• Bargeldlos bezahlen

Nur Bares ist Wahres?

Die Liebe der Deutschen zum Bargeld ist lang und leidenschaftlich. Während sich die meisten Europäer in den letzten Jahren immer mehr anderen Bezahlformen zuwandten, hielten die Deutschen Schein und Münze fest die Treue. Doch die Liebe bröckelt: 2017 lag der Anteil des Bargelds beim Umsatz erstmals unter 50 Prozent. Kartenzahlungen nehmen stetig zu. Lösen sie bald das gute alte Bargeld auf dem Spitzenplatz in Herz und Handtasche der Deutschen ab?

Deutschland Kartenmuffel-Land?

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte das liebste Zahlungsmittel der Deutschen wenig von der Konkurrenz durch Karte & Co. zu befürchten. Nirgendwo wird so viel mit Papier bezahlt: Bei der Anzahl der bargeldlosen Transaktionen pro Kopf liegt Deutschland europaweit gerade mal auf Platz 15. Im Durchschnitt hat hier jeder Einwohner rund 100 Euro im Portemonnaie – mehr als in jedem anderen Euroland. Rund 2.500 Euro in bar hortet jeder Deutsche, vom Säugling bis zum Senior, durchschnittlich zu Hause. Insgesamt schlummern damit über 200 Milliarden Euro unter der sprichwörtlichen Matratze. Die Deutschen fühlen sich mit Bargeld offensichtlich besonders wohl und sicher.

Deutschland Kartenmuffel-Land?

Europa goes elektronisch

Andernorts in Europa sieht das längst anders aus. Frankreich hat den geringsten Anteil von Barzahlungen in ganz Europa – mit 17 Prozent sogar weniger als die USA, dem Mutterland der Kreditkarte. Und in keinem anderen Land wird pro Einwohner so häufig mit Karte bezahlt wie in Skandinavien: Vom Busfahrschein bis zur Briefmarke, von der Kirchenspende bis zum Kaffee to go wird fast alles elektronisch beglichen. Kein Wunder, denn bargeldlos bezahlen ist schnell, einfach und bequem. Und das ist den pragmatischen Schweden, Norwegern und Dänen wichtiger als Datenschutz- oder Sicherheitsbedenken, die in Deutschland eine große Rolle spielen.

Worauf die Deutschen beim Bezahlen Wert legen

Unverzichtbar:

  • Sicherheit der Zahlungsmittel,
  • Überblick über die eigenen Ausgaben sowie
  • Privates, einfaches und vertrautes Bezahlen

Ziemlich wichtig:

  • Schnelligkeit beim Bezahlen/der Zahlungsmittel

Quelle: Studie „Zahlungsverhalten in Deutschland 2017“ der Deutschen Bundesbank

Karte statt Cash

Immer öfter Karte statt Cash

Doch auch hierzulande heißt es inzwischen immer öfter: Karte statt Cash. Das zeigt eine Studie zum Zahlungsverhalten in Deutschland, die die Bundesbank seit 2008 durchführt. Bei der letzten Erhebung im Jahr 2017 wurden zwar immer noch 74 Prozent aller Transaktionen mit Banknoten und Münzen getätigt. Aber zum ersten Mal war der Bargeldanteil am Umsatz auf weniger als die Hälfte gefallen (48 Prozent). Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen nimmt immer weiter zu – und hat in der Corona-Krise nochmal Aufwind bekommen: für Kunden wie Geschäfte eine „saubere Sache“. Denn der Kontakt mit Beschäftigten an den Kassen und potenzielle Ansteckungsrisiken können vermieden werden.

Fürs Kleine lieber Scheine

Während die Deutschen kleinere Beträge bis 50 Euro nach wie vor am liebsten bar bezahlen, hat bei größeren die Girokarte eindeutig die Nase vorn – Tendenz stetig steigend. Kontaktloses Bezahlen und mobile Bezahlverfahren sind zwar noch nicht sehr verbreitet, legen aber laut Studie stark an Beliebtheit zu.

Was die Deutschen wie bezahlen

  • Bar: Private Ausgaben; Wohltätigkeit; Essen & Trinken außer Haus; Lieferdienste; Automaten; Freizeit; Apotheke
  • Debitkarte (girocard): Tankstelle; Einzelhandel für längerfristige Anschaffungen
  • Kreditkarte: Übernachtungen

Nehmen wir also langsam Abschied von unserer lang gehegten Bargeld-Liebe?
Es spricht einiges dafür, dass bei der nächsten Erhebung der Deutschen Bundesbank nicht mehr Scheine & Münzen, sondern Karte & Co. den ersten Platz in der Gunst der Deutschen belegen.

Drei Fakten rund ums Geld:

21,4 Mrd. Euro in Scheinen waren Ende 2017 in der Eurozone im Umlauf

Gut 21,4 Mrd. Euro in Scheinen waren Ende 2017 in der Eurozone im Umlauf.

(Quelle: Stern-Artikel „Warum die Deutschen Bargeld lieben“)

Die Deutschen horten gerne Bargeld

Die Deutschen horten gerne Bargeld: Nur 10 % des Bestandes landet zum Bezahlen an der Kasse, 90 % werden ausschließlich zur Wertaufbewahrung verwendet – Tendenz steigend.

(Zahl aus 2018, Quelle: Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele im Artikel „Das Bargeld und die Deutschen“)

Bares wird Rares?

Bares wird Rares? Eher nicht. Denn auch wenn die bargeldlose Bezahlung auf dem Vormarsch ist: Eine komplette Abschaffung des Bargelds lehnen laut Studie der Deutschen Bundesbank 88 % der Deutschen ab.

Aber was ist eigentlich mit dem Bezahlen per Smartphone? Welche Formen des bargeldlosen Zahlens gibt es? Und wie sieht es beim Einkauf im Internet aus?

Das und mehr erfahren Sie hier.

Für alle, die es genau wissen wollen, gibt es die Studie der Bundesbank als Download.

Zur Studie

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