Hintergrundinformationen zum Client Identifier

Nach der MiFIR-Richtlinie sind verschiedene Finanztransaktionen wie z.B. Wertpapier-und Derivate-Geschäfte sowie Depotüberträge mit Gläubigerwechsel von jeder Bank mit einer Kundenkennung (sog. Client Identifier) an die Aufsicht zu melden. Diese Regelung soll den Aufsichtsbehörden eine europaweite Transparenz über Transaktionen in Finanzinstrumenten ermöglichen. Ziel dieser Meldepflicht ist es, mögliche Marktmanipulationen und Insidergeschäfte zukünftig noch wirksamer bekämpfen zu können.

Da alle Banken in Europa zu dieser Meldung gesetzlich verpflichtet sind, muss die Commerzbank die für die Meldung vorgeschriebene Kundenkennung von jedem Kunden erfragen, der Wertpapier- oder Derivategeschäfte machen möchte. Liegt eine Kennung nicht vor, muss die Commerzbank gegebenenfalls Kundenaufträge im Wertpapier- sowie Derivate-Geschäft ablehnen. Eine Ausnahme besteht für die Anteilsausgabe und -rücknahme von Investmentfondsanteilen über die Bank bzw. die Kapitalverwaltungsgesellschaft, diese sind nicht meldepflichtig.

Natürliche Personen

Für natürliche Personen ergibt sich die meldepflichtige Kundenkennung abhängig von der/den Staatsangehörigkeit(en) des Kunden bzw. des Bevollmächtigten. In vielen Fällen wird diese Kundenkennung als CONCAT (aus dem Englischen concatenation ‚Aneinanderreihung‘) gebildet, d.h. eine Kombination aus dem Länderkürzel der meldepflichtigen Staatsangehörigkeit, dem Geburtsdatum sowie jeweils den ersten 5 Buchstaben des Vor- und des Nachnamens – diese Kennungen ermitteln wir automatisch nach Angabe Ihrer Staatsangehörigkeit(en). Es gibt aber auch Staatsangehörigkeiten, bei denen eine andere Kennung vorgeschrieben ist, wie z. B. eine Reisepassnummer oder eine Steuernummer – hier benötigen wir die jeweiligen Informationen von Ihnen.

Juristische Personen

Für juristische Personen (hierzu zählen z. B. GmbH , AG und KG jedoch auch Stiftungen, GbR, Vereine, Wohnungseigentümergesellschaften und eingetragene Kaufleute) ist die meldepflichtige Kundenkennung der Legal Entity Identifier (LEI-Kennung). Den LEI müssen Sie als Kunde selbst bei einer LEI-Vergabestelle beantragen und der Bank mitteilen. Ohne eine gültige, richtige Kennung des Kunden ist z.B. eine Wertpapierorder abzulehnen. Alle LEIs sind in einem öffentlichen Register, dem GLEIF-Register eingetragen. Alle notwendigen Informationen rund um Vergabestellen, Beantragung und Vergabe finden Sie unter https://www.gleif.org/de .