Staatlich geförderte Rente

Staatliche Förderung clever nutzen

„Riestern“ lohnt sich – der Staat gibt bis zu 90 Prozent dazu

Über das 2002 eingeführte Riester-Modell unterstützt der Staat die Eigenvorsorge, um die absehbare Rentenlücke zu verringern. Die Förderquote liegt in manchen Fällen bei bis zu 90 Prozent der gesamten Sparleistung. Eine ähnlich hohe Quote lässt sich mit kaum einem anderen Vorsorgemodell erzielen. Die staatliche Förderung kann jeder in Anspruch nehmen, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, also Arbeitnehmer, Auszubildende und Bezieher von Arbeitslosen- oder Übergangsgeld. Aber auch für Beamte besteht die Möglichkeit, die staatliche Förderung in Anspruch zu nehmen.

Wenn der Ehepartner förderberechtigt ist und selbst riestert, kann man ebenfalls die Förderung beantragen.

Die Riester-Rente wird bei einer Bank, Versicherung, Fondsgesellschaft oder Bausparkasse („Wohn-Riester“) abgeschlossen und ist eine Art Sparvertrag, in den bis zum Rentenbeginn Beiträge eingezahlt werden. Die Höhe der Eigenleistung kann – je nach Vertrag – flexibel den jeweiligen Umständen angepasst werden. Grundsätzlich gilt beim Riestern aber: Je mehr Sie sparen, desto höher fallen die staatlichen Zulagen aus.

Die Höhe der staatlichen Zulagen richtet sich nach dem Einkommen und der familiären Situation: Seit 2008 beträgt die Grundzulage pro Sparer 154 Euro pro Jahr, pro Kind gibt es zusätzlich 185 Euro, für ab 2008 geborene Kinder 300 Euro. Dafür müssen Sie 4 Prozent vom sozialversicherungspflichtigen Jahreseinkommen ansparen, maximal 2.100 Euro abzüglich der staatlichen Zulagen. Diese werden dann auf die Riester-Rente eingezahlt und erhöhen so die Rente.

Übrigens: Beiträge zur Riester-Rente können Sie auch bei der Steuer geltend machen. Wer sehr wenig verdient, bezahlt einen entsprechend geringen Eigenanteil und kommt mit mehreren Kindern auf eine Förderquote von bis zu 90 Prozent. Bei Besserverdienern kann sie dank Steuergutschriften bei bis zu 50 Prozent liegen.

Lebenslange Rente dank Riester

Riester-Verträge gibt es individuell zugeschnitten: je nach Lebenslage als Banksparplan, klassische und fondsgebundene Rentenversicherung, Wohn-Riester (Bausparvertrag) oder Fondssparplan. Wichtig zu wissen im aktuellen Finanzmarktumfeld: Die selbst eingezahlten Beiträge und auch die Zulagen über die staatliche Förderung sind garantiert.

Vorteil bei der staatlich geförderten Riester-Rentenversicherung ist, dass die Auszahlung auch in Form einer lebenslangen Rente erfolgen kann. Alternativ können Sie sich zum Rentenbeginn für eine Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent der angesparten Summe entscheiden.
Wenn das Geld für die Tilgung eines Darlehens für eine selbst genutzte Immobilie in Anspruch genommen wird, kann sogar das ganze Kapital auf einen Schlag ausbezahlt werden.

Tipp: Mit einer Zulage von 300 Euro pro Kind lohnt sich die Riester-Rente vor allem für kinderreiche Familien. Auch Besserverdienende profitieren mit einem Rieser-Vertrag von einem attraktiven Steuervorteil.

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Vorsorgen und dabei noch Steuern sparen

Im Gegenzug zur Kürzung der gesetzlichen Rente bietet der Staat die Möglichkeit des steuerbegünstigten Aufbaus einer zweiten Rente. 2005 wurde die freiwillige Basisrente eingeführt, nach ihrem Erfinder meist Rürup-Rente genannt. Die Rürup-Rente bietet eine flexible Beitragsgestaltung und hohe Steuervorteile. Die Beiträge gelten als Sonderausgaben – und können damit ab dem ersten Euro steuerlich geltend gemacht werden, bei Singles bis zu 22.172 Euro jährlich (Verheiratete 44.344 Euro). Bereits im Jahr 2015 können 80 Prozent der Beiträge beim Finanzamt abgesetzt werden. Der steuerfreie Anteil erhöht sich jährlich um 2 %, bis im Jahr 2025 die Ansparleistung vollkommen steuerfrei ist.

Bei Verträgen, die vor 2012 abgeschlossen wurden, setzt die lebenslange Rente frühestens ab dem 60. Lebensjahr ein. Für Verträge ab 2012 gilt das vollendete 62. Lebensjahr als frühestmöglicher Rentenbeginn. Der Grund: Die Anpassung an die vom Gesetzgeber beschlossene verlängerte Lebensarbeitsdauer. Die Besteuerung der Rente steigt im Gegenzug von 70 % bei Rentenbeginn im Jahr 2015 jährlich um 2 % bis zum Jahr 2020 und anschließend um 1 % im Jahr. Für Rentenbeginn ab dem Jahr 2040 werden die Renten dann vollständig „nachgelagert“ besteuert. Im Rentenalter ist die Belastung mit Steuern jedoch meist deutlich geringer als zu Erwerbszeiten.

Flexible Gestaltungsmöglichkeiten bei der Rürup-Rente

Als Anleger haben Sie bei Rürup-Verträgen viele Gestaltungsmöglichkeiten. Sie können zum Beispiel mit monatlich 100 Euro starten und mehrmals im Jahr Sonderzahlungen leisten.

Grundsätzlich ist die Altersvorsorge so individuell wie man selbst und lässt sich an die aktuellen Lebensumstände anpassen. Wählen Sie aus bis zu fünf verschiedenen Anlagekonzepten das für Sie passende - von sicherheits- bis chancenorientiert.

Rürup-Rente ist geschützt vor Pfändung

Die Rürup-Rente ist in der Anspar-Phase Hartz-IV-sicher und kann bei Selbstständigen im Insolvenzfall nicht gepfändet werden. Sie ist ein Vorsorgemodell, das sich aufgrund der Förderung über steuerliche Absetzbarkeit vor allem für Selbstständige, Freiberufler, Gewerbetreibende und besser verdienende Angestellte eignet. Denn durch die Möglichkeit, die Beitragssumme hoch anzusiedeln, können Sie den Grundstock für eine hohe Rente legen. Und durch die flexiblen Sonderzahlungen können Sie das zu versteuernde Einkommen nachhaltig beeinflussen und von Steuervorteilen profitieren.

Tipp: Die Rürup-Rente kann auch mit einer optionalen Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung kombiniert werden. Damit steht erstmals eine staatlich geförderte Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos zur Verfügung.

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Vorteilhaft für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Auch Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung werden vom Staat steuerlich begünstigt. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren von dieser Art der Vorsorge. Der Arbeitgeber spart Lohnnebenkosten, für Sie als Arbeitnehmer reduzieren sich Sozialabgaben und Lohnsteuer. Renteneinkünfte aus der betrieblichen Altersvorsorge sind einkommensteuerpflichtig, jedoch ist der Steuersatz im Alter in der Regel niedriger als in der Erwerbszeit.

Lange legten allerdings meist nur große Unternehmen für ihre Beschäftigen Rücklagen an, die dann später als Betriebsrente ausgezahlt wurden. Wer bei kleineren Unternehmen beschäftigt war oder oft den Job wechselte, ging in der Regel leer aus. Heute kann jeder Arbeitnehmer selbst entscheiden, ob er an der betrieblichen Altersvorsorge teilnehmen will. Denn seit 2002 haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf die sogenannte Entgeltumwandlung. So können Sie aus Ihrem Bruttoeinkommen Beiträge bis maximal vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuer- und sozialabgabenfrei in Direktversicherungen, Pensionskassen oder Pensionsfonds investieren. Im Jahr 2015 entspricht das 2.904 Euro (4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze West). Zusätzlich können weitere 1.800 Euro jährlich steuerfrei angespart werden. Für diese 1.800 Euro müssen Sie allerdings Sozialabgaben bezahlen.

Wer 40.000-60.000 Euro verdient, profitiert besonders

Mit der betrieblichen Altersvorsorge können Sie gezielt Ihr heutiges Einkommen in die Rentenzeit verlagern. Das lohnt sich vor allem dann, wenn Sie zwischen 40.000 und 60.000 Euro im Jahr verdienen. Denn hier kassieren Fiskus und Sozialversicherungen von jedem zusätzlich verdienten Euro zwischen 50 und 60 Cent. Wenn Sie als Alleinstehender bei einem Bruttoeinkommen von 44.000 Euro 2.500 Euro in Ihre betriebliche Altersvorsorge abführen, wenden Sie netto nur rund 1.000 Euro auf. Zudem fördern einige Arbeitgeber die betriebliche Altersvorsorge mit eigenen Zuschüssen. Erkundigen Sie sich, welche Zuschüsse und welche Angebote Ihr Arbeitgeber zur betrieblichen Altersvorsorge bietet.

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