Gesetzliche Rente

Gesetzliche Rente: Heute schon für morgen planen

Chancen nutzen, Vorsorgelücken schließen

Das Rentenniveau sinkt beständig. Aktuell liegt die gesetzliche Nettorente eines sogenannten Standardrentners, der 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt hat, bei monatlich 1.145 Euro in den alten Bundesländern und 1.065 Euro in den neuen Bundesländern. Bis zum Jahr 2025 wird sie nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums um etwa zehn Prozent sinken. Während ein Durchschnittsverdiener heute nach 45 Versicherungsjahren 47,9 Prozent seines Einkommens als gesetzliche Rente erhält, werden es 2025 nur noch 43,1 Prozent sein. Verschärft wird das Problem dadurch, dass die Renten künftig stärker der Steuer unterliegen.

Wer noch einige Berufsjahre bis zum Eintritt in den Ruhestand mit 67 vor sich hat, sollte deshalb die zahlreichen Möglichkeiten nutzen, die Rentenlücke zu verkleinern und so der Altersarmut zu entgehen. Selbst kurz vor Rentenbeginn ist es nicht zu spät vorzusorgen – und die gesetzliche Rente deutlich aufzubessern. Vor allem drei Komponenten helfen dabei, die Vorsorgelücken zu schließen: Die steuerbegünstigte Basisrente („Rürup-Rente“), die kapitalgedeckte Zusatzvorsorge mit Riester-Rente und betrieblicher Altersvorsorge sowie die übrige private Altersvorsorge mit ihren vielfältigen Möglichkeiten.

Die drei Schichten der Altersvorsorge

Wer für das Alter vorsorgen will, sieht sich mit umfangreichen gesetzlichen Regelungen und einer Fülle an Vorsorgeprodukten konfrontiert, die als Ergänzungsprodukte zur gesetzlichen Rente angeboten werden. Im Rahmen einer Vorsorgeberatung muss deshalb immer der jeweilige Ist-Zustand analysiert und die jeweilige Lebensplanung einbezogen werden:

  1. Berechnen Sie Ihren Vorsorgestatus unter Einbeziehung bereits getroffener Vorsorgemaßnahmen, der Höhe Ihrer gesetzlichen Rentenansprüche und Ermittlung Ihres Finanzbedarfs.
  2. Berücksichtigen Sie Ihre individuelle Zukunftsplanung, zum Beispiel einen vorgezogenen Ruhestand oder gleitenden Übergang in das Rentenalter mittels Altersteilzeitmodellen.
  3. Erstellen Sie Ihren persönlichen Vorsorgeplan.

Der individuell zugeschnittene Vorsorgeplan setzt sich aus den drei Schichten der Altersvorsorge zusammen: der Basisvorsorge, der Zusatzvorsorge und den übrigen Vorsorgeprodukten. Die Produkte der ersten und zweiten Schicht – die Basis- und Zusatzvorsorge – werden staatlich gefördert. Aber auch anderer Einkommensquellen sollten in der Vorsorgeplanung berücksichtigt werden.

Früher in Rente gehen

Wer bereits vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gehen will, muss mit Abschlägen bei der gesetzlichen Rente rechnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der reguläre Rentenbeginn abhängig vom Alter sukzessive bis auf 67 Jahre steigt. Die Faustformel lautet: Für jeden Monat vor Erreichen der Regelaltersgrenze mindert sich die Auszahlung um 0,3 Prozent. Wer heute zum Beispiel 63 Jahre alt ist und aufhören möchte, muss auf ca. 10 Prozent Rente verzichten. Ähnliche Abzüge werden bei den Beamten fällig, die regulär mit 65 Jahren pensioniert werden. Einige Beamtengruppen wie z.B. Polizisten können jedoch schon mit 60 Jahren regulär und ohne Abschläge ihre Pension antreten.

Renteninformation prüfen

Gesetzlich Versicherte erhalten nach mindestens fünf Beitragsjahren von der Rentenversicherung regelmäßig eine sogenannte Renteninformation. Darin sind der bisherige Versicherungsverlauf und die bereits erwirtschafteten Ansprüche der gesetzlichen Rente aufgeführt. Das Schreiben enthält auch Hochrechnungen zur künftigen Rente. Aber: In das Rentenkonto können sich Fehler einschleichen.

Auch wenn Sie es schon längst gemacht haben, überprüfen Sie ruhig noch einmal Ihr Rentenkonto. Sonst verzichten Sie später vielleicht auf bares Geld. Schauen Sie auf der Seite „Versicherungsverlauf“, ob die Angaben zu Versicherungszeiten und Beitragszahlungen komplett sind. Fehlen Zeiten, etwa für Ausbildung oder Kindererziehung, sollten Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger einen Antrag auf Kontenklärung oder -ergänzung stellen. Die bisher nicht erfassten Zeiten müssen Sie schriftlich nachweisen. Eventuelle Korrekturen und Ergänzungen für die gesetzliche Rente sind nicht an Fristen gebunden. Nähere Informationen zu Ihren Rentenansprüchen erhalten Sie bei der Deutschen Rentenversicherung.

Altersteilzeit – der sanfte Übergang in die Rente

Mit dem Gesetz zur Förderung eines gleitenden Übergangs in den Ruhestand, dem Altersteilzeitgesetz, hat der Staat schon vor rund 20 Jahren Rahmenbedingungen für Vereinbarungen über Altersteilzeitarbeit geschaffen. Dafür gab es in den Jahren mit besonders schwierigen Arbeitsmärkten großzügige gesetzliche Förderungsmöglichkeiten. Inzwischen wird die Altersteilzeit vom Staat nicht mehr explizit gefördert. Weiterhin bietet das Arbeitsteilzeitgesetz Arbeitnehmern ab 55 Jahren aber die Möglichkeit, die Arbeitszeit auf die Hälfte zu reduzieren.
Die Altersteilzeit wird auf freiwilliger Basis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbart. Wobei die Tarifverträge der meisten Branchen verschiedene Regelungen vorsehen und die gesetzliche Rente entsprechend mit einbinden.

Mögliche Modelle der Altersteilzeit sind die Halbtagsbeschäftigung, aber auch ein täglicher, wöchentlicher oder monatlicher Wechsel von Arbeit und Freistellung sind denkbar. Meist verständigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf das „Blockmodell“. Dabei wird die Altersteilzeit in zwei gleich lange Beschäftigungsphasen unterteilt. In der ersten „Arbeitsphase“ bleibt die wöchentliche Arbeitszeit ungekürzt. In der anschließenden „Freistellungsphase“ sinkt sie auf null. Das Nettoeinkommen liegt in beiden Phasen weit über 50 Prozent. Die Gründe sind vor allem die Zuschüsse der Arbeitgeber und niedrigere Steuern. Auch nach dem Auslaufen der gesetzlichen Förderung können Arbeitnehmer so in der Altersteilzeit bei halber Arbeitsbelastung durchaus 80 oder 85 Prozent ihres bisherigen Nettoeinkommens erhalten.

Neues Modell Arbeitszeitkonto

Die neuere Variante für den vorzeitigen Ausstieg ist das Arbeitszeitkonto (auch Zeitwertkonto genannt), das inzwischen von zahlreichen Arbeitgebern angeboten wird. Mitarbeiter können je nach Vereinbarung Arbeitszeit oder Arbeitseinkommen in das Zeitwertkonto einbringen. Entsprechend dem angesammelten Kontoguthaben werden sie vorzeitig von der Arbeit freigestellt. Das ist vor allem für die gesetzliche Rente vorteilhaft: Offiziell sind die Mitarbeiter immer noch angestellt, sie müssen keine Abzüge bei der Altersrente hinnehmen und Sozialabgaben werden abgeführt. Damit keine Ansprüche aus Arbeitszeitkonten verlorengehen, sollten Sie sich vergewissern, dass der Arbeitgeber für diese Konten einen Insolvenzschutz abgeschlossen hat.

Steuerregelung für Rentner

Mit dem Alterseinkünftegesetz begann 2005 die nachgelagerte Rentenbesteuerung. Renteneinkünfte der Basisrente (gesetzliche Rente, Rürup-Rente, Versorgungswerke etc.) werden nun sukzessive besteuert: Der zu versteuernde Anteil steigt jährlich an, bis im Jahr 2040 sämtliche Renteneinkünfte zu 100 Prozent besteuert werden. Maßgeblich für den Steueranteil ist der Rentenbeginn. Wer etwa 2015 in Rente geht, muss 70 Prozent seiner gesetzlichen Renteneinkünfte versteuern. Der Freibetrag bleibt ein Leben lang gleich.
Trotz nachgelagerter Besteuerung müssen heute längst nicht alle Rentner Einkommensteuer zahlen. Denn auch für Rentner gilt 2015 das steuerfreie Existenzminimum von 8.472 Euro für Alleinstehende bzw. 16.944 Euro für Verheiratete (Stand 2012). Dazu kommen Freibeträge für Beiträge zu Sozialversicherungen, Sonderausgaben- und Werbungskostenpauschale. Wer 2015 in Rente geht, bleibt bis zu einem Monatseinkommen von rund 1.190 /2.380 Euro (Alleinstehende/Verheiratete) von der Einkommensteuer verschont. Je später Sie in Ruhestand gehen, desto höher ist der steuerpflichtige Anteil der Rente. Diese Steuerbelastung haben insbesondere die heute 35- bis 45-Jährigen in ihren Finanzplanungen für den Ruhestand oftmals nicht berücksichtigt.

Steuerregelung für Beamte

Beamtenpensionen liegen im Durchschnitt höher als gesetzliche Renten, sind aber voll steuerpflichtig. Nur ein geringer Versorgungsfreibetrag kann geltend gemacht werden. Dieser Freibetrag sinkt im Zuge des Alterseinkünftegesetzes. Wer 2015 seine Pension antritt, kann höchstens einen Versorgungsfreibetrag von 1.800 Euro und einen Zuschlag von 540 Euro geltend machen.

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