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Entlassungswelle in den USA

  • Zahl der Infektionen steigt in einigen Ländern langsamer
  • Rekordanstieg der Arbeitslosigkeit in den USA befürchtet
  • Chinesische Einkaufsmanagerindizes zeigen Belebung
  • Durchatmen am Aktienmarkt

Die Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus wird unverändert einen starken Einfluss auf die Marktstimmung haben. Zu hoffen ist, dass der – für viele europäische Länder zu erahnende – Abwärtstrend bei den prozentualen täglichen Zuwachsraten sich bestätigt. Denn das würde bedeuten, dass die Quarantänemaßnahmen Wirkung zeigen. Zu einem neuen Brandherd hat sich die USA entwickelt. New York ist besonders schlimm betroffen.

Der scharfe Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosengeld von 281.000 in der Woche zum 14. März auf über 3 Mio. in der Woche zum 21. März zeigt, wie stark die Produktion in den USA bereits betroffen ist. Unsere Volkswirte rechnen damit, dass 8% der Produktion in den USA stillstehen werden und dass die Arbeitslosigkeit analog dazu von 3,5% auf 11,5% ansteigen wird und damit den höchsten Stand seit dem Weltkrieg erreichen würde. Der Anstieg zeigt aber die, die im Vergleich zu Deutschland gänzlich andere Arbeitsmarktstrategie. In Deutschland können Firmen, die nicht produzieren, für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld beziehen. In den USA übernimmt dagegen die Arbeitslosenversicherung die Aufgabe, die Einkommen der betroffenen Haushalte zu sichern. Der Vorteil des deutschen Systems ist, dass die Unternehmen schnell die Produktion wieder hochfahren können, sobald die Krise überwunden ist. Der Vorteil des amerikanischen Systems ist die höhere Flexibilität. Der in der kommenden Woche anstehende US-Arbeitsmarktbericht dürfte zusammen mit dem ISM-Berichten auch aufdecken, welche Branche am heftigsten betroffen sind.

Interessant ist ferner, wie schnell sich die Lage in China wieder normalisiert. Hierzu werden die Einkaufsmanagerindizes Hinweise liefern. Gerade die Daten aus China sind im Augenblick geeignet, die Finanzmärkte zu stabilisieren. Schließlich ist zu hoffen, dass auch in den anderen Regionen die Quarantänemaßnahmen in ein paar Wochen wieder gelockert werden.

Doch zunächst werden in der kommenden Woche die deutschen Arbeitsmarktdaten und die EU-Stimmungsindikatoren die scharfen Produktionseinschränkungen im Euroraum reflektieren.

Anleihen
Die EZB hat ihre Wertpapierkäufe deutlich ausgeweitet und signalisiert, dass sie bereit ist, alles zu tun, um die Märkte zu stabilisieren. So sei die Aktivierung des OMT-Programms möglich. Damit könnte die EZB gezielt italienische oder spanische Staatsanleihen kaufen, um die Kurse dieser Anleihen – und damit indirekt die Banken in den jeweiligen Ländern – zu stützen. Auch die Finanzminister hätten die Möglichkeit, den Markt zu stützen: Sie könnten Corona-Bonds auflegen und damit gemeinsam die Lasten der Coronakrise tragen.

Währungen
Die Devisenmärkte haben sich wieder etwas stabilisiert. So hat die krisenbedingt hohe Nachfrage nach US-Dollar nachgelassen. Viele Währungen, auch von Schwellenländern, dürften sich zum Dollar weiter erholen. Die EZB hat durch die besagten Anleihekäufe die Risikoaufschläge der Euro-Staatsanleihen ggü. Bundesanleihen zurückgeführt. Das sollte dem Euro zu mehr Stärke verhelfen.

Aktien
Nach einer geschichtsträchtigen Woche an den Aktienmärkten mit rekordhohen Zugewinnen erwarten wir für die kommenden Tage erst einmal eine etwas ruhigere Entwicklung. Dennoch dürfte die Schwankungsintensität an den Aktienmärkten hoch bleiben. Die massiven geld- und fiskalpolitischen Hilfen dürften aber dazu beitragen, dass die Aktienmärkte versuchen, einen Boden auszubilden. Mögliche negative Nachrichten in Bezug auf das Thema Corona können aber jederzeit zu einem Test der Jahrestiefstände führen, auch wenn diese nach den massiven Anstiegen der vergangenen Tage weit weg erscheinen.

Rohstoffe
Wegen der knappen physischen Goldbestände könnte vom Terminmarkt ausgehend der Kaufdruck hoch bleiben und auch auf Silber abfärben. Die Ölpreise konnten kaum von der Erholung der Aktienmärkte profitieren, was ein schlechtes Zeichen ist. Neue Preistiefs sind leicht möglich.

Die wichtigsten Indizes

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