteilhafte Änderungen.

Maklerprovision – ab jetzt gilt halbe-halbe

Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen wollte, musste bisher meist die volle Maklerprovision bezahlen. Das ändert sich im neuen Jahr: Ab 2021 können Verkäufer einer Wohnimmobilie nicht mehr die gesamten Maklerkosten auf den Käufer abwälzen, sondern müssen mindestens die Hälfte davon selbst tragen. Das soll nicht nur die Käufer entlasten, sondern die Maklerkosten insgesamt senken, weil es Verkäufer ermutigt, mit den Maklern über die Höhe der Provision zu verhandeln, statt einfach den Höchstsatz zu akzeptieren. Dieser beträgt derzeit 6 Prozent des Kaufpreises plus Mehrwertsteuer. Bei mehreren Hunderttausend Euro für ein Haus oder eine Eigentumswohnung können Käufer von Wohneigentum dadurch ab 2021 eine Menge Geld einsparen.

Staatliche Unterstützungen bringen 2021 viele Vorteile für zukünftige Immobilienbesitzer*innen.
Staatliche Unterstützungen bringen 2021 viele Vorteile für zukünftige Immobilienbesitzer*innen.

Baukindergeld – Antragsfrist läuft länger

Mit dem Baukindergeld fördert der Staat seit 2018 Familien mit Kindern beim Bau oder Kauf von selbstgenutztem Wohneigentum. Sie können zehn Jahre lang 1.200 Euro Baukindergeld pro Kind und Jahr erhalten. Voraussetzung für die Antragstellung: Bis 31.12.2020 hätte der Kaufvertrag unterzeichnet beziehungsweise die Baugenehmigung erteilt sein müssen. Diese Frist wurde jetzt bis zum 31. März 2021 verlängert. Familien haben also 3 Monate mehr Zeit, sich das Baukindergeld zu sichern.

Wohnungsbauprämie – mehr Geld für mehr Menschen

Auch mit der Wohnungsbauprämie will der Staat den Weg ins eigene Zuhause erleichtern und den Bau von neuem Wohnraum fördern. Dafür unterstützt er bestimmte Sparverträge, besonders Bausparverträge, mit Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Wer die Wohnungsbauprämie beantragen will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen – und darf sich 2021 ebenfalls über Verbesserungen freuen:

  • Die Einkommens-Obergrenze steigt, sodass noch mehr Menschen die Wohnungsbauprämie in Anspruch nehmen können.
  • Die Prämie wird von 8,8 Prozent auf 10 Prozent angehoben.
  • Alleinstehende bekommen dann maximal 70 Euro Förderung im Jahr (statt bisher 45), Ehepaare 140 Euro (statt bisher 90 Euro).

Soli weg: mehr Netto vom Brutto für (fast) alle

Mehr Netto vom Brutto durch Abschaffung des Soli.
Mehr Netto vom Brutto durch Abschaffung des Soli.

Das Beste kommt zum Schluss: Um Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen zu entlasten, werden die Freigrenzen für den Solidaritätszuschlag 2021 so stark angehoben, dass er für 90 Prozent der Steuerpflichtigen wegfällt. Wer darüberliegt, zahlt meist deutlich weniger als bisher. Lediglich für Spitzenverdiener mit einem Brutto-Jahresgehalt von mehr als 109.000 Euro (Alleinstehende) oder 221.000 Euro (Verheiratete) gelten weiterhin die vollen 5,5 Prozent. Ein Alleinstehender mit einem Jahreseinkommen in Höhe von 40.000 Euro brutto spart damit zum Beispiel knapp 465 Euro pro Jahr. Hier finden Sie clevere Tipps und Ideen, wie Sie die Abschaffung des Soli für die eigene Zukunft nutzen.

Beste Chancen für gute Vorsätze

Unterm Strich bringen die neuen Regelungen 2021 also finanzielle Entlastung für viele. Was macht man da am besten mit dem eingesparten Geld? Zum Beispiel gute Vorsätze erfüllen. Denn auch wenn es verlockend ist, sich von den eingesparten Euros mal so richtig was zu gönnen: Wie wärs, wenn Sie sie in Ihre private Vorsorge oder den Vermögensaufbau investieren? Hier finden Sie mehr zum Thema „Gute Vorsätze “ .

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