• Produktspezialist Jan Schneider sieht in den Zeiten von Corona auch Chancen für Sparer und Anleger.

Corona und nun? Was können Sparer tun?

Die Folgen der Covid-19-Pandemie werden noch lange spürbar sein. Die Ursachen hierfür hat uns Chefvolkswirt Dr. Jörg Krämer erläutert. Doch wie können Sparer darauf reagieren? Darüber sprechen wir mit Jan Schneider, Produktspezialist bei der Commerzbank.

Herr Schneider, hat Corona für die Kapitalanlage auch positive Folgen – oder ist alles nur noch schwieriger geworden?

Jan Schneider: Also, wir haben da eine ganz interessante Entwicklung beobachtet: Als Mitte März die Börsenkurse stark gefallen sind, verzeichneten wir eine stark gewachsene Zahl an Käufen und Depoteröffnungen. Das bedeutet, viele unserer Kunden haben die Gelegenheit der niedrigen Börsenstände genutzt und bei Aktien kräftig zugegriffen, als Einmalanlage oder auch als Sparplan für Fonds und ETFs. Wer unter den Käufern war, konnte sich in den darauffolgenden Wochen häufig über steigende Kurse freuen. Insofern sind die durch Corona verursachten Wertschwankungen auch eine Chance für Anleger. Durch die Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken haben sich die Börsenkurse insgesamt besser entwickelt, als man es bei der Pandemie mit all ihren Unsicherheiten annehmen sollte.

Was können Sparer tun?

Klassische Sparer, die auf Tagesgeld oder Sparbuch setzen, können wegen der niedrigen Zinsen ihr erspartes Vermögen kaum vermehren. Bessere Aussichten bietet da schon ein auf Wertpapieren basierender Sparplan, ob mit einem aktiv gemanagten Fonds oder mit sogenannten Exchange Traded Funds (ETF). Bei den ETFs handelt es sich um passive Fonds, die einen bestimmten Börsenindex nachbilden.

Warum werden Sparpläne mit Fonds auch als „vorsichtiger Einstieg in die Möglichkeiten des Kapitalmarkts“ bezeichnet?

Diese Formulierung trifft es gut. Da sich Fonds aus einer Vielzahl sorgfältig ausgewählter Wertpapiere zusammensetzen, sind die Risiken niedriger, als wenn man nur auf einzelne Aktien setzt. Eine schlechte Entwicklung einzelner Werte kann bei Fonds von den anderen Papieren ausgeglichen werden. Außerdem gibt es bei Sparplänen keinen falschen Zeitpunkt für den Einstieg. Bei niedrigen Börsenkursen werden durch regelmäßige Sparplaneinzahlungen mehr Anteile gekauft und bei hohen Kursen entsprechend weniger. Dadurch kann man die Chancen des Kapitalmarkts jederzeit gut nutzen. Experten sprechen hierbei vom „Cost Average Effekt“.

Können auch Sparer mit geringem Einkommen diese Möglichkeiten nutzen?

Aber selbstverständlich. Unterschiedliche Sparpläne mit Fonds oder ETFs bietet die Commerzbank ab einer monatlichen Rate von 25 Euro an. Wir haben den Betrag bewusst niedrig gehalten, um Berufseinsteigern und Sparern mit einem geringen Einkommen den Vermögensaufbau zu ermöglichen. Neben den sich summierenden regelmäßig eingezahlten Beiträgen bieten die Kapitalmärkte bei allen Wertschwankungsrisiken eben auch Chancen. Im Gegensatz dazu ist bei einem klassischen Sparbuch in Zeiten niedrigster Zinsen schon bei einer geringen Inflation der Kaufkraftverlust sicher. Unter Umständen können Sie mit einem Sparplan schon nach wenigen Monaten die Renditemöglichkeiten eines Sparbuchs für mehrere Jahre übertreffen.

Gibt es überhaupt noch irgendwelche Zinsanlagen, die noch nennenswerte Möglichkeiten zum Vermögensaufbau bieten?

Normalerweise könnten manche Unternehmens- oder Staatsanleihen hierbei eine Alternative darstellen. Aber die EZB hat durch ihr Anleiheankaufprogramm das Angebot schon sehr verknappt. Um derzeit höhere Zinsen zu bekommen, muss man in jedem Fall auch ein höheres Risiko eingehen. Daher sollten Anleger bei verlockenden Angeboten ganz genau hinschauen. Allerdings gibt es bei gewissen Aktien noch ein Thema, das für Anleger interessant sein kann, und das sind Ausschüttungen – genannt Dividenden. Denn manche Unternehmen schütten einmal pro Jahr einen Teil ihres Gewinns an ihre Aktionäre aus. Inzwischen hat sich die Dividende zu einer Art neuer Zins entwickelt. Den Interessenten von Dividenden bieten wir ebenfalls Sparpläne an, in denen Aktien von Dividende zahlenden Unternehmen in ETFs oder Fonds, sogenannten Dividendenfonds, zusammengefasst sind.

Produktspezialist Jan Schneider sieht in den Zeiten von Corona auch Chancen für Sparer und Anleger.
Jan Schneider arbeitet als Produktspezialist bei der Commerzbank. Er sieht in den Zeiten von Corona auch Chancen für Anleger.
Weltweit wird nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus gesucht: Viele Unternehmen aus dem Bereich Healthcare gehören zu den Gewinnern der Pandemie.
Weltweit wird nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus gesucht: Viele Unternehmen aus dem Bereich Healthcare gehören zu den Gewinnern der Pandemie.

Welche Branchen werden durch Corona in Zukunft für die Kapitalanlage noch an Bedeutung gewinnen?

Da haben sich drei /Branchen besonders herauskristallisiert: Healthcare, also alles was zur medizinischen Eindämmung von Pandemien wie Corona beiträgt. Ferner die Digitalisierung. Wir haben hier eine stark gewachsene Nachfrage erlebt, Anbieter von Webkonferenz-Software, die viele von uns im Homeoffice kennenlernten. Oder auch Unternehmen, die sich mit Datensicherheit beschäftigen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und nicht zuletzt spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle in der Kapitalanlage, weil Nachhaltigkeit in der Regel dazu führt, besser für Krisen gewappnet zu sein. Eine klimafreundliche Energieerzeugung oder etwa Elektromobilität sind nur zwei Branchen, die eng verbunden sind mit aktuellen Fragen der Nachhaltigkeit. Healthcare, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind also drei wichtige Trends, die profitieren, weil sie Lösungen für diese Krise und die künftigen Herausforderungen bieten. Wir haben uns schon seit längerem intensiv mit diesen Branchen beschäftigt und haben dazu eine Auswahl an verschiedenen Fonds und ETFs im Angebot.

Was bedeutet Corona für die private Altersvorsorge?

Wer es noch nicht tut, sollte auf jeden Fall jetzt handeln. In den vergangenen Jahren hat die Bundesregierung zunehmend die Anteile der staatlichen Rente zurückgefahren. Daher ist es wichtig, sich nicht nur auf die staatliche Rente zu verlassen, sondern die Altersvorsorge auf eine breitere Basis zu stellen. Die staatliche Rente wird in Zukunft oft nur den Mindestanspruch abdecken können. Hinzu kommen eventuell noch Ansprüche aus einer betrieblichen Rente. Zusätzlich sollten Verbraucher privat vorsorgen, um den gewohnten Standard auch im Ruhestand zu genießen. Ein Sparplan bietet sich in vielen Fällen an. Dabei gibt es staatlich geförderte Möglichkeiten – über eine Riester- oder Rüruprente. Egal wofür man sich entscheidet, es ist von Vorteil, möglichst früh anzufangen. Jeder Monat zählt. So kann auf Jahrzehnte gesehen selbst mit kleinen Sparraten ein kleines Vermögen aufgebaut werden. Ein Patentrezept gibt es allerdings nicht.

Die Altersvorsorge ist ein sehr individuelles Thema. Um die geeignete Vorsorge zu finden, kann man sich helfen und beraten lassen. Dafür bieten wir online weitere Informationen und auch die Berater in unseren Filialen stehen gerne für Sie persönlich bereit.

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