Hintergrundinformationen zum Client Identifier

Ab dem 02.01.2018 sind nach der MiFIR-Richtlinie gewisse Finanztransaktionen wie z.B. Wertpapier-und Derivate-Geschäfte oder Depotüberträge mit Gläubigerwechsel von jeder Bank mit einer Kundenkennung (sog. Client Identifier) an die Aufsicht zu melden. Diese Regelung soll den Aufsichtsbehörden eine europaweite Transparenz über Transaktionen in Finanzinstrumenten ermöglichen. Ziel dieser Meldepflicht ist es, mögliche Marktmanipulationen und Insidergeschäfte zukünftig noch wirksamer bekämpfen zu können.

Da alle Banken in Europa zu dieser Meldung gesetzlich verpflichtet sind, muss die Commerzbank die für die Meldung vorgeschriebene Kundenkennung über das Client Identifier Frontend erheben. Sollte eine Kennung nicht erhoben werden können muss die Commerzbank gegebenenfalls Orderaufträge von Kunden ablehnen.

Juristische Personen

Im Falle von LEI-fähigen Personen (i.d.R. juristischen Personen, also Firmenkunden) muss der Kunde den sogenannten Legal Entity Identifier (die LEI-Kennung) kostenpflichtig bei einer LEI-Vergabestelle selbst beantragen und der Bank mitteilen. Hierzu sind alle LEI-pflichtigen Kunden schon im Sommer 2017 angeschrieben worden. Ohne eine gültige, richtige Kennung des Kunden ist z.B. eine Wertpapierorder abzulehnen. Eine Ausnahme besteht für die Anteilsausgabe und -rücknahme von Investmentfondsanteilen über die Bank bzw. die Kapitalanlagegesellschaft. Diese sind nicht meldepflichtig. Firmen, die also lediglich z.B. Vermögensmanagement-Anteile halten und erwerben, benötigen dafür keine LEI-Kennung. Sobald sie jedoch Aktien, Renten oder auch Exchange Traded Funds (ETFs) über eine Börse handeln möchten, ist eine LEI-Kennung erforderlich. Alle LEIs sind in einem öffentlichen Register, dem GLEIF-Register (https://www.gleif.org/), hinterlegt.

Natürliche Personen

Für nicht LEI-pflichtige Personen (i.d.R. alle natürlichen Personen) ergibt sich die meldepflichtige Kundenkennung abhängig von der/den Staatsangehörigkeit(en) des Kunden bzw. des Bevollmächtigten. Das Client Identifier Frontend ermittelt automatisch anhand der eingegebenen Staatsangehörigkeiten die zu meldende Staatsangehörigkeit sowie die erforderliche Kennung. Im einfachsten Fall ist für den Kunden die CONCAT als eindeutige Kennung zu bilden, d.h. eine Kombination aus dem Länderkürzel der meldepflichtigen Staatsangehörigkeit, dem Geburtsdatum sowie jeweils den ersten 5 Buchstaben des Vor- und des Nachnamens. Diese Kennung wird im Client Identifier Frontend automatisch nach Erfassung der Staatsangehörigkeiten generiert. Für einige Staatsangehörigkeiten sind jedoch andere Kennungen wie beispielsweise die Reisepassnummer oder die Steuernummer zu erheben.