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Setzen sich die Entspannungsanzeichen weiter fort?

  • Stimmungsindikatoren im Fokus
  • Zinsentscheid der EZB
  • Neue Daten zum US-Häusermarkt
  • Berichtssaison nimmt sukzessive Fahrt auf

Die USA und China haben ein erstes Handelsabkommen zur Beilegung des latenten Handelskonflikts unterzeichnet. Damit sind zwar wesentliche heikle Themen noch nicht in Angriff genommen worden, aber es ist ein erster greifbarer Schritt, der eine Eskalation in weite Ferne rücken lässt. Darüber hinaus scheinen sich in letzter Zeit auch wichtige Sentimentindikatoren zu stabilisieren. Zudem konnte der Start der Berichtssaison in den USA bisher überwiegend positiv überraschen. Ob sich diese Stimmungsverbesserung an den Aktienmärkten auch in der kommenden Woche weiter fortsetzen wird, dürfte unter anderem an den PMIs zum verarbeitenden Gewerbe im Euroraum hängen. Die zuletzt erlebten politischen Entspannungssignale, die bereits erfolgten Zinssenkungen in den USA und auch in einigen Schwellenländern sowie die Erwartung, dass sich das chinesische Wachstum sukzessive verstetigt, sollten hier positiv wirken. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass die zuletzt erlebten schwächeren Umfrageergebnisse negative Ausreißer waren und der Wert für Januar wieder nach oben zeigt. Sollte sich hier nachhaltig ein Stimmungswandel abzeichnen, könnte dies auch einen positiven Einfluss auf den Dienstleistungssektor haben und diesen wieder vorantreiben. Neben den Euroraum-PMIs erwarten wir auch die ZEW-Konjunkturerwartungen in Deutschland sowie die Markit-PMIs und Frühindikatoren in den USA.

Auch die Wiederverkäufe von Häusern in den USA werden mit Interesse aufgenommen werden. Die zahlreichen Erhebungen zum lange Zeit belastenden US-Immobilienmarkt konnten in den letzten Monaten deutlich von den Zinssenkungen der Fed profitieren und dies dürfte sich auch hier niederschlagen.

Neben diesen wichtigen volkswirtschaftlichen Daten erwarten wir auch den EZB-Zinsentscheid am Donnerstag. Auch wenn wir davon ausgehen, dass Geldpolitik und Leitzinsen im Euroraum auf längere Zeit stabil bleiben werden und so keine wesentlichen strategischen Aussagen zu erwarten sind, so könnten doch Kommentare zu Konjunktur und Inflation von Gewicht sein.

Der Start in die Berichtssaison kann durchaus als positiv bezeichnet werden. Bisher haben allerdings zumeist Finanztitel ihre Zahlen vorgelegt, in der kommenden Woche folgen einige Schwergewichte aus dem IT-Segment sowie die ersten wichtigen europäischen Konzerne. Am Montag sind die US-Börsen wegen des Martin Luther King-Day geschlossen.

Anleihen
Der Aufwärtstrend der Bundrenditen in der ersten Januarhälfte dürfte weitergehen. Die anhaltend hohen Emissionen an den Rentenmärkten und die Erwartung etwas steigender Einkaufsmanagerindizes im Januar könnten dafür sorgen, dass die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sich wieder über der Marke von minus 0,20% etabliert.

Währungen
Von der EZB erhofft man sich Hinweise auf die neue Strategie. Da EZB-Chefin Lagarde auf der Sitzung nächste Woche aber keine solchen geben sollte, erhält der Euro von der EZB wenig Unterstützung. Das britische Pfund dürfte sich abwerten, da mittlerweile die Zinssenkungsfantasie für die BoE durch schwache Konjunkturdaten immer mehr Unterstützung erfährt.

Aktien
Die aktuelle Stimmungslage an den Aktienbörsen könnte sich durchaus weiter fortsetzen. Da allerdings die wichtigsten Daten erst gegen Wochenende erwartet werden, dürfte es anfänglich etwas gemächlicher zugehen.

Rohstoffe
Das chinesische Neujahrsfest am 25. Januar dürfte die Aktivität an den Rohstoffmärkten dämpfen – der saisonale Lageraufstockungsprozess sollte pausieren. Die Basismetallpreise könnten ihre Anstiege demnach konsolidieren. Auch bei den Ölpreisen ist nach dem „Fehlausbruch“ weiterhin Konsolidierung angesagt. Die Palladiumknappheit dürfte den Platinpreis, die global lockere Geldpolitik die Preise für Gold und Silber stimulieren.