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Nach starken Kursgewinnen: Moderate Reduktion der Aktienquote

08.06.2020

  • Aktienmärkte profitieren von starken Zuflüssen und haben zuletzt deutlich zugelegt
  • Positionierung vieler Profi-Anleger noch immer vorsichtig: weitere Kurssteigerungen möglich
  • Aber: Sentiment kurzfristig sehr optimistisch, absehbare Treiber abgearbeitet und Gap zum mittelfristigen Konjunkturausblick spürbar angewachsen
  • Daher moderate Reduktion der Aktienquote durch partielle Gewinnmitnahmen bei IT und europäischen Aktien

Vor vier Wochen hatten wir die Aktienquote nach den kurzen Kurskorrekturen Anfang Mai wieder auf Benchmark-Gewicht aufgefüllt. Seitdem haben die globalen Aktienmärkte fast 20% zugelegt, die damals gekauften europäischen Aktien sogar noch mehr. Neben den Lockerungsmaßnahmen rund um Corona und einigen guten Konjunkturdaten haben dazu vor allem Mittelzuflüsse institutioneller Anleger beigetragen. Denn in der Krise hatten Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften und Publikumsfonds ihre Aktienquoten drastisch reduziert. Mit den steigenden Märkten hat der Performancedruck in den letzten Wochen eklatant zugenommen und treibt diese Investorengruppe systematisch in Aktien hinein. Auch viele Trendfolgemodelle sind mit dem Durchbrechen charttechnischer Marken auf Grün gesprungen, was auch bei systematischen Fonds zu umfangreichen Käufen geführt hat.

War es das jetzt? Wohl eher nein!
Solche flowbasierten Rallys lassen sich schwer greifen. Allerdings zeigt ein Blick auf die aktuelle Positionierung, dass Profi-Anleger aggregiert betrachtet noch immer untergewichtet sind und daher durchaus noch Luft für weitere Kurssteigerungen besteht. Dies gilt insbesondere für die Werte der zweiten Reihe, die besonders unpopulärer sind. Trotzdem wachsen mit Blick nach vorne die Risiken: Die bis dato eher pessimistische Stimmung am Aktienmarkt ist einem spürbaren Optimismus gewichen. Die Anleger setzen auf eine V-förmige Konjunkturerholung und damit auf eine deutlich schnellere Rückkehr zum wirtschaftlichen Vorkrisenniveau als unsere Volkswirte. Das erhöht die mittelfristigen Risiken. Mit der Verabschiedung diverser Konjunkturprogramme, der Aufstockung des Anleihekaufprogramms der EZB und einer ganzen Reihe an positiv überraschenden Konjunkturdaten haben zudem viele fundamentale Treiber bereits gezündet. Entsprechend wachsen ungeachtet grundsätzlich positiver Rahmenbedingungen die Rückschlagrisiken.

Grafik: Stimmungsindikatoren kurzfristig sehr optimistisch

Grafik: Stimmungsindikatoren kurzfristig sehr optimistisch

Quelle: NDR Research. Täglicher Sentimentindikator für europäische Aktien ex UK

Moderate Aktienreduktion
Da wir sowohl in unserer CIO-Musterallokation als auch in den Vermögensverwaltungs-Linien in der Corona-Krise spürbar besser abgeschnitten haben als unsere Vergleichsindizes und viele Wettbewerber, nehmen wir aus dieser Position der Stärke heraus in einem ersten Schritt partiell Gewinne bei einzelnen Aktienpositionen mit. Entsprechend reduziert sich unsere Aktienquote in den Risikoprofilen Wachstum bzw. Chance um 4 bzw. 6%-Punkte. Die Verkäufe nehmen wir zu gleichen Teilen bei den besonders gut gelaufenen Technologietiteln und europäischen Aktien vor. Strukturell bleibt der IT-Sektor dabei weiter interessant, wir reduzieren hier lediglich das Ausmaß der Übergewichtung.

Fazit

Fazit

Auch wenn die flowbasierte Rally an den Aktienmärkten noch weiterlaufen könnte, nehmen mit Blick nach vorne die Risiken zu. Daher reduzieren wir durch einen Teilverkauf besonders gut gelaufener Marktsegmente unsere Aktienquote und sichern damit einen Teil der sehr guten Performance ab.


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Verantwortlich: Chris-Oliver Schickentanz, CEFA
Autor: Chris-Oliver Schickentanz, CEFA

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