• Die Jugend im Aktienrausch

Die Jugend im Aktienrausch

Aktien? Ohne mich! Bislang griffen die Deutschen lieber zum Sparbuch als zum Wertpapier. Doch ausgerechnet im turbulenten Börsenjahr 2020 sind viele über ihren Schatten gesprungen. Ergebnis: Deutschland zählt so viele Aktionäre wie lange nicht mehr. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) stellte jüngst fest, dass hierzulande 12,4 Millionen Menschen ihr Geld in Aktien, Aktienfonds oder ETFs anlegen. Das sind 2,7 Millionen mehr als 2019. Auffällig hierbei: Immer mehr junge Menschen investieren in Aktien.

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Gerade unter jungen Aktionären ist das Trading per Smartphone beliebt
Gerade unter jungen Aktionären ist das Trading per Smartphone beliebt

Eine neue Generation entdeckt die Börse für sich. Vor allem Anleger unter 30 Jahren haben dort 2020 verstärkt investiert. Ihr Anteil stieg um 67 Prozent auf 1,4 Millionen Sparer. Das sind fast 600.000 mehr als im Vorjahr.1 Bei Jüngeren ist besonders das Anlegen in Einzeltitel beliebt. So vermeldet das DAI, dass 43 Prozent der Aktiensparer unter 40 Jahren ausgewählte Aktien im Depot haben.

Die Gründe für diesen Aktienboom sind vielfältig. In den vergangenen Monaten gab es viel freie Zeit, um sich mit den eigenen Finanzen zu beschäftigen. Gerade die Jüngeren begreifen: Wer sich trotz anhaltend niedriger Zinsen später etwas leisten möchte, kann nicht mehr allein auf Tages- und Festgeldkonten bauen. Stattdessen greifen sie zum Smartphone, suchen online nach Tipps und verwenden moderne Apps, um ins Aktiengeschäft einzusteigen – und selbst zu handeln. Ein Klick hier, ein Klick dort, schon ist das Depot eröffnet und die erste Aktie erworben.

Nicht zocken, sondern planen

Mit ein paar Klicks zum Aktienmillionär, diese Vorstellung ist durchaus verlockend. Aber Vorsicht: Wer sich nur auf wenige einzelne Titel beschränkt und Hypes hinterherläuft, der handelt zu kurzsichtig – und verliert im schlimmsten Fall seine Investition. Daher ist es wichtig, die Geldanlage langfristig zu planen. Einfach mal einen Schritt zurücktreten und überlegen, was die eigenen Finanzen hergeben – und sie dann clever einsetzen. Stellen Sie sich daher am besten die folgenden Fragen:

Wie viel Geld kann ich anlegen

„Wie viel Geld kann ich anlegen?“ Jeder von uns hat monatliche Fixkosten, etwa für Einkäufe, Handyvertrag oder die Miete. Wer mit dem Sparen loslegen möchte, sollte daher wiederkehrende Ausgaben im Blick haben. Liste erstellt? Sehr gut! Nun wissen Sie auch, wie viel Geld Sie monatlich für Investitionen übrig haben. Doch was ist, wenn plötzlich die Waschmaschine streikt und ersetzt werden muss? Für solche Fälle lohnt es sich, Extrageld beiseite zu legen – und nur dafür zu verwenden. Hierbei gilt also: Hände weg vom Notgroschen!

Worauf möchte ich sparen

„Worauf möchte ich sparen?“ Denken Sie an Ihr ganz persönliches Sparziel: die Rente, das Traumhaus oder doch der nächste Urlaub? Egal ob kleine oder große Wünsche: das Ziel vor Augen zu haben, hilft enorm weiter – und motiviert zusätzlich.

Wie baue ich am besten mein Vermögen auf?

„Wie baue ich am besten mein Vermögen auf?“ Ob Festgeld, Immobilien oder Wertpapiere: Viele Wege führen zum Sparziel. Alle gemeinsam haben sie den Vermögensaufbau. Und der schließt auch ein Aktiendepot mit ein.

Die Zeit ist dein Freund

Doch wie können Sie Ihr Geld mit Aktien wachsen lassen? Für eine erfolgreiche Anlage sind vor allem zwei Dinge entscheidend: Streuung und Zeit.

Die Mischung machts: Apfel, Banane oder Birne? Warum nicht alles zusammen?! Und dann noch ein paar Erdbeeren und Weintrauben dazu – fertig ist der Obstsalat. So wie der perfekte Fruchtmix unser Vitaminlevel pusht, unterstützt eine breite Vermögensaufstellung den Geldbeutel. Die Finanzen sollten also immer auf mehreren Pfeilern ruhen und neben Anlageprodukten wie Tages- oder Festgeld auch Aktien, Exchange Traded Funds-Sparpläne (ETF) und Fondssparpläne enthalten. Eine gute Mischung kommt auch dem Aktiendepot zugute: Wer in Einzeltitel aus verschiedenen Branchen und Ländern investiert, kann das Verlustrisiko reduzieren und die Ertragschancen steigern .

Wer durchhält, wird belohnt: Sicher, als Neuling kann einem schon mulmig werden, wenn man die Börsenkurse beobachtet. Erst geht es etwas runter, dann wieder rauf und plötzlich kommt der Crash – und die Kurse brechen komplett ein. Doch der Schein trügt, wie der Blick auf die Börsengeschichte zeigt: Auf lange Sicht können Aktionäre mit breit gestreuten Investments von den Entwicklungen an den Kapitalmärkten profitieren. Denn Verluste in schlechten Jahren wurden durch Gewinne in guten Jahren wieder ausgeglichen. Hierfür liefert das DAI das passende Beispiel: Wer Ende 1995 DAX-Aktien gekauft und bis Ende 2010 gehalten hat, erzielte einen jährlichen durchschnittlichen Wertzuwachs von 7,8 Prozent.2

Kommt Zeit, kommt Gewinn? Wer Weitsicht bewahrt und langfristig anlegt, braucht sich wenig Gedanken über Kursschwankungen zu machen. Stattdessen können Sie dabei zusehen, wie der Vermögensaufbau mit Aktien voranschreitet. Doch Obacht! Verwenden Sie hierfür nur Geld, dass Sie in der nächsten Zeit nicht brauchen. Hierbei gilt als Faustregel: Planen Sie mindestens 10 bis 15 Jahre Anlagedauer ein.

Wenig kümmern und dennoch Chancen nutzen: Aktienfonds und ETFs

Wer sich sein Aktienportfolio selbst zusammenbauen möchte, braucht Fachwissen und vor allem viel Zeit, um die besten Unternehmen für seine Geldanlage zu finden. Doch es geht auch einfacher – mit Aktienfonds und ETFs . Beide Anlageprodukte investieren das Geld im Auftrag der Anleger in eine Vielzahl von Aktien. Der Vorteil: Aktienfonds und ETFs streuen das Kapital und können so Risiken reduzieren – ganz ohne Ihr Zutun. Ihnen steht es dabei frei, einmalig eine bestimmte Summe zu investieren oder bequem jeden Monat über einen Fondssparplan anzulegen. Das ist auch für nachhaltige Geldanlagen möglich.

Aktiv gemanagt oder passiv investiert?

Der zentrale Unterschied zwischen Aktienfonds und ETFs besteht darin, wie die Anlagelösungen gemanagt werden. Hinter einem aktiv gemanagten Aktienfonds stehen Experten, die in Unternehmen aus bestimmten Branchen und Ländern investieren und dabei Schwerpunkte setzen können, zum Beispiel Hightech-Unternehmen oder Firmen aus Schwellenländern. ETFs sind hingegen passive Anlageprodukte. Sie orientieren sich an bestehenden (Aktien-)Indizes und bauen diese nach. Wer also Anteile an einem Dax-ETF besitzt, investiert in die 30 wichtigsten deutschen Aktienunternehmen.

Alles klar? Super! Am besten legen Sie gleich los mit dem Sparen – denn klar ist: Je länger Sie mitmachen, desto mehr kann am Ende auch für Sie rausspringen.

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