Glossar

Factoring

Das Factoring beinhaltet - aus Sicht eines Unternehmens - den regelmäßigen Verkauf von Geldforderungen aus Waren- und Dienstleistungsgeschäften. Der Käufer der Geldforderungen, der „Factor“, bezahlt den Großteil des vereinbarten Kaufpreises (etwa 90 %) sofort.
Der verbleibende Teil des Kaufpreises (etwa 10 %) wird erst beim Eingang der Rechnung, abzüglich einer eventuellen Kaufpreisminderung (Skonto, Mängelrüge ...) gezahlt, die das Unternehmen selbst zu tragen hat.
Das Factoring ist aufgrund der folgenden Vorteile ein wichtiges Instrument des modernen Forderungsmanagements:

  • Ausschalten des Ausfallrisikos
    Der Factor wird durch den „Kauf“ der Forderung deren Eigentümer mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Er allein hat einen Forderungsausfall wirtschaftlich zu tragen, das Unternehmen erleidet keinen Schaden.
  • Reduzierung des Verwaltungsaufwands
    Der Factor überwacht die Forderung und veranlasst bei nicht erfolgter Bezahlung das Mahnwesen und führt das Inkasso durch. Dabei wird eng mit dem Unternehmen zusammengearbeitet, um die Bedürfnisse sensibler Kunden zu berücksichtigen.
  • Übernahme der Finanzierung
    Der Factor zahlt den größten Teil des Kaufpreises für die Forderungen sofort, während die Rechnungen erst später eingehen.
  • Bilanz- und Kennzahlen-Optimierung
    Das Factoring wirkt bilanzverkürzend und verbessert dadurch die Eigenkapitalrelation und davon abhängige Kennzahlen.

Bei der Kalkulation des Kaufpreises berücksichtigt der Factor, dass nicht nur eine Finanzierung erfolgt (wie bei einem Bankkredit). Zusätzlich zu den Zinsen für die Finanzierung berechnet er ein Entgelt für die Risikoübernahme und die zusätzliche Dienstleistung.

FAQ

FAQ steht für 'frequently asked questions', also häufig auftretende Fragen. FAQ-Dateien enthalten Informationen zu Websites oder Newsgroups und sollten gelesen werden, bevor man eine Hilfeanfrage verschickt.

Festgeld

Festverzinsliche Wertpapiere

Als Sammelbegriff für Anleihen, Pfandbriefe, Obligationen und andere Schuldverschreibungen wird vielfach der Begriff „festverzinsliche Wertpapiere“ verwendet, denn sie alle haben einen festen Zinssatz, zumindest für einen Teil der Laufzeit. Aufgrund der Regelmäßigkeit der Einkünfte ähnlich wie bei einer Rente, werden festverzinsliche Wertpapiere oft auch „Rentenwerte“ genannt. Neben der Verzinsung werden auch die Rückzahlungsbedingungen bereits bei der Emission vereinbart, so dass ­ im Gegensatz zur Aktie mit schwankender Dividende­ der Ertrag für die gesamte Laufzeit von vornherein überschaubar ist. Dies gilt allerdings nur, wenn das Wertpapier nicht bereits vor Fälligkeit verkauft wird. In diesem Fall wird der Börsenkurs (Börsennotierung) ­ in Abhängigkeit vom allgemeinen Zinsniveau ­ in der Regel vom Nennwert abweichen: Steigt der Kapitalmarktzins gegenüber dem Emissionszeitpunkt, sinkt der Kurs entsprechend ­ und umgekehrt. Ein vorzeitiger Verkauf bei gestiegenen Zinsen ist also mit Verlusten verbunden, bei sinkendem Zins können Kursgewinne realisiert werden.

Am deutschen Rentenmarkt dominieren heute die Pfandbriefe der Realkreditinstitute sowie Bundesanleihen bzw. Bundesobligationen. Die früher weitverbreiteten Industrieobligationen sind kaum noch vertreten. Wandel- und Optionsanleihen sind allerdings nicht nur am internationalen, sondern auch am deutschen Rentenmarkt in letzter Zeit häufiger begeben worden.

Festzins

Nominalzins, der für einen gewissen Zeitraum (Zinsbindungsfrist) vertraglich als unveränderbar vereinbart wurde. Bei Zinsbindungsfristen bis zu 10 Jahren ist grundsätzlich keine Kündigung des Darlehens möglich. Bei längeren Zinsbindungsfristen kann der Darlehensschuldner nach Ablauf von zehn Jahren das Darlehen unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kündigen.

Financial Futures

Financial Options

Finanzbetrug

Unter Finanzbetrug wird der Betrug gegen Banken und der Betrug im Zusammenhang mit Finanzdienstleistungen (wie Kapitalanlage und Kredit) sowie der Betrug mit Finanzpapieren wie Schecks, Wechsel sowie Wertpapier verstanden.

Finanzierungskosten

Sämtliche Kosten, die aufgrund der Finanzierung entstehen. Diese beinhalten neben den zu zahlenden Zinsen separat anfallende Kosten (des Darlehensgebers, Notars, Grundbuchamtes) das Disagio oder Bereitstellungszinsen.

Finanzierungsschätze

Nicht-börsenfähige festverzinsliche Wertpapiere mit kurzer Laufzeit (ein bis zwei Jahre), die von öffentlichen Stellen laufend ausgegeben werden. Der Anlegerkreis ist auf inländische Nichtbanken beschränkt. Der Mindestanlagebetrag beläuft sich auf 500 Euro. Die Verzinsung besteht in der Differenz zwischen dem niedrigeren Ausgabekurs und dem Rückzahlungskurs von 100 % des Nennwertes; es handelt sich also um ein Abzinsungspapier.

Finanzinnovationen

Neue Finanzierungstechniken, -praktiken und -produkte an den Finanzmärkten.

Finanzinstrumente

siehe Basiswert.

Finanzmarktanomalien

Auf den ersten Blick sind Kapitalmärkte effizient. Alle zur Verfügung stehenden Informationen über ein Unternehmen, ein Land oder eine Währung sind im Kurs enthalten. Abweichend von dieser Hypothese eines effizienten Marktes sind jedoch auch Verwerfungen an den Finanzmärkten möglich. Derartige Phänomene werden mit dem Begriff Finanzmarktanomalien bezeichnet. Hierzu zählen unter anderem Kalenderzeiteffekte, d.h. periodische Kurs- bzw. Renditeschwankungen.

Finanzmärkte

Zusammenfassender Begriff für alle Märkte, auf denen Geld, Wertpapiere und andere Finanzinstrumente wie z.B. Derivate gehandelt werden, insbesondere Geldmarkt, Kapitalmarkt und Devisenmarkt. Zu den Finanzmärkten mit dem höchsten Organisationsgrad zählen Börsen.

Finanzplanung

Finanzplanung ist sowohl ein Begriff der privatwirtschaftlichen Unternehmensführung als auch der öffentlichen Etatpolitik. In beiden Fällen geht es um eine Prognose des Finanzbedarfs und seiner Deckung.

In der Wirtschaft gehört eine detaillierte Finanzplanung ­ neben der Planung von Produktion und Absatz ­ zu den Voraussetzungen einer soliden Unternehmenspolitik. Jederzeit genügend Mittel für alle finanziellen Anforderungen verfügbar zu haben, ist eine Aufgabe, die nur durch planvolle Zusammenfassung aller einnahme- und ausgabewirksamen Vorgänge erfüllt werden kann.

Aufgabe der kurzfristigen Finanzplanung ist es, laufend für ausreichende Liquidität zu sorgen. Die langfristige Finanzplanung muss mit der Investitionspolitik koordiniert werden. Um die Stabilität des Unternehmens zu sichern, muss die Finanzstruktur „in der Balance“ gehalten werden, d. h, es kommt auf die richtige Mischung der Mittel nach Fristen und auf die Relation Eigen- zu Fremdkapital an.

Finanzsoftware

Eine Software, mit der Sie Ihre Bankgeschäfte bequem von zu Hause erledigen können. Die Finanzsoftware bietet dem Nutzer eine grafische, leicht zu bedienende Oberfläche, über die die Verwaltung der Konten und der Bank-Transaktionen vorgenommen wird. Vorteil der Finanzsoftware ist u.a., dass Aufträge wie Überweisungen offline erfasst werden können. Der Auftrag wird erst nach der kompletten Erfassung online gesendet. Dadurch können Telefonkosten gespart werden.

Finanzwechsel

siehe Wechsel.

Firewall

Englische Bezeichnung für „Feuermauer“ / „Brandmauer“; Technik in Form von Hard- und/oder Software, die den Datenfluss zwischen einem privaten und einem ungeschützten Netzwerk (also LAN und Internet) kontrolliert bzw. ein internes Netz vor Angriffen aus dem Internet schützt. Eine Firewall ist jedes Gerät, das dazu entwickelt wurde, Unbefugte davon abzuhalten, Zugang zu Ihrem Netzwerk zu erhalten. Dieses „Gerät“ ist in der Regel ein unabhängiger Rechner, ein Router oder eine spezielle Filter-Software auf einem lokalen Rechner („Personal Firewall“). Die Firewall bewertet jede eingehende Verbindungsanfrage. Dazu vergleicht sie z.B. die IP-Adresse des Rechners, von dem ein empfangenes Datenpaket stammt, mit einer Liste erlaubter Sender - nur deren Daten dürfen passieren, die anderen Verbindungsanfragen werden abgelehnt.

Flames

Aggressive oder beleidigende E-Mails oder Nachrichten in Newsgroups, sozusagen digitale 'Flammenwerfer'.

Floating

Die Ermittlung des Wechselkurses einer Währung durch freies Handeln am Devisenmarkt bezeichnet man als Floating. Im Gegensatz zu festen Wechselkursen, die nur innerhalb genau festgelegter enger Grenzen (Bandbreite) pendeln können, sind floatende Kurse in ihren Ausschlägen nicht begrenzt. Tatsächlich intervenieren aber die Zentralbanken hin und wieder am Devisenmarkt, um zu große Ausschläge zu verhindern.

Floating Rate Notes

Floating Rate Notes (FRN) sind Schuldverschreibungen (Festverzinsliche Wertpapiere) mit mittlerer bis langer Laufzeit. Im Gegensatz zu herkömmlichen festverzinslichen Wertpapieren weisen sie eine variable Verzinsung auf, wobei der Interbankensatz für kurzfristige Einlagen (Euribor) als Grundlage dient.

Durch die regelmäßig nach drei oder sechs Monaten erfolgende Zinsanpassung entspricht die Verzinsung von Floating Rate Notes immer sehr weitgehend den Marktverhältnissen; dies verringert das Anlagerisiko.

Floor

Im Gegensatz zum Cap ist ein Floor der vereinbarte Mindestzins bei Floating Rate Notes oder Krediten.

Fonds-Vermögensverwaltung

(=Fondspicking) Vermögensverwaltung auf Fondsbasis wird mittlerweile von zahlreichen Banken, Versicherungen und unabhängigen Vermögensverwaltern angeboten. Im Gegenteil zum klassischen Vermögensverwalter investiert der Fondspicker nicht direkt in Aktien oder Rentenpapiere, sondern ausschließlich in Investmentfonds einer einzigen oder mehrerer KAG`s. Bei kleineren Beträgen werden Anlegern - meist drei verschiedene - standardisierte Depottypen (z.B. ein ertragsorientiertes, chancenorientiertes oder wachstumsorientiertes Depot) angeboten, je nach dem, welches Risiko ein Anleger eingehen möchte. Die Depotvarianten unterscheiden sich üblicherweise nach ihrem Aktienanteil. Dieser ist wiederum ausschlaggebend dafür, wie stark der Wert eines Depots schwankt.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Allfinanzangebot, das eine Risiko-Lebensversicherung mit einer Anlage in Investmentfonds verbindet. Die Besonderheit: Der in der entrichteten Versicherungsprämie enthaltene Sparanteil - das ist der Teil, der nicht zur Deckung des Todesfallrisikos und der Kosten benötigt wird - wird direkt in Anteilen eines oder mehrerer Investmentfonds angelegt. Die Anlage des Sparanteils ist also prinzipiell der einzige, aber auch der entscheidende Unterschied zur Kapital-Lebensversicherung.

Fondsmanager

Professionelle Verwalter von Investmentvermögen. Sie treffen die konkreten Anlageentscheidungen für den Fonds im Rahmen der Anlagebedingungen, der Anlagegrundsätze und der gesetzlichen Anlagegrenzen.

Fondspicking

Fondspicking ist die individuelle Auswahl von Fonds, die sich nach eigener Einschätzung besser entwickeln werden als andere Fonds des gleichen Segments.

Fondsrating

Eingruppierung von Fonds nach ihrer Bonität und ihrem Marktrisiko durch international anerkannte Rating-Agenturen wie „Moody`s Investors Service Inc“ und „Standard & Poors Inc“. Fondsratings ermöglichen die Beurteilung des Gesamtrisikos einer Fondsanlage. Zu unterscheiden sind Fondsratings von Performancerankings, die Aussagen über Fondsrenditen losgelöst von ihrem Risiko treffen. Bisher wurden vor allem Geldmarktfonds geratet.

Fondsshop/Fonds-Boutique

Fondsshops bieten eine mehr oder weniger breite Auswahl von Fonds verschiedener KAGs an. Sie sind eine noch relativ neue, alternative Vertriebsform für Investmentprodukte. Sie sind ein weiter an Bedeutung gewinnendes Element der bankunabhängigen Beratung.

Fondstausch/-wechsel

Anleger, die innerhalb einer konzerneigenen Fondspalette von einem Fonds zum andern wechseln wollen (= switchen), erhalten bei einigen Anbietern einen vollständigen oder reduzierten Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Vollständige Rabatte sind allerdings meist auf Umbrella-Fonds beschränkt (Ausnahmen: No-load-Fonds, Fondskauf bei Direkt-Banken).

Fondsvermögen

Die Gesamtheit aller im Fonds befindlichen Vermögenswerte. Das Fondsvermögen besteht bei einem Wertpapierfonds aus Wertpapieren, Bankguthaben sowie den sonstigen Vermögensgegenständen.

Fondsvertrieb

Die Mehrzahl der Fondsanteile wird heute noch am Bankschalter verkauft. Aber auch Versicherungsunternehmen, Strukturvertriebe, Fonds-Boutiquen und freie Vermögensberater vertreiben Investmentfonds.

Fondszertifikate

Fondszertifikate bilden die Wertentwicklung mehrerer Fonds in einem Wertpapier ab. Wie ein Dachfonds erzielt das Fondszertifikat automatisch eine breite Streuung und reduziert das sog. Managementrisiko der Einzelfonds. Der Anleger profitiert zusätzlich von einem aktiv gemanagten Portfolio, das ständig eine professionelle Betreuung erfährt. Der Vorteil von Fondszertifikaten gegenüber Dachfonds liegt in der konsequenten Selektion. Ein Dachfonds ist gesetzlich verpflichtet, in eine Vielzahl von Einzelfonds zu investieren. Somit besteht das Risiko, dass auch weniger gut performende Fonds aufgenommen werden. Das Fondszertifikat dagegen unterliegt diesen gesetzlichen Kriterien nicht und selektiert nach strengen Kriterien ausschließlich die absolute Fondselite.

Forderungsabtretung (Zession)

Vertragliche Übertragung einer Forderung vom Gläubiger auf einen Dritten. Der neue Gläubiger (Zessionar) tritt dabei an die Stelle des alten (Zedent). Im Bankgeschäft wird die Forderungsabtretung häufig zur Sicherung von Krediten verwendet.

Forfaitierung

Die Forfaitierung ist eine Finanzierungsform, bei der später fällig werdende Forderungen aus Exportgeschäften regresslos an eine Bank oder Finanzinstitution verkauft werden. Dabei bedeutet „à forfait“, dass der Forfaiteur die wirtschaftlichen und politischen Risiken ohne Rückgriff (Regress) auf den Exporteur übernimmt. Der Verkäufer haftet nur für den ordnungsgemäßen Bestand der Forderung.

Mit der Forfaitierung wird eine sofortige Mobilisierung des eingeräumten Zahlungsziels erreicht, was zu Liquiditätsverbesserung (Liquidität) und Bilanzentlastung führt. Die Forderungen sind üblicherweise durch Wechsel/Buchforderungen verkörpert und durch Avale, Garantien oder Akkreditive erstklassiger Banken im Lande des Importeurs besichert.

Fortlaufende Notierung

siehe Kursbildung.

Forward-Darlehen

Innerhalb der letzten 60 Monate der Zinslaufzeit eines Darlehens kann bereits ein neuer Zinssatz für die Zukunft abgeschlossen werden. Dieser Zinssatz ruht bis zum Ablauf der ursprünglichen Vereinbarung und tritt dann an die Stelle der alten Kondition.
Dies bietet dem Darlehensnehmer langfristige Zins- und Planungssicherheit.

Frames

Mit Frames (engl. für „Rahmen“) kann eine Internet-Seite in mehrere Bereiche aufgeteilt werden, die voneinander unabhängig sind, also z.B. unabhängig voneinander gescrollt werden können. Häufig wird z.B. oben oder auf der linken Seite ein Frame mit dem Navigationsmenü angeboten. Diese Aufteilung in Frames hat den Vorteil, dass das Menü auch dann auf dem Bildschirm sichtbar bleibt, wenn der Inhalt im anderen Frame gescrollt wird. Allerdings muss zum Drucken, Speichern oder zum Setzen von Bookmarks bzw. Favoriten ggf. erst der richtige Frame angeklickt werden.

Freimakler

Selbstständige Kaufleute, die ­ im Gegensatz zu den vereidigten amtlichen Kursmaklern ­in beliebigem Umfang auf eigene Rechnung Geschäfte abschließen dürfen.

Freistellungsauftrag

Freiverkehr

Der Freiverkehr stellt ein 1997 durch Zusammenfassung der bis dahin existierenden Marktsegmente geregelter Freiverkehr und ungeregelter Freiverkehr neu entstandenes Börsensegment dar. Der Antrag auf Einbeziehung von Wertpapieren in den Freiverkehr kann schriftlich von an der Frankfurter Wertpapierbörse uneingeschränkt zum Börsenhandel zugelassenen Unternehmen gestellt werden. Über die Einbeziehung von Wertpapieren in den Freiverkehr entscheidet die Deutsche Börse AG. Gegenüber dem Amtlichen Handel und dem Geregelten Markt bestehen deutlich erleichterte Zulassungsvoraussetzungen. Es erfolgt keine förmliche Zulassung zum Handel. Die Aufnahme in den Freiverkehr erfolgt dann, wenn aufgrund von Handelsrichtlinien eine ordnungsgemäße Durchführung des Handels und der Geschäftsabwicklung gewährleistet erscheint.

Für die Einbeziehung von Wertpapieren zum Handel in den Freiverkehr besteht nicht die Pflicht zur Erstellung eines Prospekts. Grundlage für den Handel und die Preisfeststellung sind die Richtlinien für den Freiverkehr der an den jeweiligen Börsen vertretenen Freiverkehrsausschüsse. Die im Freiverkehr ermittelten Preise werden von den skontroführenden Maklern ermittelt.

Freiwillige Versicherung

Personen, die nicht versicherungspflichtig sind, haben grundsätzlich das Recht, freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung zu zahlen. Versicherungsfreie oder von der Versicherungspflicht befreite Personen können sich nur unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig versichern.

Fremdkapital

Fremdkapital zählt ebenso wie Eigenkapital zu den Finanzierungsmitteln eines Unternehmens. Im Gegensatz zum Eigenkapital ist es jedoch in der Regel befristet. Es ist zudem für die Kapitalgeber nicht mit Mitgliedschafts- bzw. Stimmrechten verbunden. Fremdkapital haftet auch nicht für laufende Verluste des Unternehmens. Vielmehr ist aufgenommenes Fremdkapital unbedingt zu bedienen (Verzinsung und Tilgung). Im Falle einer Insolvenz werden die Forderungen der Gläubiger vorrangig vor jenen der Eigentümer befriedigt. Die Gläubigerrechte sind dabei allerdings nicht gleichrangig, sondern stehen in einer gesetzlich vorgeschriebenen Reihenfolge ­ je nachdem, ob es sich um bevorrechtigte, gesicherte oder ungesicherte Forderungen handelt.

Kurzfristiges Fremdkapital wird meist in Form von Bank- und Lieferantenkrediten, Kundenanzahlungen und Wechselverbindlichkeiten aufgenommen, langfristiges Fremdkapital in Form von ­ häufig grundbuchgesicherten ­ Bankdarlehen. Großunternehmen können sich auch über die Ausgabe von Anleihen (Festverzinsliche Wertpapiere) Kapital beschaffen. Zusätzlich haben fremdkapitalähnliche Finanzierungsformen wie Leasing und Factoring an Bedeutung gewonnen.

FTP

Steht für „file transfer protocol“ und ist ein eigenständiger Dienst im Internet, der den Transfer von Dateien zwischen Computern ermöglicht.

FTSE 100

FTSE 100 steht für Financial Times Stock Exchange 100 und gibt die Tendenz der Börse in Großbritannien wieder. Es handelt sich hierbei um einen marktkapitalisierungsgewichteten Kursindex, der per Ultimo 1983 bei 1000 Punkten startete und wie der DAX alle 15 Sekunden veröffentlicht wird.

Fundamentalanalyse

Allgemein ist die Fundamentalanalyse eine Technik zur Bewertung von Anlageobjekten oder volkswirtschaftlichen Größen, die sich auf die Herausarbeitung kausaler Zusammenhänge stützt. Die Prognose einer Variable (Aktienkurs, Geld- oder Kapitalmarktzins, Wechselkurs, Bruttoinlandsprodukt, Verbraucherpreis etc.) basiert auf Zusammenhänge mit anderen, erklärenden Variablen. Im Rahmen der Aktienanalyse sind dies zum Beispiel Unternehmensdaten wie Umsatz, Gewinn, Liquidität oder Auftragslage. Im volkswirtschaftlichen Bereich werden in der Partialanalyse Erklärungsgrößen als exogene Bestimmungsgrößen aufgefasst. In simultanen Ansätzen wird der Tatsache Rechnung getragen, dass in der Realität die Vorgänge innerhalb einer Volkswirtschaft das Ergebnis eines komplexen Zusammenwirkens und simultanen Handelns vieler Marktteilnehmer auf Güter-, Geld-, Kapital- und Arbeitsmärkten sind. Für Prognosen werden deswegen auch große quantitative Länder- oder Weltmodelle verwendet, die mehrere hundert oder gar einige tausend Modellgleichungen enthalten.

Fusion

Ein Unternehmenszusammenschluss kann durch Übernahme (Acquisition) oder Fusion (Merger) erfolgen. Das deutsche Umwandlungsgesetz versteht unter Fusion die Verschmelzung zweier oder mehrerer Unternehmen zu einer neuen Einheit (Konzern). Bei der Verschmelzung durch Aufnahme übernimmt ein Unternehmen das Vermögen und die Schulden einer anderen Firma; bei der Verschmelzung durch Neubildung werden die Vermögenswerte und die Schulden aller fusionierenden Unternehmen in eine neue Gesellschaft eingebracht; die aufgenommenen Firmen erlöschen.

Man unterscheidet drei Arten von Unternehmenszusammenschlüssen:

  • Horizontale Zusammenschlüsse zwischen Unternehmen auf denselben Märkten bzw. mit denselben Produkten;
  • vertikale Zusammenschlüsse von Unternehmen auf verschiedenen Wertschöpfungsstufen, etwa zwischen Lieferanten und Produzenten oder zwischen Produzenten und Händlern;
  • konglomerate Zusammenschlüsse von Unternehmen unterschiedlicher Branchen bzw. Produktmärkte, die keine vertikale Beziehung zueinander aufweisen.

Fusionen dienen einerseits der Erzielung von Größenvorteilen, z.B. durch niedrigere Stückkosten der Produktion oder durch günstigere Einkaufspreise. Andererseits können sie Verbundvorteile erzeugen, indem Wissen oder Kapital in den verschiedenen Unternehmensbereichen mehrfachen Nutzen stiftet. Aus finanzwirtschaftlicher Sicht steht die Stärkung der Kapitalkraft (Eigenkapital, Fremdkapital) im Vordergrund. Schließlich können die Erhöhung der Marktanteile oder der Abbau von Überkapazitäten Gründe für Fusionen sein.

Das Kartellrecht untersagt grundsätzlich Fusionen, die zur Bildung eines marktbeherrschenden Unternehmens führen. Ausnahmen sind insbesondere dann möglich, wenn die beteiligten Unternehmen nachweisen können, dass der Zusammenschluss die (internationale) Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen verbessern oder zu niedrigeren Verbraucherpreisen führen wird. Der Bundesminister für Wirtschaft kann Fusionen zudem aus besonderen Gründen der Gesamtwirtschaft und des Gemeinwohls genehmigen. In den letzten Jahren ist der Nachweis der Marktbeherrschung zunehmend schwieriger geworden, da sich durch die Globalisierung vieler Unternehmen kein regionaler „relevanter Markt“ mehr definieren lässt.

Future-Fonds

Fonds, die ihre Mittel an den Termin- oder Optionsmärkten investieren. Zur Auswahl stehen neben Financial Futures, also Termingeschäften auf Aktien, Zinsen, Indizes und Währungen, auch Termingeschäfte auf Edelmetalle, Agrargüter sowie Rohstoffe. Futures-Fonds haben aufgrund der Hebelwirkung der derivativen Produkte ein erheblich höheres Risiko als andere Wertpapierfonds. Sie unterliegen zudem nicht dem deutschen Investmentgesetz.

Futures