Glossar

Nachhaltigkeitsfaktor

Der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor ist ein Begriff aus dem Rentenrecht. Er beeinflusst die jährliche Rentenanpassung. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung bezieht der Nachhaltigkeitsfaktor die künftigen Veränderungen im Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern mit ein. Die ungünstige Bevölkerungsentwicklung gleicht der Faktor dadurch aus, dass die Renten künftig etwas langsamer steigen als die Arbeitnehmerverdienste.

Zwar bleibt die jährliche Rentenanpassung an die allgemeine Einkommensentwicklung gekoppelt, doch orientiert sich der Nachhaltigkeitsfaktor auch an der Entwicklung am Arbeitsmarkt. Je mehr Bürger ohne Job sind und damit keine Beiträge zahlen, desto geringer fällt die Rentenanpassung aus. Andererseits bietet der Nachhaltigkeitsfaktor im Unterschied zum früher geplanten „demographischen Faktor“ den Vorteil, dass es auch zu überdurchschnittlichen Rentenanpassungen nach oben kommen kann. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Zahl der Beitragszahler steigen sollte.

Nachhaltigkeitsfonds

Nachhaltigkeitsfonds (engl.: sustainability fund) sind Fonds, die auf ethische Grundsätze wie Ökologie und soziale Kriterien achten.
So investieren derartige Fonds z.B. nicht in Produzenten von Rüstungsgütern, Kernenergie oder Tabak. Zudem werden soziale Aspekte wie Massenentlassungen mit einbezogen.

Nachsteuerrendite

Der Fokus der Anlagestrategie richtet sich auf eine möglichst hohe Rendite der Vermögensanlagen nach Abzug der Steuer.

NAI

Seit 1997 gibt es den Natur-Aktien-Index (NAI), der vom Öko-Invest-Verlag in Wien und der Zeitschrift Kosmos ins Leben gerufen wurde. Der Index umfasst 30 internationale Unternehmen, die nach besonders konsequenten Maßstäben als erfolgreiche Öko-Vorreiter ausgewählt werden.

Der Ausschuss überprüft, ob die im NAI vertretenen Unternehmen die NAI-Kriterien erfüllen. Er entscheidet darüber, welche Unternehmen in den NAI aufgenommen oder aus dem NAI ausgeschlossen werden. Bei den Entscheidungen über die Zusammensetzung des NAI ist der Ausschuss unabhängig. Die NAI-Kriterien können nicht ohne Zustimmung des Ausschusses verändert werden.

Namensaktie

siehe Inhaberaktie .

Namensschuldverschreibungen

NASDAQ

Die elektronische Aktienbörse NASDAQ wurde 1971 insbesondere für junge, innovative, den Wachstumsbranchen zuzurechnenden High-Tech-Unternehmen gegründet. Heute ist die NASDAQ der expansivste Aktienmarkt in den Vereinigten Staaten und mit über 5000 notierten Unternehmen die größte Computerbörse überhaupt.

Nax

Der Natur-Aktien-Index, kurz Nax genannt, ist der bekannteste deutsche Aktienindex für Umweltaktien. Der Wiener Ökonom Max Demel hob ihn am 1. April 1997 aus der Taufe. Der 20 Aktien umfassende Index wird ähnlich wie der Dax in regelmäßigen Abständen auf seine Zusammensetzung hin überprüft. Dabei gilt: Jede Branche sollte mit jeweils einem Unternehmen vertreten sein.

Die Aufnahme in den Nax erfolgt, wenn ein Unternehmen umweltfreundlich und nachhaltig wirtschaftet. Ökonomische Kriterien spielen eine untergeordnete Rolle. So muss ein Unternehmen zu den ökologischen Vorreitern seiner Zunft gehören. Die Bemühungen in Sachen Umweltschutz sollten weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus gehen. Ferner muss sich das Unternehmen dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet fühlen, also besonders sparsam mit Ressourcen und Energie umgehen. Umweltschädigende Branchen wie die Atomkraft-, Kunststoff- oder Rüstungsindustrie sind von vornherein ausgeschlossen.

Nebenwerte

(= Mid caps oder Small caps)
Aktien von mittleren und kleineren börsennotierten Gesellschaften. Gegenteil: Standardwerte/Blue Chips.

Negative Regression

Die Regression gibt Auskunft darüber, wie stark sich ein Fonds an seiner Benchmark (Vergleichsindex) in steigenden bzw. fallenden Marktphasen anlehnt. Die negative Regression (< 1) bedeutet, der Fonds verliert in der Regel weniger als seine Benchmark (Vergleichsindex) in fallenden Marktphasen.

Nemax 50

Der Nemax 50 umfasst die 50 größten und umsatzstärksten deutschen Werte des Neuen Marktes. Er stellt einen Indikator für die Kursentwicklung dieses Marktsegmentes für Wachstumswerte dar. Wesentliche Aufnahmekriterien sind die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz. Ferner müssen die Aufnahmebedingungen für den Neuen Markt erfüllt sein.

Nennwert

Der Nennwert ist der Geldbetrag, der auf einer Aktie oder Anleihe angegeben ist. Er besagt, mit welchem Betrag der Wertpapierbesitzer Eigentümer bzw. Gläubiger eines Unternehmens ist. Der Nennwert ­ auch Nominalwert genannt ­ kann vom Börsenkurs stark abweichen. Eine Anleihe wird bei Fälligkeit in der Regel zum Nennwert (= 100% = pari) zurückgezahlt. Bei Aktien ist allein der Börsenkurs maßgebend; eine Rückzahlung in Form eines Erlösanteils aus einer Liquidation des Unternehmens ist sehr selten.

Der Mindestnennbetrag für Aktien wurde 1994 von 50 DM auf 5 DM reduziert. 1998 erfolgte im Zusammenhang mit der Umstellung auf den Euro eine weitere Herabsetzung auf 1 Euro. Gleichzeitig wurden nennwertlose Aktien zugelassen. Diese Stückaktien weisen keinen Nennwert auf, sondern repräsentieren einen ihrem Anteil an der Gesamtzahl aller ausgegebenen Aktien entsprechenden Teil des Grundkapitals (Eigenkapital). Der Gesetzgeber hat einer zu starken Zersplitterung des Grundkapitals jedoch einen Riegel vorgeschoben, da der auf eine Aktie entfallende Anteil des Grundkapitals mindestens 1 Euro betragen muss.

Netiquette

Netiquette ist ein Kunstwort aus „Netzwerk“ und „Etikette“ und bezeichnet den Verhaltenskodex, der sich für die Kommunikation im Internet herausgebildet hat. Die Regeln sind nicht verbindlich, Verstöße werden aber als unhöflich oder sogar als Belästigung empfunden.

Nettoverzinsung

Effektivverzinsung (Rendite) nach Abzug von Steuern.

Neuer Markt

Von der Deutschen Börse AG 1997 entwickeltes neues Handelssegment an der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der Neue Markt soll insbesondere innovativen Wachstumsunternehmen kleinerer und mittlerer Größe, die in Branchen von zukunftsweisender Bedeutung oder in traditionellen Branchen mit Produkt-, Prozess- und Dienstleistungsinnovationen tätig sind und ein überdurchschnittliches Umsatz- und Gewinnwachstum erwarten lassen, den Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen. Der Neue Markt wendet sich an risikofreudige Anleger sowohl auf privater als auch auf institutioneller Seite. Zielsetzung bei der Entwicklung des Neuen Marktes war die Herstellung einer hohen Informationstransparenz und hinreichender Marktliquidität. Dieses soll durch die Erfüllung erhöhter Zulassungsvoraussetzungen und der Befolgung von Folgepflichten des jeweiligen Emittenten, der eine Zulassung seiner Aktien zum Handel im Neuen Markt erreichen will, gewährleistet werden. Die Zulassung findet im Geregelten Markt statt. Die Preisfeststellung ist, wie im Freiverkehr, privatrechtlich organisiert.

Newsgroups

Diskussionsgruppen, die sich einem speziellen Thema widmen. Es gibt mittlerweile Tausende von Newsgroups im Internet. Um Zugriff auf Newsgroups zu bekommen, benötigt man einen News-Client. Das ist ein Programm für den Datenaustausch zwischen News-Servern und dem eigenen Computer. Newsgroups funktionieren unabhängig vom WWW und verwenden ein eigenes Protokoll.

Nichtabnahmeentgelt

Wird ein Darlehen nicht oder nur teilweise vom Darlehensnehmer in Anspruch genommen und steht diesem kein Kündigungsrecht zu, kann das Kreditinstitut für Aufhebung bzw. Teilaufhebung des Darlehensvertrages ein Entgelt berechnen.

Nichtveranlagungsbescheinigung

Eine natürliche Person kann auf Antrag von ihrem Wohnsitzfinanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung erhalten. Unter einer natürlichen Person versteht man einen Menschen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Inland. Natürliche Personen sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Die Steuerpflicht des Menschen beginnt bei der Geburt und endet mit dem Tod.

Eine Nichtveranlagungsbescheinigung wird erteilt, wenn eine Veranlagung zur Einkommensteuer nicht zu erwarten ist. Allerdings wird die Bescheinigung unter dem Vorbehalt des Widerrufs und auf eine Höchstgeltungsdauer von drei Jahren ausgestellt.

Nikkei

Der Nikkei ist ein kursgewichteter Index, der mit 225 japanischen Aktien die Tendenz an der Tokyo Stock Exchange aufzeigt. Dieser Index wurde erstmals am 16. Mai 1949 mit einem Wert von 176,21 Yen veröffentlicht.

No-Load-Fonds

Investmentfonds, die ohne Aufgeld verkauft, dafür aber mit einer höheren Verwaltungsvergütung belastet werden. Sie eignen sich eher bei einem kürzeren Anlagehorizont und werden daher auch als Trading-Fonds bezeichnet.

Nominalkapital

Nominalwert

siehe Nennwert.

Nominalzins

Auf den Nennwert einer Schuld bezogener Zinssatz.

Nostrogeschäfte

Geschäfte, die Banken für eigene Rechnung abschließen.

Notarielle Beurkundung

Beurkundung eines Rechtsgeschäfts durch einen Notar. Im Gegensatz zur Beglaubigung wird bei einer Beurkundung nicht nur die Richtigkeit der geleisteten Unterschriften durch den Notar bestätigt, sondern der Notar bestätigt auch, dass die handelnden Personen den Inhalt des Vertrages kennen und ihre Willenserklärungen vor ihm abgegeben haben. Grundstücksverträge müssen immer beurkundet werden.

Note-Facilities

Note-Facilities (oder: -Fazilitäten) sind Finanzinnovationen, deren Kern Vereinbarungen zwischen einem oder mehreren Kreditinstituten einerseits und einem Kapitalnehmer andererseits sind; nach diesen Vereinbarungen kann sich der Kapitalnehmer im Rahmen von fünf bis sieben Jahren durch die revolvierende Platzierung von Notes am internationalen Finanzmarkt bis zu einer Obergrenze Mittel beschaffen.

Wesentlich für diese Konstruktion ist, dass sich die beteiligten Banken („Underwriter“) dabei verpflichten, die Notes zum vertraglich vereinbarten Zins zu übernehmen oder alternativ Buchkredite zur Verfügung zu stellen (Backup- oder Standby-Facilities), wenn es dem Kapitalnehmer nicht gelingt, seine Notes am Markt abzusetzen. Da die Notes selbst nur eine mehrmonatige Laufzeit haben, müssen sie vom Schuldner je nach Bedarf ­ nach Fristablauf erneut angeboten werden (= Revolving Underwriting Facilities RUFs oder Note Issuance Facilities ­NIFs).

Notes

Von Nichtbanken am internationalen Finanzmarkt begebene kurzlaufende Geldmarkt-Papiere, deren Verzinsung an einen Geldmarkt-Referenzzinssatz gebunden ist. Daraus ergibt sich im Gegensatz zu den Commercial Paper eine Laufzeit-Standardisierung etwa von einem, drei oder sechs bis zwölf Monaten.

Notierung

Feststellung eines amtlichen Börsenkurses bei Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren.

Nullkupon-Anleihen (Zero Bonds)

Langfristige Schuldverschreibungen (Festverzinsliche Wertpapiere) ohne Nominalzins. Folglich entfällt die laufende jährliche Zinszahlung wie bei sonstigen Anleihen. Die Verzinsung (Rendite) ergibt sich vielmehr aus der Differenz zwischen dem niedrigeren Ausgabekurs und dem höheren Rückzahlungskurs. Bei der „klassischen“ Form erfolgt die Rücknahme zu 100% bei entsprechend abgezinstem Ausgabekurs. Bei der Aufzinsungsanleihe liegt der Rücknahmekurs ­ je nach Laufzeit deutlich über dem Ausgabekurs von 100%.