• Chefstratege Chris-Oliver Schickentanz zur Krise an den Kapitalmärkten

    3 Fragen an Chris-Oliver Schickentanz zur Krise an den Kapitalmärkten

    Der Chefanlagestratege der Commerzbank erläutert, was das für den Privatanleger bedeutet.

Herr Schickentanz, die Kapitalmärkte weltweit befinden sich auf Talfahrt.
Lohnt sich das Geschäft mit Wertpapieren überhaupt noch?

Wir haben noch nie zuvor in der Börsengeschichte eine so schnelle Abwärtsbewegung gesehen. In nur 16 Tagen vom Allzeithoch in eine über 20-prozentige Korrektur – das ist ohne Vergleich. Der Corona-Virus ist ein exogener Schock, der Realwirtschaft und Börsen gleichermaßen trifft... und der sich noch immer schwer greifen lässt. Auf Basis der aktuell vorliegenden Daten rechnen wir mit einer scharfen globalen Rezession im ersten Halbjahr, aber genauso dann auch mit einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Und damit wird eines klar: Wer mittelfristig orientiert ist, kann über die aktuellen Turbulenzen hinwegsehen. Das Schlimmste, was man tun kann: Nach der heftigen Abwärtsbewegung die Nerven verlieren und Wertpapiere in Panik verkaufen. Denn dann verpasst man die kommende Erholung und bleibt auf seinen Verlusten sitzen. Das zeigen uns frühere Krisen sehr eindringlich.

Erholung im zweiten Halbjahr? Ist das nicht etwas optimistisch?

Nein! Regierungen und Notenbanken haben frühzeitig und beherzt reagiert. Viele Staatshilfen zielen darauf ab, Massenentlassungen zu vermeiden und die Insolvenzquote niedrig zu halten. Denken Sie an das deutsche Kurzarbeitergeld oder die in Aussicht gestellten Kredithilfen. Dadurch sollte es durch Corona eben nicht zu nachhaltigen Negativfolgen kommen. Sprich: Die Basis für eine Erholung ist weiterhin da. Und die sollten wir mit einem Rückgang der Infektionen analog der Situation in China oder Korea dann auch im Rest der Welt sehen.

Welche Tipps für die private Geldanlage gibt es denn?

Ruhe bewahren! Wer mittelfristig orientiert ist, muss sich von den heftig wechselnden Wasserstandsmeldungen der Börsen nicht irritieren lassen. Global investieren! Insbesondere Asien dürfte schneller aus der Krise rauskommen als Europa. Die Defensive nicht vernachlässigen! Da haben wir mit dem offenen Immobilienfonds „Hausinvest“ in unserem Konzern ein Pfund, mit dem wir wuchern können. Und: Regelmäßig investieren! Dadurch wird man unabhängiger vom gewählten Einstiegszeitpunkt und kann den niedrigen Kursen sogar etwas Positives abgewinnen. Am einfachsten geht das über einen monatlichen Wertpapiersparplan.

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