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Marktmeinung der Woche – 17.11.2017

„Black Friday“ – Start des Weihnachtsgeschäfts

  • US-Unternehmen erweitern ihre Produktionskapazitäten
  • Ifo-Geschäftsklima dürfte sein Niveau halten
  • Euro-Stärke wird sich wohl trotz der EZB-Politik fortsetzen

Der detaillierte Blick auf die kommende Woche

In den USA startet in der kommenden Woche mit dem „Black Friday“ das Weihnachtsgeschäft. Die Amerikaner nutzen den Freitag und das Wochenende nach Thanksgiving zum Sturm auf die Geschäfte, die mit Sonderangeboten locken und nicht selten schon in den frühen Morgenstunden öffnen. Um nicht zu kurz zu kommen, haben die Onlinehändler den Cyber Monday erfunden, an dem sie am Montag nach Thanksgiving ebenfalls mit Sonderrabatten locken.

Die Umsätze an diesen Tagen werden gerne als Frühindikator für das Weihnachtsgeschäft herangezogen. Allerdings sind Positivmeldungen mit etwas Skepsis zu bewerten: Nach der Devise „Keeping up with the Joneses“ dürften Rekordmeldungen eher noch mehr Kunden in die Geschäfte locken. Einzelhändler, die schwache Zahlen melden, würden sich mithin wohl selber schaden. Nicht zuletzt die fast erreichte Vollbeschäftigung spricht freilich für neue Umsatzrekorde.

Doch nicht nur beim privaten Verbrauch, sondern auch bei den Ausrüstungsinvestitionen läuft es derzeit gut. Die Bestellungen für Investitionsgüter sind in den letzten drei Monaten um knapp 5 % angestiegen. Offenbar erweitern die US-Unternehmen als Reaktion auf die – auch global – wachsende Nachfrage ihre Kapazitäten. Die Bestellungen für langfristige Güter dürften das am Mittwoch bestätigen.

Laut den jüngsten Daten zum BIP-Wachstum hat die Konjunktur in Deutschland in den letzten Quartalen deutlich an Dynamik gewonnen. Mit 0,8 % zum Vorquartal war der Zuwachs unerwartet kräftig. Wichtig für den Ausblick ist aber auch, wie sich dieser Zuwachs zusammensetzt. Details dazu liefert das Statistische Bundesamt am Donnerstag. Vorab wurde aber gemeldet, dass vor allem die Exporte und die Bruttoanlageinvestitionen zum Wachstum beitrugen, während der private und der staatliche Konsum in etwa auf Höhe des Vorquartals lagen. Unerwartet war auch der Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex vor einem Monat. Statt weiter abzusinken sprang der Indikator auf ein neues Rekordniveau. Dank der guten Konjunkturlage dürfte sich im neuen Berichtsmonat an der positiven Sicht wenig geändert haben.

Für den Euroraum insgesamt hat sich der Einkaufsmanagerindex für die Industrie in den letzten Monaten deutlich besser als der Dienstleistungsindex entwickelt. Hier gilt es genau hinzuschauen, denn in der Vergangenheit war der Dienstleistungsindex der bessere Konjunkturindikator.

Renten
Sehr augenfällig ist aktuell die Kurvenverflachung in den USA: Während die kurzfristigen Renditen anstiegen – wohl auch unter dem Eindruck unerwartet deutlich steigender Produzentenpreise –, fielen die langfristigen Renditen. Aktuell liegt die Renditedifferenz zwischen den Renditen zweijähriger und zehnjähriger Anleihen bei etwa 65 Basispunkten. Dies ist typisch für die Spätphase im Konjunkturzyklus. Im Euroraum wirkt dagegen die EZB konsequent einem Anstieg der Zinserwartungen entgegen.

Währungen
Wegen der nicht nur für Deutschland positiven Konjunkturdaten legte der Kurs des Euro im Wochenverlauf zum US-Dollar – aber auch gegenüber anderen Währungen – zu. Die Konjunktur im Euroraum dürfte weiter aufholen und die relative Stärke des Euros sich – sich zumindest auf kurze Sicht – weiter fortsetzen.

Aktien
Die Aktienmärkte zeigten in der ablaufenden Woche fortgesetzte Ermüdungserscheinungen. Gute Konjunkturdaten und auch positive Überraschungen in der Berichtssaison konnten gegensteuern. In der kommenden Woche ist die Agenda in Bezug auf impulsgebende Daten nicht sehr reich bestückt, insbesondere da in den USA das Thanksgiving-Wochenende ansteht. Somit dürfte es den Aktienbörsen schwerfallen, den aktuellen Trend umzukehren.

Rohstoffe
Der Ölpreis entfernte sich etwas von dem Anfang November erreichten Top. In den USA wurden in den letzten Wochen Vorräte aufgebaut und es gibt erste Anzeichen, dass sich die Bohraktivitäten erholen. Dies spricht eher gegen einen erneuten Anstieg des Ölpreises. Allerding findet am 30. November eine OPEC-Sitzung statt, deren Ziel eine Angebotsbegrenzung sein dürfte.