• Eine ältere Frau sitzt und hällt ihren Hund

Das Armutsrisiko und die Altersarmut von Frauen steigen – rechtzeitige Vorsorge schafft Abhilfe

Bereits im Berufsleben ist das Gehalt vieler Frauen geringer als bei Männern und sie erwerben deshalb auch weniger Rentenansprüche im deutschen Rentensystem. Hinzu kommt, dass Frauen aus familiären Gründen häufig nur ein Einkommen aus Teilzeitarbeit beziehen oder auch gar nicht arbeiten, um sich um die Kinder zu kümmern. Was sich kurzfristig als praktikable Lösung zeigt, entpuppt sich im Rentenalter häufig als finanzielles Desaster – vor allem, wenn eine Ehe geschieden wird. Für diese Fälle gibt es den Versorgungsausgleich. Ziel des Versorgungsausgleichs ist es, dem Partner, der während der Ehe geringere Versorgungsanrechte erworben hat – zum Beispiel, weil er wegen der Erziehung der Kinder nur stundenweise gearbeitet hat – eine eigene, von dem anderen Ehepartner unabhängige Versorgung zu schaffen oder eine bereits bestehende Versorgung zu erhöhen.

Zudem kann der Todesfall eines Partners zusätzlich zur emotionalen Belastung auch zum finanziellen Problem werden.

Um den Lebensstandard auch im Alter halten zu können und das Armutsrisiko zu minimieren, sollten sich Frauen deshalb frühzeitig um Ihre Möglichkeiten hinsichtlich der Altersvorsorge kümmern und auf eine finanzielle Unabhängigkeit im Alter setzen.


Altersarmut von Frauen – immer mehr Rentnerinnen sind betroffen

Immer mehr Rentnerinnen in Deutschland sind von der Altersarmut betroffen und können ihre Existenz nur durch strikte Sparmaßnahmen sichern. Gespart wird dabei häufig an allen Ecken und Enden: Von Armut betroffene Rentnerinnen beheizen manchmal nur noch ein Zimmer, kaufen Lebensmittel im Sonderangebot oder sind auf die Tafel angewiesen – an Restaurant- oder Schwimmbadbesuche ist erst gar nicht zu denken. Dabei stammen viele dieser Rentnerinnen sogar aus einem gut bürgerlichen Milieu, haben über Jahre Teilzeit gearbeitet und sich um Kinder oder die Pflege von Angehörigen gekümmert. In diesen Lebensphasen haben sie wenig Rentenansprüche erworben, wodurch die Armut im Alter droht. Der Abstieg in die Altersarmut beginnt häufig mit einem einschneidenden Erlebnis: Eine Scheidung und der damit einhergehende Verlust der sozialen Absicherung erhöht das Armutsrisiko und trägt ganz entscheidend zu der prekären Lage vieler Rentnerinnen bei.1


Altersarmut – Warum haben Frauen im Alter oft weniger Geld?

Noch immer ist die Höhe der Altersrenten für Frauen wesentlich geringer als die für Männer. Kritische Stimmen behaupten sogar, dass Frauen durch das Rentensystem fallen und deshalb ein erhöhtes Armutsrisiko aufweisen. Rentnerinnen können überdurchschnittlich oft nicht ihren gewohnten Lebensstandard halten und sind verhältnismäßig häufig von Altersarmut betroffen.

Das Armutsrisiko steigt durch:

  • Geringere Rentenansprüche im deutschen Rentensystem, weil sich viele Frauen vorrangig um die Kindererziehung kümmern, sind der Hauptgrund für die Armut
  • Teilzeit-Arbeit nach der Geburt der Kinder, was zulasten der Alterssicherung geht und häufig zu Altersarmut führt
  • Generell geringeres Einkommen von Frauen im Vergleich zu Männern führt zu Armut im Alter
  • Frauen haben eine höhere Lebenserwartung. Daher besteht die Gefahr, dass (eine kleine Menge an angespartem Geld) das wenige angesparte Geld mit der Zeit ausgehen könnte und die Frauen dadurch in die Altersarmut rutschen.
  • Frauen überlassen das Thema Alterssicherung häufig ihren Männern, wodurch sie im Alter in die Armut abrutschen

Die Rentenlücke – vielen Frauen fehlt Geld!

Die Folge der Rentenlücke ist Armut im Alter. Wie hoch die eigene Rentenlücke ausfallen wird, könnt ihr selbst errechnen. Man nimmt den erwarteten monatlichen Bedarf und zieht die voraussichtlichen Einnahmen davon ab. Fällt es euch schwer, den Finanzbedarf im Alter vorauszusagen? So geht es den meisten Menschen. Daher lohnt es sich, diesen Bedarf immer wieder zu prüfen und anzupassen. Dass die Rentenlücke vor allem bei Frauen sehr groß ausfällt, ist nicht zuletzt unserem Rentensystem geschuldet. Durch Teilzeitarbeit, familiäre Ausfallzeiten und einem generell geringeren Einkommen sind die Rentenansprüche bei Frauen häufig wesentlich niedriger, wodurch Altersarmut ein omnipräsentes Thema bei vielen Rentnerinnen ist. Deshalb solltet ihr frühzeitig an eine Altersvorsorge denken und mit einem gezielten Sparplan eure Rentenlücke füllen. Wer bereits in jungen Jahren vorsorgt, vermeidet die gefürchtete Armut im Alter.


Unterschiede in der Altersrente zwischen Frauen und Männern

Der Mann verdient den Lebensunterhalt, die Frau bleibt zu Hause bei der Familie – diese Geschlechterrollen haben sich heutzutage zum Glück gewandelt, allerdings gehören viele angehende Rentnerinnen noch dieser Generation an. Und leider spiegelt sich dieser Umstand auch im aktuellen Rentenniveau wider. Dabei ist in Deutschland die Rentenlücke für Frauen im Verhältnis zu 26 weiteren OECD-Staaten am größten. Der sogenannte Gender Pension Gap ergibt, dass Rentnerinnen hierzulande um 46% weniger Alterseinkommen besitzen als Männer. Ursache dieser geschlechterspezifischen Rentenlücke in der Alterssicherung ist die Tatsache, dass das Rentensystem sehr stark die individuelle Arbeitssituation und die Beitragszahlungen berücksichtigt. Da Frauen meist deutlich weniger und kürzer ins Rentensystem einzahlen, sind sie gegenüber Männern stark benachteiligt.


Das Rentensystem – Die 3 Schichten der Altersvorsorge

Das Rentensystem in Deutschland setzt auf eine dreifache Alterssicherung. Die gesetzliche Rente reicht vielen Rentnerinnen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu erhalten. Deshalb ist es wichtig, die Altersvorsorge breit zu fächern und auf mehrere Optionen zu setzen, um das Armutsrisiko im Alter zu minimieren. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es deshalb noch zwei weitere Schichten in der Altersvorsorge, um die Rentenlücke zu schließen.

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1. Schicht: Basisversorgung

Zu den Leistungen der 1. Schicht zählen:

  • die gesetzliche Rentenversicherung
  • die Beamtenversorgung
  • die berufsständische Versorgung
  • die landwirtschaftliche Alterskasse
  • sowie die 2005 neu geschaffene Basisrente (Rürup)

Die Bausteine der Basisversorgung haben eine gemeinsame Eigenschaft: Sie dürfen weder beliehen, vererbt, übertragen, veräußert oder kapitalisiert werden.

Welche Zeiten zählen bei Frauen zur Rente?

Die Beitragszeiten, in denen ihr in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt habt, bestimmen über die Höhe der Rente. Aber auch bestimmte beitragsfreie Zeiten werden bei der Rente berücksichtigt.

Beitragszeiten:

  • Kindererziehung
  • Nicht erwerbsmäßige Pflege
  • Krankengeldbezug
  • Minijob

Beitragsfreie Zeiten

Anrechnungszeiten

(Schulausbildung, Studium, Arbeitsunfähigkeit, Rehabilitation, Mutterschutz)

Berücksichtigungszeiten

(Kindererziehung bis zum vollendeten 10. Lebensjahr des Kindes und Pflege eines Angehörigen)

Zurechnungszeiten

(bei Erwerbsminderung- oder Hinterbliebenenrenten)

Rürup-Rente für selbstständige Frauen

Selbstständige oder Freiberuflerinnen besitzen ein besonders hohes Armutsrisiko, weil ihnen meistens keine gesetzliche Rente zusteht. Sie müssen sich selbst rechtzeitig um eine private Alterssicherung kümmern. Ein wichtiger Baustein für freiberufliche Rentnerinnen ist die Rürup-Rente, auch Basis-Rente genannt. Die Rürup-Rente erhaltet ihr als klassische oder fondsgebundene Rentenversicherung und ihr könnt selbst über Laufzeit, Versicherungssumme und Beitragszahlungen bestimmen.

2. Schicht: Zusatzversorgung

Diese Schicht umfasst alle Produkte, die der Zusatzversorgung im Alter dienen und teilweise staatlich gefördert bzw. steuerlich begünstigt werden. Hierzu zählen:

  • die betriebliche Altersvorsorge
  • die Rieser-Rente

Riester-Rente zur Verbesserung der Altersvorsorge bei Frauen

Riester-Sparen kann vor allem für Frauen mit weniger Einkommen oder Teilzeit-Arbeit interessant sein. Auch mit kleinen Beträgen kommt ihr in den Genuss der staatlichen Förderung. Neben der Grundzulage in Höhe von 175 Euro erhält man eine Kinderzulage von 185 bis 300€. Besser verdienende Frauen profitieren zudem von möglichen Steuervorteilen.

3. Schicht: Kapitalanlage

Eine sehr lohnende Variante als Ergänzung zur staatlichen Rente ist das private Sparen. Hierbei gibt es viele Möglichkeiten. Im Gegensatz zu den Produkten bzw. Leistungen der ersten beiden Schichten müssen diese „Vorsorgemaßnahmen“ nicht notwendigerweise der Altersvorsorge dienen – doch sie können es! Zu dieser Schicht gehören:

  • Die private Rentenversicherung
  • Die fondsgebundene Rentenversicherung
  • Die Kapital-Lebensversicherung
  • Fonds-Sparpläne
  • Investmentfonds

Regelmäßiges Sparen lohnt sich

Regelmäßiges Sparen mit ETFs oder Sparplänen eignet sich hervorragend für Frauen, da sie sehr flexibel sind. Ihr entscheidet erst kurz vor eurem Rentenbeginn, was mit eurem Geld passieren soll. Bereits kleine Beträge können sich hierbei rechnen, da Aktien zwar ein größeres Risiko mit sich bringen, jedoch auch meist höhere Renditen versprechen. So könnt ihr euch ein zusätzliches Vermögen für eure Rente schaffen.


Förderungen bei der Altersvorsorge nutzen

Bestimmte Altersvorsorge-Maßnahmen werden durch das Altersvermögens- und Alterseinkünftegesetz gefördert. Der Staat fördert die Riester- und Rürup-Rente. Zudem fördert er über steuer- und sozialversicherungsfreie Beträge die betriebliche Altersvorsorge. Wir beraten euch gerne – telefonisch oder in eurer Wunschfiliale vor Ort –, ob geförderte Produkte für euch infrage kommen und sich lohnen.


Die Grundrente – Rettungsanker für viele Rentnerinnen

Seit Beginn 2021 haben viele Menschen in der Bundesrepublik Anspruch auf die sogenannte Grundrente. Die Grundrente ist ein Zuschlag für viele Rentner:innen zu der bestehenden Rente. Dadurch sollen Geringverdiener:innen im Alter besser geschützt sein. Hierfür musst du keinen Antrag stellen. Die deutsche Rentenversicherung prüft und ermittelt automatisch, ob dir das Geld zusteht. Aufgrund des hohen Aufwands bei einer Prüfung wird es noch einige Zeit dauern, bis das Geld auf den Konten der Rentner:innen ist.

Grundrente und Grundsicherung: Was ist der Unterschied?

Die Grundrente und die Grundsicherung genießen einige Gemeinsamkeiten, sind aber dennoch zwei unterschiedliche Leistungen. Beide Leistungen wurden zur Vorbeugung von Altersarmut entworfen. Die Grundrente ist für Menschen, die jahrelang in die Rentenversicherung einbezahlt haben und die dennoch nur eine geringe Rente erwarten. Die Grundsicherung ist unabhängig von der beruflichen Vergangenheit.

Der Betrag für die Grundsicherung wird individuell festgelegt. Dabei ermittelt das Sozialamt euren Bedarf im Einzelfall. Durchschnittlich liegt er laut Statistischem Bundesamt 2019 bei 813€. Dabei wird ein Teil der Grundsicherung als Pauschale ausgezahlt (Regelsatz), um Kosten für Nahrung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat und Strom zu begleichen. Der Regelsatz der Grundsicherung lag im Jahr 2020 monatlich bei 432€ für Alleinstehende und 398€ bei Paaren für jeden der beiden Partner. Zusätzlich zum Regelsatz bekommt man bei der Grundsicherung Leistungen für Miete und Heizung.


Worauf sollten Frauen bei der Altersvorsorge unbedingt achten?

Beschäftigt Euch frühzeitig mit dem Thema Altersvorsorge!

Eine effektive Altersvorsorge für Frauen beginnt schon beim Berufseinstieg. Euer Rentenbescheid gibt euch Auskunft, was ihr an Rente zu erwarten habt. Nur wer seine Rentenansprüche kennt, kann beurteilen, ob das Geld auch im Alter ausreicht.

Altersvorsorge optimieren, um Altersarmut von Frauen zu vermeiden

Ein Beratungstermin bei eurer Bank, der Rentenversicherung oder der Verbraucherzentrale hilft euch, eure Rentenansprüche zu klären und eure Rentenlücke zu ermitteln. Mit individuellen Sparplänen habt ihr die Möglichkeit, gezielt vorzusorgen und Armutsrisiko zu minimieren.

Liebe und Altersvorsorge trennen – bleibe immer unabhängig!

Kein schönes Argument, doch leider endet der glücklichste Moment im Leben viel zu oft vor dem Scheidungsrichter. Frauen sollten sich deshalb bezüglich ihrer Vorsorge nicht allein auf den Ehemann verlassen, sondern rechtzeitig eine unabhängige Alterssicherung planen. Schaut doch mal bei dem Artikel „Let’s talk about Money, Honey!“ vorbei, dort gibts Tipps, wie ihr schon von Anfang an über das Thema Finanzen in der Beziehung sprechen könnt.


In 5 Schritten zur passenden Altersvorsorge für Frauen

1. Bestandsaufnahme machen und Verantwortung übernehmen

Nur wenn ihr eure aktuell erworbenen Rentenansprüche kennt, könnt ihr beurteilen, ob euch eure Rente später ausreicht. Ein Blick auf eure jährliche Renteninformation gibt euch Auskunft.

2. In die Zukunft schauen

Wie sind eure Vorstellungen für das Rentenalter? Möchtet ihr euren Lebensstandard behalten und für eine Pflegebedürftigkeit vorsorgen? Dann macht euch früh genug Gedanken und entscheidet selbst über eure Zukunft!

3. Sparbetrag für die Altersvorsorge festlegen

Ermittelt den monatlichen Geldbetrag, den ihr für eure Alterssicherung entbehren könnt und investiert in eure Vorsorge.

4. Förderungen und Zuschüsse nutzen

Prüft Möglichkeiten, Staat und Arbeitgeber an eurer Altersvorsorge zu beteiligen.

5. Baue eine zuverlässige private Altersvorsorge mit rentablen Anlageprodukten auf

Wir als eure Bank stehen euch dabei mit Rat und Tat zur Seite. Gerne beraten wir euch in eurer Wunschfiliale oder per Telefon. Gemeinsam entwickeln wir eine Vorsorgestrategie, um eure Rentenlücke zu schließen. Mit einer gezielten Vorsorge behaltet ihr auch im Alter euren Lebensstandard und beugt der Altersarmut effektiv vor.

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Altersvorsorge für Frauen – selbstbestimmt leben und Armut im Alter vorbeugen

Viele Frauen verdienen bereits im Berufsleben weniger als Männer und erhalten später auch deutlich weniger Rente. Zudem setzen sich Frauen häufig für die Familie ein und stellen ihre eigene Karriere hinten an. Dadurch sind Frauen besonders stark von der Rentenlücke betroffen – und mit niedrigen Rentenansprüchen steigt das Armutsrisiko im Alter drastisch an. Um den Lebensstandard im Alter halten zu können und das Armutsrisiko zu minimieren, sollten sich Frauen deshalb rechtzeitig mit dem Thema Altersvorsorge auseinandersetzen und auf Unabhängigkeit vom Lebenspartner achten. Wer rechtzeitig mit der Planung der Alterssicherung beginnt, kann dem Alter entspannt entgegensehen.


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