• grüne Geldanlagen liegen im Trend

Mit grünen Investments das Klima schützen

Nachhaltige Geldanlagen liegen voll im Trend. Viele Menschen wollen in Unternehmen investieren, die ethisch, sozialverträglich und vor allem umweltbewusst handeln. Gerade bei Privatanlegern nimmt das Interesse in den vergangenen Jahren stark zu. Doch es ist nicht immer einfach, das Angebot zu überblicken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Finanzmarkt hat das Potenzial, einen großen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten.
  • Immer mehr Investoren setzen auf nachhaltige Produkte im Portfolio, insbesondere bei Privatanlegern steigt die Nachfrage.
  • Für Umwelt und Gesellschaft sind viele Investoren bereit, auf etwas Rendite zu verzichten – auch dann, wenn das häufig gar nicht der Fall ist.
  • Mit den ESG-Kriterien will die Branche – mit Unterstützung der EU – Transparenz bei den Produkten schaffen.

Die Zeit drängt

Hitzewellen, Dürreperioden und Extremwetter-Ereignisse: Der Klimawandel hat auch hierzulande bereits starke Auswirkungen. Zwar hat der Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie den globalen Energieverbrauch stark sinken lassen, dennoch erreichte die CO2-Konzentration in der Atmosphäre im Sommer einen neuen Rekordwert. Umso wichtiger ist es, jetzt endlich die Weichen zu stellen gegen die Erhitzung unseres Planeten.

Angesichts dieser drohenden Katastrophe treibt immer mehr Deutsche die Frage um, wie die Welt von morgen aussehen mag. Vor allem aber wollen sie unser aller Zukunft positiv beeinflussen und ihren ökologischen Fußabdruck minimieren. Daher reduzieren viele Menschen ihren Plastikmüll, achten beim Einkauf auf Bio- und Fairtrade-Siegel oder steigen vom Auto um aufs Fahrrad.

Die Finanzwelt kann das Klima schützen

Doch es reicht nicht aus, nur den persönlichen Alltag zu ändern. Zusätzlich zu weitsichtigen politischen Entscheidungen kommt es in unserer globalisierten Welt vor allem auf die Wirtschaft an. „Wenn wir unsere Zukunft nachhaltig gestalten, ist der Klimawandel zugleich die wichtigste Wachstumschance unseres Jahrhunderts“, sagt Lord Nicholas Stern, einer der renommiertesten Klimaexperten Europas. „Die niedrigen Zinsen, der immense technologische Fortschritt und das Abkommen von Paris bilden die Basis des radikalen Wandels. Und die Finanzbranche muss dessen Herz sein.“

Und die Geschichte nimmt Fahrt auf: Anfang 2020 rief Larry Fink, CEO der Fondsgesellschaft BlackRock, die Chefs der wichtigsten Unternehmen weltweit zu mehr Klimaschutz auf. Die Mitgliedsstaaten der EU wiederum einigten sich kurz vorher auf einheitliche Kriterien für nachhaltige Anlageprodukte. Diese Investments sollen zudem ab 2021 gefördert werden. Außerdem sollen Bankberater in ihren Kundengesprächen verstärkt auf Nachhaltigkeitsaspekte hinweisen.

Zweifach punkten mit nachhaltigen Investments

Und so verwundert es kaum, dass das Thema regelrecht boomt. 2019 wurden knapp 270 Milliarden Euro in nachhaltige Anlageprodukte investiert – ein Plus von 23 Prozent. Auch immer mehr Privatanleger möchten in Unternehmen investieren, die ethisch, sozialverträglich und umweltbewusst handeln. Legten sie im vergangenen Jahr immerhin schon jeden zehnten Euro nachhaltig an, soll es 2025 bereits jeder vierte sein. Die Vorteile einer solchen Geldanlage liegen auf der Hand. Mit dem richtigen Investment können Anleger doppelt profitieren: zum einen von einer soliden Wertentwicklung und zum anderen von der Gewissheit, einen positiven Effekt für Umwelt und Gesellschaft erzielt zu haben. Schließlich nutzen Unternehmen die gewonnene Liquidität, um erneuerbare Energien zu entwickeln oder zur nachhaltigen Ernährung der Weltbevölkerung beizutragen.

Rendite spielt oft nicht mehr die Hauptrolle

Nachhaltige Anlageprodukte können sogar eine höhere Rendite als klassische Lösungen erwirtschaften und erweisen sich häufig als krisensicherer. Zu diesem Ergebnis kam die Rating-Agentur Scope. Dabei wäre die große Mehrheit der privaten Investoren bereit, zugunsten der Nachhaltigkeit weniger Gewinn in Kauf zu nehmen als bei herkömmlichen Produkten. Das gilt besonders bei jüngeren Anlegern oder Eltern, die Geld für ihren Nachwuchs anlegen – zum Beispiel in grüne Fonds.

Doch ein Problem bleibt vorerst bestehen: Derzeit fühlen sich viele Anleger nicht umfassend aufgeklärt. Das fanden Wissenschaftler in verschiedenen Untersuchungen heraus. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) gab an, dass nur 14 Prozent ihrer Studienteilnehmer den Begriff „nachhaltige Kapitalanlage“ inhaltlich korrekt definieren konnten. In anderen Befragungen bemängelten die Probanden, dass das Angebot an „grünen Geldanlagen“ für sie undurchschaubar sei.

Den Durchblick behalten

Eine gute Orientierung bieten die „ESG“-Kriterien. Diese zeigen an, ob sich ein Unternehmen nachhaltig verhält – in Sachen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Government). Nimmt das Unternehmen Rücksicht auf die Umwelt? Werden bei der Produktion soziale Mindeststandards eingehalten? Wird mit dem Personal wertschätzend umgangen? Diese Fragen spielen bei dem Auswahlprozess von Unternehmen für nachhaltige Anlageprodukte und Fonds eine wichtige Rolle. Daneben gibt es eine Reihe unterschiedlicher Methoden, nach denen Anbieter ihre Produkte auswählen. Erfahrene Berater können optimal auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen und auf besondere Wünsche.

Nachhaltige Geldanlage
Ob sich ein Unternehmen nachhaltig verhält, zeigen die ESG-Kriterien.

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