• Wie komme ich als Studierender durch die Krise?

    Corona-Krise: Wie komme ich als Studierender durch die Krise?

Rund zwei Millionen Studierende – das entspricht ca. zwei Dritteln aller derzeitigen Immatrikulationen – bessern sich ihren Lebensunterhalt durch Nebenjobs auf. Tätigkeiten im Verkauf, auf Messen und in der Gastronomie sind die gefragtesten Stellen, besonders letztere:

Die Trinkgelder stellen bei der Arbeit in der Gastronomie meist einen erheblichen Anteil am eigentlichen Nebenverdienst dar und machen den Job erst finanziell interessant.

All diese Nebenjobs sind seit Mitte März plötzlich weggebrochen: Aufgrund der Coronapandemie sind vor allem jene Bereiche bzw. Unternehmen als erstes geschlossen worden, die mit Menschenansammlungen zu tun haben und in denen die Abstandsregelungen nicht wirklich umgesetzt werden können. Was bedeutet das für die Studierenden? Und was ist mit dem BAföG, wenn der Semesterstart verschoben wird? Oder wenn die Eltern des Studierenden in Kurzarbeit geraten sind?

Nebenjobs ohne Ende, aber wo?

Rund 470.000 Unternehmen in Deutschland haben aufgrund der herrschenden Ausnahmesituation Kurzarbeit angemeldet. Für studentische Aushilfen auf 450 Euro-Basis ist dies leider keine Lösung: Ihnen steht kein Kurzarbeitergeld zu, sofern sie nicht als sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer im jeweiligen Unternehmen angemeldet sind. Um jetzt einen neuen Nebenjob zu finden, müssen sich Studierende umorientieren: Handel, Gesundheitswesen und Landwirtschaft suchen derzeit händeringend nach Aushilfskräften, wie Kassenkräfte, Kommissionierer, Auslieferer von Getränken, Lebensmitteln und Paketen, Verkaufshilfen, soziale Betreuer und Erntehelfer. Die Studierendenwerke bieten in der Regel Jobbörsen an, in denen sich zumindest ein bis zwei Semester lang eine Alternative finden lassen sollte.

BAföG-Regelung an die Ausnahmesituation angepasst

Flexibel reagierte das Bundesministerium für Bildung und Forschung in puncto BAföG: Trotz Schließung von Schulen und Hochschulen, weitgehender Kontaktbeschränkungen sowie Aufschub von Lehrangeboten aufgrund COVID-19 wird die staatliche Unterstützung „BAföG“ im Sommersemester 2020 weitergezahlt. Das gilt ebenso für Studienanfänger, deren Semesterstart sich verschiebt. Unbedingt zu beachten gilt jedoch: Bietet die Hochschule Online-Lehrveranstaltungen an, sind diese im Sinne des BAföG-Gesetzes genauso wahrzunehmen wie reguläre Präsenzvorlesungen. Wer als BAföG-Berechtigter dieses Angebot ignoriert, riskiert unter Umständen seinen Anspruch auf die Ausbildungsförderung.

Sollten die eigenen Eltern kurzfristig von Kurzarbeit betroffen sein, steigert ein BAföG-Aktualisierungsantrag die Chancen auf eine vorübergehend höhere Förderung. Auch für Studierende, die bisher noch kein BAföG beantragt oder erhalten haben, ist dies eine Möglichkeit zur Überbrückung: Sollten die Eltern aufgrund der Coronakrise nicht mehr den Unterhalt leisten können wie bisher, wäre die staatliche Unterstützung eine Alternative.

Eine wichtige situationsbedingte BAföG-Gesetzesänderung betrifft den Anrechnungszeitraum des Erwerbseinkommens, konkret § 53 BAföG. Neu ist: Der Hinzuverdienst während der Coronapandemie im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in der Landwirtschaft wird nur für den Zeitraum der Tätigkeit angerechnet. Vorher galt die Anrechnung des Einkommens für alle Monate des Bewilligungszeitraums.

Alternativen: Überbrückungsdarlehen oder KfW-Kredit

Wer als Studierender dringend Geld benötigt, für den sind die Überbrückungsdarlehen der Darlehenskassen der Studentenwerke eine Option. Sie werden meist auf Basis einer Bürgschaft gewährt, ein Rechtsanspruch darauf besteht jedoch nicht. Darüber hinaus bietet sich auch ein KfW-Studienkredit bis zu 650 Euro monatlich zur Finanzierung des Lebensunterhalts im Studium an. Dieses Darlehen ist unabhängig vom Einkommen und fordert auch keine Sicherheiten vom Darlehensnehmer bei der Beantragung.


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