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Marktmeinung der Woche – 12.01.2018

Daten aus USA und China bestimmen die Agenda

  • In den USA steht die Industrieproduktion im Fokus
  • BIP in China dürfte ordentliches Plus aufweisen
  • Kaum relevante Daten aus Europa
  • In den USA startet die Berichtssaison

Der detaillierte Blick auf die kommende Woche

Wie immer nach den Veröffentlichungen des großen Datenkranzes der US-Beschäftigungsdaten und der Früh- und Sentimentindikatoren erscheint die Agenda in der Folgewoche arm an wichtigen Konjunkturdaten. Während es aus Europa so gut wie gar nichts zu berichten gibt, wird in den USA zumindest die immer wichtiger werdende Industrieproduktion präsentiert. Nachdem sich die Industrie mit ihren Investitionen im letzten Jahr neben dem Konsum zur zweiten tragenden Säule der US-Konjunktur gemausert hat, ist ihr wieder eine größere Aufmerksamkeit beizumessen. Zwar dürfte sich die Produktion im Dezember, wie saisonal üblich, angesichts der weniger geleisteten Arbeitsstunden deutlich beruhigt haben (üblicherweise entsteht sogar ein Minus), doch wegen der stärkeren Zuwächse im Bergbau und der Energieversorgung sollte letztendlich ein Produktionsanstieg von 0,5% resultieren. Dies wiederum würde dann den kräftigen Aufwärtstrend unterstreichen. Die weiteren Aussichten für die Industrie sollten tendenziell in den regionalen Umfragen für das verarbeitende Gewerbe in New York (Empire State Index) und in Philadelphia abzulesen sein.

Aus China erwarten wir in einem Bündel am Donnerstag-morgen die Daten für das BIP im Schlussquartal sowie für die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze im Dezember. Das BIP sollte ordentlich gewachsen sein und dürfte mit +6,8% sogar über dem Ziel des Zentralkomitees (+6,5%) liegen. Dies dürfte zu einem großen Teil dem dynamischen globalen Wachstum zu verdanken sein, was wiederum für einen deutlichen Anstieg der Industrieproduktion spricht. Über diese Veröffentlichungen hinaus erwarten wir in den USA das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan sowie vom Häusermarkt den NAHB Wohnungsmarkt-Index und die wichtigen Baubeginne und –genehmigungen. Im Euroraum stehen lediglich die endgültigen Verbraucherpreise an, die keine Überraschungen versprechen. In einer somit mageren Agenda gewinnen die ersten Gewinnberichte aus den USA an Relevanz. Nachdem erste große Banken bereits heute ihre Zahlen vorlegen, folgen in der nächsten Woche alle weiteren großen Institute. Aus anderen Branchen präsentieren IBM, Schlumberger und UnitedHealth ihre Quartalsberichte. Am Montag haben die US-Börsen wegen des Martin Luther King-Day geschlossen.

Renten
Zehnjährige Bundrenditen von deutlich über 0,50% erscheinen Händlern als taktische Kaufgelegenheit. Insbesondere verstärkt die Diskussion um die baldige Anpassung der sogenannten „Forward Guidance“ der EZB den Druck auf die Staatsanleihekurse. Diese werden durch das steigende Angebot an Euro-Staatsanleihen zusätzlich belastet.

Währungen
Das Nachholpotential der Renditen in EUR und JPY gegenüber den USD-Renditen, verbunden mit Sorgen wegen des US-Defizits und der Handelspolitik Trumps, dürften zunächst für eine Fortsetzung der USD-Schwäche sorgen. Der Anstieg des EUR über 1,2100 USD ist zudem auch charttechnisch ein Signal für weiteres USD-Abwertungspotential.

Aktien
Angesichts der an wichtigen Daten armen Agenda werden sich vor allem die US-Anleger stärker auf die beginnende Berichtssaison konzentrieren. Hier dürfte sich dann auch entscheiden, ob die Wall Street ihren Rekordlauf fortsetzen kann. Die Börsen des Euroraums hängen weiter entscheidend an der Entwicklung des Euro, vor allem da die Anleger zurzeit auf die zyklischen, eher exportorientierten Branchen setzen.

Rohstoffe
Die USD-Schwäche dürfte die Rohstoffpreise weiter stützen und insbesondere die Edelmetalle. Der Ölpreis erscheint spekulativ überhitzt und ist u.a. deswegen anfällig.