• Monat für Monat veröffentlicht die GfK den Konsumklimaindex. Doch was sagt er eigentlich aus?

Kaufen oder Sparen: Was sagt der GfK-Konsumklimaindex aus?

Vor einigen Tagen hat das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK den aktuellen Konsumklimaindex für Deutschland veröffentlicht. Darin prognostizieren die Experten ein Minus von 15,6 Punkten für den Februar.1 Demnach schlägt sich der zweite Lockdown erheblich auf die Kauflaune der Deutschen nieder. Zum Vergleich: Im Januar betrug das Minus noch 7,5 Punkte. Vor allem die Bereitschaft, größere Anschaffungen zu tätigen, ist regelrecht eingebrochen.

Konjunkturmesser seit über 40 Jahren

Monat für Monat verkündet die GfK, wie es um den Konsum hierzulande bestellt ist – und das seit 1980. Zunächst war die Umfrage auf die Kauflaune der Westdeutschen beschränkt. Erst ab 1994 liegen Daten für das wiedervereinigte Deutschland vor.

Der Konsumklimaindex ist jedoch nur Teil einer größeren Studie. Im Auftrag der EU-Kommission erheben die Nürnberger monatlich das „GfK-Konsumklima MAXX“. Elemente hieraus finden sich dann im Consumer Confidence Indicator der Europäischen Union (EU) wieder.2 Dieser Index vereint verschiedene Umfragen aus den einzelnen Mitgliedsstaaten, die unter anderem die Konsumbereitschaft innerhalb der EU aufzeigen.

Wie wird der Index berechnet?

Schlecht? Neutral? Gut? Die GfK bittet monatlich um eine Einschätzung der Wirtschaftslage.
Schlecht? Neutral? Gut? Die GfK bittet monatlich um eine Einschätzung der Wirtschaftslage.

Um den Konsumklimaindex zu ermitteln, befragt die GfK monatlich 2.000 Verbraucher. Diese werden nach ihren persönlichen Ansichten und Einschätzungen zur Wirtschaftslage im kommenden Monat gefragt. Wichtig sind hierbei drei Aspekte: der Konjunkturverlauf, ihre Einkommenserwartung und ihre Anschaffungsneigung.

Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei der Anschaffungsneigung. Sie berücksichtigt vor allem große Ausgaben, etwa für Auto, Kühlschrank oder Sofa, aber auch Dienstleistungen. In diesem Fall werden die Teilnehmer zum Beispiel gefragt, ob sie die allgemeine Wirtschaftslage für günstig halten, um größere Anschaffungen zu tätigen. Hier können sie dann wählen zwischen „günstig“, „weder besonders günstig noch besonders ungünstig“ und „nicht günstig“. Enthaltungen sind ebenfalls möglich.

Die Antwortmöglichkeiten „günstig“ und „nicht günstig“ werden mit jeweils +100 beziehungswiese -100 gewertet. Aus allen Antworten wird dann ein Saldo errechnet, bei dem der langjährige Durchschnitt bei 0 liegt. Somit ergibt sich für jeden der drei abgefragten Aspekte eine Kennzahl. Zusammengenommen ergeben sie dann den GfK-Konsumklimaindex. Je höher die positive Punktzahl am Ende ist, umso besser schätzen die Verbraucher die Wirtschaftslage ein.

Wofür dient der Konsumklimaindex?

Der GfK-Konsumklimaindex beleuchtet, wie Verbraucher ihre Einkommenssituation und die Konjunktur einschätzen – und ob sie in naher Zukunft eher sparen oder Geld ausgeben. Das macht den Index zu einem interessanten Frühindikator für die Wirtschaft. Vor allem die Anschaffungsneigung lässt auf die Kauflaune der Deutschen schließen. Aber: Ein Blick in die Vergangenheit zeigt auch, dass die tatsächliche Entwicklung von der Prognose des Gesamtindex abweichen kann.

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