• Goldene Einsichten

    Lohnt sich die Anlage in Gold in Zeiten der Corona-Krise?

Der Goldpreis erreichte in diesen Tagen ein neues historisches Euro-Hoch. Er ist nach dem kurzen Einbruch am Beginn der Corona-Krise der eigentliche Gewinner der Krise. Eine ähnliche Entwicklung wie nach der Finanzkrise 2008/2009 zeichnet sich ab. Vor allem auch Privatanleger kauften weltweit Gold, häufig in Barren- und Münzenform. Woran liegt der deutliche Goldpreisanstieg eigentlich? Lohnt sich die Anlage in Gold noch?

Hier sind sieben grundlegende Dinge, die Sie über Gold wissen müssen.

Gold ohne Zinsen

Für viele institutionelle Anleger war Gold jahrzehntelang nicht sonderlich attraktiv. Aus einem einfachen Grund: es wirft keine Zinsen ab. Wer in Gold anlegt, hofft nur auf den steigenden Preis. Somit rückt Gold in den Fokus, wenn es auf andere Anlagen keine Zinsen mehr gibt. Zwischenzeitlich wirft ein erheblicher Anteil aller ausstehenden Staats- und Unternehmensanleihen negative Renditen ab. Das spiegelt sich in Entwicklung des Goldpreises wider: Steigt das Volumen ausstehender Anleihen mit Negativzins, steigt der Goldpreis

Gold ist nicht unbedingt eine sichere Sache

Viele Privatanleger glauben immer noch standhaft, dass Gold eine sichere Anlage ist. Doch in Wahrheit schwankt der Goldpreis – mitunter sogar stärker als der Preis anderer Anlageformen. So waren die Ausschläge am Goldmarkt im Jahr 2013 deutlich heftiger als bei Aktien und Währungen. Wer in Gold investiert, kann also Wertverluste keineswegs ausschließen.

Langfristig betrachtet, erhält Gold die Kaufkraft

Historisch betrachtet, ist Gold eine der ältesten Anlagen überhaupt. Wir können schon seit vielen Jahrhunderten auf seine Preisindikationen zurückblicken. Zwei Dinge werden daraus ersichtlich: Zum einen gibt es immer wieder lange Phasen, in denen Gold überhaupt nicht von Interesse ist und sich preismäßig so gut wie nicht bewegt. Zum anderen gelingt mit Gold auf lange Sicht der Inflationsausgleich und schafft dabei eine knapp positive Rendite. Dadurch gelingt es dem Edelmetall, die Kaufkraft zu erhalten. Doch ein darüber hinaus gehender Vermögensaufbau findet immer nur temporär statt. Damit ist Gold weniger lukrativ als z. B. Aktien.

Der Goldpreis hängt nur bedingt von der physischen Nachfrage ab

Viele Fürsprecher von Gold verweisen darauf, dass die Nachfrage nach Gold weltweit steigt. Dafür verantwortlich ist das steigende Wohlstandsniveau der Schwellenländer. Insbesondere in Indien und China hat sich Gold in Form von Schmuck, Münzen und Barren als Statussymbol etabliert. Jahr für Jahr wächst daher aus diesen Ländern die Nachfrage um 3-4%. Diese Steigerung ist allerdings nicht ausschlaggebend für die Entwicklung des Goldpreises. Denn mit den Notenbanken und den Investoren gibt es zwei Gruppen, die den Preis deutlich stärker bewegen können.

Achten Sie auf die Nebenkosten

Schmuck, Münzen oder Barren – sicher die schönste Art, um in Gold zu investieren. Schließlich hat man auch wirklich was in der Hand. Allerdings sollten Anleger dabei nicht vergessen, die laufenden Kosten richtig einzuschätzen. Ein Schließfach mit entsprechender Versicherung kosten übers Jahr gerechnet einiges und reduziert damit den Anlageerfolg. Zudem ist dabei nicht nur der Materialpreis entscheidend, sondern auch die Nachfrage anderer. Das kann schnell zu unschönen Überraschungen führen. Aus diesem Grund hat sich z.B. die Anlage in Xetra-Gold etabliert. Es ist günstig, mit tatsächlich vorhandenem Gold abgesichert und kann bei Bedarf auch physisch abgerufen werden. Unter Renditegesichtspunkten ist Xetra-Gold daher die bessere Wahl als Barren, Münzen oder Schmuck.

Gut abgesichert

In Zeiten weltpolitischer Unsicherheiten gilt Gold als Fels in der Brandung. Doch wie anfangs die Corona-Krise zeigte: es kann einem Tsunami auch nur bedingt standhalten. Aber Gold kann ein gut strukturiertes Depot diversifizieren und gerade in politischen Krisenzeiten deutlich stabilisieren. Allerdings nicht immer: So hat Gold z.B. 2017 während der Türkeikrise sogar übermäßig gelitten. Damals verkaufte die türkische Notenbank einen erheblichen Teil ihrer Goldreserven, um so die türkische Lira zu stützen. Doch auch diese Zeit ging vorüber. Somit zahlt sich der Versicherungscharakter von Gold erst langfristig aus.

Silber, Platin & Co sind auf kurze Sicht attraktiver

Wenn es um die Performance geht, hinkt Gold den anderen Edelmetallen hinterher. Denn die starken Preissteigerungen der letzten zwei Jahre haben Gold gegenüber Silber, Platin oder Palladium spürbar verteuert. Durch die wesentlich stärkere industrielle Nutzung allerdings kommen Silber, Platin oder Palladium an den langfristigen Charme von Gold nicht heran. Somit bleibt Gold als Absicherung somit weiterhin alternativlos.

Gold ist kein Wundermittel, aber...

Ein gesunder Anteil Gold sollte in keiner Vermögensanlage fehlen. Mit maximal 10% Beimischung im Depot bietet es langfristig eine gute Absicherung. Wer aber auf schnelle Preissteigerungen hofft, ist kurzfristig mit anderen Edelmetallen besser beraten.

Chris-Oliver Schickentanz

Autor: Chris-Oliver Schickentanz

Chef-Anlagestratege der Commerzbank

Bitte beachten Sie

Betrüger nutzen gerne aktuelle Themen wie zum Beispiel die Corona-Krise aus, um an Ihr Geld zu kommen. Derzeit werden Kunden vermehrt von angeblichen Commerzbank-Mitarbeitern angerufen und im Gesprächsverlauf zur Herausgabe von Online Banking-Zugangsdaten aufgefordert. Teilweise werden Kunden auch im Gesprächsverlauf dazu gebracht, selbst Zahlungen auszuführen.

Es handelt sich hierbei nicht um Mitarbeiter der Commerzbank!


Kontaktieren Sie uns

Auch in den kommenden Wochen sind wir weiterhin 24 Stunden am Tag für Sie da:

Hotline anrufen Filiale suchen
069 / 5 8000 8000 Filiale