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Der aktuelle Ausblick auf die Märkte – 18.04.2019

US-BIP für das erste Quartal im Fokus

  • US-BIP sollte gutes Wachstum aufweisen
  • US-Auftragseingänge sollten sich stabilisieren
  • In Europa gilt der Blick dem Ifo-Geschäftsklimaindex
  • Berichtssaison kommt deutlich ins Rollen

Die nachösterliche Woche wird relativ wenige Highlights besitzen. Da keine Notenbanksitzungen anstehen, keine wichtigen politischen Termine gemeldet sind und auch nur wenige richtungsweisende Konjunkturdaten aus Asien und Europa veröffentlicht werden, dürften sich die Kapitalmärkte vor allem auf die Wirtschaftsdaten aus den USA konzentrieren. Hier stehen sicherlich die BIP-Zahlen für das erste Quartal im Mittelpunkt, die allerdings erst am Freitag bekanntgegeben werden. Im Gegensatz zu den Vorjahren dürften diese sehr positiv ausfallen und damit endgültig die Diskussion, ob die USA in eine Rezession rutschen könnten, beenden. Seit Monaten gibt es einen relativ hohen Pessimismus in Bezug auf die weitere Entwicklung der US-Konjunktur: Die zwischenzeitliche Schließung einiger Regierungsbehörden, der von Präsident Trump ausgerufene nationale Notstand, die noch immer nicht beendeten Handelsstreitigkeiten sowie die global nachlassende Konjunkturdynamik hatten ihren Tribut gefordert. Somit gibt es für die Daten zum ersten Quartal eine relativ niedrige Erwartungshaltung. Doch sollten die privaten Investitionen für einen positiven Jahresstart sorgen. Vor allem der noch immer schwächelnde Wohnungsbau dürfte durch die gesunkenen Zinsen Auftrieb bekommen haben. Aber auch Ausrüstungen und der Wirtschaftsbau sollten stärkere Impulse erhalten haben. Daneben werden auch die Staatsausgaben und der Außenhandel positive Wachstumsbeiträge liefern. Dagegen dürfte der wichtige Konsum nur mit einem geringen Plus aufwarten, was allerdings wegen des starken Arbeitsmarkts und der positiven Entwicklung der gesamten Einkommenskomponenten vernachlässigt werden kann. Insgesamt erwarten wir im ersten Quartal ein Wachstum von 2,5 % (ggü. Vorquartal, auf Jahresrate hochgerechnet). Daneben werden die Auftragseingänge langlebiger Güter mit Interesse verfolgt werden. Diese hatten im Vormonat deutlich nachgegeben, sollten sich aber nun stabilisieren. Außerdem werden in den USA die Verkäufe bestehender Häuser, die Neubauverkäufe sowie das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan veröffentlicht. In Europa gilt der wesentliche Blick dem deutschen Ifo-Index, der allerdings kaum verändert erwartet wird. Während somit die erwarteten Wirtschaftsdaten überschaubar erscheinen, werden vor allem in den USA eine Vielzahl von Unternehmensberichten vorgelegt werden.

Anleihen
Die zunehmende Risikofreude ließ Bundesanleihen als traditionell sicherer Hafen in den vergangenen Tagen bei der Kursentwicklung auf der Verliererseite stehen. Enttäuschende Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes im Euroraum brachten eine Trendwende. Sollte der Ifo-Geschäftsklimaindex am Mittwoch ebenfalls enttäuschen, dürften sichere Staatsanleihen deutlich profitieren.

Währungen
Die Eurostärke gegenüber dem US-Dollar erhielt zum Wochenschluss einen Dämpfer. Rezessionssorgen wegen der schwachen Euroraumdaten flammten wieder auf. Die neue Woche bringt zwar für den Euroraum relativ wenige Konjunkturdaten, sollten diese enttäuschen, dürfte dies den Euro aber weiter schwächen und auf Kursen von unter 1,13 US-Dollar je Euro halten.

Aktien
Die Aktienmärkte dürften auch feiertagsbedingt nach dem letzten Anstieg etwas Luft holen; nicht zuletzt auch deswegen, weil der wichtigste Impuls der kommenden Woche erst am Freitag ansteht. Dagegen wird die immer intensivere Berichtssaison für Bewegung bei Einzeltiteln sorgen.

Rohstoffe
Am Ölmarkt werden in den kommenden Wochen wichtige Entscheidungen erwartet (Iran- und Venezuelasanktionen, OPEC+ Förderkürzungen). Da der Markt auf ein anhaltend knappes Angebot und gleichzeitig auf eine robuste Nachfrage setzt, ist der Spielraum für Enttäuschungen hoch. Bei den Platinmetallen rückt der Fokus auf die Wahlen in Südafrika am 8. Mai und die Lohnverhandlungen. Spekulative Käufe bzw. Absicherungskäufe sind möglich.